Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 41 (14.10.1937)
- Date
- 1937-10-14
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Nr. 41 Der IIs^t;a:e. 1H.HL' 14:-Oktober r 1937, iu ■; u . ) > Deutsches Reich. Die Jüdische - Winterhilfe wurde eröffnet., Berlin, 11. Okt. Die Jüdische Winterhilfe 1937/38' würde am Sonntag, den 10. Oktober, mit einer Kundgebung in der Synagoge Prinzregenteris'traße in Berlin eröffnet. Unter musikalischen Einrahmungen durch das'. Orchester des Jüdischen Kulturbundes Berlin sprächen der Präsident der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Rabbiner Dr. Leo B ä e c'k und" Direktor Dr Heinrich Stahl. Jahresversammlung des Hilfsvereins. Berlin, 7. Okt. Der Hilfsverei n(ter J u d e hin Deutschland teilt mit, daß seine 36. Jahresversammlung am 14. Oktober abends 8.*.5 Uhr im Roten Saal des Brüdervereinshauses. Berlin, Kurfürstenstr. 115/116 stattfindet. Der Präsident des Kuratoriums, Max M. Wa r b u r g , sowie Dr. Mark Wisc h n itzer wer den über die Leistungen des Hilfsvereins in den beiden letzten Jahren berichten. Gerade in dieser Zeit hat bekanntlich der Hilfsverein vielen Tausenden zur Auswanderung vor allem nach Uebersee verholten und damit eine Pionierarbeit geleistet, die dem Auswanderungswerk in den nächsten Jähren wesentlich zugutekommen wird. Der Rechnungsbericht wird von dem Vizevorsitzenden des Kuratoriums, Willy Dreyfus, erstattet werden. Der Zutritt ist im allgemeinen nur Mitgliedern gestattet. Zwanzig Jahre Zentral-Wohlfahrtsstelle* .„ Berlin, 7. Okt. Am 9. September bestand die Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland, die 1935 in die Reichsvertretung eingegliedert worden ist, zwanzig Jahre. Das soeben erschienene Heft der Zeitschrift „Jüdische Wohlfahrtspflege und1 Sozialpolitik"'1 ist dem Jubiläum gewidmet. Der 'Präsident der Reichsvertretung, Rabbiner Dr. Leo Baeckj' gibt in einem, einführenden Aufsatz Hinweise auf die Gesinnung- und Idee der jüdischen Soziälarbeit, die sich in der Tätigkeit der Zentralwohlfahrtsstelle verwirklicht hat. Man wollte bei der Gründung zu dem Wohltun die soziale Gerechtigkeit hinzufügen. Ein soziales Glaubensbekenntnis sollte verwirklicht werden. Bei der Arbeit in den zwanzig Jahren sei es viel auf die Menschen angekommen,, die sie-taten.- Die Zentralwohlfahrtsstelle habe ausgeprägte Persönlichkeiten aus den verschiedenen Milieus und weltanschaulichen Richtungen im Judentum Deutschlands zu einerin-* neren Gemeinsamkeit zusammengeführt. Ueber das erste Jahrzehnt der Zentralwohlfahrtsstelle berichtet ihr früherer Leiter, Dr. Friedrich Ollendorf, über das zweite Jahrzehnt, das auch, die Zeit nach 1933 umfaßt, ihr jetziger Leiter, Dr. Georg L u b i n s k i. Er hebt dabei insbesondere die gegenseitige Ergänzung zwischen der Arbeit der Zentrale und den Provinziälverbänden für jüdische Wohlfahrtspflege und den anderen Wohlfahrtsstellen hervor, Ein weiterer Aufsatz befaßt sich mit den geschichtlichen Grundlagen der jüdischen Wohlfahrtspflege in Deutschland. Die Möglichkeiten und Grenzen der Gruppenwanderung erörtert Dr. Paul Eppstein. Nach einer grundsätzlichen Betrachtung über die Gruppenwanderung berichtet er über die zurzeit in 