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Der Israelit · 1937-04-27 · Heft 34 (27.4.1937) [27.8.1937] · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 34 (27.4.1937) [27.8.1937]
Date
1937-04-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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27. April 1937 D e r I.sr a e I i t Nr. 34 Seite 7 Rabbi Mosche Blau, Jerusalem) willau? die angeduteten Reibungen, rdie nicht tief sitzen, vor diesem öffentlichen Forum nicht eingehen;, Es hänge dieses mit'der finanziellen Not zusammen. Auch er wünscht absolute Klarheit zwischen Agüda und Poalim, wie zwischen Uns und den zionistischen Stellen. In der Teilungsfrage möchte-' er; dem Rabbinischen Rat nicht vorgreifen, aber das Herz krampte sich im 'Leibe zusammen, daß das: alte Jerusalem und die Heiligenstätten in Hebron usw. nicht uns ^gehören sollen. ■ ' . ■- 1' Es sprechen dann Henoch S i e n k i e wi c z über die Sochhuth der A.. J. und Benjamin Münz über die Lage der Poalim. Die Poalim erkerinen die Leistungen des alten Jischuw an, haben aber viele Klagen und tWunsche, denen Müiiz Ausdruck > gibt. Als Mitglied des G. A. sagt J, JVL Lewin, mit dieser K. G. beginne der Kampf des orthodoxen Judentums um die agudistische Idee, wie sie sich in 25 Jahren herausgebildet hat. Agudas Jisroel hat vor aller Welt zu manifestierenv daß. das jüdische Volk das Volk G'ttes ist. Er weist dann Angriffe auf die Leitung der A. J. zurück; ' . Dr. Büx b ä u m, Jerusalem, sagt, die angedeuteten Gegensätze seien rein sachlicher Natur und keinesfalls unüberbrückbar. Es stimme auch nicht, daß Machne Jisroel für intensive Bewirtschaftung ungeeignet sei. Agudas Jisroel möge mit ihren Kibbuzim zeigen, was ein wirklich jür discher Staat bedeutet. .. ' Es sprechen noch . Rabbi P e r 1 o w und Schiff, letzterer als Vertreter der Zeiire Agur das Jisroel in Jerusalem. Redakteur R o g ow y . wünscht die Schaffung eines religiösen Chalu,- zismus. Jacob K a t z , Haifa, fordert eine große. Hilfsaktion für die Kibbuzim. In ahnlichem Sinne sprechen M. Krongrad., Warschau und M. K1 e i n 1 e hr e r , Jerusalem. Mit einigen sachlichen Bemerkungen von Dr. Isaak Breuer findet die Nachtsitzung gegen 4 Uhr morgens ihr Ende. ■ _ , Der Sonntag. « Am Sonntag lag der Schwerpunkt der Arbeit außerhalb des Plenums in den Kommissionen und Ausschüssen, die eine Menge wertvoller Arbeit leisteten und die Beschlüsse für die entscheidenden letzten Sitzungen der Kenessio Gedaulo vorzubereiten hatten. In der Plenarsitzung ging indessen die in; der Nacht nicht zu Ende gekommene Erez Israel- Debatte unter Vorsitz von Senator Trox Senheim weiter. Moses und Silber st ein aus Palästina sprechen wieder für die Poalim. t Ab elmann, Rumänien, weist'nach', daß die Agudas Jisroel die Interessen der Poalim und Kibbuzim in reichlichem Maße gefördert habe. Goodman nimmt nochmals Stellung ' zum Teilurigsplane, für den er ein entschiedenes Nein hat. Entgegen .dör Behauptung eines Redners, der Peel-Bericht ignoriere die Agudas Jisroel, führt Goodman einige Stellen des Berichtes an, die von den in der Bibel verankerten Rechten des jüdischen Volkes ,sprechet und' auch direkt_ äuf die Agudas, Jisroel Bezug nehmen. Viele Kreise in England warten geradezu auf;die Stimme des orthodoxen Judentums in dieser c r ..'Mi. , ■ >;•, ),■!