Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 48 (2.12.1937)
- Date
- 1937-12-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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2, Dezember 1937 Der Israelit Nr. 48 Seite 5 vz&r, hmQI Die Thora uns und den kommenden Geschlechtern zu erhalten, istdie. uhaBweisbare Pflicht einesjeden Juden! Kannst Du nicht selbst durch „Lernen und Lehren" diese Pflicht erfüllen/so verhelfe wenigstens anderen dazu. Stütze und fördere den KEREN HATORAH! Keren Hatorah, Hamburg, H e i nr i c h ß a r t h st r a ß e 2 l/Pbstscheck konto: Hamburg 24753 Korrespondenzen. Deutsches Reich. Warnung an Auswanderer. Berlin, 1. Dez. Der Hilfsverein der Juden in Deutschland teilt mit: In letzter Zeit mehren sich die Fälle, in denen Auswanderer nach verschiedenen Ländern, wie z. B. Neu-Seeland, ausreisen, ohne ein regelrechtes Einwanderungsvisum bezw. eine Landungserlaubnis zu besitzen. Die Betreffenden verschaffen sich vielmehr ein bloßes Touristenvisum und hoffen, dann im Einwanderungslande die Erlaubnis zur dauernden Niederlassung erwirken zu können. Eine solche Umwandlung von Touristenvisen in Einwanderungsvisen ist aber nur in den seltensten Fällen möglich; im allgemeinen bringt jede derartige Einwanderung ohne reguläres Einwanderungsvisum die Gefahr späterer Ausweisung mit sich und gefährdet außerdem das Ansehen der jüdischen Einwanderung bei den Behörden des Landes. Im Hinblick auf die schweren Schäden, die der jüdischen Gesamtheit durch die sogenannte Touristeneinwanderung in verschiedenen überseeischen Ländern bereits erwachsen sind, warnt der Hilfsverein nachdrücklich vor jedem derartigen Unterfangen und lehnt seinerseits selbstverständlich jede Unterstützung derartiger Reisen ab, Bücher als Chanukkagabe. Berlin, 1. Dez. Anläßlich des Chanukkafestes gibt der Jüdische Kulturbund Berlin in Gemeinschaft mit den jüdischen Verlegern in Deutschland als Geschenk an seine Mitglieder Gutscheine aus, die beim Kauf eines jüdischen Büches in einer bestimmten Preislage von den jüdischen Buchvertrieben in Berlin in Zahlung genommen werden. Die Gutscheine in Höhe von RM. 0.25, 0,50 und 1.— werden mit den Theaterplätzen während des Monats Dezember verlost. Der Kulturbund will damit nicht mir seinen Mitgliedern eine Freude bereiten, sondern er hofft, den Lesericreis für das jüdische Buch zu erweitern und dem jüdischen Schrifttum und Buchhandel neue Freunde zuzuführen. Forderungen des Rates der Tora wa Awoda. L.e i p z i g , 25. Nov. In der Sitzung der Moeza für „Tora wa Awoda", •die vor kurzem in Leipzig stattgefunden hat, wurde nach mehreren Referaten und Aussprachen eine R e- Solution angenommen, die in der Hauptsache folgendes besagt: Die Moezah gibt ihrer Verbundenheit mit dem Jischuw in Erez Israel Ausdruck. Angesichts der politischen Situation beschließt die Moeza, die Diskussion um die Teilungsfrage nicht in den Vordergrund der poltischen Diskussion innerhalb der T. T. w. A. Stellen ZU lassen; vielmehr wird die erzieherische und kulturelle Arbeit die Grundlage der Bundesarbeit in der nächsten Zeit sein. Die Moeza der Tnuat Tora wa Awoda betont die Bedeutung des Jeschiwabesuches für die jüdische Erziehung und wissensmäßige Ausbildung der jüdischen Jugendlichen in Deutschland. Sie fordert von den zentralen jüdischen Instanzen stärkste Förderung des Jeschiwabesuches und Bereitstellung der hierfür notwendigen Mittel. Es hat sich gezeigt, daß das Hineinwachsen in das jüdische Kulturgut und die jüdische Lebensform durch einen zu kurz bemessenen Jeschiwabesuch nicht gefördert wird. Es ergibt sich daher die Notwendigkeit einer Ausdehnung des Jeschiwabesuches für eine längere Zeit. Der so verlängerte Jeschiwabesuch soll als obligatorischer Bestandteil in den Rahmen der religiösen Mittleren-Hachschara und Jugend-Ali ja eingebaut und somit in das Aufgabengebiet der Jugendhilfe einbezogen werden. Im Zusammenhang damit fordert die Moeza von den in Betracht kommenden Stellen (Reichsvertretung und Jugendalija), die Ausbildungszeit