'Bearbeitungliefindlichen . Projekte dieser .Art,, darunter über die ICA-Siedlungen,' über die Unter-/ bringung von Kindern und 'Jugendlichen in Palästina und in den Vereinigten —Staaten sowie 'Australien, über Mittelstandssiedluhg in Palästina und über die « Siedlung; in Rio Grande do Sül (Brasilien). Schweiz. Palästina-Resolution von der Völkerbundsversammlung angenommen. Genf, 10. Okt. ... . Die Völkerbundsyersamnilung hat die ihr von der Politischen Kommission unterbreitete' Entschließung über' die Verwaltung des Palästinamandats angenommen. Polen. i;u Arbeitsfreier Sabbat für Juden im polnischen. Arbeitsdienst. Warschau,"/; 4. Okt.; •; ,j j Auf Ersuchen des Bialystoker Rabbiners Rosenmann hat Senator Dr. Moses Schorr im 'Büro für militärische Angelegenheiten im Innenministerium zugunsten der Befreiung jüdischer Dienstpflichtiger ' Amsterdam/ Bronislaw. Hu be/rm ann* ■ -der bekannte Violinvirtuose - und -.Organisav-- . tor der T o s k a n-i h i'- K oin'z e rt e in - Pa.- ' lästina, ist bei dem 'Flügzeugunglück' auf der Holland-Indien-Linie schwer verletzt worden: Er befindet sich »ach den neuesten< <.'/ Berichten in Lebensgefahr.;^ ^Warschau;;*In ö dem., Städtchen D e1 m b i-ef beit Warschau* -.■? griffen •Natibnaldemokrateli ■• das.i Haus'k des •-. 'jüdischen- Einwohners *Mor Jechai ■ Hälperln; <jj an.- Zu ihrer Ueberrasehuttg eiltenjedoch''; die - Bauern-der Nachbarschaft zur- Abwehr herbei. Die Angreifer wurden schwer ver- prügelt. — Am Sonntägy den. 10; Oktober, - fand auf dem'- jüdischen -Friedhof in- War-' >' •schau - eine Gedenkfeier für. H e n ry k.: ■ Wohl/ einen' der Führer " der polnischen > Aufstandes und Mitglied der: polnischen' Natibnalregierung im- Jahre1 1863,' stätt.' Die Verdienste des polnisch-jüdischen Patrioten wurden von jüdischen und nichtjüdischen Rednern gefeiert. — In Warschau wurde - eine Tagung des Hauptrates des^ J:u.0 ^JtJ s ch e n .;Fr.ont k ä mp f.e rb u n'de.s \°. eröffnet, An den Beratungen, die vu.^ a/ auch/; der gegenwärtigen schwierigen .Lage} der jüdischen Bevölkerung in Polen .gellen', "neuj men die Kreis- und Ortsgruppenvorsitzen-, den teil. Kowno. Der litauische^I;|jj|h ministe r General C a p 1 i k a sf ^ünd' die . , Führer der Regierungspartei, Torna schaitis und Janavicius, hielten aufr einer in Jurburg abgehaltenen Tagung; jü- .- discher Kriegsteilnehmer Ansprachen, in . denen sie auf die freundschaftlichen Beziehungen zwischen ^dem litauischen. und .. dem jüdischen., Volke'' hinwiesen iihd die. ' Notwendigkeit weither harmonischer Zusammenarbeit betonten. Czernowitz. Im Rahmen einer großen Feierlichkeit! fand^ife'\ Z a s t a v n ä die Ueberführung der sterblichen Ueberreste von. fünf jüdischen Kriegs- gefallenen, die auf. Feldern.in.der Umgebung ' von Zastayna bestattet gewesen wären, auf dem neugeschaffenen jüdischen Heldenfriedhof statt. Auf dem jüdischen; Heldenfriedhof in Zastavnasoll ein Heldendehk- ', mal errichtet werden. — Das Oberlandesgericht in Czernowitz hat 39 Angeklagte, die wegen .angeblich, illegaler. Geldsamm- lungen, zugunsten' aHgemein ' jüdischer und zionistischer Fonds: angeklagt .worden wa ren, f r e i g e s.p r o che n. Die in letzter Zeit; wiederholt angezweifelte