Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 48 (2.12.1937)
- Date
- 1937-12-02
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
- Safed 1× ep/1046078
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Seite 2 Nr. 48 Der Israelit 2. Dezember 1937 der Polizisten wurde ein Fußgänger getroffen und verletzt. In Haifa sind zwei weitere Infanteriebataillone aus England eingetroffen; insgesamt 1150 Mann vom Regiment Royal Ulster Rifles und vom Border-Regiment. Die Truppe soll besonders für Gebirgskämpfe ausgebildet sein. * * Jerusalem, 29. Nov. Der Omnibus von Acre nach Safed wurde heute von einer arabischen Bande unter Feuer genommen. Schwer verwundet: der 15jährige Sohn des Präsidenten der Safeder Kehilla, Ascher Pophorcer, ferner ein jüdischer Polizist London, 29. Nov. Anfragen im Parlament über die Zukunft Palästinas und die, Beziehungen der arabischen Staaten zu den Verhandlungen wurden von Lord Cranborne mehr oder minder ausweichend beantwortet. Zu der Frage der Kanalisation für Tel Awiw erklärte Orms'by-Gore, es hänge alles von der projektierten Anleihe von Lst. 1.000.000 ab, die augenblicklich schwer zu realisieren sei. * * „Great Britan and the East" zur Lage. London, 24. Nov. „Great Britan and the East" führt in seinem heutigen Leitartikel u. a. folgendes aus: Daß das Mandat nicht fortgeführt werden kann, ist eine feststehende Tatsache; als ein Instrument künftiger Politik in Palästina ist es absolut tot. Die Royal Commission hat dies autoritativ festgestellt und unparteiische Beobachter hatten dies schon vorher erkannt. Gibt es irgend einen Plan außer Mandat oder Teilung, der wirksam sein könnte? Gegenwärtig versuchen gewisse Araber und Juden, wie auch Nichtjuden, einen Plan der Verständigung zwischen, .J±.r$hem und Juden auszudenken, um die partition zu-' vermeiden. Hätten diese Bemühungen Erfolg, so würde die ganze Situation von Grund auf geändert erscheinen. Weder (die Royal Commission, noch die britische Regierung ist in den Teilungsplan verliebt, derlediglich auf der Voraussetzung beruht^'daß Juden und Araber zu keiner Verständigung kommen könnten, Diese Voraus- Jüdische Proteste. Jerusalem, 16. Nov. Der Einwanderungsausschuß der Jewish Agency hielt unter dem Vorsitz von Alijahu D o b k i n eine Sizung ab, in der einstimmig eine Protestresolution gegen das neue Einwanderungsgesetz angenommen wurde. Die Resolution besagt im Wesentlichen, daß das Gesetz eine unmittelbare Verletzung einer der wesentlichsten Bestimmungen des Palästina-Mandates darstelle, indem es das Prinzip der ökonomischen Durch die Zeitungen ging zu Anfang dieser Woche eine Meldung, wonach bis zum 1. Dezember 1937 2000 illegal eingewanderte Personen aus Brasilien ausgewiesen werden. Es handle sich dabei hauptsächlich um jüdische Emigranten aus Deutschland. Wie wir erfahren, sind diese „Illegalen" als Touristen ins Land gekommen und haben sich dort eine Existenz verschafft. Nach den bis-; Ärjeh Tschesler und leicht verwundet Simon Bolkenhol. ~ ■ ■ .] Ein britischer Konstabier, T. T. Pierce, wurde gestern Abend bei;dem Ueberfall auf ein Polizei-Auto angeschossen und erlag unterwegs seinen Wunden, Eine Attacke auf einen jüdischen Wagen war vorangegangen. Polizeihunde "führten zur Entdeckung von Waffen in einem arabischen Hause in Nazareth, dessen Inhaber unter dem Verdacht der Teilnahme an der Ermordung des Konstabiers Pierce verhaftet wurde. setzung ist trotz der aufrichtigen Anstrengung von Männern, denen die Wohlfahrt des Heiligen. Landes unzweifelhaft am Herzen liegt, Isis-' her nicht widerlegt worden. Lord Samuel und andere hervorragende Juden, welche sich *mit einer dauernden Minoritätsstellung der Juden in Palästina begnügen wollen, finden mit ihren Ideen keine freundschaftliche Aufnahme irinerhalb der Judenheit, wenn auch gewiß Araber in diesen Anregungen einen Weg zum Ziel erblicken. Die britische Regierung, sagt das Blatt zum Schlüsse, ist einem ungeheuer schwierigen Problem gegenübergestellt. Auf der einen Seite