Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 42 (21.10.1937)
- Date
- 1937-10-21
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2446951-2450961-2451001--83304-2541326- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 6 Nr. 42 D I;s r a e-1 i t. _i_& ■'__i_ii;_ ^:.|2feQfcfob^:.1937 häben; hat im Laufe des Monats-September stattgefunden. Dreiundzwanzig Prüflinge haben die Prüfung, die sich auf alle Lehrgebiete erstreckte, bestanden. Das von der staatlichen Prüfungskommission ausgestellte Zeugnis berechtigt zur Anstellung an jüdischen Volksschulen. Zwischenbilanz der Handelsbank Iwria in Leipzig, Leipzig, 12. Okt.; Die Ereignisse bei der Iwria-Bank in Berlin haben die Handelsbank Iwria in Leipzig veranlaßt, einen Wirtschaftsprüfer mit der Prüfung ihrer Bücher zu beauftragen und eine Zwischenbilanz vom 30. September aufzustellen. Diese Bilanz zeigt, daß die Bank sehr flüssig ist. Es stehen, ihr große Barbestände und Bankguthaben zur Verfügung, die jederzeit realisiert werden können. Das Wechselportefeuille ist normal und zeigt gutes Material. Nach -Rückstellungen und Abschreibungen verbleibt ein Rohgewinn., für das Dreivierteljahf 1937 mit üb^i4 24.000 RMi, was etwa der Höhe des vorjährigen Gewinnes entspricht. Die Bank hat Einlagen von über einer Million. Wie berichtet wird* sind die Kredite, die die Bank gewährt hat und die in der Bilanz mit rund 476,000 RM. eingesetzt sind, einwandfrei. Die Bank sei den .Kreditbedürfnissen der jüdischen, Ber völke'rung weitgehend entgegengekommen, ohne daß sie sich hätte verlebten lassen, Geschäfte zu unternehmen, die nichtde'm Wesen einer Genossenschaftsbank entsprechen. (ITA.) Älmemoreinweihung in der Synagoge Münchenerstraße. Berlin, 17. Okt. Im Rahmen des Sabbatg'ttesdignstes fand in der Synagoge Münchenerstraße-Berlin die Einweihung des in der Mitte des Tempels neuerrichteten zweiten Almemors statt. Es sprach der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Direktor Heinrich Stahl, der auf die Bedeutung dieses Aktes in heutiger Zeit hinwies.-Ansprachen hielten. weiterhin u. a. der Vorsitzende der Repräsentantenversammlung, RA. Dr. Abraham Lob, und für das; B .e-r 1 i n e r Rabbinerseminar Dr. Maximilian Landa,xi. Die FestpredigT hielt Rabbiner Dr. Alexander A I l Oesterreich. Jüdische Jungärzte haben Recht auf Anstellung, Wien, 13,, Okt. Dreiundzwanzig jüdische Aerzte, die als Aspiranten in verschiedenen Wiener 'Krankenhäusern tätig waren und bei der Besetzung von freiwerdendeh Sekündararztstellen seit Jahren grundlos übergangen werden, bfachten gegen den Wienef Krankenaflstallsfonds eine Entschädigungsklage ein. In der Klage wird darauf hingewiesen, daß das Ministerium für soziale Verwaltung seit dem Jahre 1934s bei der Vergebung von Arztstellen jüdische Aerzte grundr sätzlich übergeht. Der beklagte Fonds berief sich jf im Prozeß darauf, daß im Sinneder geltenden Bestimmungen die Behörde-berechtigt sei, bei. der Ernennung von Sekundärärzten nach freiem Ermessenvorzugehen. Während die < Forderungen der Kläger in erster Instanz abgewiesen wurden, hat das Oberstlandesgericht entschieden, daß die Klägerä grundsätzlich ein Recht auf Anstellung: als Sekundarärzte - haben. Ob diese Entscheidung für die jüdischen Jungärzte von praktischer Bedeutung sein, wird, bleibt abzuwarten, > -<v\ :,-■;!;: Der rumänische Handelsminister läßt eine , ,j ^. - Synagoge niederreißen.' Bukarest, 