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Der Israelit · 1937-09-02 · Heft 35 (2.9.1937) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 35 (2.9.1937)
Date
1937-09-02
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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■ ■ -fT^^^K^^^^^S^^fX w ' 2. September '1937 #**J wrtf,- D e r I s r a e Ii t Nr. 35 Seite 3 '— i r'l < t Ji' . - ' : V' ■ '■ . V---V ■ ■ ,- : \ i . . -, ■- % Am Ausgang ... .{Fortsetzung von Seite 1.) diesen, das uns, die wir das Glück hatten, mit jabei zu sein und alle, die miterlebend die fjerichte verfolgt haben —-, in die ernsten Tage des Gedenkens hineinbegieitet. Manmuß das Ganze als Ganzes nehmen. Von einzelnen. Strichen und Punkten, die, für sich gewertet, vielleicht weniger schön und lichtvoll waren und auf die bei einer späteren sachlichen Bewertung ebenfalls eingegangen werden soll, muß man absehen, wenn man sich am Tage des Gedenkens das Bild dieses großen, vielleicht größten Thoraparlamentes in unserer Galuthgeschichte wieder in Erinnerung rufen wfii. ■ r .'' Wer imstande' ist,1 in großen Zusammenhängen über das Erlebte nachzudenken, dem strahlt ein Sternenkranz auf, der Israels Nachthimmel am Feste," an dem „sich der Mond verbirgt", stark erhellen, wird. Israel in seinen Besten und Edelsten war vereinigt, und die; geistigen Führer, Kopf und Herz der Nation, haben in entscheidender Stunde das e n tscheiden de W^p r t g es p r o c h e n! Darf man angesichts dieser Tatsache hoch fragen: „Wozu die Kenessio; was hat sie gebracht?" Wie sagte doch einer der Großen in der weihevollen Stunde der Verkündung: „Urim betumim haben in alter Tempelzeit das; g'ttliche Ja oder Neinverkündet, wenn das Volk iu Irrung und Verwirrung nicht mehr ein noch aus wußte. Nicht Jedermann aber durfte G'tt um seine Antwort angehen, der König nur, der Hohepriester durfte es. Israel ist aber König, wenn sich die Spitzen des Volkes versammeln, allesamt die Stämme Israels" oy «loxnna -fin pwa *n*-i Es war neben jener Entscheidung dieses lfV> ^KW 'BaiP das gewaltige Gesamterlebnis der Tage; das Sichfinden aller Stämme Israels, der Brüder von Ost und West, Nord und Süd; daß von der Flut der Bruderliebe alle Dämme und Wälle, die die Grenzen der Golusiänder geschaffen haben, weggeschwemmt wurden. Der ehrwürdige Rabbi aus der .Hauptstadt Beßarahiens verstand den" Jüngling aus Hessen und Bayern, wie der Chassidimfürst aus Polen die warme Brudernähe fühlte an der Seite des englischen und amerikanischen Juden. Wir sahen, wie mitten in der Kultur stehende Großstadtmenschen heiße Tränen weinten, als jener kleine große ' litauische Rabbi sein zündendes Mussarwort in die Massen hinausrief.^E i n Streben, das Streben, das Haus Israels auf dem Boden der Thora aufzubauen, vereinigte alle. Und wenn nach schwerer Arbeit eine Stunde der Entspannung eintrat, fanden sich die Bruderhände zum Reigen, bei Psalmliedern, die G'tteslob Rundeten oder die die Erlösung herbeisehnten. Zum R e i g e n — weil, wie ein Chassidimrabbi sinnig bemerkte, es :dabei kein Oben Und kein Unten, kein Vorne und kein Abseits gibt. Wir schließen den Kreis und in der Mitte ist G'tt. „Daß keiner die Hand wegzieht, auf daß die Kreise, nicht gestört werden! ..." Und; der; [ Historiker dachte im Stillen, wenn er zum Bild auf der Tribüne hinaufschaute; Hätten wir vor etwa 150 Jahren eine solche Tribüne gehabt,, auf der sich alle hätten finden können önt ihren Meinungen, Gegensätzlichkeiten, Mißverständnissen, Erkenntnissen und Urteilen, alle lni Lichtete in e r g r ößen I d e e!, .