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Der Israelit · 1937-11-04 · Heft 44 (4.11.1937) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 44 (4.11.1937)
Date
1937-11-04
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 44 1 s r 1 i t i. November 1<?37 Aus dem Berichte der Poale Agudas Jisroel in Erez Jisroel. (Vorgelegt der III. Kenessio Gedaulo.) (Schluß.) Aufs Engste verknüpft mit der PAJ. ist die Frage geeigneter Erziehungsstätten für die Kinder der Poalim. Während die Schulen, die bisher Agudas Jisroel gründete, größtenteils in den Städten waren, hat sich die Arbeiterorganisation es angelegen sein lassen, die Initiative dazu zu ergreifen, daß auch in Kolonien Schulen eingerichtet werden. So wurden in Rischon Lezion, Herzlia u. a. m- Talmud Thora-Schulen resp. Beth Jakob-Schulen eingerichtet; aber auch schulentlassene Jugend bedarf besonderer Fürsorge. In letzter Zeit wurde unter dem Namen „Esra" in Tel Awiw und anderen Orten eine Organisation für diesen Zweck gegründet, an der die Poalim Hauptanteil nehmen. Diese Bewegung ist aber noch am Anfang. Es fehlen Geldmittel, und geeignete Persönlichkeiten, um diese außerordentlich wichtige Arbeit in dem Maße zu leisten, wie dies nötig ist. Vielleicht ist die Frage der Jugenderziehung in Erez Jisroel wichtiger, als in irgend enem anderen Land, und es wäre zu erwarten, daß gerade für diesen Zweig unserer Tätigkeit die materielle Basis in allen Landesorganisationen geschaffen wird, in denen man Verständnis für die außer- Bestimmungen keinerlei Transaktionen vorzunehmen, ohne, durch . die entsprechenden Unterlägen gegen Verlust gesichert zu sein. Sie kann also in keiner Weise etwa Ausgaben nichtkonstruktiver. Art dekken und auch bei den knöstruktiven Aufgäben dürfen keine anderen Erwägungen als solche geschäftlicher Natur mitsprechen. Die finanzielle Basis der PAJ. stellte der Keren Hajischuw und die Beiträge der Mitglieder dar. Von' Nissan 5693 bis Aw 5697 gingen durch den Keren Hajischuw ein _ Lst. 6782.736, durch Mitgliedsbeiträge " „ 1662.200, durch direkte Spenden einzelner Länder und Erez Jisroel „ 741.822, an Darlehen wurden aufgenommen „ 697.940, Gesamteinnahmen Lst. 9884.698. In diesen Einnahmen sind nicht inbegriffen die Unterhaltungskosten für die drei Kibbuzim Kfar Saba, Gedera und Machne Jisroel, sondern lediglich für den Ankauf der Böden für Gedera und Kfar Saba mit Lst. 2617.895. Da nach den Weisungen der agüdistischen Zentralstellen der Schmittofonds, der für das Jahr 5698 nötig ist, nicht nur den agüdistischen Arbeitern, sondern all denjenigen zugute kommen soll, welche das Schmittojahr halten, so sei hier lediglich folgendes berichtet. Die Initiative zu dem bekannten halachischen Entscheid bezüglich Schmittojahr ging ordcn.ai.che"'Verantwortung hat, die auf Agudas Jisroel ruht, wenn man an die zukünftige Geisteshaitung des Jischuw denkt. Bei der Ankunft von neuen Olim ist es unbedingt notwendig, ihnen in den ersten Tagen zur Seite zu stehen, und sie im Lande einzugruppieren. Die Poale Agudas Israel haben daher eine Lischchat Haolim, ursprünglich in Tel Awiw und später in Haifa eingerichtet. Hier werden die Olim empfangen und im Lande verteilt, je nach den zur Verfügung stehenden Plätzen. Um diese Plätze ausfindig zu machen, steht die Zentrale mit den einzelnen Gruppen in Verbindung. Auch hier sind die Mittel beschränkt, so daß nicht, wie es sein müßte, eigens Persönlichkeiten diese Aufgabe übernehmen und angestellt werden können, es geschieht dies vielmehr durch die ohnehin überlasteten wenigen Beamten der Zentrale. Anstelle der ursprünglich in Tel Awiw, Jerusalem und Petach Tikwa gegründeten Krankenkasse ist nunmehr eine Abmachung mit der allgemeinen Arbeiterkrankenkasse getreten, welche den Mitgliedern der PAJ. auf ärztliche Behandlung, Spitalverpflegung und Medikamentengewährung verleiht, ohne daß die PAJ. nötig haben, direkt oder indirekt, Beiträge an die allgemeine Arbeiterorganisation zu zahlen. Die agüdistischen Arbeitergruppen, Tel Awiw, Jerusalem, Haifa, Bene Berak, Petach Tikwa, Rischon Lezion haben trotz ihrer eigenen schweren materiellen Lage 'unter großen Opfern eine Gemiluth Chesed- Kasse eingerichtet, welche durch kleine Darlehen und Unterstützungen im Falle der Arbeitslosigkeit usw. dem einzelnen Poel dient. Es konnten im Jahre 5697 238 Darlehen gewährt werden. Der Stand dieser Gemiluth Chesed-Kasse ist zur Zeit Lst. 205.