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Der Israelit · 1937-12-02 · Heft 48 (2.12.1937) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 48 (2.12.1937)
Date
1937-12-02
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Frankfurt a« M. 2. Dezember 1937 28. Kislew 5698 Nummer 48 Die Militärgerichte in Palästina arbeiten und der Terror dauert fort. Jerusalem, 28. .Nov. Dag erste Todesurteil unter der neuen Notstandsverordnung ist Freitag von dem Militärgerichtshof in Haifa gegen den 75 Jahre alten bekannten arabischen Bandenführer Scheik Farhan es Saadi ergangen. Eine starke Wache bewaffneter Polizei, umgab das Gebäude. Die Verhandlung dauerte 2 Stunden 50 Minuten. Nur zwei Zeugen wurden verhört. Die Regierung verbot, deren Namen zu veröffentlichen. Für die Verteidigung traten fünf Anwälte auf. Der Gerichtshof fand den Scheik schuldig und verurteilte ihn zum Tode durch den Strang. — Nachdem der oberste Kommandant das Urteil bestätigt hat, wurde dasselbe am Samstag morgen vollstreckt. Man glaubt feststellen zu können, daß die arabischen Banden im Hinblick auf die drohenden Strafen sich zur Zeit aufzulösen beginnen. Eine dieser Banden von 100 Mann ist über Syrien nach dem Libanon entkommen. 80 Wagen mit voll bewaffneten Truppen wurden gestern Abend im Bezirk Haifa in Bewegung gesetzt in der Verfolgung arabischer Terroristenbanden. Ein Erfolg wurde zunächst nicht erzielt. Nach „Europreß" fanden auf die Nachricht von der Hinrichtung in Haifa in Damaskus Demonstrationen statt. Die Araber zogen vor das englische Konsulat, um gegen die ÜrteilsVollstreckung zu protestieren. Die Regierung des Libanons hat sofort Truppen zum Schutz des englischen Konsulats eingesetzt. Heue Kriegsgerichts-Fälle. Truppen und Polizei von Rechoboth fanden in arabischen Häusern in Ramleh Waffen; die Besitzer wurden verhaftet. Die Terrorakte hören trotzdem nicht auf. Drei Juden, Noah Kuper, 28 Jahre, Walter Mendels ohn und Jonah M i c h a e 1 owich, wurden Freitag in einem Wagen von zwei Arabern angeschossen und ernstlich ^verwundet.. Die Angreifer entkamen. Die Angegriffenen befanden sich auf dem Heimweg nach Haifa von der Nescher Zementfabrik. Dem betr. Viertel wurde ein curfew und polizeilicher Strafposten auferlegt. Vier Bomben explodierten in Gaza. Die militärischen Streifen nach einer arabischen Bande, die sich in den Hügeln bei Safed verbirgt, Werden fortgesetzt. , . Berichte aus dem Jemen besagen, daß dort .eine heftige antijüdische und antibritische Propaganda betrieben wird. Gerüchte zirkulieren, daß Juden den Distriktskommissar Andrews ermordet hätten, um die Briten gegen die Moslems aufzureizen! Die jüdische Bevölkerung befindet sich in Panik-Stimmung. Die Zeitung „Ad Difaa" berichtet aus Sana, der Imam vom Jemen habe den Mufti eingeladen, sich im Jemen niederzulassen. * * * Jerusalem, 29." Nov. Ein von der englischen Mandats Verwaltung eingesetztes Patrouillenauto, in dem sich mehrere Polizisten befanden, wurde in der Nähe von Nazareth von arabischen Nationalisten angehalten und beschossen. Ein neben dem Wagenführer sitzender Polizist wurde von mehreren Kugeln getroffen und sofort getötet. Der gleiche Wagen wurde bei der'Verfolgung der an dem Ueberfall beteiligten Araber später noch einmal beschössen. Von dem Abwehrfeuer Fortsetzung siehe Seite 2. Aus dem Inhalt: Ausweisengen aus Brasilien .... Seite 2 Zur Lage der Juden in Schanghai . . Seite 2 Wochenrundschau .........Seite 3 Geschichtliche Betrachtungen. 