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Der Israelit · 1937-08-20 · Heft 33 (20.8.1937) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 33 (20.8.1937)
Date
1937-08-20
Page
– (sequence 5)
Language
German
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20. August 1937 1 i t Nr 33 Seite 5 üvi im. Kurgarten so aus, als sei das ganze Kurieren zurückgetreten,- als sei die Kenessio das Prim-ife und das sonstige Kurtreiben nur eine Kulisse d >ses großen Treffens. > •■ Mindestens scheinen auch Stadt- und Kurv.irwaltung 'die Sache so aufzufassen. Hat doch -cM Stadt nicht nur.. das herrliche Kurhaus für die Tagungen unentgeltlich zur Verfügung gestellt, sondern auch noch andere Baulichkeiten für die Büros und dief anderen Einrichtungen der K. G. gern und v'illig und ohne jegliche■■Vergütung hergegeben. Die riesigen Tränsparente an verschiedenen Verkehrsr punkten der-Stadt, ebenso die Girlanden und Fahnen, die alle. Iii hebräischer und'deutscher Sprache Marienbad als Residenz der Kenessio stempeln, sind Gaben der Stadt. Die hohen und höchsten Behörden haben sich für den Begrüßungsabend angesagt. Marienbad ist stolz darauf, Schauplatz der. großen Versammlung, Residenz .großer Thorafürsten zu sein. Das ermutigte. .das Vorbereitungskomitee, das Wunder der Organisation zu vollbringen, das in den wenigen Wochen wirklich vollbracht wurde. Es wickelt sich alles wie am, Schnürchen ab. Erstaunlich, wie bei diesem Massenandrang doch jeder Ein» zelne vom'Komitee erfaßt ist und. auf seine Rechnung kommt. Seit 8 Tagen strömen die Delegierten und ägudistischen Würdenträger hierher. Der Sabbat stand schon ganz im Strahiehglahz der großen Versammlung, und jeder Zug bringt neue Gruppen, und in wenigen Augenblicken weiß jeder, wo "er hingehört, Eine große Jugendherberge wurde für 400 junge Leute hergerichtet, die in ihrem Lagerreich die Kenessio in eigener Romantik erleben werden-. Auch für die weibliche \ Jugend ist so gut. vorgesorgt, daß sie, die alle mit viel Begeisterung und wenig Devisen hierher kommen, vortrefflich untergebracht werden. In den weiten Räumen der Schreibbüros klappern zwei Dutzend Maschinen. Ein Stab liebenswürdiger junger- Damen hat sich mit einer Freude ohnegleichen; in den Dienst der guten Sache gestellt. Alle Hände sind in Bewegung, alles ist . erregt, und keiner | verliert den Kopf. Gute Laune hilft über technische Mängel hinweg. Denn über allem schwebt der Geist froher Erwartung. Die Alten und die Jungen. Oberrabbiner Jesajas Fürst, Wien Ein junger Teilnehmer aus Polen Was erwarten die ägudistischen Kreise in Erez Jisroel von der dritten Kenessio Gedaulo? Von Dr. Willy Holmann ,in Jerusalem.