—. Eine ganz besonders segensreiche und anerkennenswerte Tätigkeit übt die erfreulicherweise in den Zeiten der Prosperity gegründete Spar- und Leihkasse der PAJ. aus. Sie wurde im November 1936 gegründet (Tel Awiw) und untersteht der behördlichen Aufsicht. Tn Anbetracht der kurzen Zeit ihres Bestehens dürfte es von Interesse sein, zu erfahren, daß bei einem Gründüngskapital von Lst. 191.— bereits ein Umsatz von Lst. 15167.— zu verzeichnen ist. Die Kasse, welche alle bankmäßigen Geschäfte durchführt, ist natürlich gehalten, entsprechend -jden behördlichen Auf dem englischen Friedhof in der Jerusalemer ... AI t - stadt werden englische Opfer des arabischen Aufstandes mit militärischen Ehren zu Grabe gebracht. von den PAJ. aus. Es wurde weiterhin ein ungefährer Ueberschlag über die notwendige Unterstützungssumme von der Leitung der PAJ. im Einvernehmen mit den einzelnen Gruppen ausgearbeitet. Bücherbesprechungen. A History of Jewish Literature from the Blose of the Bible to our own days. By Meyer W a x - man, Ph. D. Vol. III. New York. Bloch Publishing C o. Von dem monumentalen Geschichtswerk Waxmans, dessen beide ersten Bände 1930 und 1933 erschienen, liegt nun der dritte Band vor, umfassend die Periode von 1750 bis 1880, also die Zeil der Haskala, der deutschen Reformbe w e g u n g, der Renaissance der Orthodoxie und des aufkommenden jüdischen Nationalismus. Die Waxman'sche Darstellungsweise verbindet in glücklicher Synthese das Streben nach möglichster Objektivität und Gründlichkeit in der Wiedergabe der Gedanken der einzelnen Schriftsteller mit einer eigenen, naturgemäß subjektiven Wertung dieser vor unsren Augen lebendig werdenden Gedankenwelten. So werden zum Beispiel fast sämtliche dichterischen und literarischen Schöpfungen der ersten und zweiten Haskala-Periode ihrem ganzen Gedankengang nach wiedergegeben, wogegen allerdings die chassidische Literatur, trotz einer Charakteristik der hauptsächlichen Richtungen des Früh-Chassidismus, stark zu kurz kommt. Vermutlich waren die hier in Betracht kommenden Werke dem Verfasser nicht in gleichem Maße zugänglich wie die Schriften der Maskilim. Das Wertungsprinzip aber, das Waxman in seinem ganzen Buche zur Anwendung bringt, ist das nationale. Das führt dann doch zu mancher Ungerechtigkeit. So kann es Waxman z. B. S. R. Hirsch nicht verzeihen, daß dessen Nationalismus gänzlich auf der historisch gegebenen Bundesschließung G'ttes mit dem jüdischen Volke beruht und daher prinzipiell religiöser Natur ist. Er fühlt sich berufen, Hirsch deshalb „Enge der Anschauung" vorzuwerfen, die — so fährt er charakteristischer Weise fort — „die Gegnerschaft der streng c-rthc-doxeu Juden Westeuropas gegen, die zionistische Bewegung in unsren Tagen stärkte."! , Sollte dieses „Vergehen"'-Hirschs, das er mit allen Größen der jüdischen Vergangenheit seit Räbbenu Saadiä Gaon: teilt, auch-; die: unbewußte Ursache dafür sein, daß Waxman (w i e kaum s o n s t i n dem großen, nah e z u 8 OOS e i"t"e n starken Band e) die Darstellung des Gedankengangs des „Cho'reb" unausgesetzt durch direkte und indirekte kritische Wendungen würzen zu müssen glaubt? Man kann zwar h i c h t behaupten, daJj die an anderer Stelle des Buches gegebene historische Gesamt-Charakteristik der Verdienste S. R. Hirschs um die Wiederaufrichtung der Orthodoxie in Westeuropa an und für sich der Objektivität ermangle. Aber es ist doch -ein merkwürdiger Mangel, daß diese Literaturgeschichte, die-uns in fast ermüdender Gründlichkeit den Inhalt jeder der ephemeren Dichtungen der Haskala-Künstler vor erzählt, den klassischen P e n t a t e u c h - Kommenta r S. R. Hirschs mit seiner unvergänglichen, originalen Leistung für die Erkenntnis, des Buches