<•!, \V,y; ' aache.. . . . ... L>... .« . . .; , { Dep/ M ü n z b>e r g;, r eb!ensö M a,s u, r , Warschau, treten Goodman in , einigen Punkten ent? gegen. Dr. F.. Schlesinger spricht im Namen der Sochnuth der Agudas Jisroel in Erez Israel. Mit Aeußerungen der polnischen Delegierten Fr i edens ohn, Direktor Ort^an und' S b hl'm':a n:n ''Uber Chinuchf ragen; in,.. Erez, Israel schlißt ."die Plenärsitzurig. > ■ ■'''"■r.-^i'--. i i ■ * * •*''' , ' ' -:- ■ ■■:> ^>>* . ' .. ... i;[ .-" Vonden Sonderveranstaltungen am?Sonntag, nachmittag ist eine stark be'sücMe P r e' ^s e * , v eir;:s;a^;mXu^g'nenneiii iler unfer!1-V<or-r sitz : vdn iGöödmän-, nach einigen Referaten und-, emer; ausgiebigenAussprache, ein V e avhia jn d : X e Ii jJ^o's'e r J ö u r. ü a H s t e n und S^'rtr itf t-,.-, s t eil er gegründet Nwurde^;; . , ''.'., 1 Für den Abend warjen eine Jugend- und^e-ine Oeffentliehe?Massenversammlung mit mehreren prominenten .Rednern angesagt, die sich in>der geplanten Weise nicht durchführen ließ. Es kamen außer einigen Jugendvertretern nur Öberrabbiner Dr. C ar;\ ebach, Hamburg und Dr. S. Ehrm ann zu Wort. '' Ueberseewanderung und Siedlung. " Die .Sitzungen am Montag. Am Montag vormittag hielt Dr. Mäximilian L a ndau sein Referat über . Ueberseewanderung und Siedlung. Er gab einen Ueberblick -über die sich stetig vergrößernde Not der jüdischen Massen und die Krise der jüdischen Wirtschaftsstruktur, die heilte eine imm'anente Krise ist. Die Erfolge der jüdischen Sozialarbeit sind, gemessen'an der Größe der Not, äußerst unbefriedigend. Das liegt vor allem daran, daß -die jüdische. Sozialpraxis fder Gegenwart das Bild einer vollkommenen Anarchie bietet. - Unzählige große und kleine Organisationen arbeiten chaotisch Juhd. planlos nebeneinander; einzelneGebiete der So- 'zialpolitik "sind übersetzt, während andere leer ausgehen. Reiche, Mittel und Energien werden in sinnloser Weise (Vergeudet, Der Vebensmut -der jüdischen Massen ist bisher durch die Hoffnung auf Erez Israel aufrecht erhalten worden. Es ist aber sicher, daß Palästina in absehbarer Zeit die Not-;der jüdischen Massen nicht wird lindern können . \ Im Anschluß an eine ins Einzelne gehende Schil» , decung dieser Sachlage und Verhältnisse forderte der Referent die einheitliche Zusammenfassung aller Kräfte und die'Aufstellung eines großen, den gesamten jüdischen. Wirtschaftsraüm umfassenden und gegen die eigentlichen Ursachen der :ökonomischen '.Judenkrisegerichteten Wirtschaftsplanes. Ein allgemeiner jüdischer Wirtschaftskongreß kann, so sagte er,; diesem Zweck nicht entsprechen!; Ein Kongreß mit parlamentarisch-demokratischem' Charakter und heterogenem und dilettantischem Delegiertenbestand wird nur auf " eine leere Demonstration hinauslaufen. In dieser Zeit-müssen alle lokalpätriotischen Bedenken, alle autarkischen Tendenzen .unserer zersplitterten .Sozialpolitik und, alle Schlagbäume restlos verschwinden,.