*) Lösung der jeweiligen jüdischen Gesamtheitsaufgabe im Geiste der Thorä, so lautet das Programm der Ägudas Jisroel. Niemals darf sie diese Richtlinien aus dem Auge verlieren. Stets muß ihr Sorgen und Streben auf das Wohl der gesamten Judenheit, soweit sie heute über die. Erde zerstreut, ist, gerichtet sein. Nur dann kann dieJKenessio Gedaulo ihre Aufgaben in Wahrheit erfüllen, wenn ihr ein Bild der Nöte und Wünsche in allen Ländern vorliegt. Trotz alledem wird *) Der Aufsatz kam zu spät, um vor der K. G. zu erscheinen. Die hier geäußerten Wünsche agudistisfaher Kreise in E. J. kommen aber auch während der Kenessiotägüng nicht zu spät. Red. sich die diesjährige K. G. in ganz anderer Weise, als ihre beiden Vorgängerinnen, mit dem Problem Erez Jisroel befassen müssen. Zwar gehörte schon seit der Gründung der Agudas Jisroel vor 25 Jahren die Kolonisation von E. J, riKT»m nmnn ITHS wie man sich damals ausdrückte, zu deren. Zielen. Indessen ahnte man wohl 1912 noch nicht, welch ungeheure Bedeutung diese wenigen schlichten Worte einmal erhalten sollten. Ein sehr geschätzter und bekannter Agudist, der schon lange in E. J. wohnt, erzählte mir erst dieser Tage, er habe seinerzeit nach der ersten K. G. den Eindruck gehabt, als sei es der Aguda garnicht ernsthaft um. positive Aufbauarbeit in E. J. zu tun. Sie beschäftige sich mit dem E. J.¬ Problem nur deshalb, weil es eben an de* Tagesordnung sei. Eine Unterredung mit einem Mitgliede des G. A., das heute leider nicht mehr unter den Lebenden weilt, habe ihm diese Auffassung nur bestätigt. Es gab sicher vor 14 Jahren führende Agudisten, die diese Meinung vertraten, und ebenso ändere, die aus ehrlicher Ueberzeugüng anderer Ansicht waren. Heute hoffen und wünschen wir, daß im gesamten ägudistischen Lager über diesen Punkt kein Streit mehr entstehen kann. . Tatsachen lassen sich nicht abstreiten und reden eine deutliehe Sprache. Es hat in E. eine große Einwanderung stattgefunden, es sind dort große jüdische Zentren entstanden, und last not Ieast haben wir den Bericht der englischen Royal Commission und den Beschluss nun allmählich über das weite Tal, durch das sich malerisch schön die Nahe schlängelt. Immer dunkler höbsn sieh die Salinen von dem hellen, lieblichen Grün der Wiesen ab, bis sie schließlich in tiefes Schwarz versinken. Doch drinnen im Heim, wo inzwischen, begrüßt mit freudig lautem Gesang von ca. hundert Kindersfimmen, Königin Sabbat eingekehrt ist, herrscht blendende Helle. Hier zeigen lauter froh strahlende Kindergesichter — vom Allerkleinsten bis ■ zu. den Großen — wie sehr sie sich mit dem: Sabbat freuen. Und mitten unter ihnen sitzt Schwester Oberin. Man sioht es ihr ordentlich .an,, wie sie sich freut über de s, was sie „ihren"; Kindern zu geben vermag- Und welches Gut ist kostbarer als der echt jüdische Sabbat!, [ . ' ' ' Diese Gedanken scheinen auch die Erwachsenen J zu bewegen, die unter, der fürsorglichen Obhut von Schwester Hedwig nebenan, im Damenheim Erholung suchen. Manche von ihnen haben Schweres durchziämachen gehabt, :Was noch niederdrückend auf ihnen > 'artet. Doch die allgemeine Schabbosfreude teilt sich a^ch-ihnen mit,; . ■ : ■ Wenn.jdfe Kinäer1 nun nach vier .Wochen, körpet;- Ihh erholt und' auch, geistig 'erfrischt und gefördert, hcumkehren, sö; wird ihnött; - wenn sie an! die Ferien zurückdenken/ der Sibbät im Kreüznacher Hehn ab besonderes Erlebnis dastehen. " " ■ Wir 4önnen-3nur v^nschen, daß, jes deri^wertypllen Möschen,, dieHih, dfesepxvorbildliehen Heimö wh\- *tca. -weitgr/gelingt, soy4eir Freu.de 3su verbreiten jünd somit, zurät Segen .jtür. andere zu w'erdega.;' ,.