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Der Israelit · 1937-11-04 · Heft 44 (4.11.1937) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 44 (4.11.1937)
Date
1937-11-04
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 44 De. r. I s r a e I i t Kein jüdisches Haus ohne die KEREN HATORAH Sammeldose! Bitte Dosen bei der Zentrale anfordern: Hamburg 13, Heinrich Bart.hstraße 21 neneinrichtung des jüdischen Staates beschreiben und verwirklichen können. All diese praktischen 'Probleme, stehen nun aber bei Dr. Breuer unter einer bestimmten Idee. Sie besagt, die Meisterung dieser Lebensprobleme sei die Idee der. Thora. Sie besagt nicht bloß, daß es einen G'ttesstaat und eine Entwicklung zu ihm hin überhaupt geben müsse; das würde jeder unterschreiben. Sie besagt vielmehr, der G'ttesstaat, als höchste Einheit der realen Lebensprobleme, sei die Idee der Thora. Das bedeutet ihm Thora im Derech Erez. Daher ist die Erweiterung der Lebensbasis in Erez Jisrael für Dr. Breuer eine Veränderung, eine ideologisch wesentliche Veränderung, des Golus. Hiermit wird zwar leicht eine starke Aktivierung für diese praktischen Aufgaben gewonnen, aber, wie mir scheint, ein sachlicher Fehler begangen. Denn hier wird der Staat, nicht allein wie Dr. Katz mißversteht, praktisch gewertet, sondern als Idee, Vielmehr sind die realen Lebensprobleme gewiß im Geiste und Interesse der Thora zu lösen, aber — mit Katz zu reden — so wie die Ernährung. „Nicht die Ernährung und nicht die Ehe ist der Gegenstand der Thora, sondern ..." (so weit Dr. Katz) die jüdische Seele. Sehr richtig, aber nicht im Breuer'schen Sinn. Ich wollte nur hervorheben, daß der große praktische Situationswandel — zwar dringlich der Lösung bedarf, uns aber — nicht dazu führen darf, sie als den ideellen Mittelpunkt der Thora anzusehen. Dies geschieht aber bei Breuer, allerdings nicht nur durch die Macht des Zeitgeschehens.' Daß aber die Bekämpfung eines abstrakten Gedankengangs heute so viel Kraft lohnt, hat seinen Grund nicht nur in den praktischen Konsequenzen einer jeden Ideologie, sondern auch darin, daß rechte Erkenntnis der Thora in ihrem halachischen und aggadischen Teil ewige jüdische Aufgabe ist. Wir sehen eine bedeutsame Aufgabe darin, in einer Zeit, die geistfremd wirkt, so viel Lebensnähe uns zu wahren, daß wir den Zeitumständen zum Trotz, Jehudim mit geistiger Erfassung des Thorainhaltes erziehen können. i:V irjr» ait?n i«n Ich bin also mit Dr. Breuer und Dr. Katz darin einig, daß um der Thora willen heute die praktischen Lebensfragen dringlichst der Lösung bedürfen, mit Dr. Breuer teile ich gegen Dr. Katz die Auffassung, daß dies ideologische Erfassung der Jugend auch und gerade heute erstrebt werden muß. Im Inhalte dieser Ideologie ist jedoch Herrn Dr. Katz darin zuzustimmen, daß die realen Probleme nicht das zentrale Interesse der Thora beanspruchen; denn das Interesse der Thora ist nicht auf Gestaltung von Zuständen gerichtet, sondern auf die Gemeinschaft zwischen Haschern und Seinem Volk, ♦imip D3? ' Rabb. A. Wolf. Korrespondenzen. Deutsches Reich. Neuer Vorsteher der Berliner Gemeinde in sein Amt eingeführt« Berlin, 29. Okt. In einer Sitzung der Repräsentantenversammlung der Berliner Jüdischen Gemeinde wurde der vor kurzemvon der Versammlung gewählte und in seinem Amt bestätigte Vorsteher der Berliner Jüdischen Gemeinde, Direktor Schmeidler, feierlich eingeführt. Der stellvertretende Vorsitzende der Repräsentantenversammlung, Dr. London, verpflichtete den neuen Vorsteher auf sein Amt. Direktor Heinrich Stahl begrüßte das neue Vorstandsmitglied in herzlichen Worten im Namen der übrigen Mitglieder des Vorstandes der Berliner Jüdischen Gemeinde. Wahlen