- Dref tatsächlich bestimmenden Faktoren der jüdischen'"Sozialpolitik und Sozialpraxis müßten ohne; viel äußere Umstände miteinander Fühlung nehmen. Eine Konsolidierung, des jüdischen Wirtschaftslebens müsse'" erstrebt werden, und .zwar im Sinne einer grundlegenden Äendferung der'Jüdischen Wirtsehaftsstruktur . in Richtung, einer Berufsumschich-, tung und Prqduktivierung der jüdischen Massen und ihrer allmählichen Loslösüng von .der Markt- und Geldwirtschaft und stärkeren Verbindung mit der Urwirtschaft. ■ Dabei betonte Dr. Landau, daß in allen Wohnländern eine gleichmäßigere Verteilung in den wirtschaftlichen Berufen anzustreben" sei. Man müsse auf die Eröffnung' neuer Erwerbsmöglichkeiten sein Augenmerk richten, der . Ausbau eines gemeinnützigen Kreditwesens müsse in die Hand genommen werden. Vor allem aber sei es erforderlich, eine großzügige landwirtschaftliche Siedlungsaktion zu betreiben, wobeinicht notwendig an eine einseitige Agrarisierung gedacht wird, sondern eher an neue gemischt-wirtschaftliche Verbinduhgsformen von Landwirtschaft mit Handwerk5 und Gewerbe. Der Referent erwähnte in dieser Hinsicht ein Projekt der Kultivierung in Polesien im Raum der Städte Pinsk. Grodno, Brest-Litowsk und Baranowice. Er besprach die Einzelheiten dieses Projektes; und gab Hinweise, iti welcher Weise er sich seine Verwirklichung denke. Der Referent förderte als Ergänzung des an Ort und Stelle geführten Hilfswerkes eine großzügige Auswanderung „und Mässenkolcniis'atipn in Uebersee. Die eigentliche große jüdische Aufgabe der-1 jüdischen Wirtschaftskooperatiön sei die Errichtung kompakter jüdischer Massensiedlungen auf geeigneteniJ Territorien in Uebersee. Dieses Ziel sei keineswegs "so juto« pisch wie man glauben mag. Wenn dift- Fehler {früherer. Kolonisationsversuche vermieden wer|leri, wenn die bisherigen unzulänglichen ' SiedlungsmejthO'" den durch modernere und"'zweckmäßigere, ersetzt' werden, wenn das Prinzip" der philanthropischen, planlosen privatwirtschaftlichen Individualisierung, mit einer nach planwirtschaftlichen Gesichtspunkten geleiteten, genossenschaftlich aufgezogenen; agro^industriellen M^ssenkolonisation auf der Grundlage wirtschaftlicher Rentabilität und Selbstversorgung vertauscht wird, sei das Gelingen eines solchen Planes in hohem Maße wahrscheinlich. Es gibt genug früchtbare und klimatisch -günstige Territorien in der ' Welt. In den überseeischen Ländern harren riesige menschenleere Gebiete ' mit reichen Naturschätzen ihrer Entschließung. Der Referent vertrat die Ansicht, daß gegenüber einer planmäßig durchgeführten Immigration, die sich die Erschließung noch nicht ausgenutzter Gebiete zum Ziele^setzt, in de» weitaus meisten Ländern alle Einwandferungsbeschränkungen fortfallen werden. Er besprach einige Siedlungsprojekte, die alle noch gründlich geprüft werden müßten und verwies insbesondere auf leere Räume innerhalb des britischen Imperiums, die anerkannte Notwendigkeit einer Einwanderung in die Dominien und meinte, daß das Kolonisationswerk aus den mannigfaltigsten Gründen gerade auf Gebiete innerhalb des Empire konzentriert werden müßte. Er wies den Einwand zurück, daß die Juden für die Besiedlung von Ländern außerhalb Erez Israels nicht die heroische Lebenskraft und . nicht die unerschütterliche Zähigkeit aufbringen würden, die sie im Heimatland haben. Ueberhaupt sei die Argumentation, daß durch ein großzügiges Hilfswerk in der Diaspora der Aufbau Erez Israels vernachlässigt und „geschädigt" würde, durchaus unzutreffend und kurzsichtig. Palästina werde durch eine Sanierung des Golus nicht nur nicht geschädigt; es könne dadurch nur gewinnen. Auch sei eine weitere Zerstreuung der schon jetzt genügend zersplitterten Diaspora nicht zu befürchten. Es