der Mittleren-Hachschara und Jugend- Alija auf drei Jahre auszudehnen, um eine den Ansprüchen Erez Jisraels genügende fachliche und geistige Ausbildung zu ermöglichen. Ebenso soll für die Chawerim der Aelteren-Hachschara die Zuschußfrage einer Neuregelung unterzogen werden, insbesondere sollen Zuschüsse für die H a c h - schara ruchanit der Aelteren gewährt werden. Die Moeza beschließt die Schaffung eines C h ewer hamadrichim der Mittleren-Hachschara, der vierteljährlich zusammentreten soll, um die theoretischen und praktischen Fragen der Mittleren- Hachschara zu besprechen. Die Moeza erkennt die Bildungsarbeit an, die der Reichsausschuß der jüdischen Jugendverbände in den zentralen Schulungswochen und Lernmonaten geleistet hat. Es werden aber zusätzlich Möglichkeiten einer gesonderten Lernarbeit in Seminaren, Wochenendkursen usw. gefordert. Polen. Jüdisch-ökonomisches Komitee. Warschau, 25. Nov. In einer Sitzung des Jüdisch-ökonomischen Komitees unter Vorsitz Dr. Rosmarins wurde beschlossen, die Koordination der Tätigkeit der verschiedenen Hilfsorganisationen Joint, JCA., ORT usw. anzustreben. Das Komitee will den Export der Erzeugnisse der jüdischen Kleinindustrie und des Handwerks fördern; zu diesem Zweck ist die Handelsgesellschaft „Ter" ins Leben gerufen worden. Ein jüdisch-ökonomischer Klub soll die Organisationen beraten. Der Joint-Direktor Giterman erklärte seine Sympathie und Unterstützung. Ghetto-Bänke und kein Ende. Warschau, 26. Nov. Nach Wilnaer Meldungen sollen in Kürze auch an der Wilnaer Universität Ghettobänke eingeführt werden. Der Rektor der Wawelberg-Hochschule hält seine Maßnahmen gegen die jüdischen Hörer dieser von jüdischem Gelde gegründeten und erhaltenen Hochschule weiter aufrecht. Die 56 jüdischen Studenten verharren in ihrem Widerstande. Palästinakonlerenz des Keren Hajessod. Warschau, 22. Nov. Die Palästinakonferenz des Keren Hajessod nahm eine Resolution an, in der die »britische Regierung namens der polnischen Juden aufgefordert wird, dem gegenwärtigen Zustand des Terrors und der Unsicherheit in Palästina ein Ende zu machen und durch eine jüdische Einwanderung größten Stiles die Kräfte der Zerstörung zum Rückzug zu zwingen. Die Resolution erklärt, daß die letzte Einwanderungsverordnung eine vollkommene Schließung der Türe des Landes für die Millionen Juden bedeutet, die in Palästina die Zukunft ihres Volkes aufbauen wollen. Die Konferenz autorisierte das Präsidium, wenn nötig, eine Delegation der polnischen Judenheit nach London zu entsenden, um die Wünsche der jüdischen Massen in Polen der britischen Regierung zu unterbreiten. In einer Pressekonferenz, die sich anschloß, sprachen Ben Zwi, Meier Berlin und Sprinzak. An die Konferenz gelangte ein anonymes hebräisches Telegramm, lautend: „Tod den Verrätern Ben Zwi, Meier Berlin und Sprinzak". Konferenz jüdischer Gemeinden. Warschau, 29. Nov. Die katastrophale Finanzlage der jüdischen Gemeinden in Polen wurde auf einer Konferenz der Gemeindepräsidenten erörtert. Die Gründung eines Verbandes wurde vorgeschlagen. Die Finanzkrisis ist die Folge des Niedergangs der Einnahmen aus Schechita. Man fürchtet nun die gesetzliche Begrenzung der Kultussteuer auf 10 Proz. des Einkommens, was den völligen Ruin der jüdischen Gemeinden bedeuten würde. Esther und beim Wunder des Oelrestes zur Hasmonäerzeit. VI. Der Sinn; Geschichtliche Ereignisse sind immer ein Geschehen eigenster Prägung in Zeit, Ort und Geschlecht. Aber die Tendenz, der Willen historischen Werdens, wiederholt sich. Widerliche Umstände haben das Schicksals Israels in anderer Art "beeinflussen wollen, haben dem geschichtlichen Werden und Zweck Israels andere Linien ziehen, es in andere Bahnen lenken wollen, pharaonische Verfolgung war anders, äußerte sich ganz anders als die syrische. Aber Abwehr und Verteidigung des einfachen Daseins und der g'ttlichen Aufgabe stählte die Kraft der Verfolgten, brachte Rettung. Das ist die Ermutigung, die der Jude aus der Geschichte schöpft, und wir sind dem Dichter dankbar, dessen