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Der Israelit · 1937-09-09 · Heft 36 (9.9.1937) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 36 (9.9.1937)
Date
1937-09-09
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Nr. 36 Der Israelit 9. September 1937 Vereinheitlichung des sozialen Hillswerkes, Die Kenessio Gedaulo richtet au alle führenden Organisationen der Judenheit den feierlichen Appell unverzüglich zu einer von sachkundigen Delegierten beschickten Konferenz zusammenzutreten, die einen den gesamten jüdischen Wirtschaftsraum in den Ländern der Diaspora umfassenden Generalplan zur Behebung der jüdischen Not sowie zum Neuaufbau des jüdischen Lebens auf gesunden wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen ausarbeiten und alle Anstrengungen machen soll, um die Mitwirkung der Regierungen der beteiligten Länder sowie des Völkerbundes bei semer Durchführung zu sichern. Die Kenessio Gedaulo verlangt, daß in den Ländern der jüdischen Massennot ein überparteilicher oberster Wirtschaftsrat gebildet werde, der großzügige und wirksame Maßnahmen zur Linderung der jüdischen Not und zur Produktivierung der jüdischen Massen treffen soll. Resolution gegen die Beschränkung der Religionsfreiheit in Sowjetrußland. 1. Die Kenessio Gedaulo stellt mit tiefstem Bedauern fest, daß die in Sowjetrußland wohnenden Juden trotz der von der neuen Sowjetverfassung zugesicherten Religionsfreiheit in der Ausübung ihrer j)DHIEHTIER0H55TRFEll rt0fiö0£5S3i/ßüd k.ol mmt - DEliaifBTBt 6Q5TfiflffT£fl 8ESTÖT!0ü/1ö UeiTIMBTIOIIEn ZMHfßBfSmtürtß > VEßPfüüU.nü AUSKÖfIFTE SAMHOF- ORDHERDIÜIST pREsscaödO'emßqMe iv ÖUQD;. FflfiUEflmHlßQESSES 1 flOCHWQiüiLUürfe 5 0 Einenno) '• - i i [emgrhgi /! [EiftßPhG] ißlT1ß«H6B| y R0£K6£B«UD£ , Ieiwgrüg i| j RÜCKQEBÖUOE Eine Tafel im Kongreßbüro (Phot. Arno Katz Ffm.) religiösen Pflichten immer noch weitgehend beschränkt sind. 2. Die- Kenessio Gedaulo wiederholt die von den früheren Kehessiaus abgegebene Erklärung, daß der materialistische Bolschewismus wie das Gottlosentum jeder Art in unversöhnlichem Gegensatz zum historischen Judentum steht. Aguda-Arbeit in Amerika. 1. Die Kenessio Gedaulo drückt ihre wärmste Sympathie für die 4 Millionen jüdische Seelen in Amerika aus. 2. Die Kenessio Gedaulo beschließt aus Ueberzeugung für die gemeinsamen Interessen unserer Brüder in Amerika für Tauroh und Jüdischkeit a) eine geeignete Kraft nach Amerika zu entsenden, die die Organisierung einer machtigen Aguda-Bewegung in Amerika durchzuführen, sowie in allen Kreisen des amerikanischen Judentums eine intensive Propaganda-Arbeit zu leisten hat. b) Sobald wie möglich eine Delegation von hervorragenden Rabbonim und Tauroh-Autoritäten nach Amerika zu senden, die mit dem amerikanischen Judentum in nähere Berührung treten soll zur Stärkung des religiösen Lebens und Verbreitung des Limmud Hathauro. Histadruth Olamith N'schei Uwenoth Agudath Jisrael Agudistische Frauenorganisation. Die Konferenz der agudistischen Frauenorganisation wählte zu ihrem Vorstand die folgenden Damen: Frau Flora Rothschild, Vorsitzende, Frau Liane Ringer, Frl. Frieda Wachsstock, alle in Antwerpen. Frau