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Der Israelit · 1937-10-28 · Heft 43 (28.10.1937) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 43 (28.10.1937)
Date
1937-10-28
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Jubeltag Anlaß zu nsTi mm nssn wird, Genugtuung und Freude finden dürfen, wie es auch in den beiden dem Werkchen vorangeschickten Vorreden, einer .Würdigung des Jubilars aus der Feder des mit ihm zu heiliger Arbeit harmonisch vereinten Verfassers und einem naaon. Würdigungs- und Glückwunschschreiben des Rektors des Berliner Rabbiner-Seminars, R a b b . Dr. Jechiel Weinberg, zum Ausdruck gebracht ist. -r'jk nw-onwi nun iy \i9m \wi r.a'ira 213' niyi Em—es. Vermischtes/ Die Munk-Hildesheimer-Schulgeldkasse. Berlin, 27. Okt. Die zur Erinnerung an Rabbiner Dr. Meier Hildesheimer ^"si errichtete Schulgeldkasse wird jetzt aus Anlaß des 7 0. Geburtstages von Rabbiner Dr. Esra Münk neu ausgestaltet werden. Einzelspenden von je RM. 180.—. berechtigen den Jubilar, einen Freiplatz zu vergeben. Unter bestimmten Umständen kann der Spender den Freiplatz auch selber bestimmen. Dem Jubilar wird, die Liste der Spender und die Höhe der Einzahlungen bekanntgegeben. Näheres siehe Inserat. Gedenkfeier für Rabbiner Dr. Leo Kahn ^»^V Wiesbaden, 20. Okt. Eine eindrucksvolle Feier beging die Altisraelitische Kultusgemeinde zum ersten Jahrzeitstag ihres unvergeßlichen Rabbiners Dr. L. Kahn ^"ST- Die stimmungsvoll ausgestattete Synagoge war überfüllt von fast sämtlichen Mitgliedern der Gemeinde, vielen Angehörigen der Kultusgemeinde und auswärtigen Gästen. Nach dem Mischnah-Lernen durch den Raw und Minchohgebet durch einen der ältesten Verehrer des Heimgegangenen, Herrn Max Wreschner, trug Herr Kantor Grünbaum wirkungsvoll das *vnK vor. Sodann hielt Herr Rabb. Dr. Ansbacher die Gedächtnisrede und entrollte noch einmal ein lebenstreues Bild des geliebten, über sechs Jahrzehnte an der Spitze der Kehilloh vorangegangenen geistigen Führers.. Zum Schluß der ergreifenden Rede wies der Redner auf die nun angebrachte Gedenktafel hin, die bekunden sollte, daß Rabbiner Kahn $>"XT — was auch Segensreiches aus dieser Gemeinde bis in fernste Zeiten h e r v orsprieße, — der S c h ö p f e r dieser h e i 1 i g e n Quelle sei und bleibe. Nach Enthüllung der Tafel durch das Vorstandsmitglied, Herrn Max Holzmann, sprach als Schüler und jüngstes Mitglied des Vorstandes Herr Berthold G o 1 d s c h m i d t herzliche Worte des Dankes an den geliebten Lehrer. Umrahmt von treffend gewählten Chorgesängen, geleitet von Herrn Itzinger, hinterließ die Gedächtnisstunde einen erhebenden Eindruck. 50-Jahrfeier der Synagoge Papenburg/Ems. Papenburg, 20. Okt. Am 17. ds. Mts. fand in Papenburg/Ems. die 50- J-ahrfeier der Synagoge, verbunden mit der Eröffnung der Jüdischen Schule und der Einführung des neuen Lehrers, Herrn Benno Heß, früher Lüdenscheid, statt. Ein reichhaltiges Festprogramm gab der Feier eine würdige Form. Nachdem der erste Vorsitzende, Herr Markus H e s , die Gäste, die aus dem ganzen Landrabbinate zusammengeströmt waren, auf das herzlichste begrüßt hatte, trug