Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 39 (1.10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 39 Oer I s ra el 1, Oktober 1937 Prüfung des Palästina-Problems von der Völ^^b^ndsversammlung der Politischen Kommission übertragen.; Die Völkerbundsversammhmg hat am 15. September folgende von der norwegischen Delegation beantragte Entschließung angenommen: „Entsprechend dem seit Jahren festgelegten Verfahren beschließt die Versammlung, die Jahresberichte der Mandätarmacht, die Berichte der. Mandatskommission und alle übrigen Dokumente, die sich auf das Mandat beziehen, und unter den Mitgliedern des Rates seit der letzten Tagung der Völkerbundsversammlung verteilt' wurden, der VI. Kommission zu üB^rgeben."; Damit ist die Erörterung des PalästinäprobJ lems aus dein Plenum der Völkerbundsversammlung in die Vj; (politische) Kommission des Völkerbundes verlegt worden. Lord Peel, der Vorsitzende gestorben. London, 1. Oktober. Plötzlich und unerwartet kommt' die Nachricht ViOm Ableben Lord Peels, dessen Name mit der künftigen Gestaltung der Palästinageschicke so eng verknüpft bleiben wird wie der Balfours mit dem Nationalheim. Man wußte von seiner, Krankheit nichts, und just im Momente, da .die Bundesratinstanzen in Genf die Bildung der neuen Kommission für Palästina in die Hand nehmen, ereilt uns die Nachricht vom Ableben des V-aters des Pälästina-Teilungsplanes, der zu seinem Werke bis zuletzt stand. Wie man zum Teilungsplan und zum Peel-Bericht auch stehen mag, der Name -des Lord Peel wird Ueberschrift eines Kapitels in der neuzeitlichen jüdischen Geschichte bleiben. Lord Peel war ein führender konservativer Politiker. Er war während des Krieges Unterder Palästina-Kommissipn Staatssekretär im Kriegsministerium, später Verkehrsminister und Minister für Indien. Besonders galt er als ein hervorragender Kolonienfächmänn und führte als solcher' schon bei der R'Ö'un d Table-Konfereaz 1932 den .Vorsitz. In die Geschichte Palästinas und des jüdischen Volkes trat er 1936, nach den letzten Unruhen,;'ein als: Vorsitzender der KgL Untersüchungskommission. Die Idee, Palästina, zu teilen, dürfte seinem Köpfe entsprungen sein, und der .^umfangreiche Bericht der Kommission wird für alle Zeiten den Namen P e e 1- B e r i c h t tragen. Auf die weitere Gestaltung der Dinge wird das Ableben Lord Peels keinen Einfluß ausüben. Man' wird auch in jüdischen Kreisen in Peel einen Mann ehren, der ein Palästinafreundwar und den ehrlichen Willen gezeigt hat, dem jüdischen , Volke zu helfen. Das Wanderungs-Problem vor dem Völkerbund. Genf , '19.. Sept. In einer am Samstag Nachmittag abgehaltenen Sitzung beriet die VI. (politische) Kommission des Völkerbundes über das Auswandererproblem im Hinblick auf die für 1938 in Aussicht genommene Auflösung des Nansenamtes, des Oberkommissariates für Äuswandererschutz. Der norwegische Außenminister K o h t betonte, es sei die Pflicht des Völkerbundes, das Auswandererhilfswerk fortzusetzen, da aus den Berichten der beiden Aemter zw ersenen ist, daß das Flüchtlingsproblem. nicht, wie man 1931 glaubte, bis zum nächsten Jahre gelöst sein wird; Die Arbeit für Flüchtlinge, gleichgültig welcher Herkunft, müsse vereinheitlicht werden. Der Vertreter Englands, Lord Cranborne, schloß sich den Ausführungen des norwegischen Außenministers an. Nach Reden der Delegierten Dänemarks, Ungarns, Neuseelands und Frankreichs trat die Unterkommission zusammen, um ihr Arbeitsprogramm festzulegen. Ein englischer Distrikts-Kommissär in Palästina ersehossen- Jerusalem, 1. Oktober. An den Feiertagen durcheilte das ganze Land die Nachricht, daß der Distrikts-Kommissar Andrew von Mörderhand erschossen wurde. Da man darin den Auftakt für eine neue Terrorwelle erblickte, löste die Nachricht größte Unruhe aus, abgesehen davon, daß Andrew als ein, aufrechter Mann von strenger Ehrlichkeit und Gerechtigkeit bei den Juden sehr' beliebt war, Spuren führen in die arabischen Kreise, und so wurden bereits nach den ersten Tagen der Ermordung 200 Araber verhaftet. Für die Auffindung des Mörders wurde eine Belohnung von 10.000 Pfund ausgesetzt. Die Bewachung wurde überall verstärkt. Mit Andrew würde auch der ihn begleitende Polizeibeamte erschossen. Die führenden jüdischen Instanzen, so auch die Agudas Jisroel, haben an die zuständigen Behörden Beileidstelegramme gerichtet. (Weitere Palästinanachrichten auf Seite 3.) Schwere Ausschreitungen in Bilitz, Lemberg, 1. Oktober. Die schweren Ausschreitungen in Bielitz- Biala führten dazu, daß 40Ö0 Juden vor den Sukkausfeiertagen die Stadt verlassen haben. Kein einziges jüdisches Geschäft und kaum eine jüdische Wohnung ist verschont geblieben. Auch die Synagoge ist teilWeise zerstört. 