Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 44 (4.11.1937)
- Date
- 1937-11-04
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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4;. November. 193.7 . D. e r-. I s r a e 1 i t Nr. 44 Seite 7 E R E Z Neuer Terror und neue Vergeltungsmaßregeln. Jerusalem, 27. Okt. Zu dem Ueberfall, der am Dienstag, auf der Straße Jericho — Jerusäl e m auf einen Transport der P a I es. t i n e Potash. Gompa n y ausgeführt würde, wird ergänzend mitgeteilt, daß die angreifende Bande fünfzehn Mann stark und mit einem Maschinengewehr ausgerüstet war. - Die Transportkolonne bestand aus sechs Lastautos. Die Begleitmannschaft erwiderte das Feuer und forderte auf drahtlosem Wege Verstärkungen an. Der Kampf zwischen der Bande und der Begleitmarinschaft dauerte etwa zwei Stunden. Ein britischer Soldat der Jerusalemer Garnison ist schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden. Bisher ist noch nicht festgestellt worden,, bei welcher Gelegenheit der So.ldat verwundet worden ist. Bei der Explosion einer Bombe in der Altstadt von Jerusalem ist ein Polizist verwundet worden. Im Balfour-Wald ist .durch einen großen Brand, der allen Anzeichen nach von arabischen Terroristen gelegt worden ist, bedeutender Schaden angerichtet worden. In. Jagur bei Haifa wurde der 16jährige Ascher Hermann durch einen Schuß schwer verwundet. Der bei dem Ueberfall auf den Transport der Palestihe Potash Company getötete jüdische Arbeiter Mordeehai S1 o t n i c k i war vor ■ drei Jahren nach Palästina eingewandert und seit vier Monaten verheiratet. Der'frühere Vorsitzende der Anti-Imperialistenliga Palästinas, Chamdi Effendi Husseini, ein Mitglied der Familie' des Mufti, ist verhaftet worden. Mit Rücksicht auf die Unsicherheit .in den arabischen Vierteln von Jerusalem hat sich die Regierung genötigt gesehen, die Beamten der Regierungsämter, die 1 in diesen Vierteln liegen, in Autos zur Arbeit1 abzuholen und wieder nach Hause zu bringen. Bei T u 1 k e r e m und Lydda hat. eine kleine arabische Bande Polizei-, und,.;MiHtärpatrouillen angegriffen. Verletzt wurde, niemand. Die zu den'Eisenbahnwerkstätten bei Lydda führenden Straßen sind auf Anordnung der Regierung gesperrt worden. In T a 1 p i o t und., an anderen Stellen kam. es zu vereinzelten Schießereien. . Im Nordosten des Landes, wurden; mehrfach Telefondrähte durchschnitten. Der 28jährige" David B e r g s o n , ein amerikanischer Bürger, .der nach der Ermordung von zwei Arabern bei Kerkur im vergangenen Moftat mit anderen Verhafteten in das Gefängnis von Akko gebracht worden war, ist freigelassen worden. Die jüdische Schiffahrt. Die Regierung will eine hinterlegte Kaution für verfallen erklären* Jerusalem, 27. Okt. ' Die 37 Matrosen des jüdischen Schulschiffes „Sara I" mußten, als sie in Palästina an Land gingen, die von Touristen geforderte Kaution in der Höhe von insgesamt 2220 Pfund hinterlegen. Nunmehr will die Palästinaregierung diese Summe für verfallen "erklären, weil das Schiff die ihm für das Verlassen des Hafens von Haifa gestellte Frist überschritten hat. Es liegt jedoch kein Verschulden der Mannschaft vor. Das Schiff, das die französische Flagge führt/ konnte (nicht absegeln/ weil der französische Kapitän in drin-'!genden Familienangelegenheiten nach Frankreich ab-; berufen .worden war und der französische Generalkonsul sich weigerte, die Ausfahrt des Schiffes unter dem Kommando eines Nichtfranzosen zu bewilligen. Wie in dem Oktoberheft der Zeitschrift „Palestine and Middle East" mitgeteilt wird,' arbeitet die Jüdische Meeresliga jetzt einen Plan zur Eröffnung von zwei Marineschulen aus._ Die eine-Schule Söll dem jüdischen Technikum iii Haifa, die zweite der Max Fein-Fachschule in Tel Awiw angegliedert werden. Die Ausbildungszeit soll in Haifa drei Jahre, in Tel Awiw ein Jahr betragen. Im Zusammenhang mit diesen Plänen hat sich der Leiter der See-Abteilung der Jewish Agency, Bar. Kochba Mayerowitsch, nach Italien und., Holland begeben,, um dort die Einrichtung von. Marineschulen. zu studieren. Bau eines neuen Handelszentrums in Tel Awiw.. , >[>. Tel Awiw, 11. Okt. Auf dem großen Terrain gegenüber, :dem Tel Awiwer Elektrizitätswerk: wird jetzt ein neues _Ge- .: schäftszentrum erbaut. Elf Dunam. wurden der'' Stadt-' Verwaltung zum- Zweck,Ader Errichtung einer: iZen-! tralremise und Station'füf'die städtischen Autobusse: ISRAEL die die Stadt mit den' Siedlungen in der Umgebung verbinden, übergeben. Auf dem Rest des" Grundstückes werden