Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 37-38 (17.9.1937)
- Date
- 1937-09-17
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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17. September 1937. Der Israelit Nr. 37/38 Seite 5 ach der Kenessio Gedaulo. Weitere Vorschläge und Resolutionen. (Schluß.) Aufruf zur Vereinigung; aller G'ttesfürchtigen. Marienbad, 29. Aug, L Die III. Kenessio . Gedaulo wendet sich mit gjntfzn warmen Appell an alle; religiösen Juden der ganzen .Welt, insoweit sie noch nicht der Agudas Jisioel angeschlossen sind, im Hinblick auf die so schwere geistige und materielle Lage des jüdischen Volkes, sich auf sich, selbst zu besinnen und in die Reihe der organisierten Orthodoxie einzutreten, um so die Front der G'ttesfürchtigen zur Ehre G'ttes und seiner Thora zu. stärken und zu festigen. Die Kenessio Gedaulo wendet sich in heißem : brüderlichen Flehen an alle Thoratreuen mit der Bitte, wenigstens innerhalb des religiösen Lagers die Sinas Chinom zu ^bekämpfen, den unbegründeten Zwiespalt innerhalb der Orthodoxie auszurotten und dadurch den Einheitsbund, die Aguda achas, z€- schaffen, die als einziger Weg zur vollkommenen Hilfe und zur Erlösung , erkannt wurde. 2. Die Kenessio Gedaulo stellt mit Freude und Zufriedenheit fest, daß der Aguda-Gedanke auch in denjenigen Kreisen der Orthodoxie in letzter Zeit Eingang gefunden hat, die der Agudas Jisroel bisher ferngestanden waren. 3. Die Kenessio Gedaulo fordert den Waad Hapoel auf, eine spezielle Kommission, die mit den erforderlichen Vollmachten ausgestattet ist, zu ernennen, die mit den immer noch außenstehenden Kreisen der Orthodoxie in Verhandlungen tritt, sich mit ihren rabbinischen Führern in Verbindung setzt, um auch ihren Anschluß' an die Aguda zu ermöglichen. Aktivierung; des Rabbinischen Rates. (Vorgeschlagen von Rabbiner Menachem Z e m b a : Warschau.) ' " Die Kenessio Gedaulo fordert den W,aad Hapoel auf, sofort die Reorganisierung des allweltlichen Rabbinischen Rates sowie der rabbinischen Landesräte durchzuführen. Die Reorganisierung hat binnen drei Monaten zu erfolgen. . Da die Grundlage jeglicher Aguda-Arbeit davon abhängt, daß sie mit den Entschließungen des Rabbinischen Rates auf allen Gebieten harmonisch zusammengeht, ist die Aktivierung des Rabbinischen Rates ein dringendes Erfordernis für die Aguda- Weltorganisation. Poale Agudas Jisroel. 1. Die Kenessio Gedaulo beschließt, den Waad Hapoel der Agudas Jisroel aufzufordern, bei der Exekutive ein sozial-ökonomisches Ressort zu schaffen, dessen Aufgabe es sein soll, die religiöse Jugend in bürgerliche Berufe hinüber zu führen, und ihr bei der Berufsumschichtung behilflich zu sein. 2. Die Kenessio Gedaulo fordert alle thoratreuen Fabrikanten und Industriellen auf, bei Arbeitereinstellungen die Mitglieder der Poale Agudas Jisroel zu bevorzugen. Das Sukkötfest hat die Freude in die Hütte verwiesen. Dort sollt ihr froh sein. Ausgerechnet in der Hütte! Ist sie nicht das Bild des Schwachen, Tinste teni der Armut und Sorgen? Und in ihr soll die »Witt erblühen? Warum nicht im starken, stolzen festgefügten Haus, das die Macht, den Besitz, Reichtum und die Kultur verkörpert und versinnbildlicht? Wer an Aeußerlichem haften bleibt, urteilt so. Die ganze Menschheitsgeschichte zeigt klar, wie wenig die sogenannte Kultur gleichen Schritt hielt mit der wahren firmv, mit Freude und Frieden. Immer wieder zerklüfteten sich Völker und Staaten und zerfleischten sich in unseligem Streit und Krieg. Der große Philosoph und Naturalist J. J. Rousseau gewann den Preis, als er 1770 auf eine von der Universität gestellte Frage bewies, Künste und Wissenschaften trugen nicht zum wahren Heil und Fortschritt der Menschen bei. Als die Stiftshütte liquidiert wurde gegen den prachtvollen Tempel in Jerusalem und: König Salomo seine großangelegte ' Weiherede hielt, leitete er. diese ein. mit der ernsten Verwarnung an'das Volk, sich nicht blenden zu lassei., durch alle den Glanz, den die