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Der Israelit · 1937-10-01 · Heft 39 (1.10.1937) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 39 (1.10.1937)
Date
1937-10-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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1. Oktober 1937 Der Israelit Nr. 39 Seite 5 s'.immten Teilungsplan gebunden. Was ich in diesem Stadium (Verlange, ist bloß, daß der Regierung St. Majestät die Ermächtigung gegeben v erde, an die Ausarbeitung von Einzelheiten eines solchen Teilungsplanes heranzugehen, womöglich in Zusammenarbeit mit Vertretern der Juden und der Araber, wobei es sich versteht, daß kein Plan durchgeführt werden wird, ohne Gaß er vorher dem Völkerbundsrat vorgelegt und von diesem gebilligt wurde. Das Verfahren, das die Britische Regierung für den Fall der allgemeinen Zustimmung zu dieser Politik im Auge hat, ist die Einsetzung eines weiteren speziellen Gremiums, die nach Palästina gehen soll, um mit Arabern und Juden zu verhandeln und der Britischen Regierung Vorschläge für einen detaillierten Teilungsplan zu unterbreiten. Es würde die Aufgabe dieses Gremiums sein, zeitgerecht Ratschläge über die vorläufigen Grenzen der beiden geplanten Staaten, des arabischen und des jüdischen, und des neuen britischen Mandatsgebietes ZU erteilen, sowie die finanziellen und sonstigen Untersuchungen vorzunehmen, für die die Kgl. Kommission die Einsetzung einer Finanzkommission vorgeschlagen hat. In einem späteren Stadium, fügte Eden hinzu, wird die Einsetzung einer Kommission zur endgültigen und genauen Grenzziehung notwendig sein. Aber davon sind wir'noch sehr weit entfernt. Ich glaube nicht, daß es nötig ist, meine Kollegen heute mit dieser Sache länger aufzuhalten. Ein weiterer Punkt, der erwähnt werden muß, fuhr Minister Eden fort, ist die wichtige Frage der jüdischen Eniwanderung entsprechend den Bestimmungen von Artikel 6 des Mandates. Die Ständige Mandatskommission hat auf die Einschränkung der jüdischen Einwanderung auf insgesamt 8000 Personen in den nächsten acht Monaten aufmerksam gemacht. Wie die Kommission anerkannt hat, ist dies eine rein zeitweilige Maßnahme in Anbetracht vorübergehender Ausnahmeverhältnisse." Wie sie sagt, handelt es sich um ein Abgehen von dem durch den Völkerbundsrat bei früheren Gelegenheiten festgelegten Grundsatz. Der Rat wird die besonderen Vpistände zu würdigen wissen, unter denen diese Entscheidung getroffen worden ist. Der Minister wandte sich sodann der Frage zu, was mit der jüdischen Einwanderung am Ende , der achtmonatigen Frist bis zum 31. März eil938 geschehen soll. Er führte hierzu aus: Dies muß notwendigerweise davon abhängen, welche Fortschritte inzwischen mit dem Teilungsplan erzielt worden sind. Ist der Plan bis dahin in das Stadium provisorischer Annahme getreten, dann wird die ganze Frage der Einwanderung in ihrer Auswirkung sowohl auf das arabische wie auf das jüdische Gebiet selbstverständlich auf neuer Grundlage erwo'gen werden müssen. Die Sache ist offensichtlich dringend und verstärkt den Wunsch der Britischen Regierung, vom Völkerbundsrat die allgemeine Zustimmung zu einem weiteren Vorgehen nach den bereits aufgezeigten Richtlinien zu erlangen. Minister Eden betonte, daß nach Ansicht der Britischen Regierung die Teilung letzten Endes als einzige Lösung des Palästinaproblems in Frage kommt. Sie allein, so erklärte er, ermöglicht sowohl die Erfüllung von Artikel 22 des Völkerbundpaktes« in dem Unabhängigkeit als Ziel für alle Territorien ins Auge gefaßt wird, die zu der Kategorie der A-Mandate gehören, als auch der Verpflichtung, in Palästina ein Nationalheim für das jüdische Volk zu errichten. Die Britische Regierung beabsichtigt nicht eine Zwei-, sondern eine Dreiteilung des Landes. Denn die heiligen Stätten sollen ständig unter Aufsicht und Kontrolle des Völkerbundes bleiben. Mit großem Nachdruck setzte sich Eden dafür ein, daß der Völkerbundsrat dem Teilungsplan zustimme. Die Kgl. Kommission, so sagte er, hat einen Plan vorgeschlagen, der den Grundsatz der Teilung Palästinas enthält. Die Ständige Mandatskommission