große Gebäude mit sechzig Geschäftslokalen' errichtet. Die Geschäftslokale sind an Großkaufleute verkauft worden, der Kaufpreis wird innerhalb von zehn Jahren-in-monatlichen Raten abgetragen. Die Autobusstätibii muß nach dem Vertrag, den die Unternehmer mit' der Stadt geschlossen halben, bereits in nächster Zeit gebaut werden. Das Gebäude wird, wie die Architekten den Vertretern der Presse mitgeteilt haben, das-größte von Tel Awiw sein. Die Arbeit wird der Tel Awiwer Wirtschaft zweifellos einen starken Auftrieb verleihen. Hunderte Arbeiter werden sieben Monate lang beschäftigt sein. Sitzung des Aktions-Komitees am 3. November« J e r u s a I e m , 28. Okt. Am 3. November tritt das Zionistische Aktions- Komitee in Jerusalem zur Beratung der politischen Lage zusammen. Ein neuer Kolonisationsplan der PICA für Obergaliläa. Jerusalem, 25. Okt. Der Merkas Chaklai (Ausschuß der Landarbeiter- Schaft) bei der Histadruth befaßte sich in Tel Awiw Drei verwandte Frauentypen. (Aus dem Budapester „Mult es Jövö",) Araberin in Palästina Jüdische Chaluza in Palästina-' - - A-eg^pfische Araberin Die Strafgerichtsbarkeit in Palästina, J e r ü s a 1 e m , 26. Okt. Das Statistische Amt der Palästinaregierung xhät eine Uebersicht über die im ersten Vierteljahr 1937 vor palästinensischen Gerichten verhandelten Fälle veröffentlicht. Vor dem Geschworenen-Strafgericht wurden 11 Mordprozesse gegen 19 männliche Angeklagte durchgeführt; 10 Angeklagte wurden verurteilt, davon 2 zum Tode. Die Kreisgerichte haben dn 161 Prozessen ein Urteil gefällt. Von 295 Personen, die wegen Verbrechen, oder Vergehen angeklagt waren, sind 185 (62,7 ProzJ verurteilt worden. Die Polizeigerichte in den 19 Gerichtssprengeln Palästinas haben J5.422 Fälle behandelt. Von den 18.711 Angeklagten wurden 14.855 (79,4 Proz.) verurteilt. 7282 Verurteilungen entfielen auf Vergehen gegen die Verkehrsordnung. Die Zahl der Verurteilungen war in Tel Awiw mit 94,8 Proz. aller Angeklagten am höchsten, in Beisan und Ramallah mit 33,3 Proz. am niedrigsten. Eine „Jeschiwa des neuen Jischuw", Tel Awiw, 25. Okt, , In Tel Awiw fand die feierliche Eröffnung der „Zentraljeschiwa für den neuen Jischuw" (Hajeschiwa: •Hamerkasit. Lejischüw'Hechadasch) statt. Der . Oberrabbinfef von Tel Awiw, < Rabbi Mosche Avigdor Amiel, der Gründer und geistige Leiter der neuen Jeschiwa, hielt ,einen Schiur über Halachä und Haggada ausidem Traktat Sanhedrin. Begrüßungsansprachen hielten Oberrabbiner Usiel u. v. m. Die Hörer der neuen Jeschiwa lernten früher zum größten Teil in der Tel Awiwer Jeschiwa „Agüdat Tora". Absolute Mehrheit für den Emir im Gesetz» j gebenden Rat Transjordaniens. , * 1 J e r u s a.l e m , 27. Okt:' T In den neugewählten Gesetzgebenden. Rät Traris- :;jordaniens besitzen die Anhänger Emir Abdullas die; absolute Mehrheit. Die Opposition hatte die Wahl! l-b.Oykottjffgt. „;,:;.. rr .... ...... ,. mit einem neuen'großen'Kolonisationsplan, den die Palestine Jewish Colonisation Association (PICA) aufgestellt hat, und der die Siedlungen in Obergaliläa umfassen soll. Vor einigen Tagen ist zwischen der PICA und den Kwuzot Ajelet Haschachar, Gescher und Kfar Gileadi ein Abkommen getroffen worden, demzufolge diese Siedlungen langfristige Kolonisationskredite gegen eine jährliche Verzinsung von 2 Proz. erhalten. Die Rückzahlung der Kredite, soll ..«n Lauf von sechzig Jahren erfolgen. In derselben Sitzung berichtete der Schatzmeister der Exekutive der Jewish Agency, Elieser Kaplan, über die finanzielle Lage der Agency. In der Debatte wurde gefordert, daß die Regierung Zölle zum Schutz der palästinensischen Landwirtschaft einführe. Die Juden Syriens und die Geldsammlungen für die palästinensischen Araber, Jerusalem, 24. Okt. Dem „Dawar" wird von seinem Berichterstatter aus Aleppo gemeldet, daß die Geldsammlung zugunsten der palästinensischen Araber am 7. Oktober ab" geschlossen worden ist. Es wurden in Aleppo insgesamt 2600 syrische Pfund-aufgebracht. Es wird angenommen, daß die Juden, die zu der Beteiligung an der Aktion geiwungen wurden, etwa 15 Proz. der Gesamtsumme aufgebracht haben. Von der Bevölkerung der Stadt Aleppo machen die Juden 3 Proz. aus. Kolonie „nichtarischer Christen" in Palästina? J e r u s a 1 e m , 24. Okt. Aus nichtjüdischer Quelle in London wird dem „Dawar" berichtet, daß in einer Versammlung der Heilsarmee die Möglichkeit .'arabisch-jüdischer Zusammenarbeit in Galiläa zur Schaffung einer Siedlung „nichfarischer Christen" aus verschiedenen europäischen Ländern erörtert worden ist.