—-' wie viel, wäre uns in .der Geschichte erspart, geblieben! Eine solche Tribüne vor 150 Jahren! Der Gedanke i^t; grandios; Hier hätte vielleicht der W i 1 n a e r G a o n gesessen, und neben ihm, wo jetzt der,?; Qerer sitzt, vielleicht;; der' Rayjr, der P a a 1 Hat a n ja; dort; hätte Rabbi J o n a than E i b e h s c h'ü t z seinen Platz gehabt.und ' 'nehen ihm. Rabbi J a k a u w;E m.d e n. Ein: Ne-! bei von Mißmut wäre Berge von Vorurteilen; unctU persönlichen'- Verstimmurigeri wä-;; j!.. ... ■■(■::■.'■;\ '' ren abgetragen worden, Eisfelder wären gei schmolzen in derv Sonne dieser gemeinsamen Idee, solch spontanen Begeisterung," und alles hätte sich zum Guten gewendet, wie auch , j e t z t scheinbar unüberbrückbare Gegensätze in den Beratungen und Verhandlungen von Mann zu Mann und Mund zu Mund in den Kommissionen ihre'hÄüsgleich gefunden haben. Wer will, unter solcher Perspektive gesehen, noch die Frage wagen, was die Agujda sei, was die Kenessio? — — — Wie o.ft sehnten wir uns in dieser Zeit der Not nach einem entscheidenden Worte, das den Sirin unserer Zeit deutete. Wo ist der Prophet ■ der Tage, derr ihy kleineren Maßstabe u n s.e r e r Zeit, die verwirrenden Dingezu entwirren vermöchte? Haben wir diese Männer nicht gesehen und das entscheidende Wort nicht gehört? War es nicht das, was wir alle in der Tiefe unseres -Herzens tragen und es bisher nicht als Wort hatten, was der litauische Rabbi mit prophetischer Glut aussprach: „Laßt doch all Eure Künste, um den Schlafenden aus dem brennenden Hause zu retten. W e c k t ihn, rüttelt ihn aus dem Schlafe auf, daß er sich selber rette!" iEine Aufrüttelung, ein großes Wecken ging von dieser Versammlung aus. Vielleicht ist die M u s - s a r - ü n d T ' s c h u w a - B e w e g u n g , von der wir schon voriges Jahr in- Marienbad sprachen, jetzt nun endlich wirklich angefacht. Und wieder ein unschätzbares Aktivum dieser Kenessio: Die Fr a u en sammelten sich, zum ersten Male; und es zeigte sich, von. welch hohem sittlichen Ernst, unsere Mütter und Töchter, denen eine Sara Scjienirer den Weg gewiesen hat,, beseelt sind. Ihre Konferenz, die auf höchstem Niveau stand, stieß den Ruf der jüdischen Frau an die jüdische Frau aus. Es war hier nicht von den Frauenrechten die Rede, wie man sie in den letzten Jahrzehnten in Europa, auch in jüdischen Kreisen, zu hören bekam. Das Recht, das mit ihr/geboren ist, will die jüdische Frau wahren und schützen, das Recht auf religiöse Erziehung der Kinder, das Recht'auf eine jüdische Ausbildung'und jüdische Ertüchtigung der Töchter, auf daß sie, mit beiden Füßen mitten im Leben und in der Welt stehend, doch noch Trägerinnen der alten jüdischen Tugendkronen bleiben und die Häuser zu Heiligtümern gestalten, die echte Pflegestätten des jüdischen Geistes sind. Alle Vorträge und alle Diskussionen in dieser Konferenz kreisten um diese eine Aufgabe, um dieses eine Ziel. Es würde dem Gesamtbau der Agudas Jisroel etwas fehlen, sagte der Präsident, käme nicht