sieht sie die feindselige Haltung gegenüber dem Teilungsplane, die Staaten wie Saudi-Arabien einnehmen, dessen König Ibn Saud sehr stark dazu beigetragen hat, die islamische Welt in freundlichen Beziehungen zum englischen Imperium zu erhalten, oder von Staaten wie Irak, Aegypten und Syrien. Auf der anderen Seite möchte die englische Regierung nicht gerne die Juden der ganzen Welt brüskieren und insbesondere die Juden der Vereinigten Staaten, jenes Xand'es, dessen derzeitige Freundschaft für England ein unschätzbares Aktivum ist. Deshalb ist man, alles pro und contra abwägend, im Prinzip zur Teilung gekommen. Wenn her-f vorragende Araber und Juden'"^etnen besseren., und wirksameren Plan vorschlagen können, ■ so mögen sie j e t z t damit hervortreten. Die Probleme sind gewaltig und sie können nur durch höchste Gerechtigkeit und durch unbeugsame Entschlußfähigkeit gelöst werden. Aufnahmefähigkeit, wie es in dem Weißbuch von 1922 festgelegt und 1930 vom Völkerbundsrat bestätigt wurde, kurzerhand durch die Willkür des High' Commissioner ersetzt. Die Behauptung, daß das Gesetz nur einen provisorischen Charakter trage, kann an diesem offenen Widerspruch zum Mandat nichts ändern. Während der ersten neun Monate 1937 sind. 8683 Juden nach Palästina eingewandert, gegenüber 26 528 in der gleichen Periode des Vorjahres. 13 138 Juden sind in diesem Jahre neutralisiert worden. herigen Gesetzen galt dieser Modus nicht als illegal. Man wird weitere Nachrichten abwarten müssen, um Gewißheit darüber zu erlangen, ob diese Ausweisungen den Kurs, der neuen! Regierung andeuten. Im -Zusammenhang mit dieser Meldung ist die Warnung des' Hilfsvereins der Juden in Deutschland im Korrespondenzenteil unserer Nummer von besonderer Bedeutung. , .; Jüdische Kriegsopfer aus Schanghai wollen nach Südamerika auswandern. Schanghai, 18. Nov. . Eine Anzahl von Juden aus Schanghai, Heren Existenz durch die Kriegsereignisse vernichtet worden ist, hat sich an die Abteilung der Hicem für den Fernen Osten mit der Bitte gewandt, ihnen bei der Auswand er un£nach Südamerika behilflich zu sein. Außerdem haben Juden aus T i e n t s i n das Hicem-Büro gebeten, ihnen die Auswanderung nach Australien und M e xikö zu ermöglichen. , ->!*.,-,;1 Die Bewerber .weisen darauf hin, daß sie vor drei Monaten nicht daran gedacht hätten, jemals zur Auswanderung nach Uebersee genötigt zu sein. Sie sind zum größten Teil Angestellte großer Etport- und Importfirmen, die den Betrieb infolge des Krieges einstellen mußten. Auch wenn die kriegerischen Ereignisse nicht lange dauern sollten, haben sie wenig Aussicht auf Wiedererlangung einer Anstellung. Die Betreffenden wollen daher auswandern, bevor ihre letzten Ersparnisse aufgebraucht sind. Die Gesuchsteller aus Tientsin erklären, die jüdischen Exportfirmen, die sich mit der Ausfuhr von Rohstoffen, Fellen, Eier, Wolle usw. befaßt haben, könnten jetzt keine Ware mehr erhalten und hätten darum ihre Angestellten entlassen. Diese sind aller Mittel bar und wissen nicht, wie sie ihr Leben weiter fristen sollen. * * * New York, 25. Nov. Eine philantropische Organisation in Cincinnatti hat eine beträchilche Summe zur Unterstützung der jüdischen Notleidenden nach Shanghai gekabelt. Die jüdische Gemeinde in Shanghai ist seit zwei Wochen ohne Koscherfleisch, Drei jüdische junge Leute wurden in Shanghai im Rahmen eines Chanuka-G'ttesdienstes von der Gemeinde durch Ueberreichung eines Diploms geehrt, weil sie ihr Leben zur Rettung von 9 Sefer Tho ra -Rollen aus .einer unter doppeltem Artilleriefeuer liegenden hiesigen "Synagoge'eingesetzt hatten. ,s# ,r ,r <:'.■• VtRLAG DES ISRAELIT UND HEIMOS GMBH., Frankfurt a. M. Schülzenstr. 12 Postsch. 19802 Herren- und Berufskleidung, Maß - K o n fe k t i p n lt?3-Vera r beifung Frau F. MAIER Ww. F ah r g a s se 94 1 Minute von der Konstabier Wache ' DAS LICHT DIR EWIGKEIT Von Robb. Dr. Elle Münk in Ansbach broschiert RM. 4.©o Lwbd. RM. 5.oo Der Widerhall in Parlament und Presse. Ausweisungen aus Brasilien.