eine Schülerin einen stimmungsvollen Prolog vor. Alsdann ergriff Herr Landrabbiner Dr. B 1 u m das Wort zu einer tief angelegten und wirkungsvollen Festpredigt. Als Vertreter des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden sprach Herr Dr. Bruno Schönfeld, Berlin. Der neue Lehrer, Herr Benno; Heß, gab grundlegende Erklärungen über sein zukünftiges Wirken, indem er besonders hervorhob, im Geiste des überlieferten Judentums die Schule leiten zu wollen, um somit der Tradition der Gemeinde Papenburg gerecht zu werden. Bei dieser Gelegenheit darf nicht unerwähnt bleiben das Wirken des bisherigen Kultusbeamten Herrn; Lehrer David Grünfeld, jetzt in Verden (Aller). Die Gemeinde Papenburg hatte ihm bereits nach Festausgang eine sehr würdige Abschiedsfeier bereitet, bei der der Herr Landrabbiner, der an dieser Feier teilnahm, ihm den *vin -Titel für sein hervorragendes Wirken in seiner bisherigen Gemeinde verlieh. Weitere Ansprachen hielten als Vertreter der jüdischen Gemeinde Ostfrieslands Herr Sammy Rosenberg, Leer und Herr Moritz van der Berg, Emden, die ihre Glückwünsche in herzlichster Form darbrachten. — Als Vertreter der Agudas Jisroel sprach Herr Kurt Lypold, Hamburg, der seine Ausführungen mit dem Wunsche schloß, daß -die agudistische Arbeit in Papenburg weitere Fortschritte machen möge. Die gesanglichen Darbietungen, sowie ein.Vertrag des Herrn Dr, Bruno Schönfeld gaben dem Programm einen würdigen Rahmen Herr Ignatz H e s , der zweite Vorsitzende der Gemeinde Papenburg, dankte herzlichst -allen Gästen und offiziellen Vertretern für die „ wohlgelungene Weihestunde und gab dein Wunsche-Ausdrück, daß es ihm mit G. H. vergönnt sein möge, 4m; Sinne der Tradition Gemeinde und Schule zu erhalten. Ein gemütliches Beisammensein vereinte die Papenburger mit ihren Gästen bis in die späte Nacht. Berlin, 20, Okt. -" Die Reichs Vertretung der Juden in Deutschland, Abteilung ZentralwohlfaKrtsstelle, wendet sich auch in diesem Jahr an die jüdischen Künstler mit der Aufforderung zur Teilnahme ~an einem Preisausschreiben für die Wohlfahrtsmarken des fünften Sammeljahres der „Blauen Beitragskarte". Die „Blaue Beitragskarte" dient der Mittelbeschaffung für Hilfe und Aufbau. Die Mittel finden Verwendung für die Unterstützung der Armen, die Pflege und Gesundheit _der Kinder, die Fürsorge für die Alten, die Erhaltung jüdischer Schulen, die Förderung von Berufsumschibhtung und Auswanderung, Rat und Kredithilfe für den jüdischen Kaufmann. Die Sammlung wird in allen Gemeinden Deutschlands im Auftrage der Zentralwohlf ahrtsstelle durchgeführt. Die Spenden werden durch "Marken in den Werten von RM. 0.25 bis RM. 5.— quittiert. Die Marken des 1. Beitragskartenjahres zeigten die einzelnen " Gebiete der sozialen Arbeit; des; 2. Beitragskartenjahres die jüdischen Feiertage; des 3. Beitragskartenjahres die jüdischen Stämme; des 4. Beitragskartenjahres biblische Gestalten. Wir fordern die jüdischen Kühstier auf, für das fünfte Jahr. Entwürfe für die neuen Marken einzureichen. . Die Bestimmungen für das Preisausschreiben sind bei der Reichsvertretung, Berlin- Charlottenburg 2, Kantstr. 