Legalität jd^r Sammlung für. jüdische Zwecke ist damit durch das Gericht b e's t a t i g t : worden. Budapest. Im Alter von 73 Jahren ist der stellvertretende Vorsitzende der Pester Israelitischen Gemeinde, Oberhausmitglied Dr. Samuel. ,G 1 ü c k s t h a 1, gestorben. Er war auch Mitglied des . Budapester' Munizipalausschusses, in dem er hauptsächlich Finanz- und Wirtschaftsfragen ' bearbeitete. London. Der Bürgermeister von Dancaster, . Ratsherr. Samuel Morris, der seit dreiunddreißig Jahren in städtischen Diensten ,; steht, ist zum Ehrenbürger ernannt '• worden. Als ihm die Urkunde überreicht wurde, erklärte , er, er nehme die Auszeich-1 , nung an in'der Ueberzeügüng, daß sie "der jüdischen Rasse gelte, der anzugehören er die Ehre habe. '.— Anläßlich der Errichtung' . einer neuen . großen Sternwarter in Londori- ,;Millhill würde der jüdische Gelehrte Dr. ' Arthur "B e'e r a¥s Astronom an die Univer-1 :h sit'ät London berufen. Früher war er an der Univeijsitätssterawärte. in j>Breslau und.. an der Deutschen •. Seewärts in Hamburg . tätig. Rom. Im Alter" von 60 Jahren ist in- Livorno. die jüdische Schriftstellerin und Drämaturgin " Mary^ 'Ro ^s'elTi 1 'gejstÖrb'etf.' ^ie yraxf die^ einzige:Frau,.die Üh''Jahre-1919;1' in (Mailand anHder1^Versammlung' .Vätif! der " Piazza Sah Sepblcr'o'*, der Gründungs- " Versammlung der Faschisti- "" s cli e n Parte i, ' teilgenommen hat. — Dem jungen jüdischen Gelehrten Prof. Bruno Rossi'in Padua, ist der"von der Sbcieta , per il progresso delle scienze 'gestiftete Preis von 1'Öj.ÖpO Lire für erfolgreiche Forschungen auf dem Gebiet; der; Chemie^^ und?;V Physik zuerkannt worden. PröL Rossi. 'wio!- "; ..inet sich neben seihen, wissenschäftlichen <••' Aufgäben auch . aktiv' der jüdisch^sozialen - 'Z Arbeit im Rahmen der Jüdischen^Gemeinder'i' Padua.' Jeiriisalem; Arturo Tos c a n i.ihi'y: trifft am .7.' Novemberin Palästina eirii *üm '-f: das 90. Konzert des Palästinä-Symphonie- Orchesfers zu" dirigieren/ Das': Orchester ist : ' durch" "neue Mitglieder aus '' Deutschland. Holland und Polen Verstärkt wordenv : . vom Arbeitsdienst am Sabbat interveniert. Er "erhielt - die Zusage, daßu£$&ejs^i$lya^^;^dt|che,.'Arbeits-- Pflichtige am Sabbat nicht zur Arbeit herangezogen : werden würden;.".'JEs. werden j etzt; %Bemühuggen ^un- 4-,i~*+-r-t Amninn . '«««W. 'r±-' a/Ca!tm/' v «« Die Lage an,'^n Hochschulenyih^P^ie^.;''^ V"' ~ /',-i-$iri:V:-:^ ' vü^!&^l±jjZil^':Q-£ Michael . W.ä^«l^ ders der ffl hat . deirä1;;^Tj$£xi^^ übefreicnty in^^:cler^ ^fe^n:'';^ handluiigA der ju^sfche'M,Studentehy-^^^diesWHochschule; protestiert Awird, Der-:j^esch^er.d^ ruft sich auf ' einen Vertrag, der . 3l"9i9 fzwischen, 'seinem Vater und einem zweiten jüdischen' Philanthropen,: die* die Mittel zu 'der Errichtung der; Hochschule zur' Verfügung - gestellt haben, und.;dein Kultusministerium geschlossen worden . ist. Der erste Punkt des Abkommens lautet, das Unterrichtsmini- \sterium verpflichte sich, die Hochschule;-auf .Staats^ kosten fortzuführen/ ihren bisherigen •Charakter nicht zu: ändern. und ^keinerlei; Ausnahmebestimmungen gegen Hörer zu treffen,' die "änderer.-! Nationalität. ■ und Religion, sind, sofern sie die polnische Staatsbürgerschaft besitzen.