Augen^ hier schauen. Und heute noch lebt der Tempel: im jüdischen Volksbewußtsein'fort: als *m nao# als die Höfte Davids. Unterm Laubdach sind? wir der Na? uir nahe, unterm^ Sternenzelt Güttnahe, unsere mrmv Sei eine natürliche, himmlische reine," durch nichts-verfälscht undangekränkelt. So hat das Volk Israel seine Hütte von jeher gebaut undi: abermals; gebaut* gewürdigt und1 geliebt bis - auf; denheutigen Tag. ^er kleine Hohlmuskef . in> unserer Brust ist .der; Sitz der Freude und Wohne, die uns; das; Schicksal ßescheidet. Die kleine Hütte war uns Schirm und Fabrikanten und Industrielle, die Mitglieder der ." Agudas Jisroel sind und gegen diesen Beschluß verstoßen, sollen vor ein von jeder Agudas Jisroel- Landesorganisation zu schaffendes Disziplinargericht gestellt werden. - ■' ■' 3. Es sollen Kooperative geschaffen werden, die die thoratreuen jungen Leute (Poale Agudas Jisroel) nach Verlassen der Handwerkerschule oder nach einer anderen Berufs Vorbildung aufnehmen. 4. Die Kenessio Gedaulo fordert alle Rabbonim i auf, in Zukunft keine Stare Mechiro (Ermöglichung der Schabbosarbeit) mehr auszustellen, und ihren Einfluß, auf die Fabrikanten nach der Richtung auszuüben, daß sie am Schabbos ihre Fabriken geschlossen halten. Nur dadurch werden die Fabrikanten in der Lage sein, in \ihren Fabriken eine größere Anzahl von thoratreuen Arbeitern einzustellen. Keren Hathora — Merkas Hathora. 1. Die Gesamtarbeit für Thora und Chinuch innerhalb der Agudas Jisroel soll in einem besonderen Amt unter der Bezeichnung „Merkas Hathora" zusammengefaßt werden. Dieses Amt soll innerhalb der Weltorganisation autonom und nur den zentralen Organen der Agudas Jisroel unterstellt sein. 2. Der Merkas Hathora teilt seine Arbeit in fünf Ressorts ein: a) Jeschiwa-Abteilung, b) Knabenerziehung, c) Mädchenerziehung, Beth Jakob, d) Verbreitung des Thorawissens, e) handwerkliche Ausbildung, allgemeine Angelegenheiten und Statistik. 3. Die 'Aufgaben der Jeschiwa-Abteilung sind: a) Propaganda für das Jeschiwawesen im Allgemeinen und die Propagierung der Bedeutung der Jeschiwa für das jüdische Volk in allen Kreisen, b) moralische Unterstützung der jeweiligen Aktionen einzelner Jeschiwoth, c) Unterstützung der Forderungen der Jeschiwoth an die jüdischen Hilfsorganisationen in aller Welt, d) Unterbringung westeuropäischer Bachurim, die in Jeschiwoth lernen wollen in entsprechenden Anstalten, e) Organisierung des Meschulochim-Wesens und Förderung der Sendboten im Interesse ihrer Anstalten, f) Sorge für die Jeschiwabachurim nach Verlassen der Jeschiwa durch Gründung geeigneter ökonomischer Institutionen. 4. Die Aufgaben der Abteilung Knabenerziehung sind folgende: a) Materielle und moralische Unterstützung der Chadorim, Talmud-Thoroth und Jeschiwoth - Ketanoth in den einzelnen Ländern. b) Schaffung von Institutionen zur Ausbildung von Melamdim und Erziehern, entsprechend den Erfordernissen, die in den einzelnen Ländern an diese Berufe geknüpft werden, unter Aufsieht des Rabbinischen Landesrates. Ausbau und Förderung der bereits bestehenden derartigen Anstalten. c) Herausgabe geeigneter Lehrbücher und pädagogischer Hilfsbücher für die religiösen Schulen. Schutz, Heim und Hort unseres Lebensmutes, unserer Daseinsfreude. 03*pV«-'n '33^ nnnötfv Eine neue Agadasammlung. Das hier schon wiederholt angekündigte Sammelwerk rman isis von Rabb. Meir Feuerwerger ist nun (im Selbstverlage des Verfassers, Fichtestr. 