in den Wanderungsausschuß der Reichsvertretung, Berlin, 27. Okt. Der Wanderungsausschuß der Reichsvertretung hat in einer Sitzung die Zuwahl folgender Persönlichkeiten in den Ausschuß beschlossen: Dr. Alfred Hirschberg, Dr. Georg Josephthal, Hanna Karminski, Dr, Arthur Prinz, Dr, Werner Rosenberg, Moritz Rosenthal, Fritz Schwarzschild, Dr. Hardi Swarsensky, Dr. Michael Traub, Dr. Mark Wischnitzer. Zu stellvertretenden Vorsitzenden des Wanderungsausschusses wurden der Wanderungsreferent der Reichsvertretung, Dr. Paul Eppstein, und das Vorstandsmitglied des Hilfsvereins Dr, Werner Rqsenberg gewählt. Dr. Franz Meyer berichtete über die Entwicklung der Palästinawanderung v_sowie über den Stand der Transferverhandlungen. Auf Grund eines Referates von Dr. Paul Eppstein über die Wanderungskosten im Haushaltsplan 1938 der Reichsvertretung wurde der Voranschlag'für den Wanderungs- Etat beraten. Jüdische Bezirks-Volksschule in Oldenburg. Berlin, 25. Okt. In O l d e nburg ist eine jüdische Bezirksvolksschul.e eröffnet worden, Sie wird von rund fünfzig Kindern aus allen jüdischen Gemeinden Oldenburgs besucht und besitzt öffentlichen Charakter. Träger der .Schule ist die Stadt Oldenburg, der die übrigen beteiligten Stadtgemeinden der Schülerzahl entsprechende Zuschüsse zu-den Schullasten zu leisten haben. An der Anstalt, die zweiklassig geführt wird, sind zwei Lehrer tätig. Die Aufsicht über den Religionsunterricht ist dem Landesrabbiner Dr. Tr epp in Oldenburg übertragen worden,' er erteilt auch eine Anzahl von Unterrichtsstunden, Der Besuch der Schule ist für die jüdischen Volksschulkinder in Oldenburg obligatorisch. Die Gründung der Schule ist auf Anregung des. Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden erfolgt. Bei der Eröffnungsfeier am 24. Oktober war der Freußische Landesverband durch Dr. Galliner und Max, Birnbaum vertreten. Die Jüdische Gemeinde Bremen hatte Rabbiner Dr. Aber und Dr. Heß, die Gemeinde Emden ihren Vorsteher Louis W o 1 f f entsandt. Ferner waren zahlreiche Lehrer aus Oldenburg und Hannover sowie Vertreter aller pldenburgischen jüdischen Gemeinden - erschienen. . Bevölkerungsbewegung in der, Synagogen- Gemeinde Breslau. ' Breslau, 25. Okt. Die Mitgliederzahl der Synagogengemeinde in Breslau ist von Januar bis Ende September um 834 gesunken. Die Abgänge durch Fortzug, Auswanderung, Tod usw. betrugen 1770 (1936: 1731), die Zugänge durch Zuzug, Geburten usw. 936, (999). Am 1. Januar 1936 waren 17.498 Juden in Breslau, am 30, September 1937 16-664, Die entsprechenden Zahlen für Anfang 1936 und den 30, September 1936 betrugen 18.452 bezw. 17.720. fiSߣ'f Zum 70, Geburtstag von Rabbiner Dr. Esra Münk "'3 -Berlin. Ueber den Inhalt des zu Ehren von Rabbiner Dr. Esra Münk von Rabb. Dr. H. Klein, Berlin herausgegebenen Werkes Mfo jp'oö nana ist hier von fachmännischer Seite bereits referiert worden. Aber nicht nur der Inhalt der Schrift wird vielen ein Genuß und eine Freude sein, ihr Anlaß wird im weitesten Umfang die herzlichste Anteilnahme weitester Kreise der deutschen und der Weltjudenheit auslösen: die Veröffentlichung erfolgt" zu Ehren des 70. Geburtstages des Mannes, der unzweifelhaft von allen als der Führer der gesetzestreuen Juden in Deutschland verehrt und geliebt wird. Rabbiner Dr, Esra Münk, der Raw der Adas Jisroelgemeinde zu Berlin, vollendet in diesen Tagen das siebente Jahrzehnt seines gesegneten, von allen ehrfürchtig bewunderten Lebens! In dieser Schrift huldigt der Rosch-Beth- D i n, seinem Aw Beth-Din, huldigt zugleich seiner Gemein d.e, in deren Rabbinätsstube so vielfache Anfragen aus aller Welt und aus allen Lebensbezirken zur Entscheidung gebracht werden, weil sie der