^'(;S^ Palästina-Wirtschaft 1937. Von -Dr. Werner Cahnmann. Das Palnews Wirtschafte-Jahrbüch für Palästina .für das Jahr 1937, das soeben bei Palestine News Service Ltd. in Tel Awiw erschienen ist, ist wie seine Vorgänger außergewöhnlich ireichhaltig, aber, im Gegensatz, zu diesen steht es unter dem Zeichen der Wirtschaftskrise, von welcher das Land seit dem Ausbruch des italienisch-abessinischen Konfliktes betroffen worden ist. Ein äußeres Merkmal dafür ist. daß von den. bisherigen drei Ausgäben, hebräisch, englisch, deutsch,' die deutsche aus Ersparnisgrün» den weggelassen worden ist. Dieser Umstand mag auf den ersten Blick der Verbreitung innerhalb des deutschen Sprachgebiets / abträglich erscheinen, er schließt - aber andererseits für den Leser den heilsamen^ Zwang in sicji, die mangelhaften englischen oder hebräischen Sprächkenhtnisse, die er hat, zu erweitern. < ' . Der führende Aufsatz, stammtwie' in früheren Jähren''von Di-. Alfred Michaelis. Er behandelt Ürsachferi . und Verlauf der wirtsebaftlichäh Entwicklung'des Jahres 1936, um schließlich die Bedingungen für-die Gesundung aufzhzeigen. Sie -bestehen in der Fortdauer aW M.enseEe4i 'wie de^ Käpitäizüwari- 'derunjl;' in *äer Staffcünjf der Kauifcräft äiMh fee^ük- ^P,|ij^^<1;^ft&^i^ptt$s^ in ' der ErleicKferuilg •def rikWai^^^iläA^0äif[- lind in der. Verminderuäg der J^Ödüktipri^^ «schaft. ©er IeM6ren; Bedingung Iramint^'l^öiiäeEe 'Bedeutung zu, wenn mah bedenkt, olB beispielsweise 4hi Monat De^emM 1^36 die Großfiahäe^i-eise für inländische Tnuyah-Butter in Tel Awiw per kg 250 betrugen gegenüber 149 für baltische und australische Butter, die Großhandelskreise für je 100 Stück Tntiyah-pief 730 gegenüber 272 für syrische und ägyptische Eier. \ Der Aufsatz von Michaelis wird durch eine Reihe anderer Aufsatz6 ergänzt, von denen diejenigen von Witkowsky über Probleme der Industrie in Palästina, von Töikowsky über die •: Zitfus-Säison 1936/37 und die Aussichten der Zitrus-Wirtschaft, von Werber über Wässerwirtschaft, von Hirsch über jüdische Landwirtschaft, von Poshter über Bankwesen, von Düsterwald über ausländische Investitionen in Palästina und ein weiterer Aufsatz von Michaelis über Handelsbeziehungen zwischen den Ländern des Nahen Ostens besonders hervorzuheben sind. Umfangreiche statistische Tabellen über Bevölkerungsbewegung, auswärtigen Handel, Verkehrswesen, Bankwesen, Bauwirtschaft, Finanzen der Mähdatsverwaltung, Elektrizität und Gesellschaften, sowie informätörische Angaben' über Mäße und Gewichte", Post- und Elektrizitätsgebühren, Zolltarife und Handelskammern erhphen den .^eri des Jahrbuchs für den Kaufmann und den Wirtschaftsberater. Alles in Allem muß man. den Worten zustimmen, mit denen S. Hobfien, ^Präsident der Handelskammer von Tel Awiw . .tiria Jaffa,, das Vortyort, das dein j'i&rtiäcn Vorausgesetzt iit, abschließt: die Wirtsj«häftsentwickihng iii Palästina iBt w#ögf£ als ,% dersiwo.; ai*5i fj|in1 ökonomisches Dajen ate^6s<sn, weil sie in; höchstem' Grau .von poUtiscHen .Fäktöreh bestimmt ist,. i.--.. . •. Ii ■

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