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Der Israelit · 1937-09-09 · Heft 36 (9.9.1937) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 36 (9.9.1937)
Date
1937-09-09
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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■'rr%zj--r:r * 9, September 1937 D e r I s r a e Ii? Nr. 36 Seite 3 Die kleinen und die großen Sünden (Fortsetzung von Seite 1.) A und sprach zu ihr: „Trage den Stein den Berg hinunter." Sie tat es. Nach einer Weile: „Trage den Stein wieder den Berg hinauf." Und die Frau könnte mit Leichtigkeit den Stein wieder in den Sack tun und an den früheren Platz bringen. Dann nahm er einen großeil Haufen kleiner , und kleinster Steinchen, tat sie in Jen Sack und sprach zu ihr: „Gehe den Berg, hinunter und leere den Sack." Nach einer Weile: „Gehe wieder hinunter und bringe mir alle die Steine und Splitter zurück." Bald kam sie wieder. „Vater," weinte die Arme, „ich suchte und suchte und konnte, die Steine und Splitter und Scherben nicht mehr alle, finden und zusammenbringen." — Hier das treffende Gleichnis Iii? die schweren, leicht faßbaren und wieder gutzumachenden Sünden und für die leichten, die Splittersünden, die, zerstreut und v versprengt, unserem Auge und unserem Sinne entraten sind. Vielleicht denken wir an dieses Gleichnis, dessen Lehre hundertmal in unseren Schriften in. allen Formen und Tonarten Ausdruck findet, wenn wir unsere Sünden und Vergehen des Meeres oder Stromes tiefem,Abgrund übergeben. Dem sei aber hinzugefügt: Wie macht man es, daß auch die leichten Gegenstände nicht an die Oberfläche kommen, sondern geradewegs in die Tiefe gehen und dort bleiben? Man bindet sie an einen schweren Stein und sie sinken hinunter, werden von der schweren Last, an die sie gekettet; sind, in die Tiefe gezogen. Will heißen: Wir nehmen auch das Leichte nicht gering, wir versehen auch die täglichen Vergehen, sofern sie uns zu Bewußtseih kommen, mit e(iner solchen Schwere der Verantwortung und der Selbstprüfung, daß auch diese scheinbar leichten Dinge tief hinuntergezogen werden und nie wieder zum Vorschein.: kommen , . . Insofern kann Taschlich eine Ausbeutung des Gedankengutes der bereits gesprochenen Gebete und eine herrliche Vorbereitung und Rüstung für die noch kommenden Tage der Buße und Einkehr sein. Gewiß wirkt das kleine Sündenregister des itöWX und das große Sündenregister des flün nicht gleichmäßig auf uns. Schwere Delikte sind darin genannt, deren wir uns GsD. nicht schuldig wissen und deren Bekenntnis nur in der Pluralform gerechtfertigt erscheint, indem wir uns, nach dem Gesetze der Solidarität, mitschuldig fühlen mit all denen, die auch solche Sünden auf ihre Seele geladen haben> Dann aber, so mahnen die Morallehrer, stehe man sfill, halte man den Atem an, schlage man sich zerknirscht auf die Brust bei jenen kleinen und leichten Sünden, die u n s angehen, die wir tag-_ täglich wiederholen. la^TÄ lnafl UaTPX — das vielleicht nicht, aber ">Qn 13"11*T? „Gesprochen mit zweierlei Mund", ■—■TT übersetzen es einige Kommentare. Da haben wir scjion allen Grund, uns auf die Brust zu schlagen . . . ÜlfEnm WYptl usw. — das wäre vielleicht zuviel gesagt, wir wollen uns nicht schlechter machen, als wir sind, aber npP uVsü? Was Heißt eigentlich ij^Qü?" Nach Rabbi Mecklenburg", dem Verfasser des p'")y komme das von SöD- Nicht die glatte, volle, absolute Lüge, die jedermann als solche erkennt, ist gefährlich. Gefährlich ist, wenn wir dem r~l»S'. dert! (Wahrheit (als Vab) ein Quantum Unwahrheit, so1: ganz nebenbei;; ' von- ' ungefähr, b e i m i s c h e n , und damit;- die ' Wahrheit " auf g'e f äb r l icih st e Weise getrübt und verfälscht hätten. Die h a l b e Wahrheit ist die gefährlichste Lüge, vor der wir uns sorgsam .hüten. Und wie ist es mit dem großen Sündenbekenntnis? Vieles, so möchte mancheiner selbstgerecht meinen, .gelte nicht für uns. Aber wie steht es mit EaTlStf nNBIB' der Unreinheit der Lippen, mit Spöttelei und bösartiger Kritiksucht, mit n'fr'S'l und ]Wbl Es sind die ^kleinen, weil täglichen, stündlichen Sünden, die uns am meisten Angst machen. Nehmen wir sie ernst, versehn wir sie mit der schwersten Last der Selbstverantwortung, damit auch diese in die Tiefe sinken und nie wieder kommen . . . Der Gerer Rebbe, der in der/einfachen Art, wie er sich gibt, längst kein Chassidimrabbi mehr ist, sondern Lehrer der Diaspora, sprach bei seinem Abschied von der Kenessio Gedaulo in Marienbad nicht von Chassidus, nicht hohe oder tiefe Dinge der Kabbala, sondern er sagte: „Hütet Euch, Brüder, Juden, Freunde vor tZttn riKUP' vor