-. ... -.'-.''--;, -. •■ Italien. ' Die politische Krise der jüdischen Gemeinden . in Italien dauert an. ":' -' Rom1, 7. Ökt. Der Vorstand der alten Jüdischen Gemeinde'' in Ancona ist wegen der zwischen Ziemisten' ünd- Nichtzionisten bestehenden Meinungsverschiedenheiten zurückgetreten; . Die Neuwahlen sind für Ende Oktober ausgeschrieben worden.- Die Nichtzionis.ten. die einen scharfen Wahlkampf vorbereiten; beabsichtigen, für den Fall, daß. sie die Mehrheit-erringen sollten, weitgehende Reformen . in der Gemeinde , einzuführen. Die Jüdische Gemeinde . in. Ancona.,.war^ biö i zum Weltkrieg eines der bedeutendsten jüdischen Kulturzentren in Jtälien und: genoß, in den vergangenen Jahren, unter Führung der Rabbiner- ,Prpf.. . Vivanti und Prof, Tedeschi großes Ansehen»- .'-J .; ,, Englische Frpntkämpier ehren die jüdischen kriegsgeiallenenii; .'. London, 7. Okt. Die Abteilung E d g e H i 11 der British Legion in Liverpool' veranstaltete in der;Neüen Synagoge', der Greenbankdfive-Gemeinde einen;Gedenkg'ttesdienst für die, jüdischen Kriegsgefallehen. 700 Krie^steilhehmer. aller Bekenntnisse nahmen kh der Gefallehenehrung .teil. Vor dem G'tteädie'hst. fand ein Aufmarsch in^cjei?. Straßen von Liverplcjl' iiaiV ■ Afi'" der-Spitze ides Zug.es wurden die F9ifiiren von vieruhdzwanzig j Ortsgruppen der British LegninFgetragen.: Viele Teilnehmer, darunter auch solche1 aus London ühd^L^e'eds, waren "zu.. Fuß . zu der 'Feier ^iriäfschierf.' ' ■ ■ ' Nach ';dem - GHtesdienst ' fiähm1".'Major Neville Blond aus, Manchester den Vorbeimarsch" der -Legionäre ab.-'^.uf ein 'Huldigungstelegrahlffl war von K ö n i g"' G'e ajg , ein" TVT e' g i" a m m eingetroffen, in dem "den, Mitgliedern der Abteilung' Edge -Hill der Britißlf Legion und allen iri'd'er-Greenbenkdrive- Synago'ge' versammelten Kriegsteilnehmern' - der aufrichtige Dank des Königs für die Huldigung und Glückwünsche) die Seine Majestkt hoch zu schätzen wisse, ausgesprochen wird. Ein Kameradschaftstreffen bildete den Abschluß der Feier. •'' ••i;;--' > ■' ■■ ■;';?If i . ^yRaiiada. . '^<: Stadtrat in 'Kanada entschuldigt sich, r^egen , .; ängeblieher Beleidigung.. . " .' •';'' '. jl'sj ' ''Tor''o;nt.oi;7, .Okt. Der,: Stadtrai; yoih; 'G al t (On|ario)' hat';es njit 7 gegen . 2 Stirnbein. >;a^gel4hht,,14;i|?ii' %n^^^d^k:"'Y^ dischen- Stadtyjepprdpeten^ SamüeL L ah'fe; u f e'l d!;zur Kenntnis zu nehmen, der sich wegen einer von ihm als judenfeindlich empfundenen . öffentlichen Aetiße* rung des. Bürgermeistersbeleidigt gefühlt hat; In einer Entschließung des Stadtrates wird erklärt, daß weder dieser, noch , der Bürgermeister irgendein Vorurteil .gegen;idle.-,i>^lis^^ ..j^asse,;pderM:dag jüdisch^ Volk oder} ^in .sonstiges Qlaubenöbekenhtni^'''he^ehl >'.•-'.. ^i;'';;^;:L;Pr^^^stßn:^; «;; )5, E»,: in Wten, Mit ■ denjj' Wpr^te „zw4^ifi•, ^war nur.r der'i „zweite" im, ..Vergleich^ j gr(st"gjniaunten gemeint.',Es::istvuns.;wohlbekän^^ daß, Iii 'der Wiener Schiff schul JJerr-K neben ^, dem ÖKerkantor :Braün,,; das! Ansehen , und alle. - Rechte eiiie's, ersten Kantora' genießt, Ofuß'.:;- '■/■■, \y : ..• iÄi' F.! Sienerfahren>1die Adresse: bei der Agudas Jisroel"London E; l. -Whitechapel Röad 9. >>;