Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 37-38 (17.9.1937)
- Date
- 1937-09-17
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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^^^j^^^^^^^^^^^^^^^^K^^^i Seite 2 Nr. 37/38 Der Israelit 'XTsÜÜ^^e?-1937 „Die erste Frage," so wird weiter ausgeführt, „auf die die Kommission dein Völkerbundsrat eine Antwort zu geben hat, ist daher diejenige der Aufrechterhaltung des bestehenden Mandates. Obwohl die Mandats Verpflichtungen nicht miteinander unvereinbar zu sein schienen, sind die Bestrebungen von Arabern und Juden in Palästina seit der Schaffung des Mandates dauernd aufeinandergestoßen. Von welchem Volk könnte man erwarten, daß es aufrichtig seine Zustimmung dazu gebe, daß sein Land zur Errichtung eines Nationalheimes für ein anderes Volk verwendet wird, sogar wenn dadurch wesentliche materielle Vorteile zu erlangen sind?. Uud ist es andererseits überraschend, daß ein Volk, das fast zweitausend Jahre lang über die Erdoberfläche zerstreut war, das ihm gemachte Angebot, ein Nationalheim in dem Land seiner Väter unter dem Schutz eines mächtigen Imperiums wiederaufzubauen, eifrig begrüßt hat? Von Anfang an war es unvermeidlich, daß es zu einem Konflikt zwischen den Bestrebungen der Araber Palästinas, die vollständig Herren im eigenen Hause bleiben, oder besser, werden wollten, und den Juden, die ein Nationalheim in Palästina errichten, oder besser, wiedererrichten wollten, kommen würde. Schon der Wortlaut der Balfour-Deklaration und des Palästina-Mandates zeigt deutlich, daß dieser unvermeidliche Gegensatz von den Urhebern dieser Dokumente erkannt worden ist. Ebenso klar ist, daß dieser unvermeidliche Gegensatz durch Umstände, die vor zwanzig Jahren nicht vorausgesehen werden konnten, verstärkt und verschärft worden ist. Die Entstehung eines eifrigen und selbstbewußten Nationalismus ist eine Nachkriegserscheinung, die nicht auf einen einzelnen Bereich der Welt oder auf wenige Völker beschränkt geblieben ist. Darüber hinaus mußte bei den Arabern Palästinas die von ihren Nachbarn im Osten, Süden und Norden nacheinander erlangte volle politische Freiheit das ungeduldige Verlangen erwecken, auch sich von fremder Vormundschaft zu befreien. Die Verzögerung war doppelt beunruhigend, weil es nicht nur ihr Ziel war, die eigene politische Erziehung, die sie für fortgeschrittener hielten als diejenige ihrer Brüder, die man zur Selbstverwaltung reif erklärt hatte, zu vervollkommnen, sondern mehr noch, in ihrer Mitte und an einigen ihrer heiligen Stätten die Ahsiedlung einer Bevölkerung anderer Sprache und Religion und einer materiellen Kultur zu befördern, deren Errungenschaften und Entwicklungstempo sie eher beunruhigten als ihre Bewunderung, hervorriefen. Was die Juden betrifft, so hat die Judenfeindschaft, der sie in steigendem Maße in Teilen Europas ausgesetzt waren, wo sie in der Vergangenheit mehr Gastfreundschaft fanden, naturgemäß ihren Wunsch verstärkt, der Not zu entrinnen, und damit die Zahl derjenigen vervielfacht, die von Palästina # Rettung und die ihnen anderwärts versagte moralische Genugtuung erwarteten." „Die Kommission," fährt der Bericht fort, „hält es darum der Mühe wert, die Prüfung der Vor- und Nachteile einer neuen territoria: len Lösung fortzusetzen. Es erscheint durchaus natürlich und rechtmäßig, daß die Mandatarmacht, die mit Recht bemüht ist, den gegensätzlichen Bestrebungen der Juden und Araber in Palästina Genüge zu tun, und der dies durch die Einsetzung einer gemeinsamen Verwaltung für das ganze Land nicht gelungen ist, ermächtigt wird, die Einführung eines Regimes, bei dem jeder dieser Bestrebungen in einem Teil des Landes entsprochen werden soll, in der einen oder anderen Form zu erwägen. Diese Genugtuung kann natürlich keine vollständige sein» Für die Araber bringt jede Teilung notwendigerweise die Aufgabe eines Teiles eines Gebietes mit sich, das sie für ihren Erbbesitz halten.