12. Okt; Auf dringende Anordnung des Handels-' und In-,] dustrieministers Valer P o p ist die einzige ' Synagoge der Stadt Alba Julia in Transsylvanien samt den anschließenden in jüdischem Besitz befindlichen Gebäuden von drei Rekrutendetachements innerhalb von vier Stunden niedergerissen worden. Wie die' nationalistische; Tageszeitung' „Universul"' mitteilt, wohnte Minister : Pöjj den? unt^ Leitung der Pplizeikommissariäts' durchgeführten' Abbrucharbeiten persönlich bei. Mit Genugtuung''stellt däs Blatt fest, daß es „in dieser Stunde in Alba Julia, dem Heiligtum Rumäniens, keine'jeinzigV Synagoge mehr" gibt., Am 14. Oktober wird König Ckrol in' Alba JuU'd \ im' Rahmen großer nationaler Festlichkeiten ein'. Denkmal für die durch die; Ungarn i. J; 1785.hingerichteten rumänischen:' Nationälhelden Höriar Closca und Grisan enthüllen.' Minister Pop, "dessen judenfeindliche Einstellung bekannt ist, vertritt im Parlament den Wahlkreis, zu dem Alba Julia rgehört. (ITA;) ^'":73i Die woefie, Berlin. Nach .telegraphischen .BericM,en^ die von privater1' Seite " in 'Berlin 'erhalten" worden sind, ist in, dem Befinden Bronislav Hubermans, ejne. weitere B.esseiaing eingetreten. Es besteht begründete -Aus- . sieht, daß der Künstler... seine volle; Spielfähigkeit wiedererlangen wird. Mannheim, In nächster Zeit; wird dör.;^alie ,j ü dvi s o h e; Friedhof in Mannjheim,;'der 1674'; errichtet und bis 1839-benutzt wordene-.ist, g «•;-,.. räumt werden. Stettin. Die Synagoge .in, S t r a. 1 su n d , bes,teh,t 150., . Jahre,,, .Unter. Teilnahme von Vertretern der Nachbarge- , meindeh fand eine Feier, statt, Karlsruhe. Die Synagoge in B u c h e n (Baden) besteht am 31, Oktober 75 Jahre., Die Gemeinde zählt heute nur noch. 25, Seelen. Bad Kreuz- . nach. Die Synagoge in B a d. K r e^z n\a c.h besteht nun 200 Jahre. ..Wien. Kardinal Erz- , bischof. In n i t z e r ..hat^den .teiter^aer, .qs&> ,. terreichischen Finanzprokuratur, Hof rat Dr. Rudolf L ö w,. durch.vpersQnliche Ueberreichung seines' Porträts mit "eigenhändiger Widmung ausgezeichnet. Hpfrat Low, ist ein . Sohn desbekannten Szegediner Oberrabbi- - : ners' Dr. Imanuel Low. Warschau. In M i n s k - M a z o w ie'c k ist Frau ' Lea Färb m a n n im Alter von 106 r J a h r engestorben. Frau . Farbmänn '■> "war die - älteste Frau in. der Warschauer Woiwodschaft. Sie hat . sich bis zu ihren! Lebens- - ende rüstig erhalten..-.Paris. Am -16. Oktobern beginnt die Habima. die auf Einladung-^ . der Leitung der Weltausstellung -in Paris i eingetroffen ist,, mit einer . Reihe von Auf-v führungen. Das Programm umfaßt den Dybuk von An-ski, den Golem von Leiwik, den Wandernden Juden von David Pinski und Gutzkows Uriel . Acosta. Nach dem Gastspiel in Paris gibt die Habima noe>. einige Vorstellungen in London und Brüssel und ikehrt dann " nach Palästina - zurück. — Der Rat des Weltverbändes jüf discher Aerzte hat - beschlossen;- > den •." zweiten Weltkongr eß jüdischer Aerzte für Ende 1938 nach Paris einzuberufen., 'Das iBüro zur »Vorbereitung des •. Kongresses; wird: demnächst in Paris eröff- . net werden. London. Von dem;,Book of Jewish Thoughts'1 des. britischen Oberrabbi- . ners Josepb>; Hermann H ö r t z ,• .von dem i bereits. Uebersetzüngen ins Deutsche (unter, dem Titel „Jüdische> Gedanken und Gedanken über das Judentum"), ins Polnische, . Ungarische und Jiddische erschienen sind, ist soeben auch.eine von: Dr. Alfred Ya- 1 o t z in Kairo besorgte Uebersetzung ins' Arabische herausgegeben worden. , .