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Der Israelit · 1937-11-04 · Heft 44 (4.11.1937) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 44 (4.11.1937)
Date
1937-11-04
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 44 Der . I s r a .e,.l i t\ . 4. Kovenitber'-rl937 England. Rücktritt Wauchopes vom Kolonienminister angekündigt. London, .28. Okt, . Der Minister hat auf eine Anfrage des Abgeordneten Sandys folgende schriftliche Antwort erteilt; Sir Arthur Wauchope litt, seitdem er Anfang September auf Urlaub kam, an einer Krankheit, die klinische Behandlung erforderte. Er ist jetzt im Zustand der Rekonvaleszenz, und man hofft, daß sein Gesundheitszustand sich so weit gebessert haben wird, daß es ihm möglich ist, etwa Mitte "November seinen Posten wieder anzutreten. Er hat jedoch mitgeteilt, er glaube nicht, daß sein Gesundheitszustand es ihm erlauben werde, seine zweite Amtszeit als. High Commissioner ganz zu beenden; darum hat er gebe'ten, sexner Pflichten zu einem frühen Zeitpunkt im nächsten Jahr entbunden zu werden. Ich möchte die Gelegenheit benutzen, um die tiefe Wertschätzung der Regierung für die von Sir Arthur Wauchope dem Staate lange geleisteten hervorragenden Dienste zum Ausdruck zu bringen. Ich bin sicher, daß das Haus ihm bei dem vorzeitigen Rücktritt von einem Posten, den er mit Eifer und Hingabe unter höchst schwierigen Umständen nicht weniger als sechs Jahre lang ausgefüllt hat, seine tiefe Sympathie zuwenden wird. Das neue Einwanderungsgesetz. London, 31. Okt. Auf die Anfrage des Abgeordneten Wedgewpod über die neue palästinensische Einwanderungsverordnung antwortete Minister Ormsby-Gore: „Ich hoffe, in einigen Tagen Exemplare der „Palestine Gazette" zu erhalten, in der der Entwurf für die Abänderung der Einwanderungsverordnung veröffentlicht wurde, und werde dann Vorsorge treffen, daß Exemplare in der Bibliothek aufliegen. Was den zweiten Teil der Frage betrifft, so sieht die neue Verordnung vor, daß. ein Ausländer, d. h. eine Per son, die nicht palästinensischer Bürger ist, im Falle der Beschuldigung, daß er illegal nach Palästina-ge kommen, oder-in Palästina nach Beendigung der Frist verblieben ist, die ihm für den Auf enthält als Tourist oder auf Grund, eines Durchreisevisums gewährt.... wurde, die Beweislast für seinen rechtmäßigen Aufenthalt zu tragen hah Die Verordnung enthält auch Bestimmungen über HiKe und VorschubleistuhjT ctrr Personen, die die Einwanderungsverordnung verletzen sowie über ihre Beherbergung, und sie ermäch- . tigt den High Commissioner, das Gesamtmaxirouhi ] der nach Palästina innerhalb eines bestimmet! Zeiträume auslassenden Ausländer festzusetzen und zu bestimmen, wieviele davon Personen Jüdischer Rasse sein können. Die jüdischen Rekruten, die*, nach den christlichen vereidigt wurden,-sprachen die-sSchwurformel und ein Gebet dem Oberrabbiher von Athen, Rabbi Bar zilay, Wort für Wort nach, Amerika. Hadassa-Konferenz gegen die neue Einwänderungs-Verordnung. New York, 29. Okt. Auf der 23. Jahreskonferenz der Hadassa, die, in Atlantic City tagt, ist eine" Entschließung angenom men worden, in der die neue palästinensische Einwanderungsverordnung als ejne Verletzung des Man dates verurteilt iWird.^I^je^Britische Regierung wird in der Entschließung aufgefordert, an dem Grundsatz der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit als Kriterium für die Regelung der Einwanderung festzuhalten. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roos,evelt, richtete an die Hadassa-Konferenz eine Bot schaft. ___ Begrüßungen und Glückwünsche . sind außerdem von Staatsgouverneur Herbert H. Lehman und allen jüdischen Organisationen eingegangen. Lionel de' Rothschild eröffnet eine neue ■>' Synagoge. London, 24. Okt. In Cambridge wurde eine neue Synagoge durch Lionel de Rothschild feierlich eröffnet und durch den Oberrabbiner des Britischen Reiches, Dr. J. H Hertz, eingeweiht. Der Feier wohnten der Vizekanzler der Universität Cambridge und mehrere Professoren bei. Oberrabbiner Dr, J, H. Hertz behandelte in seiner Weihepredigt die Entstehungsgeschichte der Synagoge in der Zeit des babylonischen Exils. Er kennzeichnete die Einrichtung der Synagoge als Stätte des Gebetes, des Studiums und der religiösen Belehrung. Zum Schluß wies der Oberrabbiner darauf hin, daß Cambridge die erste Universität gewesen ist, die die jüdischen Wissenschaften in ihren Studienplan aufgenommen hat. In dem Magdalene College, in das vor achtzig Jahren der erste jüdische Student' der Universität Cambridge eingetreten ist, fand vor "der Synagogenweihe ein Tee statt. Griechenland. König Georg yon Griechenland vereidigt jüdische Soldaten. Athen, 24. Okt. Vor König Georg II. von Griechenland fand in Athen die Vereidigung der einruckenden Rekruten, unter ihnen auch einer größeren Zahl jüdischer Soldaten, statt. Der König hielt eine Ansprache, in der er u. a. erklärte: „Ihr alle seid Söhne derselben Mutter, Söhne von Hellas. Wisset, daß keine Unterscheidungen zwischen Hellenen bestehen. Die einzige Unterscheidung, die möglich wäre, ist die nach der Fähigkeit und Bereitschaft jedes einzelnen, den Schutz des gemeinsamen Vaterlandes zu sichern." Die Woche. Berlin. Der Jüdische Kulturbund in Berlin wird seine erste diesjährige Opernpremiere am 20. November in den Dienst der Jüdischen Winterhilfe der Jüdischen Gemeinde zu Berlin stellen. E& wird „Eugen Onegin" von Tschaikowsky gegeben. Marburg. Die Jüdische Gemeinde in" Wahnfried bei Eschwege hat . sich nach Wegzug der letzten Familie aufgelöst. Die Synagoge soll verkauft werden. Der Friedhof wird in Zukunft von der Gemeinde Eschwege verwaltet werden. Köln Die Gemeinde Anholt in Westfalen hat' sich aufgelöst, Es sind nur noch zwei jüdische Familien am Ort. Die Synagoge ist auf die Jüdische Gemeinde in Bocholt ^übergegangen. Danzig. In Danzig und_^ Volwten sind den jüdischen.. HändleriFyon d«'^£EaJlzei besondere .Stände auf den ■>M!ärkten angewiesen^worden. In der Nähe ^des Danziger Wochenmarktes wurden Schaufenster jüdischer Geschäfte :eiifg*«.r w o r f e n. Die Polizei zerstreute die Menge. Paris. Entgegen der Meldung, Henry B e r gs o n sei unter dem Einfluß von P. Mathieu Gorce Katholik geworden, erklärt P. G o r c e in einer Wiener Zeitung, daß sich seiner Meinung nach die Philosophie Bergsons zum Thomismus hin entwickelt, daß er aber nicht zum Katholizismus überge- treten sei. Warschau, Auf den jüdischen Bäcker Abraham Rosenstein wurden in einer Warschauer Vorstadt mehrere Revolverschüsse abgegeben. Er wurde in hoffnungslosem Zustande ins Krankenhaus gebracht. Kowno. In Kowno hat sich eine Initiativgruppe die Gründung eines jüdischen Opernhauses zum Ziel gesetzt, Die Bestrebungen des Komitees werden von einer Reihe führender jüdischer Persönlichkeiten gefördert, die sich bemühen, die nötigen Mittel aufzubringen. Prag. Das im Jahre 1904 von Dr. Arthur Ruppin begründete „Büro für Statistik der Juden", das seine Tätigkeit vorübergehend eingestellt hatte, ist jetzt in Prag unter der Leitung von Dr. Bruno Blau wieder eröffnet worden. Mit der Sichtung und Bearbetiung des umfangreichen amtlichen statistischen Materials, das sich in den letzten Jahren angehäuft hat, wurde bereits begonnen. Lissabon. Zu Chanukka wird in Oporto die von Sir Elie K"ä doori e gestiftete Synagoge der dortigen zum .Judentum' zurückgekehrten Marannen-Gemeinde eingeweiht. Die Synagoge ist vollständig aus Granit im gotischen Stil erbaut. New York. Der Präsident der Vereinigten Staaten, Franklin D, Roosevelt, hat in einem Schreiben an die Hinterbliebenen von Rabbi Pereira M e'n des dem Bedauern über den Hingang dieses hervorragenden Gelehrten Ausdruck gegeben. Dr. Mendes, schreibt Präsident Roosevelt, war als Geui ■ lehrter - von Weltruf lange Zeit . eine beherrschende Figur unseres religiösen und geistigen Lebens. Er wird schwer entbehrt und weithin .betrauert werden, -. ,!:\ Personalien. Eddersheim b. Flörsheim a. M,, 25.A