158, 3, zu erfahren, Marienbad, 22. Okt. Das, Büro der III, Kneessio Gedaulo besitzt noch verschiedene Andenken an die III. Kenessio Gedaulo, wie: Kongreßabzeichen, Abzeichen (Luchaus), Kongreßzeitungen, Kuverts in hebräisch-deutsch-tschechischer Sprache mit dem Kuthaus, sowie solche Kuverts mit Briefmarken und dem hebräischen Kongreßstempel versehen. Interessenten hierfür wie für Photos der K. G. wenden sich an das Büro der III. Kenessio Gedaulo Marienbad. EREZ Weitere Ausschreitungen. Ein Sohn David Yellins schwer verwundet. Jerusalem, 21. Okt. Der Inspektor der Regierungsschulen, Avinoam Y e 11 i n , ein Sohn des Professors und Direktors des Hebräischen Lehrerseminars, David Yellin, ist am Donnerstag, als er am Morgensein Büro auf dem Zionsberg betrat, durch einen Revolverschuß schwer verletzt worden. Für Angaben, die zur Aufdeckung des Täters führen, wurden 1000 Pfd. ausgesetzt. Dem Dorf Darya, in dem ein bewaffneter Angriff auf die Polizeistation stattgefunden hat, ist eine Kollektivstrafe von 2000 Pfund auferlegt worden. Die Einziehung der Strafe geschieht zunächst durch Beschlagnahme von Naturalien, Getreide, Vieh und anderen beweglichen Gütern. Dreißig Personen müssen sich täglich in Hebron melden. Der Einwohnerschaft ist bekanntgegeben worden, daß für jedes nicht wieder zurückgestellte Gewehr ein Haus gesprengt werden wird. Vielfach wird von den Aufrührern die Rücksicht, die auf mohammedanische Frauen genommen wird, dazu ausgenutzt, um Waffen und Munition zu verbergen. Es wurde darum weibliches Polizeipersonal nach Darya gebracht und zum ersten Mal eine Durchsuchung auch bei den arabischen Frauen'vorgenommen. Ein dreißig Mann starker Polizeiposten wurde in' das Dorf gelegt. Gegen die Polizeistation von Safed wurde eine Bombe geschleudert, die jedoch nicht explodierte. Die Mädchenfarm bei A f u 1 e und die amerikanischen Steinbrüche bei Moza sind beschossen worden. In Jerusalem wollte ein Araber in dem Viertel Schimon Hazedik eine Bombe in ein jüdisches Lebensmittelgeschäft schleudern, Sie explodierte jedoch frühzeitig; dem Attentäter wurde die Hand abgerissen. Bei einer Beschießung des Jerusalemer Schlachthauses sind zehn Ochsen getötet worden. Auf der Straße Jerusalem-Tel Awiw wurde eine von Arabern errichtete Barrikade durch Trup-' pen entfernt, Bei Ramalla wurden jüdische Arbeiter, die die durchschnittenen Telefonleitungen wieder, in Stand setzten, und ein jüdischer Autobus beschossen. SRAEL Einer Meldung des „Feiestin" zufolge hat die Palästinaregierung die Einfuhr aller syrischen.und libanesischen Zeitungen für drei bis sechs Monate verboten. Vom Stadtrat in Jerusalem. Jerusalem, 20, Okt, Der Generalsekretär der Palästina-Regierung hat Rabbi Mosche Blau von der Agudas Jisroel und Ben Zwi vom Waad leumi in Audienz empfangen und ihnen erklärt, daß die Arbeiten im Jerusalemer Stadtrat fortgesetzt und unter dem Amtsstreik der arabischen Abgeordneten keine Unterbrechung erleiden werden. Die Sitzungen finden, zur Zeit unter dem Vorsitz des jüdischen Vizebürgermeisters Daniel Auster statt. Schwere Hagel-Schäden in Palästina. Jerusalem, 