hat sieh im Grundsatz dafür ausgesprochen, daß eine Lösung, die mit einer solchen Teilung verbunden wird, geprüft werde. Ich fordere den Völkerbundsrat auf, der Erklärung der Ständigen Mandatskommission zuzustimmen und die Regierung Seiner Majestät ihren Kollegen im Völkerbundsrat das Ergebnis dieser Untersuchung und Einzelvorschläge, zu denen sie führen sollte, zu unterbreiten. Ich hoffe, daß meine Kollegen mir" die Ermächtigungen, um die ich bitte, geben und dadurch dazu beitragen werden, die Lösung einer Frage näher zu bringen, die, solange sie besteht, die Ruhe der Welt nur beeinträchtigen kann. Die Debatte über das Palästinaproblem begann mit dem Bericht des rumänischen Außenministers Antonescu, der Berichterstatter für Mandatsfragen im Völkerbundsrat ist. Auf Grund seines Berichtes wurde folgende Entschließung vom Völkerbundsrat einstimmig angenommen: „Der Völkerbundsrat nimmt den Jahresbericht der Verwaltung für Palästina und Transjordanien i. J. 1936 sowie den Bericht und das Protokoll der Ständigen Mandatskommission zur Kenntnis und nimmt den von dem Vertreter Rumäniens vorgelegten Bericht an. Nach Prüfung der in dem Bericht der Ständigen Mandatskommission enthaltenen Bemerkungen über die Verwaltung Palästinas und Transjordaniens beauftragt der Völkerbundsrat den Generälsekretär, diese Bemerkungen der Regierung des Vereinigten Königreiches als der Mandatarmacht mitzuteilen und sie zu ersuchen, die von der Kommission verlangten Schritte zu unternehmen. Der Völkerbundsrat billigt die Schlußfolgerungen der Kommission über die von ihr geprüften Petitionen und beauftrag* den Generalsekretär, sie zur Kenntnis der Mandatarmacht und der betreffenden Petenten zu bringen. Der Generalsekretär wird aufgefordert, den Wortlaut des Berichtes des Vertreters Rumäniens und das Protokoll der gegenwärtigen Ratstagung dem Wortlaut der Bemerkungen und Schlußfolgerungen der Mandatskommission beizufügen, der der Mandatarmacht mitgeteilt werden soll." Danach sprach der polnische Außenminister Beck. Er hob das große Interesse Polens an der Lösung der Palästinafrage hervor. Polen, wünsche aus wirtschaftlichen Gründen, daß Palästina ein gutes Einwanderungsgebiet sei. Außenminister Beck forderte eine schnelle Losung, die erhöhte Einwanderungsmöglichkeiten bieten soll. Der Vorsitzende der Mandatskommission, Pierre Orts, setzte auseinander, wie die Kommission zu der Schlußfolgerung gelangt sei, daß in diesem Augenblick nur die Annahme des Teilungsplanes möglich ist. Er forderte, daß die Einschränkung der Einwanderung nur als vorübergehende Maßnahme Geltung haben solle und nicht langer als bis zum 31. März 1938 dauern solle, auch wenn bis dahin eine endgültige Lösung noch nicht zustande gekommen sein würde. Der Völkerbundsrat beschloß dann, eine aus drei Mitgliedern bestehende Kommission einzusetzen, die eine entsprechende Entschließung für den Völkerbundsrat ausarbeiten soll. Die Kommission besteht aus dem schwedischen Außenminister Sandler, dem lettländischen Außenminister Munters und dem rumänischen Außenminister Antonescu. Nach den nunmehr vorliegenden Entscheidungen des Völkerbundsrates und der Völkerbundsversammlung, durch die die Vorschläge des britischen Außenministers im wesentlichen angenommen wurden, wird die Behandlung des mm*;... Von vorne rollt das Sefer! Von A< Mannheimer in Dettelbach. Mit gewaltigem Ruck sind wir vom „Ende" der Thora, von nanan rsn wieder an den Anfang der Heiligen Schrift versetzt worden, zur Sidra n'psna. Eine Demonstration, ein seelischer Protest; für uns £ibt ßs kein Ende der Thora. -Sie rollt schon am Simchas Thora, wenn das letzte Kapitel des Pentateuch verlesen ist, gleich auf. FTfes-o. Wie die begeisterte Menge den großen Künstler zur Wiederholung seiner herrlichen Darbietung und Leistung herausfordert, so ruft eitle Stimme in jüdischen G'tteshausern „Da Capo, da Capo", wenn das ^tn&i 53 TV? verklungen ist, „Von vorne an, es war. zu schön!" Der Neuling bleibt bekanntlich ewig jung. Und wir alle möchten jung sein. Darum wieder rvwna« Sie Thora soll; uns ewig neu bleiben, Qvn "pxa 'aisnz?