Qkt.' Am Sabbat rvrtw '"s begeht-^Frau Regina H a h n ihren 7 0. Gebur ts.täg. Siei ist noch eine-fromme Jüdin von altem. Schlag. Langjähriges Mitglied der Chewra Kadischa, fehlt sie'-nie, wenn es-gilt,' einer verstorbenen Schwester die letzten Liebesdienste. zu erweisen, Im" Krieg verlor sie xlen jüngsten Sohn und vor einigen Jahren wurde ihr Gatte abberufen, doch ihr starkes. G'ttvertrauen hielt /sje immer aufrecht. Wir wünschen ihr noch viele gesunde Jahre im Kreise ihrer Familie. tf'snay -N Haifa, 20. Qkt Am .3. Cheschwan verschied dahier Lehrer und Kantor Alexander Gutmann in seinem 74. Lebensjahre. Noch bevor das Trauerjahr um seine so plötzlich aus dem Leben gerissene Gattin zu Ende war, ist er ihr. nachgefolgt. Mit ihm ist ein gewissenhafter Jehudi, .ein Dan vnitf), ein erfolgreicher Lehrer und Erzieher, eine charakterfeste Persönlichkeit und ein treuer Berufskollege seiner Mitwelt entrissen worden. Ueber ein halbes Jahrhundert hat er im Dienste des Judentums gewirkt. Er verstand es durch seinernstes, frommes Vorbild und sein friedliches Wesen, seine Gemeinden trotz so mancher,. Gegenkräfte auf der. Bahn der religiösen Ueberlieferung zu halten und hat das restlose Vertrauen seiner Vorgesetzten und seiner Gemeindeangehörigen besessen. Vor wenigen Jahren hatte ihm sein Distriktsrabbinat die ian -Würde Verliehen. Leider hat sich, der Entschlafenenur kurze Zeit im Kreise seiner Kinder des langersehnten Aufenthalts in Erez Israel erfreuen können. — An der Bahre sprach vor den Pforten der Synagoge „Ahavat Thora" Herr Rabb. Findling Worte der Trauer; im Trauerhause sodann der Sohn, Dr. G u t m a n n, Tel Awiw, und Herr Abr. Fröhlich, Haifa. Das Andenken des Heimgegangenen wird bei allen, die ihm je näher getreten sind, stets in Ehren gehalten werden. rrnssr) S. Vermischtes. Berichterstattung über die III. Kenessio Gedaulo in der Agudas Jisroel München. Am 3. Oktober berichteten die,Delegierten, Herr Martin Bamberger und Herr Möses Stiel, in einer gut besuchten Versammlung über die K. G. und gaben ein anschauliches Bild vom Verlauf des Kongresses sowie der auf ihm "geleisteten Arbeit. Herr Räbbiner Abraham Wölf, Berlin, sprach im ^Anschluß daran über die Bedeutung des Rabbinischen Rates für unsere Organisation sowie das gesamte gesetzestreue Judentum. Es sei das größte Verdienst von Agudas Jisroel, ein Gremium geschaffen zu haben, das befähigt und berechtigt ist, der Welt den Daas Hatauroh zu verkünden. Wer es ernst meint mit seiner Stellung zu G'tt und Seiner Lehre, wird der geistigen Führung dieses Rates seine Gefolgschaft nicht versagen. Diese sich durch ihre schöne Form und Gedankentiefe auszeichnenden Ausführungen des Redners fanden den ungeteilten Beifall der interessiert zuhörenden Teilnehmer. Hamm' (Sieg), 25, Okt. Am vergangenen nat> fand im Rahmen des G'ttesdienstes eine Ab.schiedsfeier statt. Herr Max Hirsch ,• der Vorsitzende der Gemeinde, verläßt seine , Wirkungsstätte, um seinen Wohnsitz nach Köln a, Rh. zu verlegen. Er hatte 35 Jahre im .Vorstande das Ehrenamt des Vorsitzenden inne und war" länge Jahre vorher Repräsentant in der Gemeindevertretung. Ueber 50 Jahre betete er am und in Abwesenheit des Chasens ehrenamtlich vor. Die Gemeinde hat mit dem Wegzuge von Max Hirsch einen schweren Verlust erlitten, da er die Gemeindeverwaltung vorbildlich leitete und lenkte. — In seiner Abschiedspredigt würdigte Herr Lehrer S c h e i n e r die Verdienste des scheidenden Vorstandes und brachte den Dank der Gemeinde und der Chewra Kadischa zum Ausdruck. Nach dem Segensspruch betrat Herr M. Hirsch den Rednerpult, um sich mit bewegten und herzlichen Worten von seiner Gemeinde zu verabschieden. . K. S. Wochenkalender. Vom 6.-13. November 1937/Vom 2.-9. Kislew 5698 Samstag Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Samstag .♦Öl» J|*T m-coa y - ■ 6 2 7 .3 ' b 8 4 kh Nov. '9 iVOD 5 ' ib: 10 6 >b 11 : 7 ib 12; 8 ' nVjii 13 9 rnVin

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