Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 35 (2.9.1937)
- Date
- 1937-09-02
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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LiEMU MH ^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^yl^m^^f^^^^^f^W^^^ ][SD[ llololo« o—oHolololl 1DH1I Tj p-^TBSSyü ](M][ MI Erziehung- und Lehre Pädagogische Beilage zum „Israelit" Organ des Bundes gesetzestreuer jüdischer Lehrer Deutschlands hms ■HIIHIII— HIIHIIh— -Hlloiollolo-olololo,!!— ^}M}& -HIIHIIH -HIIHI Der 27, Psalm. Nach der Auflassung des Midrasch erklärt. Von Hauptlehrer Adler in Nürnberg- Der Likute Zewi empfiehlt, diesen 27. Psalm wegen eines großen HD vom Neumond Elul bis nach Sabbat Schuwo morgens und abends zu beten. Wer diesen Psalm .mit Andacht u*nd Demut betet, dem wird verheißen, daß er seine Jahre in Glück und Gesundheit zu Ende leben wird. V. 1. G ' 11 i s t mein Licht und mein Heil, vor wem soll ich mich fürchten,, G'tt, der Stärkequell meines Lebens, vor wem mich ängstigen! G'tt — mein Licht! Dieses erste Wort bezieht sich auf Pesach, Beim Auszug aus Aegypten stehen die Worte: bei allen Kindern Israel war Licht in ihren Wohnungen. Aus den erfüllten' Gesetzen G'ttes erstrahlte ihnen das Licht der Schöpfung, während die Finsternis greifbar das ägyptische Land umhüllte. : Vor wem sollten sich nun die ehemaligen Sklaven fürchten! Vor wem sich ängstigen! Warum fragt David zweimal, vor wem er sich fürchten und ängstigen sollte, in einem Vers? Auch Jakob fürchtete sich und ihm ward bange vor der Begegnung mit seinem kriegerischen Bruder Esau. A 1 s c h i c h erklärt: Wenn man sich angesichts einer Gefahr wie Jakob und David fürchtet und seine Seele so von Furcht erfüllen läßt, daß man auch nur einen Augenblick vergißt, daß „G'tt der Stärkequell des Lebens ist", G'tt, der uns seine trostreichen Verheißungen, seinen Bund und Schwur gegeben hat — das ist allerdings eine Sünde, vor der einem bange werden muß. •apy» 'Tay m>n bs apy bnt wn *i»r Das Licht für das Haus Jakobs, das die bangen, niederdrückenden Zweifel mit seinem kleinen, aber hellen Schein zerstreut, leuchtet kurz vor Pesach. Dann suchen wir in allen Ritzen und Spalten, in allen Nischen und Kästen unseres Besitzes nach dem Ba-. zillus des Chomez, um für acht Tage diesen Säure- Erreger aus unserem Lebenskreis zu verbannen. Haben wir dies gewissenhaft getan, dann wird G'tt unser Heil, unsere große Hilfe am Tage des Gerichtes und der reuevollen Bekenntnisse, am Rausch Has.chono und Jaum Kippurim. Unsere Lebensbahn, die so leicht ins Schwanken geraten kann, ohne daß wir das Wanken ihrer Geleise auch nur ahnen .— wie Salomo in seinen Sprüchen sagt — wird in Frie- 4?n gefestigt sein, hoffenden Sinnes blicken wir dem fragenden Morgen wie dem klaren Heute entgegeni so stark sind die Riegel unseres guten Gewissens, daß auch nicht eine schwache Sekunde lang ein leiser Zweifel den Spiegel unserer Seele trüben kann. V. 5. Denn er birgt mich in seiner Hü 11 e am Tage des Unglücks, macht mich unfindbar in der Verborge n h eit seines Zeltes, he bt auf einen Fels e n mich ho c h e m p 0 r, Auf der vollerleuchteten Höhe des Tischri- Mondes erblickst du die „Hütte" des Friedens, Sukkausfreude und Simchas Taurohstimmung tauchen in deinem Geiste auf. Mit seinem Gewissen im reinen, fürchtet sich David vor keinem Feindeslager, vor keinem heranbrausenden Kriegsgewitter, ja er ist-in seinem festgefügten Innern so gewappnet vor den Feinden rings um sich, wie Doeg und Achitofel, daß p-r ihnen keine Antwort schuldig bleibt. Der Aiidrasch rzählt, welche Bewandtnis .es mit diesem Satze im Leben Davids hatte. Wenn der König im „ruhigen teilen im Hause G'ttes seinen sehnlichsten Wunsch erfüllen und aus dem Worte G'ttes Erkenntnis schöpfen wollte," dann zischte ihm jemand die Frage ins Ohr: Wie ist der Urteilsspruch für einen, der die r rau seines Nächsten nimmt? Imponierend, antwortet ^avid.'