Lied so -tief in die jüdische Menge eingedrungen ist. VII. Das Schicksal des Liedes: Und dennoch hat nicht der Inhalt dieses Lied zu einem solchen Volksgute gemacht, sondern die Melodie. Der Hymnus, der nach gar vielen Tönen und Arten geformt wurde, hat das Lied zu einem geistlichen erhoben und ihm eine religiöse und auch populäre Färbung gegeben. Alte deutsche Volkslieder und .Choräle sollen Pate gestanden haben und haben auch den Vortrag anderer Piutim für Chanukkah beeinflußt. Musikalische Fixierung dieser Hymne soll sich zum ersten Male in Lord Byrons „Hebrew Melodies" zu dem Texte „On Jordan's bancs" finden. Kulturen und Nationen kennen für Gesang und Ton keine Grenze. VIII. Die Uebersetzungen; Deutsche Uebertragungen prosaischer Art finden sich im Gebetbuch von S. R. Hirsch, bei Einstädter. Würdig ist die Uebersetzung von Michael Sachs, und schön die von Franz Hosenzwei£, die im Sammelbuch zu Ehren Dr. Nathan Birnbaums („Vom Sinn des Judentums", Hermon-Verlag, Frankfurt a. M. 1925, S. 263 f.) veröffentlicht wurde. Bekannt ist die freie deutsche Uebertragung von A. Horwitz' „Schirm und Schutz in Sturm und Graus". Rabb. Posner, Jerusalem. Neue Schockenbücher. Von den im November 1937 im Schocken-Verlag (Jüdischer Buchverlag Berlin) erschienenen Büchern, die bei uns noch nicht besprochen wurden, werden folgende genannt: Franz Rosenzweig: Kleinere Schriften. Gesamtausgabe der gedruckten und ungedruckten kleineren Arbeiten. 552 Seiten Großoktav. Leinen Mk. 8,50, — Seme lebenszugewandte Gegenwärtigkeit hat Rosenzweig dazu getrieben, von der wunderbaren Weite und Ueberlegenheit seines Geistes aus immer wieder zu den Fragen Stellung zu nehmen, die von der Zeit herausgefordert waren. Neben die Hauptwerke „Der Stern der Erlösung" und „Jehuda Halevi", neben die „Briefe", die seine mächtige Persönlichkeit so eindrucksvoll erkennen lassen, tritt nun gleichberechtigt dieser Band, in dem mit geringen Ausnahmen gesammelt ist, was Rosenzweig in den Jahren 1914—1929 veröffentlicht oder mit der Absicht auf Veröffentlichung niedergeschrieben hat.. Jüdische Lesehefte. Im Auftrag der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, herausgegeben von Adolf Leschnitzer, Heft 24: In den Tagen Mattitjahus. Ein Chanukka-Büchlein, zusammengestellt von Elieser L. Ehrmann. 24 Oktavweiten. Kart. M. 0.25. — Dieses Heft ist vor allem für Jugendliche der unteren Schulstufen gedacht und enthält Erzählungen und Gedichte, die mit dem Chanukka-Fest zusammenhängen, und zwar sowohl in. deutscher als auch in hebräischer Sprache. Heft 25; Chanukka. Ein Quellenheft von Elieser L. Ehrmann. 64 Oktavseiten. Kart. M. 0.40. Das Buch Gleichsprüche. Verdeutscht von Martin Buber. Band XV von „Die Schrift", zu verdeutschen unternommen von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig. 90 Seiten Oktav. Pappe M. .3.—, Leinen M. 4.50, Pergament M. 7.50. Jamim Noraim von S. J. A g n o n. 412 Seiten Oktav. Leinen M. 7.50. Die Furchtgebietenden Tage. Ein Buch der Bräuche, Auslegungen und Geschichten für den Neujahrstag, den Versöhnungstag und die Tage dazwischen von S. J. Agnon. Aus der Bibel, den beiden Talmuden, aus dem Midrasch, der kabbalistischen Literatur und aus dem ganzen weitschichtigen rabbinischen Schrifttum der alten wie auch der neueren Zeit hat der fährende hebräische Dichter und liebevolle Kenner des jüdischen Schrifttums den Stoff für dieses dreiteilige Buch zusammengetragen und ihn. systematisch angeordnet. Die im Original aramäischen Texte hat er ins Hebräische übersetzt, allzu lange Fassungen zuweilen gekürzt und manches neu stilisiert. Sprachliche und sachliche Schwierigkeiten finden in einem Anhang ihre Erläuterung. Ein weiterer Anhang gibt Aufschluß über die wichtigsten Werke, die bei der Zusammenstellung des Werkes Verwendung gefunden haben. Ferner erschien als Neuerscheinung in der Bücherei des Schocken-Verlags Mendale Mocher Sfarim: Die Fahrten Binjamins des Dritten. Eine Erzählung. Deutsch von Efraim Frisch. (Bücherei Nr. 85.) In Pappe gebunden M. 1.25.