dieser höhe Beitrag der jüdischen Frau dazu! Und auch die Jungend war"mit dabei! Das konstatierte ein Redner aus Polen in der Schlußsitzung. Es soll nicht verschwiegen werden, daß die Jugend ihre Sonderwünsche und ihre Sonderinteressen hat, besonders die Arbeiterjugend in Eres Israel- Sie kann auch aufbrausen. Aber sie kämpft innerhalb unserer Reihen. Sie bleibt mit beiden Händen im Reigen, wenn sie zuweilen auch ihre eigene Melodie hat . . . Sie ist vielleicht unser größter Aktivposten, diese fordernde Jugend. Und wir werden an diese frischen, jugendlichen, in Hoffnung und Thorafreude strahlenden Gesichter denken, wenn wir in den heiligen Tagen das ' Q'ywsrw .1^9 ök d'isK Tp' pn singen. Wenn wir von ihnen reden '*7ö 'D Ii ,'1XT so denken wir hoffnurigsfroh und dankerfüllt an das Kommende, an das Bleibende TIS irotK *TDT« Einige Striche im Großen, und sie genügen, um uns „am Ausgange der Ruhe" das Ganze im Strahlenglanze des Lichtes zu zeigen, in dem wir in diesen Tagen wandeln wollen. \ pVrp ,t»:s "vwn n Nach der Kenessio Gedaulo. Die neugewählte Leitung der Weltorganisation Agudas Jisroel. Jacob Rosenheim, Präsident, Rabbiner : Dr.. Pinchas Kölln, Ansbach'und Jizchok Meier Lewin, Warschau, Vizepräsidenten. 'Marienbad, 26. August. Der von der dritten Kenessio Gedaulo der Agu- 4a?s. Jisroel eingesetzte. Waad Hapoel hat aus seiner; Mitte ein P r ä s i d i u m. gewählt, dem folgende Persönlichkeiten iangehören: Jacob R o s. e nh e'im'!a! s : Pr ä s i d e nji' (gewählt im Plenum der Kenessio) Rabbiner .Dr. Pinchas Köhn, Ansbach linä'' Jizchok-, Meier Lewin, Warschau; als Vizepräsidenten. Ueber die definitive Zusammensetzung1 der;[Exekutive werden noch . Verhandlungengeführt. Min der Organisierung der '•Mo.a.z e C h a c h m e* H alt h o r a . (Rabbinischer Rat) wurde Rabbiner To^ biasi; EoT'o wi t z betraut. w ■;L ^.ußer den; genannten Persönlichkeiten gehören) deitt Waäd Hapoel noch ah: Dr. Isaäc Breuer, Harry -> .-'i, . .ii ■•■ ■ i . ■,. i:.; ■•• i:;'"t; : Die palästinensische Delegation unter Führung von Rabbi Mosche Blau! (imVordergru^nd) (Phot. Arno Katz Frankfurt ,a. M.) Goodman, Dr. S. Ehrmann, Rabb. Schub, Wilna, Rabb. M- Blau, Jerusalem, St. Laski, Sampolno, Rabb. Jacob Henoch Sienkiwitz, Jerusalem, Elieser Sirkis, Jerusalem, Salman Jankelewitz, Bene Brak (Poale Agudas Jisroel Palästinas), Rabbiner Schmuel Dovid Ungar, Nitra, Rabbiner Mosche Öscher Eckstein, Sered, Großrabbiner M. S. Friedmann, Sadagcra- Przemysl, Rabbiner Salman §arotzkin, Luck, Rabbiner Tobias Hörowitz, Sanokj Rabbiner Zwi Hirschhorn, Jaworsznä (für die Jugend);; Senator Trockenheim, Warschau, Sejmdeputierter L. Münzberg, Lodz, Mosche Lerner, Warschau,. Elijahu Mäzür, Warschau, Alter David Kurzmann,..iKrakau, Elieser Gerschon Frydensöhn (für dte Bnos Agudas Jisroel), Falk Lanäenberg, Lodz (für die Pöäle Agudas Jisroel Polen), Chajim. Jisroel Eiß, Zürich/!! Henry Pels, Hamburg. Fischel Gelernter, Berlin (für; die Agudajugend in Deutschland), Mordechai' Dubinff. Riga, Rabbiner, Mor-. dechai Katz, Telsiai, v Dr. : Simon Wittenberg, Riga, Kaiman Pappenheini; Wien, Rabbiner jW. S. Jacobson,. Kopenhagen, Benjamin Citron (Rumänien) 'und David Abelmann,: Tighina1' (Beßarabien).! Stellyertre-

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