der Bücher, mit — sage und schreibe — sechs Zeilen abtut Soll das eine Strafe dafür sein,daß Hirschs klarem Blick für die jüdische Wahrheit, das Verdienst gebührt, wenigstens einen großen Teil der Orthodoxie der Gegenwart vor der Assimilation an den das Wesen des jüdischen Volkes verfälschenden zionistischen Irrtum geschützt zu haben? Trotz dieser tendenziösen Unwissenschaftlichkeit verdient Waxmans Werk als Ergebnis unendlichen Fleißes und mühsamer Gestaltungsarbeit an einem unübersehbaren Stoff die wärmste Anerkennung. Jeder Leser des Buches wird reichste Belehrung aus ihm schöpfen können, und die flüssige, klare Form •der Diktion gestaltete die Lektüre zu einem wahrhaften ästhetischen Genuß, Hoffen wirr-daß es dem Verfasser bei der Vorbereitung des Schlußbandes, der wohl die Zeit von 1880 bis 1930 umfassen wird, gelingt; über seine zionistische Partei-Einstellung und das. narbpbpn miv mwn hinauszuwachsen und auch der Geistesarbeit der Orthodoxie die ihr gebührende Würdigung zu zollen, —m, Philosophy and Revelation in the work oi contemporary Jewish thinkers. By Dr. A. Lichtigfeld. London, 19 3 7. M. L. Cailing o 1 d. Price 7 sh. 6 p. Dieses Buch,-dem ein kurzes Geleitwort des Chief- Rabbi Dr./Hertz und eine Vorrede des Londoner Universitätsprofessors Jöhn Macmur ra y vorangeht, ist das~ Werk eines erst im Sommer 1935 nach England eingewanderten jungen deutschen Juristen gesetzestreuer Gesinnung und verdient schon rein subjektiv als beachtenswerte sprachliche Leistung Anerkennung. Noch mehr ist der Fleiß zu bewundern, mit dem der Verfasser, wie insbesondere die Nöten zeigen, eine Unmenge Material durchgearbeitet und für die Aufgabe, die er sich gestellt, nutzbar gemächt hat. Betrachtet werden - nacheinander als Vertreter der „Philosophie der Vernunft" Hermann Cohen und Ernst C a s: s i r e r, als "Philosophen des „Lebens" 'Bergson, der Engländer : Samuel Alexander, Simmel, K1 a t z k i n , Freud, die Phänomenologen Hus s er 1 und Scheler und als „theologische Denker" Chiefrabbi Hertz, Leo Baeck, Büber und R o s e n z w e i g. Kürzere Betrachtungen sind Theod. Lessing; J. Cohn, Weltsch, Schoeps, Feldman, Birnbaum, Breuer und R o s e n h e im gewidmet; Der Verfasser hat sich im allgemeinen darauf beschränkt, die wichtigsten Grundgedanken der von ihm behandelten Denker wiederzugeben (teilweise mit ihren eigenen Worten) und nur selten einige kritische Bemerkungen oder Einwendungen" hinzugefügt. Das verleiht dem Ganzen natürlich den Charakter des Unfertigen und läßt eine ungemischte Freude nicht aufkommen.. Schließlich kommt man nicht über die Frage' hinweg, ob es überhaupt einen wissenschaftlichen Sinn hat, Männer yiie Cassirer, Simmel, Husserl, Freud, in deren Bewußtsein ihre jüdische Abstammung, niemals irgendwelche Rolle gespielt hat und an deren Denkmethoden auch objektiv nicht die Spur eines jüdischen Einschlages wahrzunehmen ist, zusammen mit Buber, RosenzweijJ und anderen unter den Begriff „Zeitgenossische jüdische Denker" zu subsumieren und sie trotz ihrer völlig negativen Einstellung ■ zu aller Offenbarung gewaltsam über das Thema „Philosophie und Offenbarung" zu verhören. Bei Klatzkin ist gerade dasjenige seiner Werke herausgehoben, das im denkbar schärfsten ^Gegensatz zu allem jüdischen Denken steht ' und völligen Nihilismus/ verkündet. Wertvoll sind die bereits erwähnten Noten : zu " den einzelnen Kapiteln, in denen der Verfasser es häufig verstanden hat, durch Zitate aus nichtjüdischen und jüdischen philosophischen Autoren die anfechtbaren Gedankengänge seiner Haupthelden , schlaglich tartig zu beleuchten. jl . Jedenfalls hat das Werk das Verdienst, wie idei Chief-Rabbi mit -Recht hervorhebt, für das e h g - 1 i s c h e Publikum vielfach heue Perspektiven auf religionsphilosophischem Gebiete; zu eröffnen. Deutsche Leser wird besonders die - Gedankenwelt Samuel Alexanders interessieren. —ni. Werkstätte für Lederwaren E R N S T G R Ü N B A U M Kl. Eschenheimerstr. 10 » Tel. 28462 Anfertigungen Reparaturen jeder Art

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