2um Chanuka* feste. Von Rabb. Dr. Neuwirth . Seite 3 Sinn und Geschichte des Chanukaliedes. Von Rabb. Posner, Jerusalem . Seite 4 Warnung an Auswanderer ..... Seite 5 Berichte aus Polen .........Seite 5 Berichte aus Rumänien ......Seite 6 Brief aus Bulgarien ........Seite 6 Erez Israel ............Seite 6 Aus der Agudas Jisroel-Bewegung . . Seite 3 Beilagen; Erziehung und Lehre Der Kleine Israelit Falsches Man hatte seit Jahr und Tag gegen hohe Worte in Vortrags- und Festsälen Stellung zu nehmen, mit denen die „Kampfeslust" der Makkabäer verherrlicht wurde. Daß sich einmal falsches Makkabäertum auch in Taten kundtun könnte, würde gar nicht in Betracht gezogen. Die letzten Warnungen der zentralen Instanzen in Palästina zeigen aber, eine Wandlung an, die sehr zu denken gibt. So gilt es doch jetzt, wieder daran zu .erinnern, daß die Makkabäer keine Helden blutiger Racheakte waren, die wahllos Kollektivstrafen über bestimmte Menschengruppen verhängten, sie waren die treuen Schorn r i m , die Wächter des heiligen Volksgutes, das sie unter Einsatz ihres Lebens zu schützen wußten. War dieser Schutzdienst beendet, so war ihr Platz wieder im Heiligtum, wo der heilige Leuchter stand. Für diese Verabscheuung von Gewaltakten, auch des „Vergeltungsprinzipes", brauchen wir uns nicht erst, gleich einem in Deutschland erscheinenden jüdischen Blatte, auf Achad H a a m zu berufen, der bei einem ähnlichen Fall die Aeußerung tat: „Sollen diese Taten Moschiach bringen, so sage ich mit den Talmud weisen: Er mag kommen, aber ich will ihn nicht sehen!" Nein, auch Achad Haam wußte: So kommt Moschiach nicht. Er kommt, wie in Jesajas, Kap. 11, vorausgesagt wird, um „die Armen und Gedrückten aufzurichten und die Menschen nach Recht und Gerechtigkeit;zu richten." Man kann sich auf viel weiter zurückliegende Quellen berufen: Auf die Thora selbst, die verbietet, „Väter für die Sünden der Söhne zu töten," auf Jakob, der, Esau entgegen, ^-»i KT"i fürchtet und bangt; er fürchtet, wie die Weisen erklären, den Angriff und noch mehr bangt ihm vor der Möglichkeit, im Gegenangriff, und in der Notwehr Blut vergießen zu müssen .. Das alles sind Binsenwahrheiten. Man muß aber all diejenigen daran erinnern, die in einer chaotischen Zeit geneigt sind, in den Ausschweifungen einiger renitenter junger Menschen in Palästina ein „Makkabäertum" zu verherrlichen. Noch nie und. von keinem sind die Makkabäer so falsch verstanden worden, wie von denjenigen, die die Namen jener G'ttesstreiter für Racheakte Und das Vergeltungsprinzip mißbrauchen Es sind deren zum Glücke nicht so viele. Auch unter den jungen Juden in der Histadruth und sogar unter den Revisionisten, ja, auch unter den Schomrim, die es am meisten angeht, ist die Ablehnung der wenigen wurzellosen Heißsporne viel größer als wir ahnen. Vor der Bahre, auf der vor einer Woche die fünf Märtyrer von „Kirjath Anawim" in Talith gehüllt lagen, sagte Mosche S h e r t o k , wie uns unser Jerusalemer Korrespondent berichtet, zum Schlüsse seiner Rede: „Unsere kategorische Forderung an die Regierung (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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