.Der muß den Tod des Erstickens erleiden. : her er hat Anteil an der Ewigkeit. Wenn aber je« -aahd mit einem .Wort seinen Mitmenschen in der Oeffentlichkeit .so beschämt, daß 'sich dessen Antlitz "srfärb.t, der: hat keinen Anteil am ewigen Leben, er mag noch' SO voll Thorawisseiis und guter Taten r onst sein.' —■'_, Kaum war es publik''"' geworden, daß c!er von David',.geplante, ß.au des tTeinpeisr auf Mo-;' rija die gütliche Zustimmung nicht gefunden h^atte.i vreil;er ein Mann des"Schwertes, wenn''auch ihvge-1 rechten Kampf war, redeten die Feinde Davids etwa so ihn an: König David, wann wird denn das; Ees Hamikdosch "gebaut? Das sollte eine Anspie-; lung auf seinen Tod bedeuten. Aber dies Wort der „Spötter seines Zeitalters" traf den König nicht im geringsten. Im Schir Hamaalaus lesen wir seine Antwort. Wohl wissend, daß seine Hand, die das Kriegsschwert geschwungen hatte, das Haus g'tt« liehen Friedens nicht werde errichten dürfen, lachte er und sprach: „Ich freue mich, so man zu mir sagt, wann werden wir ins Haus G'ttes gehen können?" Ob er oder sein Sohn das Heiligtum baute, blieb im Effekt gleich; n«p) w bmw -fjn th Fragen wir nach dem Geheimnis seiner inneren, selbstsicheren Hai-; tung, seines zuversichtlichen Wesens, so finden wir dies in dem Worte tum'3R riRta ausgedrückt. In den» Worte r-iKT müssenviele Klänge des Guten, Wahren, Schönen wie zu einem wundervollen Akkord zusammengefaßt sein, deren Schwingungen vom geistigen Ohr unserer Meister des Midrasch vernommen wurden. min xb& urt \>* Wenn wir r-iRT hören, denken wir sogleich an die Thora, minn ART? an die G?tteslehre, die Moses vor den Israeliten ausbreitete wie einen gedeckten Tisch, Bund gesetzestreuer jüdischer Lehrer in Deutschland. Allen unsern Mitgliedern und Freunden beste ö*nir-Wünsche. x Frankfurt a. M„ Der Vorstand i. A. Münk, Vorsitzender. Ehemalige Kölner! Euch allen die besten tiTro -Wünsche .für Beruf und Familie! Euer A p t, Hannover, Sellstr. 44. Allen lieben. Kollegen und Freunden wünsche ich herzlich naita na»nm navia- L. K a u f m a n n , Sprendlingen Luftwirbeltiere geworden. Der Mensch stamme freilich nicht direkt vom Affen ab. Mensch und Affe seien nur als Spitzen divergierender Zweige eines gemeinschaftlichen Stammes zu betrachten, nicht um Ahnenschaft handle es sich, sondern nur um Vetternschaft. Im Kiddusch des Sabbats legen wir aber Zeugnis ab von der Vollendung der Weltschöpfung am siebenten Schöpfungstag. Raschi bemerkt zum Vers 25: G'tt bildete die Welt in ihrer Schönheit und in ihrer voll entfalteten Gestaltung (Chul. 60a). Im nrnn ~r>v vom sechsten Tag spricht der Verfasser den Gedanken aus, daß dem Werk G'ttes kein Werk vorausging, daß seine Weisheit alles ordnete, daß seinem Wollen sich nichts hinzufügte und. nichts ermangelte. Würden wir aber dem Entwicklungsgedanken zunicken, dann wäre beispielsweise die Metamorphose des Frosches nicht die Weisheit G'ttes, sondern die Weisheit des Amphibiums. ezpthr isi»» ■jtfjaa iiaa r>R8 Wie ist es möglich,, daß in sechs Tagen eine Welt geschaffen wurde, wozu nach unserer Berechnung Billionen von Jahren nötig sind? entgegnet die Wissenschaft. Die jüdischen Weisen fragen: Es steht geschrieben: G'tt sprach zu dem einmal zweifelnden Moses; Wird denn die Hand G'ttes nicht ausreichen? Warum denn schuf G'tt die Welt mit 10 Aussprüchen, er hätte sie doch mit einem A u s s p r urc h ebenso ins Dasein rufen können. Der Prophet (Jesaja 66, 8) ruft aus: Wer hat denn etwas wie dieses nRTS gehört, wer etwas, wie diese sind, gesehen? Konnte die Erde an einem Tag kreisen oder ein Volk auf einmal geboren werden? Damit sind o'-ttn rmrift *DT und rt*mna nvvnb Jliar als parallel laufende, natürliche und geschichtliche Schöpfungswunder G'ttes gekennzeich« net. Wer an das Wunder der Volks werdung Israels am Berge Sinai glaubt — die Wissenschaft glaubt nicht daran! — ' der muß auch logischerweise an die Weltschöpfung G'ttes in sechs .Tagen glauben. Für die Vollendung des Weltalls in der ersten Schöpfungswoche, wie für die nationale Geburt Israels durch die Thora (t=&b r-i","rt ovn) ist der Sabbat allwöchentlich ein Denkmal, das Israel zu pflegen hat. minn urtiznpn pnn ki* nata n*n vipn b& t» bm sa" bsv ymvb mwv rmrb rrapn nyya W) nvvb n» v> "'S *ns'nnn nmi km? 