handle sich lediglich um eine Umgruppierung der Diaspora, die notwendigerweise mit einer stärkeren Konzentrierung verbunden sein wird. Dr. Landau behandelte dann das Finanzierungs- . problem, das im wesentlichen nicht ein Problem der Erschließung neuer Geldquellen, sondern ein Organisationsproblem ist. Es wäre schon viel gewonnen, wenn die geradezu ungeheuerliche Fehlleitung und Verzettelung von Kapitalien in der jüdischen Sozialarbeit durch Koordinierung gleichgerichteter Bestrebungen und Unterstellung der gesamten Wohlfahrts* arbeit unter ein überragendes Ziel abgelöst würde. Als Basis käme aber immer eine internationale Anleihe unter Garantie des Völkerbundes in Frage. Das Jüdenproblem müsse jetzt vor dem Weltforum in voller Breite aufgerollt werden. Die Völker der Weit müßten aufgefordert werden, durch einen umfassenden großangelegten Plan die Liquidierung dieses Problems in Angriff zu nehmen. Wir müssen-klar sagen, was wir wollen, wir müssen einen konkreten Vorschlag machen, und zwar einen, der nicht vor einer Gruppe allein, sondern vom ganzen Volke ausgeht. Ein grandioses Werk kann weder politisch noch finanziell von einer Organisation allein in Angriff genommen werden. Es verlangt die vereinigten Kräfte des ganzen jüdischen Volkes. Nur eine gesamtjüdische Wirtschaftskooperation ist imstande, diese Aufgabe zu übernehmen und auszuführen. In dieser Hinsicht habe die Agudas Jisroel die Problematik des jüdischen Volkes und die wahrhaften Lösungsmöglichkeiten schon lange erkannt. In einem weiteren Referate über die soziale und ökonomische Lage der Juden in Polen erhebt Laudenberg, Lodz, schwere Anklagen gegen jüdische, auch orthodoxe Industrielle in Polen, die bei Einstellungen von Arbeitern jüdische sabbathaltende Arbeiter unberücksichtigt lassen. Halpern, Tel Awiw, bringt die Schmitt o f r a g e zur Sprache und appelliert zur Unterstützung des Schmittofonds, worauf Rabbiner Silver in seiner Abschiedsrede verspricht, in Amerika t intensiv für die Poalim und auch für die Schmitto- Aktion tätig zu sein,.... Mit einer Rede von O r l e a n ,: Krakau, schließt die Vormittagssitzurig. :" "• tAm Nachmittag kamen noch1 viele Redner zu diesen Themen zu Wort, Chi p d n i k , Warschau, fand warme Worte für die vitale Bedeutung der Sabbatheiligung. Ein Höhepunkt der Kenessio Gedaulo. tD i.e. :e nj|,sc h e \I de,n d e, $ 'i t z u ja g ä m j. Miöiri.tiaiga»b en di v.ir '"i! [; ••. * ■■! . .'ivfacii e^nem arbeitsreichen Tag in den Jc4m-' mis'sipnen.^nd Aussc^üsseh_jversammelte sich junr 8,30 $ivr ^berids das "PJenun|||in 'so großer AnV .zahl( ^eseizt wa^eu- ,t)ie Ordner hatten wieder schwere Ärb eiti. r. dpch j-ginjg ,1 der *^'OrdnungMiensi' ■ jetzt* |ejchtt und/-eglatf ^ön^jtatien,. äa .äie ispannende Erwartung zur Selbstdisziplin zwang. Es ging fetzt darum^ die Frucht der tagelangen Arbeit, eitt£r Tränensaat im buchstäblichen $iiin£, unter Däch zu bringen. Der 'iR a b'b i h i s ch-4 R a t", die höchste^ geistige Spitze (der in der Agudas jisroel örga'hfsierten^ thpratreuen'Natfönj sollte sein .entscheidendes'i;Wort zü .der Fragev aller Fragen, zu 'der F&'ltWln-si i r'p, g^'^.^jiVecheii*- Öie r Spannung und " Weihö'' konnte nicht mehr Jüb^rtroffen' werden. Es korrimf zuerst ein . Iii 1 /■ A. -..w : -:\ \[ ■. :■:

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