Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 33 (20.8.1937)
- Date
- 1937-08-20
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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J K E REN H ATO R A H.steht im Dienste unserer Jugend! TqlmütJ Tora-Schulen - für unsere Jugend! Religionsunterricht in lehrerlosen Gemeinden - für unsere Jugend! Keren Hatorah-Heime - für unsere Jugend! r Subventionierung des Jeschiwa-ßesuches - für unsere Jugend! La n d es d irektori um des Keren Hatorah, Hamburg, Postscheckkonto: Hamburg 247 53 diesen und ähnlichen Gebieten werde sich Redner nicht nehmen lassen, solange dies der R. R. nicht durch einmütige Entscheidung verbietet. In Sachen ' der Auswanderung könne nichts Gedeihliches geschehen, solange die großen Organisationen an ihrer kleinlichen Parteipolitik festhalten und sich nicht zur gemeinsamen Arbeit —»auch mit der Aguda — zusammenfinden. Der Zionismus, das hat der Züricher Kongreß gezeigt, will den Judenstaat, auch das bri- ' tische Kolonialami, aber will ihn das jüdische Volk? Das Monopol der zionistischen Or g a n isation, im Namen des jüdischen Volkes zu sprechen/ muß gebrochen werden (starker, - anhaftender Beifall), wenn nötig auch mit . Hilfe anderer Organisationen. Das Weltgewissen werde die Herrschaft e i n e r Partei — der zionistischen — über das ganze Volk nicht zulassen.. Die Mandatskommission zeigte volles Verständnis für die Forderungen der Orthodoxie. Der Rabbinische Rat habe sich mit der Judenstaatsfrage bereits beschäftigt und werde, zum Schlüsse der K. G. seine Entscheidung aussprechen. Mit einigen Anweisungen für , die Generaldebatte schließt Jacob Rosenheim sei- . nen Bericht. ,. . Es folgen noch Begrüßungen durch den Sadagorer Reb be n und Rabbi Menachem S e m b o , Warschau. Friedensohn, Lodz, spricht über P r e s s e und O r g a n i s ä t i ö n , womit die Gen e r'a l d e b a t t e eingeleitet ist, die in der Äbendsitzung fortgesetzt werden soll. Am Mittwoch nachmittag finden Kommissionssitzungen und die Frauentagung statt. Auf Huldigungstelegramme an Masaryk und B e n e s c h langten herzliche Dankworte und Glückwünsche ein. Im Ganzen sind hier 650 Delegierte aus 18 Ländern anv/esend. Die Generaldebatten. Mittwoch Abend trat das Plenum zusammen, um die vormittags begonnene Generaldebatte fortzusetzen. Den Vorsitz hat Deputierter Münzberg, Nach . Verlesung einer Liste der gebildeten Kommissionen ergreift Oberrabbiner Akiba Glaßn e r , Klausenburg, Sohn des bekannten Misrachiführers Rabbi Glaßner, das Wort, um ein offenes und rückhaltloses Bekenntnis zur Agudas Jisroel abzulegen. Wäre sein Vater noch am Leben, so würde er heute, nach den vielen Enttäuschungen, ebenfalls bei diesem Agudakongreß anwesend sein. Rabbiner J a n k e 1 e w.i t s c h leitet nun die eigentliche 'Debatte mit einer stellenweise scharfen Rede :gegen den Rechenschaftsbericht der Exekutive ein. Besonders polemisiert er gegen den Versuch, mit den . Revisionisten und anderen Organisationen zusammenzugehen. Er klagt dann die Aguda an, sich, nicht genug um die orthodoxen Arbeiter In E. J. gekümmert