Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 43 (28.10.1937)
- Date
- 1937-10-28
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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28, Qjstoffer 1937 Ii .*k BI^^^^^I^^P^^^^^^^I^^^^^^^^^^^^P^^^buppp 1 D .e r I s r a e-1 i t WWOSSpesgSB^ Nr. 43 Seite r?=$= Das ipolitische Palästinaproblem vor neuen Entwicklungsstadien. (Fortsetzung von Seite 1.) Stein >macht daher folgenden Gegenvorschlag, um eiAe Tel 1 u n g an sich zu ermöglichen, nachdem sich die englische: Regierung darauf anscheinend festgelegt hat, den souveränen jüdischen Staat caber vorerst zu vermeiden, ohne ihn für die Zukunft auszuschließen: 1. Die H a u p t-o p e r a t i o n würde darin bestehen, r daß aus dem Mandatsgebiet der Block des fast ausschließlich arabischen Territoriums, der im Peel- Bericht für den-arabischen-.Staat vorgesehen ist, unter Abäug des.Negew, herausgeschnitten wird (ebenso wie Transjordanien 1922 abgetrennt wurde). ' 2. E}er R e s t des gegenwärtigen Mandatsgebietes, als(3 der vorgeschlagene Judenstaat, das vorgeschlagene britische Mandatsgebiet und der Negew, sollen unter briUscbem Mandat bleiben. 3. Besondere Vorkehrungen sind zu treffen a) im Interesse des arabischen" Staates 1. bezüglich der Verwaltung von J a'f f a und* 2.. bezüglich des Zuganges zum .Meer; b) im Interesse des Mandatsgebietes bezüglich der Mineral werke am To t e n Meer und des -Elektrizitätswerkes der Palestine Electric-Corporation. Was diese Sonderpunkte betrifft, würden zugegebenermaßen die Details einige Schwierigkeiten bieten, aber auch die gegenwärtig im Vordergrund stehenden Vorschläge bieten in ihren Details Schwierigkeiten, und gewiß nicht geringere 4, Das Mandat soll auf Grund einer urizwei deutigen Verpflichtung in bezug auf folgende Punkte; ausgeübt werden; a) Die jüdische - E i n w ä n d e r u n g wird bis zum vollen^ Ausmaß der ökonomischen Fassungskraft des Gebietes erleichtert werden.-' b) Es wird eine ständige Entwicklung zu voller v e ran twortlicher Selbstregie r un g vorgesehen, wobei gewisse Vorbehalte und Sicherungen für den Schutz der Minderheiten wie in der neuen indischen Verfassung gemacht werden; dabei besteht Klarheit darüber,' daß als Endziel das Territorium als eine völlig in sich selbst re gierende Einheit hervorgehen soll. •c) Wenn dieses Stadium erreicht ist, wird die Alt stadt von Jerusalem, Bethlehem und Nazareth für eine Sonderbehandlung abgelöst und unter ein Regime gestellt, das den "Gefühlen, der christlichen und moslemischen Welt genügt.' ' " 5. Besondere Vorkehrungen sind; für die Ver- ■w a 11 u n g ' d e s N e g e w zu treffen, der jedenfalls eine bestimmte Periode unter direkte britische Kontrolle zu,stellen ist. Dabeisind den Juden volle Freiheiten zur Entwicklung Und Erschließung der natürlichen Bodenschätze zu gewähren, um später dort Juden anzusiedeln und auch solche.. Araber,. die nach der rfös^hließung dieses Gebietes sich zur Ueberfüiiru£i aus anderen Teilen des Mandatsgebietes bereit .erklären. 1 ,; 6f In der britischen Verwal tun g sind solche - Veränderungen durchzuführen, die erforderlich Sein, mögen, um die wirksame Durchführung des . Mandates in .^'seiner abgeänderten Form zu siehern. Verwaltungsposten, einschließlich der höchsten Stellen, jedoch mit Ausnahme der des Gouverneurs, sollen schrittweise, aber so beschleunigt _wie möglich in die fiände: der Einwohner des Gebietes gelegt -werden, mit. dem Ziele, ein Personal zii schaffen, das qualifiziert isW den ganzen Verwaltungsapparat ZU übernehnjen, wenn das; Stadium der' Autonomie er-- reicht ist; : '■ .' ':' 7. Für die Entwicklung von T r a n s j o r d a n i e ri soll finanzielle'; Bei^ die Erweiterung Transjprdl'niens durch Hirizüf(ügung desaus dem?