21, Okt. Vor einigen Tagen ist in der Umgebung yon Tel Awiw ein schweres Unwetter mit Hagelschlag niedergegangen. Aus Petach Tikwah wird berichtet, daß in den Orangen-Pflanzungen der dortigen Gegend schwerer Schaden angerichtet worden ist. In vielen Pflanzungen wurden zehn bis -fünfzehn Prozent, in einzelnen sogar fünfundzwanzig Prozent der Ernte vernichtet. Manche Packhäuser wurden vollkommen zerstört. Der ganze Umfang des Schadens wird erst in etwa einer Woche festgestellt werden können, da zu befürchten ist, daß auch ein Teil der an den Bäumen verbliebenen Früchte sö beschädigt worden ist, . daß er vernichtet werden muß, um ein Einnisten schädlicher Insekten zu verhüten. In der Stadt selbst wurden etwa 500 Fenster durch Sturm und Hagel zerbrochen, (ITA,) Aus dem Berichte der Poale Agudas Jisroel in Erez Jisroel. (Vorgelegt der III, Kenessio Gedaulo.) (Fortsetzung.) In Rechowoth, Bene Berak und einigen anderen Kolonien haben die P. A, J. starken Anteil bei den Wahlen für die Kolonieverwaltung genommen, Die Einpflanzung der agudistischen Olim in einzelne Kolonien wurde vielfach versucht. Es befinden sich ca. 40 Proz, aller Poalim in den Kolonien./Trotzdem stellen diese nirgends eine beachtliche, einflußreiche, geeinte Gruppe im Leben der Kolonie dar, und zwar deshalb, weil die Poalim noch keinen Boden als Dauerbesitz ihr eigen nennen. Ein " Arbeiter, der lediglich durch Tagarbeit seinen Lebensunterhalt fristet, aber keinen eigenen Boden besitzt, oder zumindest einen Teil seiner Existenz durch Bearbeitung eines geeigneten Bodens aufbringt, kann in einer Kolonie niemals festen Fuß fassen, denn er ist, besonders wenn er große Familie hat, gezwungen, ab und zu sein Domizil zu wechseln. Es wurden auch Versuche gemacht, ländliche Kollektivgruppen zu gründen, deren -Mitglieder lediglich auf Außenarbeit gehen. Es hat sich herausgestellt, daß die Basis einer ausschließlichen Außenarbeit zu schmal ist, um einen Kibbuz halten zu können. Es müssen daher diese Kibbuzim ohne eigenen Boden in Nätania und Pardeß Channa wieder aufgelöst werden, an ihrer Stelle trat s'tatt der Kollektivgruppe, die man Kibbuz nennt, eine gewöhnliche Afbeitergruppe, deren ein» zelnen Mitglieder für eigene Rechnung arbeiten« Nur zwei K o 11 e k t i vk i b b u z i m, in Gedera und Kfar Saba, die beide hauptsächlich von agudistischen Poalim aus Deutschland zusammengesetzt sind, konnten ihre Kibbuzim bis zur Stunde erhalten, und zwar deshalb, weil beide Kibbuzim durch Vermittlung des Keren Hajischuw ein gewisses Quantum Boden erhalten haben, der ihnen als HilfsWirtschaft neben der Außenarbeit dient. Ein Hitjaschwut ist in Machne Jisroel, geplant, welcher ausreichen würde, um, 30 Arbeiterfamilien anzusiedeln. Die Hitachdut Olei Germania hat sich bereit erklärt, wenn die übrigen nötigen Mil- ,. tel vom Keren Hajischuw aufgebracht*' werden, ein langfristiges Darlehen von Lst. 3000.— für das Hitjaschwut in Machne Jisroel zu gewähren. Ein Plan für die Bearbeitung des Bodens ist von fachmännischer Seite entworfen worden. (Fortsetzung folgt.)

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