Mittelpunkt des Vertrauens eines weiten, über Ber. lin und Deutschland hinausgreifenden Kreises .ist, Herr Rabbiner Dr, Klein huldigt dem 'Berliner Raw durch Abhandlungen, aus denen n*nn bv nnas spricht, jene absolute, kristallklare, eindeutige und bestimmte Wahrheit, deren vollendetster Verkörperer der hochverehrte Jubilar ist. Daß Rabbiner Dr. Münk diese Wahrheit nicht* nur in seinem Innern erlebt, in seinen Gedanken denkt, daß sein Wort sie zu allen Zeiten und unter den schwierigsten Verhältnissen ausspricht, daß sein Lebe$ sie vorlebt, das macht den Festtag, den man wahrscheinlich am liebsten still und unauffällig im Berliner Rabbinerhaus umgangen sehen möchte, zu einem frohen Jubeltag für uns alle. Vor vielen Jahren hat der verehrte Jubilar aber selber dies als das Wesen der vorbildlichen jüdischen Führer bezeichnet; öfiitftoSl ö ft a "»na» im Daß ihre Lehre aus ihrem Leben fließt, durch ihr Leben bezeugt wird; daß man von ihrer Tat den Sinn des Judentums ablesen kann! y'On «ansdieser Titel ist der Gemoro in Chullih 49a entnommen. Dort wird eine Halacha gelehrt, deren Handhabung durch die Priester, der Priester Rabbi Jischmoel bezeugt. Als Merkzeichen sagt dort die Gemoro: „Der Priester unterstützt die Priester!" Und alsdann fährt die Gemoro fort; '«» NPH? Woher wissen wir. daß Rabbi Jischmoel diesen Beinamen '»3fia 5>"8» verdient, denn diese eine Bestätigung der Richtigkeit einer Handhabung durch die Priester rechtfertigt doch noch nicht diesen Namen! (Tausfaus zur Stelle.) Und die Gemoro bringt dann, daß nach Rabbi Jischmoel die Segnung der das Volk segnenden Priester durch G'tt selber aus der Vorschrift des P r i e s >e r s e g e n s selber abzuleiten ist. Das diesen Auftrag an die Priester abschließende 133-iaK 'JKi bedeutet nach ihm? W"1 ta»j»l> jia». G'tt segnet die Priester! Nach: Rabbi Akiwo hingegen liegt in diesem Danas »381 die Zusicherung, daß G'tt den Segen der Priester zur Erfüllung bringt, während die Segnung der Priester aus dem an anderer Stelle stehenden, viel allgemeineren, selbst Kutäer und Götzendiener umfassenden "J5*wki TSiaa» das einst zu Abraham gesprocheü wurde, abgeleitet wird, Daß der Segen für ' die. Kauhanim im Zusammenhang mit der Segnung ganz Israels verbürgt ist —- so wie Rabbi Jischmoel dies durch seine Deutung dartut, das bedeutetXJna b'jna yr>on# „der Priester vertritt die -Rechte der Priester"! Wenn wir uns auch unfähig wissen, dem innig verehrten Berliner RaW durch ein W e r k Kina y"D» twna zu huldigen, so möchten wir doch .den Gruß der Liebe.und Verehrung in das Wort sana jr"D» San?' in die Lehre Rabbi Jischmoels kleiden. 1 Denn alle Segnung dieses gesegneten L e bens, all sein Au f s t i e g und seine Anerkennung, sie fließen aus dem 'S eg e n,, d e n diese s L e b e n I s r a nl, d e r j ü d i» 's c h e n AI Igemeinheit, gespendet hat! Das ganze Leben des Berliner Raw ist ein Priestersegen,. eine im Auftrag G'ttes vollzogene Segenstat an uns allen, eine Tat, die n^a und ww und nwti und nlW ausstrahlte und mit G'ttes Beistand noch lange, lange ausstrahlen wird! Von dieser Tat im einzelnen zü sprechen, ist um so müßiger, als sie j e d e m von uns zuteil wurde, denn der Berliner Raw hat sich wohl zuerst als (der Schützer und Betreuer seiner Gemeinde, -als Lehrer seiner Schüler und Schülerinnen, aber niemals allein als nur dieses beträchtet: die naia» mit der dieser pa segnet, strömt auf all e, die-von ihr-nur erfaßt werden wollen. Und selbst der Zögernde und Draußenstehende kann sich ihrer Wirkung nicht entziehen«- " - - r - " Und weil der Berliner Raw immer das Gesamtheitswohl im Auge hat, weil' er niemals an sich und

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