—^ Der frühere Redakteur der judenfeindlich,en Zeitung. „Action,", John B e c k e 11. ( ist. am Freitag von einem Sondergericht, zu einer Geldstrafe von 20,000 Pfund' wegen Ver- . leumdung des „Daily. Telegraph" .und seines; Herausgebers Lord^Camrose verurteilt, worden, Die Anklage war wegen eines Artikels erhoben worden,,, in dem tprd. Camrose als, „internationaler r.jüdischer Finanzier", bezeichnet wurde, der der Krone gegenüber keine Treue, beweise. . -Athen..: Auf. - dem. in .,- , Athen stattfindenden Kongreß g e g e n , G ' 11 e s 1 ä s t e r u n g wird die jüdische Religionsgemeinschaft durpji den- Athener .:; Oberrabbiner B; a r z i 1 a y vertreten. -. Der Öberrabbiner erhielt einen Sitz neben.;dem . ..^Vorsitzenden desr Kongresses, -dem )VErz' ^bischof von Athen, Saloniki. P r'i n z'; Pje -o :~ t r ö s von Griechenland.-.be^u^zie.,ej^ien, kur-i; }zen Aufenthalt in Sajonilfi, zur7. Be.sichti^^; ^. ^ung. jüdischervEinricHtuiigen der.'Stad'ti Per ' Prinz '"efschie'nJ;überrasöhenä in zwej' Syha- . ^ogenV"\ der Synagoge . vqh .M^ö^n ä S',t.i r. Jsind der Häuptsynagp;ge ß <$\ S c'h?aui." Er' lißß " sich' die . ThöraroTlen5 zeigen , und •ib*at'"-aücn_ ' in ein. Siemplär ''des Sb^l^^Jßi^liclfJ^nönf''.'.} men zu "dürfen.' Das Bücü' wurde für ' den Prinzen aus einer in der Nähe befindlichen Jeschiwa-geholt. Jerusalem. Als Nachfolger des ermordeten Distriktskommissars Andrews ist der stellvertretende britische Resident, in Transjordariien,Vj. Alex Seath 'j. K i r k b r i d e , ernahrit[ Wpfaen.^ Der; neue''. pistriktskÖmmissar ist ' 46", Jahre"' atlt 'itBa . steht seit,. 1921 im 'palästine^isch-tö^sTpr-'^^1, danischen' .V.erwaltun^sdie'n'st?:'■.'Ney^'Yorkv ' Die ä 1 i.e. s' t e j ü d i s c'h e G e ni e i n d e aüf *" ' dem Wesiufer des ' Mississippi isi auf^e- : 1 p.s t." und/ihre' Synagoge nieder gerissen worden. Es [ ist dies die Synagoge in der - einst: blühenden Bergwerksstadt L e a d - v i 11 e in Colorado. Die Synagogengemeinde zählte früher 200 Familien, jetzt sind davon V nur noch zwei übrig .geblieben. 'Polen.' v-::;:. [ : ^; Arier-Paragraph im polnischen Äerzteyerband.; -' ' ■ ' W ar s ch aü, 17. O'kt: . Aüf dem in . Posen. abgehaUenen^ p b 1 ii i s c h e n A'e r z'f e; wtjrde :.;die E)inführu»^ $[es A f Pe r - P ar agr aphe n von den':'"züm größten I. Teil nationaldemokratischen Delegierten beschlossen. Die,-: Vertreter :derv jüdischen; und der- "^dempkr-atis^hen pplnisfthen Aerz.te. hatten eine Beschickung der Tagung abgelehnt, als bekannt geworden war, > daß diese in Posen"Stattfinden sollie. , Vorher war die Einführung des Aner'-Parägrapheh;.,:im .polnischen Äeizteverbarid" auf den Kreisäfzte'veVsammIüngen,rin den bedeutendsten Städten Polens mit Ausnahme von Brest-Litowsk abgelehnt worden. Der Tagung watTein Kön|&ß der jungärzte vorausgegangen. Er fä^fe eine .^^chließung, in der die Beseitigung der jüdischen Professoren und Studenten von den medizinischen Fakultäten..sowie .'die Entfernung' der Juden aus' der. pharmazeutischen. Industrie gefordert' wird.. ' ' " ' ' .' .'i.'.J;^ . Sühne für den. Massenmord an einer; jüdischen Familie in Polen. ' > b :■;-.-.: Warsrch au1, 14, 'Okt. Das Kreisgericht in Kielce hat iri deni; Prozeß gegen die Teilnehmer an' dem vör .einem Jahre in dem Dorfe S t a w y verübten Massehmof'd ah eiher jüdischen Familie das Urteil gefällt. 