\ Mandatsgebiet; herausgescfinitteöen : arabischen Gebietes')' soll abhängig gemacht werden von einer V ef'pf t\ ch tung: des Emir , diese Entwicklung!; in Transjordaniön durchzuführen; und das erschlossene Gebiet für arabische ' Einwanderung aus dem Mandatsgebiet zu öffnen. Wenn ein hinreichendes -Gebiet tatsächlich für Siedlungszwecke verfügbar geworden ist,, sollen den Arabern in Mandatsgebiet günstige Bedingungen für freiwillige Umsiedlung nach dem erweiterten Transjordanien angeboten werden. Statt einer hastigen und teilweise zwangsweisen Evakuierung in einer Atmosphäre der Eile und Erregung, wie : sie der Peel-Bericht vorschlägt, geht mein Vorschlag dahin, Verlockungen zu schaffen, durch die die Araber aus dem Mandatsgebiet allmählich in eine Umgebung hineingezogen werden, die sie selbst ihnen entsprechender betrachten; mögen. Nach dem Vorschlag der Peel-Kommission wird die schnelle und teilweise zwangsweise Ueberführung der Araber für wesentlich gehalten, um zu verhindern, daß ein jüdischer Staat seine Existenz. gleich mit fast 50 Proz. Arabern beginnen muß, Unter dem hier vorgeschlagenen Projekt würde sich das Problem nicht in dieser Form darstellen. Die Vor teile seines Vorschlags faßt Stein wie folgt zusammen: a) Die „Teilung" würde auf die Lostrennung des - vorgeschlagenen arabischen Gebietes mit Abzug des Negew beschränkt bleiben. Der Rest von W e s t - P a 1 ä s ti n a Würde eine Einheit bil de n, nur beschränkt durch Sonderbestimmungeh , für die Verwaltung des Negew und durcbi-die schließliche im Stadium der vollen Autonomie zu treffende Sonderregelung bezüglich der Altstadt von Jerusalem, Bethlehem und Naz'areth. bj Es würde eine schrittweise Entwicklung (wobei schrittweise nicht notwendig auch langsam , bedeuten muß) zur vollen Autonomie für ein überwiegend jüdisches Gebiet von halbwegs wesentlicher Ausdehnung Platz greifen, statt des plötzlichen Sprunges in das Risiko sofortiger souveräner Unabhängigkeit für einen winzigen und mühsam balancierten jüdischen Staat. c) Es würde k e i ne künstliche Beschränk u n g d e r jüdischen Einwandern n g stattfinden und auch .kein Vorwand für eine solche bestehen, zugleich aber würde der Widerstand gegen den Druck einer übermäßigen E in Wanderung nicht so ernste Schwierigkeiten bereiten, wie : dies im Falle der sofortigen Errichtung eines völlig unabhängigen jüdischen Staates der-Fall sein kann. d) Der britische Schutz gegen Angriffe von außen würde den Charakter einer normalen Verteidigung eines innerhalb des britischen Machtbereiches gelegenen Gebietes haben. e) Es würden die Risiken vermieden werden, die von der Führung einer unabhängigen Außenpolitik seitens eines völlig souveränen jüdischen Staates untrennbar sind. Der Stein'sche Vorschlag scheint damit zu rechnen, daß der zu bildende arabische Staat sofort volle Souveränität erlangen und dadurch den Arabern der territoriale Verlust schmackhaft gemacht werden soll. Daß darin immerhin eine gewisse Gefahr für die Juden und eine Erschwerung der englischen Position läge, ist nicht zu verkennen/ Warum dann nicht auf jüdischer Seite gleich den zu Unrecht wenig beachteten Vorschlag des Präsidenten der Mandatkommission, Mr. Orts, aufgreifen, der beide Staaten für unbestimmte Zeit unter ein Mandat-Regime stellen will? Dann wären die fundamentalen Probleme: Einwanderung, Bodenerwerb und Sicherheit ebenso gut oder besser gelöst, und alles weitere könnte einer allmählichen Entwicklung von Jahrzehnten vorbehalten bleiben. Wochenrundschau. Ismael im Fieberwahn. — Ein polnischeä Maximum für die Palästinaeinwanderung. — Die jüdische Welt trauert um einen Wohltäter. — Eine Thorarolle für den Noch halten die Vorgänge in Palästina die jüdische Welt in . Atem« Was wird England weiter tun? Wohin begibt sich der Mufti und wie gedenkt er von seinem'? -freuen Asyl aus die arabische Sache zu leiten? England hat inzwischen gesprochen. In der Unterhä'us'debatte am Donnerstag rechtfertigte der Kolonienm'inister gegenüber einigen Araberfreund'eh in. der Weltpresse : und im Parlamente die Vergeltungsmaßregeln. „Gegen eine Kampagne des Mordes und der Vernichtung läßt sich eben nur mit Waffengewalt vÖ'rgehen.'' Unschuldige hätten darunter nicht -gelitten. Wir wollen hoffen, daß Letzteres zutrifft': und müßten es von Herzen bedauern, wenn unter!' den Sprengungen in Lydda Unbeteiligte und Unschuldige gelitten hätten. Wichtig ist auch die angekündigte neue Reform in der V er waltung, wichtig für all diejenigen, die mit uns — es kam dies auch in einer Resolution