«/ als sei sie; heute uns befohlen worden, als hätte heute erst die Offenbarung, am Sinaiberge stattgefunden. Sie darf uns nicht vorkommen ni*» XHSövna/ wie ein Veraltetes Dokument. Darum w i e d e rfwma, Mana»mir Und; das ist zum Segen: rrsrima, wenn ihr jfceis Bereschit anreihet. Kenne* des jüdischen Sch^i^tii^jasi wissen*: welch gewaltige Literatur im I*atutei der. Jahrhunderte und' Jahrtausende emporgeblünt Aber äu£hy de£ Äm-haarez, der denkende Laie bekommt eine Aftriiing; von dem, was der unermüdliche Fleiß der' großen Geister in Israel an Herrlichem geschaffen, wenn er den gefüllten Sforimschrank des Thöragelehrten schaut. Ein Rasten gab es nicht, gibt es auch heute nicht: von vorne rollt das Sefer! n'ws-a — Am Anfang. Das Wort hat einen besonderen Beigeschmack. Wir verbinden gewöhnlich damit die Vorstellung des Schwachen, Unvollkommenen, Unvollendeten, Das kleine Kind, das zarte Pflänzchen, sie müsseh sich erst entwickeln. Bange Besorgnis um die ungewisse Zukunft mag uns beschleichen, Aber auch das Gefühl froher Hoffnung erfüllt uns und macht jede aufgewandte Mühe und Arbeit leicht. Vertrauensvoll schweift unser Blick in die ferne Zeit und stärkt uns. Wir kennen nur dieses Hochgefühl, wenn die Sidra n?Pina an unserm Auge vorbeirollt minii AKTS >■>;», Wir wollen jubeln und frohlocken mit dieser Thora. Mit diesem Wort auf den Lippen scheiden wir von den Herbstfeiertagen, Das gilt aber für das ganze Jahr. Simchas Thora ist nicht nur am 23. Tischri. Obna-un mrt oder irtWia, jeder Abschnitt gilt uns gleich wert und teuer, wir begrüßen ihn mit dem gleichen Hochgefühl der Freude. "jmw na*ia natMt. Freuen wollen wir uns mit den Worten Deiner Lehre, sagen wir täglich' hn Abendgebet. Gerade der Trauernde hat dem Thorastudium fern zu bleiben, darf auch nicht aufgerufen werden. Thorafreude und Trauer sind krasse Gegensätze, beide Stimmungen kollidieren. Mit Freude und stolzer Hoffnung im Herzen betreten wir mit r^PBina; die erste Stufe, die aufwärts führt zur lichten Höhe von nanan nan. Mit fei*»«ia beginnt eine Art Kalender, ein Kalender eigener Art'. Ufer Jude benennt die Wochen des Jahres naefr der jeweils „laufenden" Sidra. So wirdjeder Woehe- ^ine besondere Weihe verliehe ti, ihr der Stempel der heiligen Thora aufgedrückt. Die Bezugnahme auf die Zeiteinteilung ist tief in der jüdischen Volksseele verankert. Bei familiären und persönlichen Anlässen, insbesondere' religiöser Natur, zählt man, rechnet man danach, erst recht im synagogalen Kalenderjahr. Wenn Woche um Woche die Thora weiter rollt, so begleitet sie unser äußeres und inneres Leben. Sie läßt ihr Licht fluten über die sechs Werktage. Schon am map-Nachmittag wird eine kleine Kostprobe gereicht aus der nächsten Sidra,, ebenso am Montag und Donnerstag. Ein Labetrunk, ein Stärkequell für den schweren Kampf ums Stückchen Brot. Seit alten Tagen war man darauf bedacht, das Volk „nicht drei Tage ohne Thoravorlesung zu lassen." So trug der jüdische Dorfgänger leichter die schwere Bürde auf dem Rücken und mit der Last leichter den Hohn der Gassenjugend. Wenn wir die rollenden Räder am Sefer Q«n f? nennen, so ist damit gesagt, daß die Thora in unser ganzes, in unser tägliches Leben eingreift, von *rp»jna an bis Ende. Noch ist die runde Walze der rechten Seite unserer Thorarolle leicht und leer, die linke desto schwerer. Sie birgt die Zukunft» Ihr gehört das kommende Jahr. Doch wenn sich Woche um Woche Blatt um Blatt nach rechts rollt und schließlieh die Schwere sich nach dieser Seite verlagert, so wissen wir, daß dies nur eine, rein äußerliche Erscheinung bildet, keinen Wertmaßstab. Rechts oder links — 11331 Itflif ftVKöM MW3 D'»»'» *pK „Länge des Lebens ist zu ihrer Rechten, ztt ihrer Linken, Reichtum und Ehre." So schauen wir die Sache an. Das rollende Rad in der machtvollen Entfaltung in Technik und Verkehr hat der Gegenwart, ttfem ganzen Zeitalter sein Gepräge gegeben. Ute aber imponieren immer die unscheinbaren: Hölzrollen, die mit .n'BHTO sich anschicken zum gewohnten Gang durchs jüdische Kalenderjahr.

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