und kein Verständnis für die materiellen und geistigen Nöte der Charedim gezeigt zu haben^ die oft arbeitslos, ohne jede Hilfe, ohne genügende Schule für ihre Kinder leben müssen. Die Vorherrschaft der Histadruth sei unbegrenzt, trotzdem sei es den religiösen Arbeitern gelungen, sich sogar "in Tel Awiw und Haifa achtbare Positionen mit einer Aufopferung zu schaffen, die von der Gola nicht genügend belohnt wurde. Die Rede findet, besonders in den Reihen der Palästinenser, lebhafte Zustimmung: Der politische Sekretär der Agiidas Jisroel, H. Goodman, nimmt im Namen der Exekutive Stellung zur Frage der Zusammenarbeit mit anderen Organisationen. /Die Zukunft Palästinas sei eine Sache, die das gesamte jüdische Volk angeht, so sei es eine vitale Pflicht, sich der Hilfe aller zu bedienen, die wie wir das zionistische Monopol über Erez Israel brechen wollen. Die Rede löst in einzelnen Teilen Lärm in den Reihen der palästinensischen und polnischen Delegierten aus, findet aber im Ganzen, die Zustimmung des Hauses. ■ Nach Gruß- und Segensworten von Rabbiner K atz aus Petach Tikwa spricht Deputierter Dub i n , Riga, zum E. J.-Problem. Er schildert u. a. die Gefahren, die eine übereilte Bildung des Jud :nstaates der Judenheit in der Diaspora bringen müßte Gegen einige Aeußerungen Dubins sprechen donti Senator Trocken heim, Warschau und Dr. S. Ehrmann, Frankfurt a. M; Letzterer spricht jedem das Recht ab, über Erez Israel zu sprechen, der sich nicht aktiv an;der Arbeit für E. JV"beteil<t>t. Mit weiteren Ausführungen mehrerer Delegierter' erreicht die Abendsitzung, die sich schon beinahe zu einer Nachtsitzung ausbaut, gegen 2 Uhr ihr Ende, Die Donnerstagberatungen werden unter dem dem Gesamttitel „Thora" vor sich gehen. Mittwoch abend fand die Tagung des A 11V e 1 tliehen Agüd i s 1i s c h e n F ra u e n v e r b a n - des unter starker Beteiligung statt. Eine Ansprache Jacob Rosenhei ms und' ein Referat der Vorsitzenden, Frau R o t h s c h i 1 d , Antwerpen, lösten große Begeisterung aus. Die Beratungen werden fortgesetzt. Bericht folgt noch. Marienbad in Erwartung« (Vorbericht.) —• Marienbad, 16. August. Als wir am Sonntag abend mit mehrstündiger Verspätung in Marienbad ankamen, waren wir schon beim Betreten des Perrons mitten im Kenessiöläiide Dienstbereite junge Menschen mit breiter Binde am rechten Arm, die auf weißem Grunde die Aufschrift „Kenessio Gedaulo" in hebräischer und deutscher Sprache trägt, bemächtigen sich unseres Gepäcks und führen uns durch das Portal, über dem die riesigen K. G.-Transparente - prangen, Diskutierende Menschengruppen säumen den Weg bis zu den Hotels. Im Kongreßbüro, wo Meier Schenkolewski und Kurt Leitner unter der Oberhoheit von Rabb. Jonathan Horovicz den Stab führen, ist trotz der vorgerückten Abendstunde Hochbetrieb. Oben im Pressebüro verhandelt, unser Dr. Max Cohen in dei - schroffen Liebenswürdigkeit des resoluten Rheinländers mit den andrängenden Journalisten. Im Hotel National, wo..der Generalstab der K. G. residiert, eilen die Großen tr.eppauf, treppab mit ihren Aktenmappen unterm Arm von und zu den Sitzungen. Seit