der KeneSSlO GedaulO' in Marienbad zum Ausdruck der i Me'iriung sind, da ß das Mä'ndat an sich d ür chf ühr b a r s e i;und daß es nur an den Menschen der Verwaltung!; (gelegen sei, wenn die Mandätarregierung : bisher;! versagt hat. Wir sind auch mit dem KolönienminisSier einig;: daß man mit der strengsten Waffe des jKjjr i e g S r e c h t e s nicht ohne äußerste Not in Palästina spielen darf, und daß; das Tempo des englischen! {fehlgreifens in den letzten Tagen auch; ohne KriegsjrecKt, das; schließlich die gesamte friedliche Bevölkerung schwer trifft, ausreicht, um das Schlimmste zu vermeiden. Die letzten Ereignisse, unter denen wohl das Attentat auf den jüdischen höheren Beamten AvmoamY ellin, den Sohn . von David Yellin, das schwerste ist, lassen doch erkennen, daß der starke Einsatz' von Polizei und Truppenmacht die Wirkung nicht verfehlt hat.. .; . -K> . . j Wir haben den sehnlichen Wunsch, daß Ismael von heutei wie seinem: Urvater und 'seiner Urmutter in; den lauf enden.Thoräabschhitten, die Augen geöffnet werden für den Quell des wahren Heiles, den Quell des. Lebens,! dessen sprudelnder Segen für b e i d e Nationen bestimmt ist und vollauf ausreicht. Nicht Brunnen zu vergiften oder zuzustopfen, kann die Aufgabe der einen oder der anderen Nation sein, die dazu bestimmt sind, hart im Räume Schulter an Schulter und Hand in Hand für die Wohlfahrt des gesamten Landes zu arbeiten. Wichtiger als die angekündigten Reformen ist der in London und Jerusalem bereits bekanntgegebene Entwurf für das neue Einwanderungsgesetz. Die einzelnen Bestimmungen muten wie eine neue Konzession an die arabischen Terroristen an. Mindestens empfindet die gesamte jüdische Presse in Palästina die Verordnung als einen Hohn auf das Prinzip der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit des Landes, das für die Regelung der jüdischen Einwanderung nach dem Mandat allein maßgebend zu sein hätte. Die neue Verordnung führe zu einer Diskriminierung, mit der die Juden sich niemals einverstanden erklären würden. Die neue Verordnung habe alle Kreise erschüttert, die gehofft haben, das Mandat werde solange praktisch in Geltung bleiben, bis es nicht durch ein anderes gerechtes und wirksames Regime ersetzt wird. Die von der Regierung entworfene Novelle zum Einwanderungsgesetz führe ein politisc he s Maximum ein, das ein ungesetzliches und ungerechtfertigtes Abweichen vom Mandat bedeutet. Die Verordnung stelle auch einen brutalen Bruch der Versprechungen Edens in Genf dar, der erklärt habe, die Einschränkung der jüdischen Einwanderung auf 8000; Personen in den acht Monaten bis Ende März 1938 trage nur provisorischen Charakter. Dies der Tenor der Artikel in den he-, bräischen Zeitungen. Es ist zu erwarten, daß sich'demnächst auch das Unterhaus; den neuen Entwurf näher ansieht. / Die über Länder-; und Meere hinausströmende jüdische Wohlfahrt hat in kritischen Tagen, die ihr unermeßliche Aufgäben stellen, einen überaus schweren Verlust mit dem He im g a n g von Felix M. War-' bürg erlitten. Sein Tod ist nicht allein eine tragische Angelegenheit der Familie Warburg, oder der amerikanischen jüdischen Gemeinde, der er als Mitglied angehört hat, oder nur für den Finanzkreis, der ihn zu seinen Führern zählte, es trauert um diesen seit dem Tode von Edmund v. Rothschild wohl größten Philanthropen und Palästinafreund, wie aus den Trauerkundgebungen im Korrespondenzenteil deutlich zu ersehen ist, das gesamte Judentum auf dem Erdball. Es gibt schlechthin keine jüdische Organisation in der Welt, welche das Helfen auf ihre Fahne geschrieben hat, die nicht im Tode Warburgs das Stürzen eines Grundpfeilers betrauerte. Das goldene Herz Warburgs war, wie das seines großen Schwiegervaters, Jakob H. S c h i f f, schöpferisch und unermüdlich im Wohltun buchstäb- [ H|errcn- und Berufskleidung, a |ß-Ko ti t e k t i o n 'fo'lp?jj"Ve. r a r b e 1 tu n g Frau F. MAIER Ww. F a h r g a s s e 9 4 ■; / I Minute von der Konstä'bler Wache DAS LICHT DER EWIGKEIT von Rabb. T>r. Elle Münk in Ansbach ^broschiert RM. 4-oo Lfrbd. RM." 5.00 VERLAG DES ISRAELIT UND HERMON GMBH., Frankfurt a. M. Schützenstr. 12 Postsch. 19802