Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 43 (28.10.1937)
- Date
- 1937-10-28
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Obersten religiösen Gerichtes, die Ulemas Jitid. die Beamten des Religfonsfonds un3 des Obersten Moslemitischen Rates freigelassen werden. Der zeitweilige Distriktskommissar für Galiläa, Kirkbride, hat auf diese Forderungen erklärt, er sei nicht grundsätzlich ~gegen die "Freilassung der genannten Personen, mit Ausnahme^ derjenigen, die unter dem Verdacht stehen, an der Terrorkampagne teilgenommen zu haben. Um den Mufti. Kairo, 25. Okt. , Aus Beirut wird gemeldet, daß die französischen Behörden dem Mufti von Jerusalem das Aufenthaltsrecht im Gebiet der Republik Libanon gewährt haben. Der Mufti steht jedoch unter strenger Bewachung. Der Verkehr mit der Außenwelt wird ihm fast völlig unmöglich gemacht. Emer Meldung des „Temps" zufolge hat der frühere Mufti Von Jerusalem an den Führer der arabischen Nationalisten in Tunis die Einberöfttttg eines Kongresses der Araber von Algerien und Marokko zum Protest gegen die Maßnahmen in Palästina begrüßt und erklärt, die palästinensischen Araber würden auf ihren Rechten bestehen. Vertreter der Agudas Jisroel in Genf- London, 25. Okt. Die Exekutive der Agudas Jisroel- Weltorganisation bestimmte Dr. S. E n - g e 1 als ihren stand igen Vertreter beim Völkerbun'd in Genf. Dr. Engel hat vor kurzem seinen Wohnsitz in Genf genommen und beteiligte-iSich auch an der Agudadelegation, die unter Führung von Jacob Rosenheim zu den Sitzungen der Mandatskommission des Völkerbundes in Genf erschienen ist. Dr. Engel wohnte allen Sitzungen des Völkerbundes bei, die sich mit Palästina befaßten und vertrat auch die Interessen der Agudas Jisroel bei den vom Hochkommissar für Flüchtlingsfürsorge geleiteten Auswanderungsberatungen. .(JPB.) Eine Einladung des Kolonienministeriums an die Auftrage des Präsidenten der politische Sekretär der Agudas Jisroel, H. A. Goodman, mit dem U n t e r s t a a t s s e k r e t ä r Sir John Shokbourg zusammen. Der Konferenz im Kolonienministenum wohnten ajich andere hohe Beamte bei. Wie das JPB. erfährt, wurde das ganze Problem in aller. Breite und Ausführlichkeit besprochen. Das Resultat der Besprechung wird dem Kolomenminister Ormsby-Gore augestellt. Agudas Jisroel L o n d o n , 24. Okt. Die Exekutive der Agudas Jisroel-Weltorganisation erhielt eine Einladung des Ministeriums für Kolonien, ihre Vertreter zu einer Aussprache über die R e s o 1 u tlon e n der Kenessio G e d a u 1 o zu dem Palästmateihings-Plane zu entsenden. Auf Grund dieser Einladung traf im Der neue Prozeß um die Protokolle. Bern, 28. Okt. Vor dem Bern e r Ob e.rgericht begann am Mittwoch, den 27. Oktober, die Berufungsverhandlung in dem Prozeß um die sog; „Protokolle der Weisen von Zion". Der erste Prozeß fand im Mai 1935 statt und endete mit der Verurteilung von zwei Mitgliedern der Nationalen Front wegen Verbreitung von falschen Gerüchten und Vergehens gegen das SchunÜHteraturgesetz zu geringfügigen Geldstrafen und zu den allerdings sehr erheblichen Kosten des Verfahrens. Das Bild im Gerichtsgebäude ist heute genau wie damals. Pressetisch und Zuhörerraum sind voll besetzt. Man sieht im Saale u. a. auch Dr. Weizmann. Die Verhandlung beginnt mit einem Einspruch des Anwaltes der Beklagten, Rechtsanwalt Dr. Ursprung, gegen die Aktivlegitimation der Privatkläger, als welche der „Schweizerische Israelitische Gemeindebund" und die Jüdische Kultusgemeinde in Bern auftreten. Der Anwalt führt Beweise dafür an, daß einzelne Mitglieder des Judentums sich nicht verletzt fühlen können, wenn das g.e .