Tagen halten Rabbihischer Rat und Exekutive ihre Vorberatungen ab. Vater Leitner lächelt stillvergnügt. „Mein Name und mein Haus werden mit der neuesten Geschichte des orthodoxen Judentums verknüpft bleiben! . . .", besagt dieses Lächeln. Vorherrschend sind Atlaskaftan und wallender Vollbart. Prachtvolle patriarchalische Typen, höchster geistiger Adel in Erscheinung, Miene und Bewegung. Daneben aber auch westliche Gestalten aller Spielarten, mit Spitzbart, kleinem SchnurrbartL und gar keinem Bart. Was unser armes Volk, von den Karpathen bis zum Mittelmeer, von -der Donau -bis zum Rhdin und zur Weichsel, anv gutem altem jüdischem Geiste aufzuweisen hat^ hat sich in dieser lieblichen Stadt hinter den böhmischen Wäldern angesammelt. Vielleicht hat es so in den Straßen von Jaroslaw und Lublin ausgesehen, wenn sich im Mittelalter die , Männer der V i e r 1 ä n d e r s y n o d e dort während; der Messe trafen. Vielleicht auch nicht , . . Denn damals fehlte das westliehe Moment, damals fehlte das Ferment alljüdischer Sorgen, damals war Erez Israel ein Gebet, eine Hoffnung, eine Sehnsucht und keine Realität. Später' gab es auch widerstreitende Interessen zwischen Chassidim und Misnagdim, ja zwischen Chassidim und Chassidim, Hier, auf ( Aar dritten. Kenessio Gedaulo, werden Chassidimfürsten und litauische Thoragrößen neben Führern aus Deutschland und aus Ungarn auf dem Podium sitzen. Alte historische Gegensätze wurden im Zeichen dieser Kenessio ausgeglichen. Dies allein dürfte schon genügen,, um uns zu sagen, was die Aguda bedeutet und wozu man sich in Marienbad versammelt hat. Es . ist ein Charakteristikum die.ser dritten Kenessio Gedaulo, daß auch diejenigen gekommen sind, die bis jetzt der Aguda fern standen und ihr ein wenig die kalte Schultei1 zeigtdö. Das jüdische Ungarn allein schickte 64 Delegierte, unter ihnen den Senior des ungarischen Rabbinerstandes Rabbi K ah a n a aus Csorna, der mit bald neunzig, Jahren aufrecht und jugendlichen Mutes den Anderen in die Aguda voranschreitet . . . Mit den Rabbinern aus der ' Ts chectroslova k-e i und Transsylvanien sind es über-hundert Männer von Ruf und Ruhm, die das frühere Ungarn vertreten. Der Oberrabbiner von Preßburg, der Ururenkel von Chatam Sofer, wird bei der Eröffnung von der Tribüne herab sprechen. Erez Israel hat "über 50 Delegierte geschickt, darunter 24 Poalim. Es sieht zuweilen auf der Straße Noch einmal Vkn^' nninr-'Ov In Nr. 25 Ihres gesch. Blattes brachten Sie Verbesserung .einiger Fehler, in, Baers. bvrw nniasr 'p. Es sei gestattet, auf noch eine Stelle hinzuweisen.' Im Rausch-Chaüdesch-Berischen heißt es (S. 232, Z. 10) DWS Q^n»* während es heißen muß Im T'nach findet sich, dreimal - n5"j?«:.. 2; Sch'muel 3, 1; Jirm. 25, 28i Ij. 11, 9 (andre Formen kommen: nicht vor). Die Grundform heißt demnach' "tfv*- Es ist dieselbe Bildung wie. nö'R p»»» Chaw! 1, 7, Sch. hasch. 6, 4 n&as,., b*9, 1. M'loch.: 7~ 23., 31,,; V. 28,. 54. 56, O'htr.nsTK. o^Ki J'sch. :- 63»2.rIV. •; 19». 