Oberrabbiner Schreiber, Bratislava, Frau Ele Schmulewitz, Kowno-Viliampole, Frau 15iegun, Krakau, Frau Franciska Goldschmidt-Lewenstein, Zürich, Frau Jenny Breuer, Jerusalem, Frl. Chaja Gurarie, Tel Awiw. In den erweiterten Vorstand wurden gewählt: Frau Cilla Neugröschel, Bielitz,, Frl. Weißkohl, Lodz, Frau Ernestine Bondi, Wien II, Frau Betty Wreschner-Rothschild, Zürich, Frl. Gitta Erlanger, Luisern,' Frau Hanna Schlesinger, Jerusalem, Frau Hanna Liebermann, Bratislava, Frl. Eva Landsberg, Bratislava, Frau Meierowitsch, Riga, Frau Esther Groß- Hamburger, Cernauti, Frau Merkin, Telschi, Frl.» Elisabeth Heymans, Frau Rabbiner Winkler, Kopenhagen, Frau Fanny Lunzer, London, Frau Fanny Markowic, Zagreb, Frau Gisela Friedmänn, Antwerpen. Iri den Finanzvorstand, welcher noch .. ergänzt wird, wurden vorläufig folgende Damen tfewählt- Julie S.ternfeld, Bratislava, Frau Friede! Lewenstein Tel Awiw, Frau Sally Guggenheim, Allschwil-Basel' Frau Edith Dubin, Riga. ' Delegierte und Gäste begrüßen sich (Phot. Arno Katz Ffm.) ":: Uebersee-Auswanderung und Siedlung. Von Dr. Maximilian Landau.*) Auch die optimistischsten Schätzungen gipfeln in der Erkenntnis, daß noch auf lange Zeit hinaus nur ein verhältnismäßig kleiner Teil der notleidenden Judenheit in Erez Jisroel Aufnahme und Existenzmöglichkeit finden kann. *) Das Referat Dr, M. Landaus auf der Kenessio Gedaulo, von dem wir bereits einiges auszugsweise gebracht haben, verdient besonders in seinem zweiten Teile, von der weitesten jüdischen Oeffentlichkeit gehört zu, .werden. Red. Vor dieser harten schmerzlichen Wahrheit dürfen wir die Augen nicht verschließen. Bleibt uns angesichts dieser Lage nichts weiter übrig als apathische Resignation? Wollen wir wirklich widerstandslos in die Katastrophe hineintreiben? Nein, ein 17 Millionenvolk von der Kulturhöhe des jüdischen darf nicht fatalistisch auf seinen eigenen Untergang starren. Unser Lebenswille ist nicht gebrochen. Wir müssen uns nur aufraffen. Wir müssen unser Wirtschaft- .■ F^i>HHPPH * I'^M^ «• - T v»'fZ' W - ' *y6W ■ ■ ' Der Weg zum Leben. Eine Kundgebung des Lubawitscher Rebbe, übersetzt von Meir Bogner. (Schluß.) Weiter heißt es im Talmud: Armut und Reichtum des Menschen kommen nicht von seinem Beruf, sondern nur nach seinem (sittlichen) Verdienst. Der Verstand ist dem Menschen vielmehr verliehen, damit er sich mittels seiner mit hohen und erhabe nen Dingen beschäftige. Dies ist die eigentliche Aufgabe des Menschen, der zuliebe ist er erschaffen worden. Bedenkt dies der Mensch und betrachtet dann, wie wenig seine Lebensführung und die seiner Familienmitglieder dieser hohen Aufgabe entsprechen, so überkommt ihn tiefer Schmerz und starkes Reuegefühl und aus bedrücktem Herzen fleht er den Heiligen g. s. E. an, daß Er über ihn und seine Familienmitglieder einen Geist der Reinigung sende,, damit sie die Thora und ihre Gebote wahrhaft hüten mögen. Es steht geschrieben (Jesaia 56): Suchet den Herrn, (in der Zeit) d a e r s i c h finden 1 ä ß t! Unsere Weisen sagen: Dies sind die zehn Tage der Reue von Rausch Haschono bis Jomkippur. In dieser Zeit findet vor dem Heiligen g. s. E. nicht wie sonst