->-. s a m t e Judentum angegriffen wird. Das Gericht behält sich vor,'auf die Frage der Legitimität noch einmal einzugehen und eröffnet die Verhandlung gleich mit den Plädoyers. Die letzten Berichte aus Palästina* Avraoam Yellia seinen Verletzungen erlegen. J e r u s ä 1 ein , 28. Okt. Der Hauptinspektor »des jüdischen Schulwesens beim Erziehungsdepartement der^ Palästinaregierung, " AvinoanV Y e 114 n, der beim Betreten seines Büros ';;aAgesphos^eä'''^mrdei:'i^t: seinen Verletzungen e f 1/eg e n r .was größjte Aufregung und Trauer in allen Kreisen des Jischuw erweckt hat. Der 37jährige Yellin war Freund und Studiengenosse von Prof. Levis Billig, der im August 1936 ebenfalls durch arabische Hand erschossen wurde., ._ Beide, hatten gemeinsam an einem arabisch e n .E,l ementarb u c h für jüdische Schulen gearbeitet. Bei der Beisetzung Yellins war eine fünftausendköpfige Trauergememde auf dem Oelberge anwesend, unter ihnen Vertreter des High Gonimissioner, der Regierung und aller jüdischen Organisationen. Alle Schulen unä"KindergäVten m Jerusalem waren an dem Tage geschlossen und im Jerüsalemer Rundfunk war-eine stille; Minute des Gedenkens eingeschaltet,- ": -Auf dem Friedhofe, wo jüdische Schulkinder Spalier bildeten, hielten Oberrabbiner Dr. Isaac Herzog und der Vorsitzende, des Waad Leumi, Jizchak B e,n ^.wi, .ergreifende j Gedenkreden;-. Letzterer ging auf/ die Lage ein, bezeichnete aach: die verschärfte Maßregel als u n g e n ü & e n ä und den Entwurf des; neuen E i n \^a h;d .e, -. r 'u n g s g e s e t z e s als eine Kränkung und Entrechtung deä jüdischen Jischuw. Zu irgend wefc chen Störungen kam es bei der Beerdigung nicht. jVon den weiteren Vorgängen bis Donnerstag ■ist zu berichten, daß in H a i f a der 23jährige Jehuda Bronstein bei der Heimkehr von der Arbeit verwundet; wurde. Bei Gaza ist ein Eisenbahnzug mit knapper Not' einem ' Dynamitanschlag entgangen,, J^n verschiedenen. Stellen wurden; Telefonleitungen und Eisenbahnschienen beschädigt. In N a b 1 u s wurden als Vergeltungsmaßregel sieben Häuser gesprengt. In vielen Dörfern wurden strafweise Polizenposten gelegt, die von den Einwohnern erhalten werden müssen., \,;|: . ■) :[ Die Tageszeitung „Davar" isfr'Wieder1 für eine Woche y e r b ö t e ri wördjen. ' 1 . Keine Erwähnung Palästinas in der Thronrede. London, 26. Okt. Im Unterhaus wies der Abgeordnete J. M a x t o n darauf hin, daß in der Thronrede Palästina nicht erwähnt worden ist. Obwohl Palästina, so sagte der Abgeordnete, den wichtigsten Teil der allgemeinen Verantwortlichkeit dieser Regierung ausmacht, sei niemals gesagt worden, daß dort täglich Gewaltakte sich ereignen und zur Aufrechterhaltung der Ordnung Maßnahmen getroffen werden, die anscheinend weit über das Notwendige hinausgehen. In ganz England sei man hierüber besorgt. Die Entwicklung des Hafens von Tel Awiw. T e l Awiw, 21. Okt. Der Hafen von Tel- Awiw hat sich in den letzten drei Monaten in raschem Tempo weiter entwicht. Bemerkenswerterweise konnte die-i ser Aufschwung verzeichnet werden, obwohl von der Regierung und von1 den Schiffsgesellschaften, die für die Ausladung von Waren in Tel Awiw pro Tonne 2lA Schilling mehr, verlangen als in Jaffa, Schwierigkeiten bereitet werden. Bei der Wareneinfuhr steht TeJ Awiw' unter Lden Häfen Palästinas heute bereits an zweiter Stelle. Es wurden^ in den Monaten Juli bis^September in Tel Awiw 27v791viinnsJaffa dagege^üÜT-24.901 Tonnen gelöscht. < * < -,*■■•<■ Zulassung im jüdischen ' f? > h Pressewesen.^/ ' r„ '«,'"} ,„',,; . V \ - , Berlin, 20, 'Okt. Von der Reichs Vertretung der Juden in Deutschland, Presse-Abteilung, wird uns geschrieben: . Das Reichsministerium - für VoiksWfklärung und Propaganda gibt bekannt, daß ••auf Grund der zahlreichen Anmeldungen zur Zulassung als Redakteur-, bezwl., lyiitarb-eiter im»;jüdischen Pressewesen, djp /(Bearbeitung, der „eingereichten Aufträge noch11einige Zeit erfordert ünd 'daher Aü3- .weise bezw. Bescheinigungen erst zum 1. Ja!- nuar 1938 ausgestellt werden können.' "Bis zu diesem Termin dürfen alle Antragsteller, auch ohne besonderen Zulassungsbe^scheid( in der jüdischen Presse tätig sein, j, ■: . , .;