Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 37-38 (17.9.1937)
- Date
- 1937-09-17
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Seite 59 - Wunderbar schön war der Morgen jenes Er'ew. : Sukkaus. Der Himmel ■ strahlte in wolkenloser: ' Bläue und unter ihmr in das goldene Licht der Herbstsonne, getaucht, breiteten sich Moabs Steppen aus und dahinter die Berge, der Uebergänge mit ihren zerklüfteten Wäldern, und im Norden schlängelte sich des Jardens Silber-: band. Jenseits aber erstreckte sich das Land Kenaan mit seinen Bergen und seinen Quellen. Glücklich und ruhig lagerte" Israel in seinen Zelten. Fröhlich spielten die Sonnenstrahlen mit ~ den bunten Geweben der Zeltteppiche- Plötzlich jedoch veränderte sich das Bild. Ein Schluchzen und Wehklagen ließ das Lager erbeben. Mit Windeseile hatte sich, die Kunde, die soeben Mosche geworden, in dem ganzen Lager verbreitet. Ahnte das Volk es nur, daß sein treuer Hirte es verlassen sollte oder hatte Josua die Nachricht verkündet, Josua, der treu bewährte Diener Mosches, der doch, immer in seines Lehrers nächster Nähe weilte. Familienweise standen sie in den Türen ihrer Zelte und schrieen bitterlich zu dem Allmächtigen* daß er das böse Verhängnis von ihrem geliebten Lehrer abwende. Da erhob sich ein glühender Wind von der Wüste. Der versengte die Stätte und Israel floh vor seinem feurigen Atem, Zuflucht suchend in seine Zelte. Nun vereinigte sich ein starker Westwind mit jenem östlichen Wüstenwinde zu einem orkanartigen Sturme. Die uralten Baumriesen Baschans-erzitterten, Berge erbebten, und wankten, schwarze Wolken bedeckten den Himmel, Donner erschütterte die Erde und Blitze zuckten. Strömend ergoß sich der Regen..;Es trauerten Moabs Steppen, und es klagten 'die Berge, der Jarden trat verzweifelt aus seinen Ufern i stöhnend rauschten seine Wogen. Und in diesem" Aufruhr der Natur betet Mosche zu dem Allmächtigen, daß es ihm zum mindesten vergönnt werde, das Land seiner innigen Sehnsucht für die kleinste Zeitspanne zu betreten, daß er zum wenigsten eine Grabstätte in der Erde des heiligen Landes finde. Aber sein Gebet ist vergebens. Das Verhängnis ist nicht abzuwenden. Doch ein tröstendes Geheimnis enthüllt;, ihm G'tt: Einst werdeil Israels Söhne aus dem Lande vertrieben werden, denn sie wer-_ den G'ttes Gesetzen zuwider handeln. Fern in Eeindeslande werden sie ihre Grabstätten ' f in- < den. Voll verzehrender Glut werden sie sich da nach dem Lande der Väter sehnen, werden gerne ihr Leben geben, um nur einmal das Rau-' sehen der Baumwipfel im Heimatlande zu vernehmen, um nur Grabstätte zu finden in^ der i heiligenErde der Väter. Dann' wird es das Än^- gedenken an. ihren Lehrer Mosche sein, das sie, die Hoffnung nicht verlieren und nicht vor Verzweiflung . 'untergehen ' läßt. Mosches Gebeine, ruhen zwar in fremdem Lande. G'tt aber hat' die* Verheißung, die ihm zuteil geworden, aufrecht-., erhalten, und Israel nahm das Land Kenaan 'in- Bauernmädchen bei der Erntearbeit Besitz; so wird'auch nach dem Geschlechte des Golus einst wiederum ein Geschlecht erstehen, das leben und sterben darf im heiligen Lande Israels; und dies wird Jakobs Söhnen in all ihren schweren Schicksalsschlägen Mut und- Kraft geben. Inzwischen war es Mittag geworden. Das Unwetter hatte aufgehört. Die Berge erhellten sich, der Jarden floß wieder ruhig. Die Natur glich in den Strahlen der hervorbrechenden Sonne einem Kinde, das unter Tränen lächelt. Mosche schritt ruhig aus dem Ohel Moed und begab sich in das Lager. Dort tröstete er das Volk mit zu Herzen gehenden Worten: Bald ist Jaumtow, und es ist ein Unrecht, G'ttes Festtag mit Trauer zu entweihen. G'ttes Beschlüsse Sind gut und gerecht. Kein Schmerz darf am Festtag in eurer Mitte weilen; in Wonne und Freude sollt ihr den Jaumtauw begehen. Es wird dies der letzte Festtag meines Lebens sein, und heilig sei er G'tt und seiner Lehre, die ihr durch meine Hand empfangen. Stets seien die Worte dieser Lehre in eure Herzen eingegraben und in die Herzen eurer Kinder, damit eure : Tage lind die Tage eurer Kinder lange> dauern auf dem Boden, den G'tt euren Vätern zu* geben geschworen." Da hörte -Israel auf die Worte "ihres Lehrers und bald zerstreute sich alt und jung. Sie brachen sich schöne Aeste in den - Wäldern der Berge und bauten sich ■: Sukkoth und pflückten sich- Palmzweige Und feierten das •Sükkothfest in Jubel und Freude wie. nie zuvor, . : - Und: an jedem Tage des Festes .las Mosche -eineri> "Abschnitt* i aus?der; Wiederholung:; der