5 An der Tat hätten die vier Brüder Krasinski teilgenommen.;Der Aelteste von ihnen, Tädeusz, wurde z u m Tode, ein zweiter zu lebenslänglichem,; ein .dritter. zu zehnjährigem Zuchthaus verurteilt. Der vierte wurde freigesprochen. Ein fünfter Angeklagter erhielt fünf Jahre Zuchthaus. Alle Verurteilten stehen im Alter von 20 bis 25 Jahren; ' Die vier Verurteilten waren geständig. Sie erklärten, den jüdischen Einwohner Mosche Schmule wiez, drei weibliche Mitglieder seiner . Familie und einen Hebraischlehrer', der bei'.ihm wohnte, getötet zu haben, weil im Dorfe immer wieder gesagt worden sei, daß die Zeiten sich bessern würden, wenn man die jüdischen Kaufleute beseitigt. Man habe auch gesagt, der Dorfpriester hätte' in seiner Predigt gefordert, daß alle Juden aus Polen vertrieben und ihr Vermögen beschlagnahmt werde. Die Juden Polens bekennen sich zur jiddischen oder hebräischen Muttersprache. i:Wars^hajxi 14. Okt. Aus der jetzt veröffentlichten amtlichen Statistik ist zu ersehen, daß von den in Polen lebenden 3.114.000 Glaubensjuden bei der letzten Volkszählung 2.732.573, das sind 88 Proz., Jiddisch oder .Hebräisch als Muttersprache angegeben haben. Die übrigen-bekannten sich zur polnischen Muttersprache. Hebräisch wird von 243.539 Juden in Polen als Muttersprache gesprochen. Die Angabe des Jiddischen und des Hebräischen als Muttersprache ersetzt das Bekenntnis zur jüdischen Nationalität, . da bei der letzten Volkszählung im Gegensatz zu .früheren nicht mehr die nationale Zugehörigkeit, sondern; nur noch die Muttersprache registriert wurde.; i. . i Warschauer Brief, Eine neue Partei mit altem Programm. Laubhütten und „Ghettobänke", — Neue Ausschreitungen« Warschau, 11. Okt. Am Sonntag fand .in „ Warschau ein gemeinsamer Kongreß der C h r i s 11 i.c h - d emo jerati,s che n /Partei' und "der N äti'o ri äl e'n 'Ä^r bei t e r p ä *~ \ t e ii statte idie^beschlossen haben, sich zu fusionieren. {DieneueOPartei wird ,den-. Namen: ^Ärbeiteitpart'ei" i führen;: In der.rPtögrämmdeklaration dferrl neuen//Partei theißt ies' «J, a.-j.sdaß.' siei :auf ~dem:;B,oden ds&'Katholi* zi&mus und der; Demokratie« J.verharren, h werde.; t Was ■ die-' jiüFdäse h:e:.;Fna g!te anbelangt,;'yertritt die Ar.- fbeiteqxarteii' die: Ansicht, daß' •es>'/nbtwendig,iBeiI najmentlich die jüdische Auswanderung JausüPplen zu!orgariisiefcenii.ündi 'dem Einfluß.- der : Judenom Handel und ^Industrieentgegenzuwirken. V i.ir rh :;: Das Gericht in Czenstoohau hat fünfzig Juden zu je 50 Zloty Geldstrafe verurteilt,. weil sie der polizeilichen Aufforderung, die von i h n e n errichte t e n Su k k o t zu entfernen, nicht entsprochen haben. Wegen; des .gleichen Vergehens soll [noch eine Reihe weiterer Juden abgeurteilt werden. JJMfe^Jüdis^jhe.-.Gemeinde hat sich .an <den .Rabbinefj-;verband^mit ■ dem.; Ersiich.en . gewendet^ beim Kultusjminister gegen 'dieses' Vorgehen' der Behörden''zu intervenieren, i. '< In zahlreichen Volksschulen in den Kreisen' L e ja« jb'e r g -ütid' D r ohoB yJe z .haben 'die nichtjüdischen rSchüleV -ihre jüdischen Mitschüler gezwungen, die Bänke attf der linken. Seite, nder-/Klassenzimmer, zu besetzen. Die Lehrer^, an die sich die jüdischen, Schüler wandten, weigerten sich/i dagegen einzuschreiten. Iri S:b k b 1 o w - P-ö d l'a s k i-, .das zu .Beginn des Jahres "Schauplatz ernster antijüdischer . Ausschreitungen war, ist es wieder-'zü schweren Exzessen ge-