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Der Israelit · 1937-09-09 · Heft 36 (9.9.1937) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 36 (9.9.1937)
Date
1937-09-09
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 36 Der Israelit 9. September 1937 Israel tun Söhne und Töchter dringend not, die weisen Herzens ,auf den Klang des Schofar hören. Seit mehr als tausend Jahren stand das jüdische Volk nicht vor so wichtigen Entscheidungen, wie in dem kommenden Jahr. Möge der G'tt des Geistes allen Fleisches uns nach seinem Ratschluß leiten und uns Weisheit, Fernblick und Mut verleihen, damit wir so handein, daß noch ungeborene Geschlechter einst unser Andenken segnen.. Nur G'ttvertrauen kann uns Sicherheit geben in dieser Welt. Möge die brausende Glut des Völkerhasses zur Ruhe kommen, mögen ihre Wogen sich von den Wohnstätten der Menschen ganz zurückziehen und möge die Sonne der Gerechtigkeit emporsteigen und allen Bewohnern dieser Erde Heilung bringen. Möge das Neue Jahr die Erfüllung dieser Hoffnung und dieses Gebetes bringen." Die Mandatskommission gegen Einschränkung der Palästina-Einwanderung. G e n f , 9. Sept. Der vollständige Bericht der Ständigen Mandatskommission an den Völkerbundsrat, der am 10. September zusammentritt, ist nun veröffentlicht worden. Neben den bekannten Teilen des Berichtes, die bereits auch von uns bekanntgegeben wurden, fällt die Steile auf, die die Palästina-Regierung für Ruhe und Ordnung im Lande unter allen Umständen verantwortlich' macht. Unterstrichen wird auch das Lob, das der Kolonienminister Ormsby-Gore den Juden wegen ihrer taktvollen Zurückhaltung bei den Unruhen gespendet hat; auch wird des Selbstschutzes, der Haganah, rühmend erwähnt. Der zweite Abschnitt des zweiten Teiles des Berichtes enthält die speziellen Bemerkungen der Mandatskommission. Bei der Besprechung des Problems des Bodenverkaufs erklärt die Kommission, daß sie besonderen Wert auf eine grundbuchmäßige Erhebung legt, durch die eine Registrierung derjenigen Araber vorgenommen werden soll, die ihren Boden infolge von Käufen durch Juden verloren haben. Zur Frage der jüdischen Einwanderung bemerkt der Bericht, daß fast alle Mitglieder der Mandatskommission sich gegen jede Einschränkung der jüdischen Einwanderung ausgesprochen haben. Die Kommission weist darauf hin, daß die geplante Begrenzung der jüdischen Einwanderung auf 8000 für die nächsten acht Monate eine Verletzung des Mandates darstellt, da sie im Widerspruche zu dem vom Völkerbundsrat für die Regelung der Einwanderung angenommenen Grundsatz der wirtschaftlichen Aufnahmefähigkeit steht. Die Petitionen, mit denen sich der dritte Teil des Berichtes beschäftigt, werden in drei Kategorien eingeteilt. Zu der ersten Kategorie gehören diejenigen, die sich gegen verschiedene „Repressiv"-Maßnahmen während der Unruhen wenden. Die Kommission betont, daß anscheinend in keiner ein konkreter Plan für die Bekämpfung der Unruhen vorgeschlagen wird. Die zweite Kategorie umfaßt Petitionen gegen die Politik der Mandatarmacht, die dritte solche, die sich auf den Legislative Council beziehen. Die derzeitige Lage in Palästina. — Verhaftung von Revisionisten. Jerusalem, 8. Sept. Der gesamte Jischuw steht unter, dem Eindruck des scharfen Vorgehens der Palästina- Regierung gegen die Revisionisten. 31 Revisionisten und 4 junge Juden anderer Richtung Würden verhaftet und zum großen Teil ins Konzentrationslager nach Akko verbracht. Es ist zum erstenmal, daß Juden ins Konzentrationslager kommen. Außerdem wurden 15 Revisionisten aus C h e d e r a nach dem Konzentrationslager verbannt, andere 6 Juden wurden am Sonntag wieder freigelassen. Verwandten gegenüber beklagten sich die Verhafteten über schlechte Behandlung. Abgesehen von den Ungerechtigkeiten, die dabei gegen unschuldige Menschen begangen werden, führt dieses Vorgehen dazu, daß die Verantwortung für die letzten Terrorakte, bei denen viele Araber gefallen sind, den Juden zugeschoben wird. Das Büro der Revisionistischen P a r t e i in Tel Awiw arbeitet, nachdem es mehrere Tage amtlich geschlossen war, nun unter Aufsicht der ständig anwesenden Polizei. Für die neuen landwirtschaftlichen Siedlungen im Beisangebiet wie auch für andere Siedlungen sind Hilfspolizisten eingestellt worden. Inzwischen mehren sich die Terrorakte mit jedem Tag. Die Opfer sind zumeist Araber und Polizisten, und es kann gar kein Zweifel darüber herrschen, daß hier Araber gegen Araber vorgehen. Unter den arabischen Opfern befindet sich auch ein Mitkämpfer Nashashibis, Ibrah i m B e y. Am Freitag wurde ein Jerusalemer Rabbiner, Rabbi Eleasar Gerschein, bei der Rückkehr von der Westmauer durch Schüsse, die*von hinten auf ihn abgegeben wurden, schwer verletzt. Im allgemeinen sind aber die Rosch Haschanahtage in Palästina ruhig verlaufen. Ein Zwischenfall wird