2, 2, M'loch. 3,22 rvftfcJ. D'ipg'ijpi. 1/ 30, 32, 35, 39V ivri. <* ■ <¥■:■■ Weiter . wir$ uns geschrieben: (J ,.... .. ,.,; Der kürzKch'an! dieser■ Stelle gebrachte ■ dankenswerte Hinweis' ä&f - eih'e {Reihe von Drückfehfern, die aus dem Originaldruck des Jahres rrs-ih' in -die Schocken'sche Neuausgabe ühetMtnmen sind, veranlaßt mich, hoch einige* weiter e^Fehler mitzuteilen, die mein Vater Salomon Jacobson in seinem Original-Exemplar . handschriftlich verbessert hatte: Seite 521, Zeile 5, nnsra statt richtig MhjMi Seite 536, Zeile 13, nna tp statt richtig t*ö «jt Seite 588, vorletzte Zeile, 0» statt richtig *"? Seite 702 (poln. Minh.), Zeile 7, 13 statt; richtig Ka i Vielleicht wird der Verlag ■'■ sich bereitfinden, die angemerkten Druckfehler auf einem Blättchen zusammenzustellen,! das den Beziehern des-Werkes, auf Wunsch zugesandt wird, damit »es in den "MD geklebt werden kann. " Durch einen solcnen ]3pn wurde der Wert de» unvergleichlichen Werkes und die: Freude der Bezieher , des prachtvollen Neudruckes noch erheblich gesteigert werdend . ' A. J. In der „Bemerkung" zu Baers bxivfi nnaff '0 in Nr. 25 war gesägt worden, daß (auf Grund einer G'moro-Stelle) im a^in n^sn für Frauen die Zahl (.'-\y>x) n*ai fortzulassen sei. Dazu verweist in einer Zuschrift Herr .Rabbiner Drr. Bajnberger, Mainz, auf .npi ^o.naVr^V.tjVKn trw, ,wo.n«Vp.'i^/S über di^e entspre-; cjiende iStelle, im,,^Mischeberach .spricht. Er bemerkt : ansn ymbbipvp ]tr>b 'Ta;|?K niaita und . versucht; dann, . ejs | dadurch., zu erklären. , , - ~ rnrnnm -isw? »n« wa* Awr^aSrn an^K*» fl^»^^««*! arsn naria.jj^K;J»V;iW »WOT-KW. I?^.»^ faa ouiat^s^D'i'ä rrotip B^fi.jw,j^^:^oi*''t'. < ' C. f '•'^'^^^v.^'^iTw'^,./ 'Aber.' äuch^.d^rnafih, warje. die ßeib^eHaltungj des rral in',ip&W.fbot\;y.noch'iupfit, begründe^,;.<" ."'... s. v^'.i- ,in; _..:\;. j all Kleines Feuilleton, Ein Freitagabend in der Jüdischen Kinderheilstätte in Bad Kreuznach, Die Sopne, die .noch' gär nicht ans Untergehen zu denken'scheint; läßt däs große, weit ins Tal hinein sicHtbare Haus auf dem Berge nochinal in seiner "ganzen Schönheit " hervortreten."'Abseits, weitab von aliem' Getriebe des Ortes, s'ehaüt es1 beinahe stolz 'mit seinen Tfirmchen von der Hohe;hiriab. Es ist Freitaghachmittag. Längsam gehe ich <lvd aufwärts zum Heime führenden Weg hinauf; vorbei an einer freundlichen Birke, unter der-ein paar Bender — bereits in Sabbatkleidern •— fröhlich spiele* Da, eine Biegung, und das schöne, mit Efeu dicht bewachsene Haus steht vor mir. Doch dav hinein u~ kommen, wird dem Besucher um diese Zeit gar n^nt so leicht gemacht; denn - jederist -beschäftigt eifrig dabei, noch schnell alles so schön wie mö^.^-» herzurichten, als ob.. das ganze Haus, ja j^der kleir ^e Winkel, einem d^ ihi^rrschr eip. reges Ha,sten^ ufid VTreiben. Es ist, 3»s 'ob der-,Sabbat seinen Einzugs gär^nicht.;fru|i';ge''8 halten"* kann. , * .. .;,\'r:\: ' ^~'^y. i'.'j ..Das Mincho-Gebet ist beendet. Durch die ho ■FehsWr'des'Weühdlichen^Befe^^^ yf. ^ei^cscneia^ae'"§TOfiriet nöfifi >initfihrer letzten Kt*? ^ie 'SÄtfe^5"^%oIi^tfeTeISdfrvV'on; ©ätf^Münster vc/- goldef un^ ä^'flelicht'en -^^^-Lä«gsa#^i^' '.sich, >^ Tag s.e»iem 'Ende' zu.' t^..4^en|scha^teii senken