-Für die Juden könnte sie neben einer Einengung des Rahmens ihres, wie sie behaupten, schön durch die Abtrennung Transjprdaniens i. J. 1922 begrenzten Nafionalheims, eine neuerliche Herabsetzung seiner' Aufnahmefähigkeit mit sich bringen. Jede Lösung, die sich als annehmbar erweisen soll, müßte daher den Arabern eine möglichst geringe Zahl von Plätzen nehmen, auf die sie besonderen Wert legen, weil sie sie jetzt bewohnen oder aus religiösen Gründen. Weiter müßten die den Juden zugeteilten Gebiete genügend groß, fruchtbar uncl in Bezug auf See- und Landverkehr gut gelegen sein, um intensiver wirtschaftlicher Entwicklung und infolgedessen dichter und schneller Besiedlung fähig zu sein." „Es ist klar," so erklärt die Mandatskommission weiter, „daß die Grenzziehung, wie klug und gerecht sie vorgenommen werden mag, mit denselben gegensätzlichen Bestrebungen in Konflikt kommen wird, denen die Mandatarmacht den Mißerfolg ihres Mandatsregimes zuschreibt. Bei der Durchführung dieser Abgrenzung wird man natürlich daran denken, daß die individuellen Leiden, die mit der politischen Unterwerfung unter fremde Herren verbunden sein. könnten, vermutlich für alle die gleichen sein werden, und wirtschaftliche rvegime gemimert oder, erschwert werden könne. Aber map soÜ|eaücl^ Hessen eingedenk sein, daß die .kollektiv^ Von Arabern und Juden sich nicht miteinander vergleichen laßt, da den erstehen^ we'ite^ Räume des -Nahen Ostens, ehemals Wohnsiiz einer zahlreichen Bevölkerung und Heimstätte einer glänzenden Zivilisation, offen stehen, während die Welt in steigendem .Maße für die Niederlassung der letzteren verschlossen wird. „Es läßt sich auch vorstellen, daß die beiden aus der Teilung hervorgehenden neuen Einheiten voneinander y ö Iii g u n a b h ä n g i g werden, daß aber eine jede unter Mandat bleibt, bis sie den hinreichenden Nachweis ihrer Fähigkeit, sich selbst zu regieren, erbracht hat. Der geeignete Augenblick,, um Selbstregierung zu gewähren, müßte nicht notwendigerweise für beide Staaten derselbe sein« Die Vorteile und Nachteile dieser beiden Lösungen —- provisorische Kantonisierung oder zwei Mandate — wurden von der Kommission im Laufe ihrer Beratungen erwogen." , Der Bericht schließt mit einer Anerkennung für die Mandatarmacht und einer Mahnung an Juden und Araber. Zum Tode Thomas Masaryks. Als Thoraas Masaryk im Jahre 1927 in Jerusalem weilte. — Im Vordergrunde Rabbi Ch. J, Sonnenfeld und Präsident Masaryk. Um den am 14. September verstorbenen Altpräsidenten der Tschechoslovakischen Republik trauern mit dem tschechischen Volke nicht nur Politiker und Diplomaten, sondern die gesamte Kulturwelt. Masaryk war von Jugend auf Führer im Geistesleben Europas. Und,zu den Schriften, die seinen Weltrühm begründeten, - zählen auch solche, die der Verteidigung - des jüdischen Rechtes und der jüdischen Ehre gewidmet waren. Wir wissen, wie mutig er dem Ritualmordmärchen entgegentrat, wie er in klassischen Werken über Rußland schonungslos die Hintergründe der Pogrome aufdeckte. Und den Weg, den sich der Wissenschaftler und Geschichtsforscher Masaryk vorzeichnete, ging auch der Politiker, der Präsident Thomas Masaryk. Bis zuletzt bewahrte der Altpräsident Palästina und dem Jüdischen Nationalheime die Freundschaft, die er ihm in früheren Jahren in Genf und bei seinen Palästinäbesuchen bewiesen hat. Einet der bedeutendsten t&iyn ni/OIN 'TOri aller Zeilen ist mit Thomas Masaryk von dannen gegangen. Waäd Leumi fordert Maßnahmen. gegen den Terror. ,; J e r u s ä! e m , 13. Sept. Der Waad Leumi hat am Montag in einer vertraulichen Sitzung die gegenwärtige politische Situation erörtert. Nach der Sitzung würde ein Aufruf erlassen, in dem verlangt wird, daß &ß Palästinaregierung mit der Duldung der arabischen Hetzpropaganda Schluß mäche und sofort strenge Maßnahmen gegen den Terror treffe. Herren- und Berufskleidung,;M d ß - K o n f e kl i o n TUj.Verarbeilu ng Frau F. MAIER Ww. :x:f ah .r.;g:fa e,~ « 1 Minute von der Konstafaler Wache '*' . I DAS LICHT OER EWIGKEIT ytBLJiffiiiESJSRfttLiT ü|ib von Robb. bir. Elie Münk in Ansbach HERMOH GMBJI., Frankfurt 8.11. broschiert RM.'4ioö Lwbd.v'RM "5.«wL . Schutzenstr. l£ Bosfschk19802