nur aus Haifa berichtet, wo ein aus Deutschland stammender JuSe namens. Efraim W e i n e r von einem Araber durch Messerstiche leicht verletzt wurde. In einer in Tel Awiw abgehaltenen Massenversammlung sagte der Leiter des politischen Departments der Jewish Agency, Mosche Shertok, zu den Vorfällen der letzten Woche u. a. folgendes: „Wir wissen nicht, wer die acht ArabeY ermordet hat, die in der Nähe jüdischer Städte, Stadtviertel und Kolonien tot aufgefunden worden sind. Unter allen Möglichkeiten, die in Betracht kommen, gibt es auch die, daß diese fAraber von jüdischer Hand gefallen sind. Sind sie oder auch nur einige oder ein einziger von ihnen von Juden ermordet worden, dann müssen wir klar und unzweideutig erklären: Man kann die Gefühle, die eine jüdische Hand zu einer solchen Tat getrieben haben, verstehen, man kann diese Gefühle sogar rechtfertigen. Wir haben es aber nicht mit Fragen des Gefühls, sondern mit der Schicksalsfrage eines Volkes zu tun. Wir sind eine Gemeinschaft, die eine schwere Verantwortung für ein ganzes Volk und für kommende Generationen trägt. Wir dürfen uns deshalb nicht von Augenblicksinstinkten umnebeln lassen, die uns vom rechten Wege führen können,' Shertok wies darauf hin, daß die Haltung der Juden im Jahre 1936 zu einer Reihe positiver Ergebnisse geführt hat, wie der Aufrechterhaltung der Einwanderung und die Aufstellung eines von der Regierung bestätigten bewaffneten Yerteidigungskorps. Mit dieser Haltung habe man gezeigt, daß auf der einen Seite ein* Volksteht das nur den Frieden., will, und auf der anderen Seite Elemente, die nur darauf" ausgehen, ihn zu stören. Damit, daß wir gezeigt haben, sagte Shertok, daß wir die Angegriffenen sind, haben wir nicht verlangt, daß andere uns schützen. Wir haben Selbstbewaffnung gefordert,, um uns zu verteidigen, um Angriffe zu verhindern, um Verbrecher zu verfolgen, nicht aber um Unschuldige leiden zu lassen. Die P an arabische Konferenz in Damaskus konnte programmgemäß nicht durchgeführt werden, weil die französische Regierung führenden Arabern aus Palästina das Visum versagt hatte. Die Konferenz hat damit an Bedeutung verloren. ' Sorgenvolle Feiertage in Polen« , " Warschau, 9. Sept. Das neue Jahr begann für die Juden in Polen im Zeichen schwerer Sorge um ihre nahe Zukunft. Die Welle der judenfeindlichen Unruhen und Boykott-Aktionen ist auch während der Neujahrsfeiertage nicht abgeebbt und hat jetzt auf die größeren Stählte übergegriffen. In G r o d n o , der zweitgrößten Stadt der Wojwodschaft Bialystok, haben die Nationaldemokraten einen „antijüdischen Monat" proklamiert. Die Straßen werden mit Flugblättern überschwemmt, Lautsprecherwagen, von denen judenfeindliche Losungen ausgegeben werden, fahren durch die Stadt. In der Wojwodschaftsstadt Lublin sind vor den jüdischen Geschälten Boykottposten aufgestellt worden. In den Straßen von Piot.rk.ow, einer der größten Städte der Wojwodschaft Lodz, sind aufreizende Plakate angebracht worden. Die Bemühungen des Bürgermeisters, die Entfernung dieser Plakate zu veranlassen, blieben erfolglos. Auch hier wurden vor vielen Geschäften Boykottposten aufgestellt. In der großen ostgalizischen Stadt Tarnow kam es zu Zusammenstößen zwischen nationaldemokratischen Boykottposten und nichtjudenfeindlich gesinnten Polen. Auf beiden Seiten gab es Verletzte. In W a r s c h a U kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Boykottposten und Angestellten jüdischer Geschäfte. Ein Angestellter wurde verhaftet. Ih jüdischen Buchhandlungen sind Schaufenster und Lichtreklamen von Jugendlichen zertrümmert worden. Ueberfälle auf Juden in öffentlichen Gärten Warschaus dauern an. Mehrfach wurden Juden blutig mißhandelt. Unbekannte Täter haben das Dorf Rozki-Ziemaki im Kreis Wysokie-Mazowieeki in Brand gesteckt Die nationaldemokratische Presse nimmt dies zum Anlaß scharfer judenfeindlicher Angriffe. Das Palästina-Problem auf der Konferenz der kleinen Entente in Sinaia, Bukarest, 3. Sept. Bei der Erörterung von Fragen der internationalen Politik auf der Konferenz, die die Außenminister der Kleinen Entente in Sinaia abgehalten haben, ist auch das Problem der Tel" lung Palästinas behandelt worden. Der rumänische Außenminister und Vorsitzende des Rates der Kleinen Entente, Antonescu, der bisher auch Berichterstatter der Mandatskommission im Völkerbundsrat war, besprach den Bericht, den er im September 10 Genf über die Palästinafrage vorzulegen beabsichtigt. Herren- und Berufskleidung, Maß-Konfektion 1P3-Verarbeifung Frau F. MAIER Ww. Fahrgasse 94 1 Minute von der Konstabier Wache II DAS LICHT DER EWIGKEIT vhrläg des isräelit ühd uho liuiii uin liiiühlii hehmouGMBH.,Frankfürta.M. Schützenstr. 12 Postsch. 19802 von Rabb. Dr. Elle Münk in Ansbach broschiert RM. 4.00 Lwbd. RM. 5.00

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