Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 37-38 (17.9.1937)
- Date
- 1937-09-17
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 58 den Namen: „Der Kleine Israelit" gegeben, das wäre doch gar so bescheiden. Ein deutsches Sprichwort sagt zwar: Halte .dich rein und achte dich klein. Gewiß, man soll sich nicht groß dünken, aber sich zu den „Kleinen" zählen, brauchts auch nicht, Ihr sollt aber wissen, daß alles von uns reiflich überlegt worden ist. Bald hören wir wieder aus der Schöpfungs-- geschichte das ewig wahre Wort: „Und G'tt sah alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr - gut/' Kein Wesen wurde nach seiner Er- . Schaffung wieder umgeändert oder abgeändert; alles blieb und ist heute noch so, wie es ins Dasein gerufen. Der schöne blaue Himmel wölbt sich heute noch über die Erde, wie am Tage, da er erschaffen worden. Die QuelleS fließen . ins Tal, die Bäche in den Fluß, der Fluß ins Meer, ganz so wie am dritten Schöpfungstag. Und die Bäume, Kräuter und Sträucher wachsen und blühen, wie es G'tt bestimmt, da er sie geschaffen. Und doch, so wissen uns die Weisen zu erzählen, hat G'tt einmal eine Abänderung getroffen. Wie das kam? In der Schöpfungsgeschichte lesen wir; Und G'tt sprach: Es seien Lichter an der Ausdehnung des Himmels zu unterscheiden zwischen Tag und Nacht, und sie seien zu Zeichen für Feste, für Tage und Jahre. Und sie seien zu Lichtern an der Ausdehnung des Himmels, zu leuchten auf die Erde. Und G'tt :machte die - beidengroßen Lichter, das große Licht, zu herrschen am Tag und das kleine Licht, zu herrschen in der Nacht, und die Sterne. Es waren also, so sagen die Weisen, die beiden Lichter anfangs gleich groß. Und daß es anders wurde? Wie das Antlitz des Bräutigams leuchtet in seinem Glücke, wie ein Held sich freut auf seiner Bahn, so stand sie da, die Sonne, in ihrem Glänze. Die Erde jauchzte, die Blumen schmückten sich mit leuchtenden Farben. Voller Neid stand das andere Licht, der Mond, am Himmel und sah, daß es die Sonne nicht zu überstrahlen vermochte. Und der Mond trat vor G'tt hin und sagte: „Was sollen zwei Fürsten auf einem Thron, warum zwei Lichter gleich groß?" Kaum hätte der Mond so gesprochen, so schwand sein schönes Licht in Millionen Funken weit in den Weltenraum und ward das Heer der Sterne, . Erschrocken stand der Mond am Firmament, beschämt vor den himmlischen Geschöpfen. „Er-, barme Dich meiner, o G'tt, erbarme Dich" meiner, ich weiß, .ich habe gesündigt," so rief der Mond. - ' Da kam ein Engel und sprach: „Weil du der Sonne ihr Licht geneidet hast, so wirst du künftig nur von ihrem Lichte leben. Und wenn die Geschöpfe der Erde zu dir hinauf schauen in dunkler ftacht, dann stehst du da halb öder ganz, oder verfinstert, so wie jetzt. Doch," so tröstete der Engel, „G'tt hat dir verziehen. Ist die Sohne ein König am Tag, so sei du eine Königin in der Nacht/ Und was im heißen Sonnenstrahl ermattet und lechzt, das erquicke du mit neuem Leben- Und meinem Volke sollst du gleichen und ihm -sagen, wann es seine heiligen JFeste feiern soll. Und: einmal wird die Stunde der Erlösung kommen; dann leuchtet dein Licht .wieder wie das Licht der Sonne." So ward der Mond die Königin der Nacht, die Führerin der Sterne. Und warum ich Euch erzähle, was die Weisen uns vom Mond: erzählen? :; Zwei Lichter, genannt „Israelit", gehen in die weite Welt hinaus, wir wollen das kleine Licht und nicht das große sein. Sei auch Du, 1. Kind, niemals neidisch auf andere. Sei zufrieden mit dem, was Dir G'tt gegeben* dann bist Du reich. Und nun zum Schluß noch etwas von dem guten Mond« v- Als wir am vergangenen n»1 -Feste vor G'tt standen und beteten: Unser Vater, unser König schreibe uns ein in das Buch des guten Lebens, - da trat der Ankläger vor G'tt hin und sagte: „Erhöre nicht das Gebet deiner Kinder, denn sie haben den Sabbat entweiht, sie haben Verbote? nes gegessen und verleumdet." „Hast du zwei Zeugen?," fragte ihn G'tt. „Ja," antwortete der Ankläger, „Sonne und Mond werden Zeugen sein." Doch als er ging, um den Mond zu holen, da fand er ihn nicht, denn der hätte sich versteckt. Und am Ausgang des y> da stand er hell leuchtend am Himmel und freute sich, daß wir uns erneuen konnten wie er, ■ Und dann grüßt er und die Sterne uns, wenn in dunkler Nacht wir durch die grüne Decke der J—130 hinauf zum Himmel sehen. - ' EMKA. - Der letzte Jaumtauw im Leben unseres Lehrers Mosche* Das hundertzwanzigste Lebensjahr unseres Lehrers Mosche neigte sich seinem Ende zu. Das Sukkausfest nahte heran, :als Mosche am Tage vor Jaumtow wie jeden Morgen. nn ' Ohel' Moed weilte, da verkündete ihm G'ttes Stimme von der Bundeslade, zwischen den beiden Cherubim: „Mein Diener Mosche, wisse, daß dieser Jaumtow der letzte ^deines Lebens sein wird; zur Frühlingszeit, wenn Israel das Pessachfest feiert, dann wirst du bereits nicht mehr, auf Erden weilen. Am siebten Adar, an dem Tage, an welchem du geboren wurdest, wirst du aus dem Leben scheiden."'. : "