'Anlaß des Pogromes, (nicjil eigentliche' Ursache^ war das Geriücht, daß ein gewisser Goray von Juden niedergeschlagen, worden ist, was sich inzwischen als falsch erwiesen hat. C, ein Epileptiker, hatte bei einem Anfall das Bewußtsein verlören'. Die Forderungen des Panf Arabischen Kongresses. : " t'öndon, 13. Sept. Die Resolutionen, die der Pänarabische Kongreß in Bloudan bei Damaskus gefaßt hat, sind in einem Telegramm enthalten, die der „Daily Telegraph" von dem Präsidenten des Kongres-j sgs .erhalten'ha't In1 den Resolutionen heißt es; Palästina ist ein integrierender Bestandteil des: arabischen Vaterlandes. Die arabische Nation Jehnt den Gedanken einer Teilung Palästinas ab,11 Der. Kongreß wird mit allen wirksaihen Mitteln der Errichtung eines jüdischen Staates Widerstand leisten. Er verlangt: Aufhebung der Balfour-Dekläration; «Abschaffung 'des Mandates und Abschluß, eines .englisch-palästinensischen Vertrages," in dem die Unabhängigkeit und. Souveränität. Palästinas anerkannt,1 sowie: die, Errichtung; eines* konstitutionellen Staates, der 'diejenigen Minderheilenrecfö'e gewählt, die durch internationaleGrundsätze bestätigt, .wird. •-; Die jüdiselie Einwanderung, » so wird ~ weiter gefordert, muß eingestellt und der Verkauf arabischen Bodens an Juden durch gesetzliche Maßnahmen verhindert werden. Der Kongreß erklärt,';daß .die; englisch-arabische r^euhdschaft von der Verwirklichung dieser Forderungen abhängt. Das Beharren Englands bei seiner jetzigen Politik zwingt die arabische Nation1',, eine neue 'Haltung anzunehmen, Verständigung zwischen Arabern und Juden kann es nur auf der Grundlage dieser Forderungen geben, die ein einzigen möglichen und gerechten Weg darstellen, den Frieden' im Heiligen Lande zu wahren. Im Auftrag des Panarabische,n Kongresses in Bloüdan hat das Oberste Arabische Komitee ein langes Telegramm an"; den Papst gerichtet, in dem dieser gebeten. wjrd, beim Völkerbund gegen die Teilung Palästinas einzuschreiten. In offiziellen vatikanischen Kreisen wird strengste Zurückhaltung über dieses Telegramm" und die Haltung des Vatikans zu den darin enthaltenen Forderungen gewahrt.. Resolutionen der Kenessio Gedaulo dem Colonial Office überreicht« London, 19, Sept. Der politische Sekretär der Weltorganisation Agudas Jisroel, H. A. Goodman, hat dem ständigen Unterstaatssekretär im Colonial Office die Resolutionen der Kenessio Gedaulo zu der Frage der Teilung Palästinas überreicht. Es verlautet, daß der Aguda Gelegenheit geboten werden wird, ihre Stellung darzulegen, bevor die endgültige Entscheidung getroffen wird, Ansiedlimgsmöglichkeiten für Juden in Madagaskar, Warschau, 22. Sept. Der Führer der Delegation, die zum Studium von Ansiedlungsmöglichkeiten für polnische Juden nach Madagaskar entsandt worden ist, Major L e p e c k i, ist nach Warschau zurückgekehrt und hat über seiive Eindrücke auf Madagaskar Pressevertretern eine Erklärung abgegeben. Er gab bekannt, daß die genauen Ergebnisse der Studien; der Delegatipn .nicht sogleich veröffentlicht1 werden würden,. sondern von der polnischen ( Regierung 0 und dem französischen Kolönienminister de.f Ueffentlichkeit, zugänglich -gemacht werden, tm allgemeinen, seien die Ergebnisse jedoch so, daß einiger' i Optimismus berechtigt sei, Für die Kolonisation kämen nur die klimatisch , gesünderen1' Gegenden -auf Madagaskar in Betracht. Die Insel sei reich an fruchtbarem Boden. Waldbestände seien dagegen wenig vorhanden. Europäer akklimatisieren sich dort ganz gut, Pferde können jedoch dort I nicht',gehalten werden. DieBeziehungen der Eingeborenen zu denJWeißen seien.sehr igut.;Auf ein Quadratkilometer Boden kommen 6» Menschen, Auf Madagaskar gebe es bisher', .nür. 9 Polesdarunter keinen, Juden; ^ur 8. französische Juden wohnen dort. :;.•••!;. y. Herren- und Berufskleidung, M a ß - K o n f e k t io n 1 tP3-Ver arbeitung Frau F. MAIER Ww. F a h r gas s e 9 4 .{l^MinuleJven der konsiaBler Wach» DAS LICHT DER EWIGKEIT von^äbb. ÖjriirEfie Murilc in Ansbach. , broschier,t RM; /Ü-OO -. Ewb4.^^J'5,p<V : VtÄLflG DESISRAELIT UHD HERMON GMBH, Frankfürt a. M. Schützenstr. 12 Postseh.-1^802