5] erschienen. Vielleicht etwas weniger umfangreich, als mancher nach den vielen Ankündigungen erwartet hat, dafür aber um so gediegener und sorgfältiger gesichtet, in einer Sprache, die zwischen dem rabbinischen und Neuhebräisch von schlichter Kraft strotzt und strahlt. Das Werk bringt Abhandlungen zu sämtlichen Sidros der Schrift, und jede für sich bedeutet ein tiefes Eindringen in die Probleme unseres äußeren wie unseres Seelenlebens. Den Sidra- Betrachtungen schließen sich Aufsätze zu den ernsten und Freudenfesten, zu den besonderen Sabbaten und allen Anlässen des Kalenderjahres an- Wir lesen darin schöne und tiefe Gedanken über „Mensch und Schöpfung", „T'schuwa und Glauben", über „Klall und Einzelpersönlichkeit", über „Galuth und seihe Auswirkungen", „Geist und Materie", „Schechina und Israel", „Trauer und Freude" und vieles vieles, mehr.. Die. umfangreiche Einleitung, ist eine literarische Arbeit für, sich und beansprucht eine eigene Wertung. Wir erfahren aus dieser * Abhandi' lung, daß weitere. Verke: vom Verfasser über das Wesen des. jüdischen^ Volkes, Betrachtungen und Motive, für Trauerfälle, nicht allein für Redner bestimmt, . sondern auch . zur. Lektüre für denkende. Juden, Erklärungen zur Thora nach der überliefert?» Hagada usw. folgen werden. . d) Propaganda für das allgemeine religiöse Schul- '- wesen. e) Organisierung von Delegationen nach europäischen und überseeischen Ländern zwecks Beschaffung von finanziellen Mitteln für das religiöse Schulwesen. f) Ermöglichung der Weiterausbildung besonders begabter Kinder in den religiösen Anstalten. g) Hebung des Ansehens der Melamdim und Erzieher in den Thora-Lehranstalten. 5. Die Aufgaben der Abteilung Mädchenerziehung (Beth Jakob) sind dieselben wie die der Abteilung Knabenerziehung. 6. Die Aufgaben der Abteilung Verbreitung des Thorawissens sind: a) Gründung von Lehranstalten in Städten und Ländern, wo diese noch nicht vorhanden sind, durch Entsendung geeigneter Persönlichkeiten. b) Gründung einer Führer-Ausbildungsanstalt im Einvernehmen mit den Rosche-Jeschiwoth zur Heranbildung geeigneter Persönlichkeiten zwecks Verbreitung thoratreuen Lebens in den Ländern mit neuen, jüdischen Siedlungen. c) Aufmunterung zur Bildung von Chewroth»Limud-Hathora im Kreise der Baale Batim, wie Chewroth-Schaß usw. d) Gründung von''Abend- und Schabboskursen für die erwachsene Arbeiterjugend. 7. Aufgaben der Abteilung für handwerkliche Ausbildung, allgemeine Angelegenheiten und Statistik sind: a) Gründung und Erhaltung von Fachschulen und Fachkursen für die religiöse Jugendi die produktive Arbeit leisten will. b) ■ Sammlung von Nachrichten und statistischen Daten über den Stand des religiösen Schul' wesens in allen Ländern zwecks Weitergabe an die Oeffentlichkeit. c) Gründung von Zentralen für Thora und Chinuch in allen Ländern. Der Keren Hathora. 1. Der Keren Hathora, der auf der I. Kenessio Gedaulo gegründet "wurde, ist das Finanzinstrument des Merkas Hathora. Er muß entsprechend seinem großen Aufgabenkreis ausgebaut werden. 2. Der Keren Hathora, der von einem speziellen Direktorium gesondert verwaltet wird; soll derart organisiert werden, daß jeder Jehudi es für seine selbstverständliche Pflicht hält, jährlich seinen Beitrag an den Thora-Fonds des Thoravolkes zu geben. Daneben sollen Sammelaktionen durchgeführt und dafür gesorgt werden, daß vermögende Juden einen Teil ihres Besitzes dem Keren Hathora zur Verfügung stellen. Chinuch-Kommission. 1. Bei der momentanen Lage des jüdischen Volkes sieht die Kenessio Gedaulo in der Ausbildung von Melamdim und Erziehern die einzige Rettung für den religiösen Chinuch. Die Kenessio Gedaulo fordert deshalb den Merkas Hathora und den Keren Hathora auf, Ausbildungsanstalten und Seminare für Melamdim und Erzieher zu gründen und bestehende Anstalten zu fördern. Nach der ersten Probe, die uns der Verfasser mit diesem 90 Seiten Großformat starken, vortrefflich ausgestatteten Werke geboten hat, wird man den weiteren angekündigten Schriften mit größtem Interesse entgegensehen. ——————i^——^^wmww Wochenkalender. Vom 18 September bis 2. Oktober 1937 / Vom 13. — 21.Tischri 5698 ■»UV» «p j^w Samstag 18 13 aap iintttt Sonntag- 19 14 aap TV12D 3.19 Montag 20 15 aap niatn '8 Dienstag 21 16 nap niaon "i Mittwoch 22 17 nap \ Donnerstag 23 18 lap Freitag" Sept. 24 ■>i»n 19 rap \ "wian Samstag 25 20 m? J a-mn rov Sonntag 26 21 cap ' »JJ»W Montag' 27 22 *P n-tt» *y>WO Dienstag 28 23 »Vp jrvin'nnöP Mittwoch 29?4 , 3>? Donnerstag 30 25; Freitag 1 26 1*- Samstag? 2 27 'nn ^aiaa m»fcia