grundlosem Haß!" Nicht mehr und nicht weniger. Und die tausend Menschen, die dabei waren —, und andere Tausende, die diese Mahnung durch die Zeitungsberichte erreicht hat, mögen es ihnen nachmachen — zogen bereichert nach Hause, bereichert in den Ernst der Tage, bereichert in die G'tteshäuser ein, um in heiliger Stunde diese kleine große Sündenlast von sich abzuwerfen. Ein großer Mann hat ein kleines, selbstverständliches Wort gesprochen, und dieses Wort gibt uns letztlich auch die Deutung für den T a s c h 1 i c h b r a u c h. Nach der Kenessio Gedaulo. Weitere Vorschläge und Resolutionen. Zum Statut des Geschäftsführenden Ausschusses. Der Geschäftsführende Ausschuß besteht aus 28 Mitgliedern (entspricht der bisherigen Zahl) und vier Ersatzmitgliedern. Der G. A. soll nach einem bestimmten Schlüssel aus dem Kreise der Landsmannschaften gewählt werden. Sitz der Zentrale ist London. Das Präsidium des G. A. besteht aus dem Präsidenten Herrn Jacob Rosenheim, Rabbiner Dr. Pinchas Kohn, Ansbach und I. M. Lewin, Warschau. Ressorts innerhalb der Exekutive. Innerhalb der Exekutive sind zwei neue Ressorts zu schaffen: 1. Ressort für Chisuk Hadaß, 2. Ressort für soziale Fragen. Das Ressort für soziale Fragen hat folgende Aufgaben; aj Schaffung von Handwerkerschulen, b) Schaffung von Kooperativen, c) Schaffung von Stellenver- 80 Proz. an die Zentralkasse, zu 20 Proz. an die Landesorganisationen. Keren Hajischuw, Poalim, Kibbuzim. 1. Die Kenessio Gedaulo ruft das thoratreue jüdische Volk in dieser Zeit einer geschichtlichen Wende auf, durch höchste Opfer den Keren Hajischuw instand zu setzen, seine großen Aufgaben zu erfüllen. Jeder Jehudi ist verpflichtet, sich jährlich für Keren Hajischuw zu besteuern. In jeder jüdischen Stube muß sich eine Büchse des Keren Hajischuw befinden. 2. Machane Jisroel muß aufgebaut und die Käufer von Parzellen von Machane Jisroel, soweit sie nicht in das Aufbauwerk von Machane Jisroel eingereiht werden können, müssen befriedigt werden. Die neue Exekutive wird beauftragt, binnen drei Monate die für das Aufbauwerk zunächst erforderlichen Mittel aufzubringen. 3. Die Kenessio Gedaulo hat mit tiefer Erschütterung von der Lage der agudistischen Poalim in Erez Jisroel Kenntnis genommen. Es ist unbedingte Pflicht der neuen Exekutive, gemeinsam mit der Lei- ^^^^Tn"^: mittlungen, d) Schaffung von Arbeitsgemeinschaften, die Vertreter der, Arbeitgeber und Arbeitnehmer umfassen, e) Schaffung von Auswanderer-Beratungsstellen, f) Einrichtung von Ferienkolonien für Kinder, Sanatorien, g) Einrichtung von Erholungsheimen: für Erwachsene. Finanzen. Die Einnahmen der Zentralkasse bestehen aus folgenden drei Teilen: 1. Aus dem Teilbetrag, den die Isandesorganisationen von den Mitgliedsbeiträgen- (Trumas Chower) an die Zentralkasse abzuführen haben; 2. aus dem Sondermitgliedsbeitrag (Trumas Chower nichbod), 3. aus der zehnprozentigen Abgabe der Kronaus. , Die; Kenessio Gedaulo bestimmt ' die Höhe der Mitgliedsbeiträge der einzelnen Länder-. Die besserbemittelten. .Mitglieder der Agudas Jisroel, zahlen einen»', Sonderbeitrag, der sich nach den Einkommensverhältnissen, des Betreffenden richtet. Die Mindestsumme dieses Sondermitgliedsbeitrages ist 3 engl. Lst. pro- Jahr. (Für Polen 2%). Die Einnahmen aus den'! Sondermitgliedsbeiträgen gehen zu In einer Sitzung der Landsmannschaft aus Deutschland. (Phot. Arno Katz Ffm.) tung des Keren Hajischuw alles aufzubieten, um durch konstruktive Mittel die Lage zu bessern. 4. Die Sorge für die Aufbringung des monatlichen Mindesttakziv obliegt der neuen Exekutive in Zusammenarbeit mit dem Keren Hajischuw. 5. Die Kenessio Gedaulo hat mit Erschütterung von dem derzeitigen Stand des Chinuch in Eres Jisroel Kenntnis genommen. Die Stärkung der vorhandenen Schulen, die Gründung neuer Schulen sowie die Stärkung der Jeschiwoth in Erez Jisroel ist heiligste Pflicht des ganzen jüdischen Volkes. . 6. Die Kenessio Gedaulo beschließt eine große Aktion für Keren Haschmittoh im kommenden Jahre. Die Kenessio Gedaulo fordert zugleich alle Gesinnungsgenossen in Erez Jisroel auf, den Schomre- Schwiis zu helfen. 7. Die Tätigkeit der Agudas Jisroel in Erez Jisroel wird durch zwei getrennte Gremien: 1. Sochnuth und 2. dem Direktorium des Keren Hajischuw durchgeführt. Sie unterstehen beide dem Waad Häpoel, der auch die Kompetenzabgrenzung durchzuführen hat.?uch Herrerl wasche, Trikotagen und Badewäsche I Herrenkleidung aiu, Art gutSühd preiswert bei Äuf£ Wunsch «np "i -V er arbeitung Frankfurt a. M. Hindenburgplatz 12 am Hauptbahnhof

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