nur das Gebet einer Gemeinde, sondern auch dasjenige eines Einzelnen Erhörung. Es ist eine Zeit g'ttlichen Wohlgefallens, in der sich die Pforten der Rückkehr für jeden öffnen; denn in dieser Zeit offenbart sich der „Quell des Lichtes" dem ,,Funken"; das will Folgendes sagen: Die Seele eines jeden Juden ist ein Funke der G'ttlichkeit, wie geschrieben steht (5. Buch Mosis): Kinder seid Ihr dem Ewigen E u r e n G ' 11 e. Ebenso wie das Kind aus einem Wesensteil seines Vaters besteht, so ist die Seele jedes Juden ein Funke der G'ttlichkeit. Nun ist die Liebe des Vaters zu seinem Kinde Liebe an sich, die weder eine Begründüng verlangt, noch verträgt; so daß sogar ein, G'tt behüte, ungeratene? Kind von seinem Vater noch immer geliebt wird, wie es heißt (Sprüche): Alle Fehler bedeckt die Liebe, Und ebenso die Liebe des Kindes zu seinem Vater. Mag das Kind seinem Vater noch so sehr entfremdet sein, es bleibt in der Tiefe seines Herzens eine Liebe zurück, die durch verschiedene Umstände nur zurückgedrängt, niemals aber beseitigt werden kann. Wird daher eines Tages durch irgendeinen Umstand diese im Herzen schlummernde Liebe wieder erweckt, dann erweist sie sich in ihrer ganzen Reinheit und Klarheit. Genau so verhält es .sich mit der Liebe.des Heiligen: g; s. E>, der doch unser Aller Vater ist, zu uns. Es heißt da: Ich liebe-Euch, spricht der Ewige. Und ebenso ist auch die Liebe eines jeden Juden zu dem Heiligen g. s, E. sehr stark, dach ist sie während des ganzen Jahres infolge der verschiedenen Ablenkungen zurückgedrängt. In diesen zehn Tagen wird der im Herzen schlummernde Funke wieder erweckt, der zugleich der Funke des Judentums ist, das Gefühl des Judeseins. Es ist die wiedererweekte Liebe an sieh, die im Schöfafrufe symbolisiert wird. Langton (Tekio), gebrochene Töne (Scheworim), Kurztöne (Teruo), sie gleichen dem Seufzen, Klagen und Weinen des Menschen. In der Zeit, da die Stimme des Schofar ertönt, beten wir alle das Lamriazeach (Psalm 47) und sprechen das Gebet, das mit den Worten beginnt: Aus der Bedrängnis rufe ich Dich, o Herr, gleich einem Kinde, das „Vater, Vater!" schreit; mag das Kind sich auch gegen den Vater, G'tt behüte, versündigt haben, der aus tiefem Herzen kommende Ruf „Vater, Vater;" erweckt das Erbarmen des Vaters zu seinem Kinde. So auch, wenn wir, die wir des Heiligen g. s. E. Kinder sind, wahrhaftig rufen „Unser Vater, unser König (Owinu, malkenu) hab mit uns Erbarmen!",, wenn wir den Schofar blasen und wir in aufrichtiger- Reue zu G'tt g. s. E. zurückkehren, dann hat er mit uns Erbarmen und er gibt uns. ein gutes Jahr. Diese Reue aber muß aufrichtig und wahr sei^. d. h. sie muß tatsächlich das, Herz des Menschen ergreifen, wie Rabbi Mosche ben, Maimon sagt: Der Ruf des Schofar bedeutet: Erwachet Ihr Schlafen den von Eurem Schlafe, prüfet Euer Handeln, kehret in Reue um und' erinnert Euch Eures Sqhöpferfg. s.'E. Ihr alle, die Ihr in der Geschäftigkeit de* Alltags über den weltlichen Dingen, die ja., in Wirklichkeit nichts sind, -— liegt doch Reichtum und Armut ' ausschließlich in der heiligen ]rlanc( des Schop-

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