'ir -i»ri ^na n?s nvnb ib rrapn tf> in« 'Qbwb nv »n >ru» wsivb rv bpi >mvh nr P'i ,di'^ n» nw?>aa r^n 'iai tavb rJ>i ,avb nv rV ,*iaio nnm D»a rV : n»oV , -mn noa oua' eaa^ nsn «inw an den Baum unseres Lebens, dessen weit nach rechts sich dehnende Aeste' die verzweigten Jahre unseres Lebens, dessen links strebende Zweige aber die goldenen Früchte des Reichtums und der Ehre bedeuten. Welchen Sinn hat denn für uns das Wort Thora? Uebersetzen wir Thora ■ einmal mit Weltanschauung, g'ttliche Deutung des Weltbildes und der Weltschöpfurig. Bieten, uns die wissenschaftlichen Hypothesen eines Darwin oder Lamarck eine liefere Befriedigung als der knappe Schöpfungsbericht von rT>Wia? Auch wenn man der bescheidenen Angabe des jüdischen Luachs von 5697 Jahren keinen Glauben beimäße, . sondern das Alter der jetzigen We'± auf Jahrbillionen festsetzen würde, so könnte man auf die voraussetzungslose Frage, was denn vor den Jahrbillionen gewesen sei, auch keine andere Antwort geben: Ignoramus und ignorabimus. Wenn auch die Erklärung von def fein mechanischen Weltentstehung <Jurch die Wissenschaft selbst abgelehnt wurde, weil hinter der Zweckmäßigkeit des kleinsten Lebewesens, der einfachen Wiesenblume, des schlich-, ten Seidenspinners ein allumfassender, allweiser, einheitSYoller Schöpfergeist Und . Schöpferwille steckt — s'6 besteht zwischen der Welta'uffassung. von Schöpfung1 und Entwicklung immer noch' ein grundlegender Unterschied; der -von den größten religiösen Konse-» quenzen begleitet ist. Die Wissenschaft hält den, 'Sehöpfungsbericht des fünften Tages, z. B, wie der änderen Tage für ein' Märchen. Dort heißt es: G'tt ließ am fünften Tage die Wasser von Fischen lind ' Seeüngeheüern nach ihren Artungen wimmeln und- Ischuf die beschwingten Vögelj jeden; nach seiner Art. Die Wissenschaft aber lejhrt: Durch Funktipnswechselj 'ist aus der Schwimmblase der Fische die Lunge der; Uns ist die Art und Weise, wie wir uns unserem 1 G'tte nähern dürfen, genauestens vorgeschrieben. Das * höchate Löfc Aröns war, daß er alles so tat, w»e G'tt es Moses befohlen hatte. Sollte doch das Heiligtum auf der Erde ein Abbild des Heiligtums im Himmel sein! Als - Warnung winkten die Schatten seiner ältesten Söhne, die in ihrem Nahen, im Nahetreten auf ihre individuelle, selbstbewußte Art den augenblicklichen Tod durch das himmlische Feuer gefunden hatten: „Folget uns nicht nach!" „Ein leinenes Gewand habe er angetan, mit einem leinenen Gürtel sei er umschlungen, mit einem leinenen Bund umwinde er sein Haupt,, im Wasser bade er seinen Leib — — — denn es sind heilige Gewänder." So viel von seiner äußeren Erscheinung. Aber auch Seele und Herz mußten die Reinheit besitzen, geläuterte Gesinnung mußte der Hohepriester mit ins All erheiligste mitbringen, er mußte frei sein von Falschheit und feindlichem Denken, der böse Trieb mußte sich durch eifrige Uebung in den guten verwandelt und mit ihm sich zu einer Einheit verschmolzen haben. In entsagungsvollem Fasten, mit der Widdui auf den Lippen, mit liebevoll gebenden Händen — so! — riRta — trete man priestergleich am Tage, wo die Lebenden Und Toten ihre Sühne vor G'tt finden; uns Heiligtum. Manche kleiden diese Gedanken in eine mathematische Form und rechnen so: l-iawj» ist a« fl36). n!?sn ist "71? fl3o). rw-nr ist pao (136). Dreimal einhundertsechsunddreißig ist gleich vierhundertacht. Somit 'ist .der Zahlenwert der Buchstaben des Wortes nRT erreicht. — *tnD> >a* riRta "S»aR. ' Noch einmal begegnen wir in einem bedeutungsvollen 'Zusamm'enhang dem Worte tnm- In 515. "Gebeten " (TlrthKi T'iM) erflehte Mösles die Erfüllung seines höchsten Wunsches. Er bat, in das Land jenseits des Jordans hirtübergehen zu dürfen, den Morija und Libanon sehen zu können, das. Land, das G'ttes Auge vom Anfang bis! zum . Ende des Jahres ,bewacht und