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Der Israelit · 1937-08-20 · Heft 33 (20.8.1937) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 33 (20.8.1937)
Date
1937-08-20
Page
– (sequence 3)
Language
German
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20. August 1937 D e f I s r a e 1 i t Nr 33 Seite 3, j,eti; che QberflächücJbiKeit, Furcht vor der strengen Bindung durchi (dag^KGesetz, ausder allein doch das' Gluck 'd^^jS'ttelffäfiö erblühen: kann,, vor allem aber jer Ra^cK&d^.. reli^ip^lbsen vjüd^cheh I^atiönalismus, der; dem' Wolke G'ttes den Adel seiner Einzigkeit raubt .'undder Menschheit das/ ihr unentbehrliche Zeughisvölk des eitieü_ ^in^ig^ri :^^fe^/:s" Li den ' 8 Jahren, - die seit.' aer!'le.tÄte^:P;Kenessio GeJaulo verflossen sind, haben unter der Wucht des geschichtlichen . Geschehens i^- das -Wahrlich auch (Jeu; Blindesten die Augen hätte öffnen sollen — taii;-ende.juhger Juden und Jüdinnen diesen bequeme, en Weg .des religiönslosen ,Nationalismus beschritten und i sich.'dainit selber die Heimkehr verrammelt in die innersten Gemächet* des lichtdurchströmten Va'.erhauses, das sehnsüchtig ihrer wartet. .. Aber unendlich groß.ist noch immer der Zug der, suchenden, der durstigen jüdischen Seelen, sns » p?ib \i\ ruft die Kenessio Gedaulb,.Euch, Euren Genossen, EureriV.Kindejn zu, "'wi o'aawSrta 'iym —- schaut* hin auf Nathan Birnbaum s, A., den Mann, der, wie ganz wenige, den Mut und' die Konsequenz hatte, aus dem Lager „ des . äußersten nationalistischen Radikalismüs den Weg der Heimkehr zu Ende zu gehem'i;;ünd der^fös>zum letzten . Atemzuge die Hoffnung nicht aufgab, daß das Beispiel /seines wahrheitsmutigen Lehens, über den Tod hinaus das Signal zum großen Jauwel der Nidochim weauwdim geben werde/: Sein Feuergeist mit der ungeheuren Aktivität, die ,von ihm ausströmte, möge über dieser Kenessio Gedäulo .schweben, und das Sechus aller der großen gewaltigen Sorei Hatora der Jeschorim, Zadj.diiinil'Ukedauschim, die in diesen, 8. Jahren von uns ^jgjn^^rir und deren Namen hoch aus berufenem Münde "segnend über uns ausgesprochen werden, es wird uns allen beistehen in der Vollendung des verantwörtungsschweren Werkes; das* unserer wartet: ' Wahi nauam Haschern Elokenu Olenu* Umaaseh- Jodejnu kaunänuÖleimi Umäaseh Jodeinu Kaunanchu. T Die Eröffnung der Kenessio Gedäulo. (Ausführlicher Bericht.) M ä^i-ei^ci. 18, August. Schon gegen 7 Uhr abends" setzte eine Völkerwanderung nach dem Kurhause ein, daß bald alle Zufahrtswege verstopft waren. Ein großer Polizeiposten hielt vor x den Eingängen, und im Saale die Ordnung aufrecht, und es schien im ersten Augenblick, als würde keine Macht der Welt yin dieses Chaos ein System hineinzubringen vermögen. Eine Menschenflut, die alle Wälle und Dämme hinwegzuschwemmen schien. Aber was alle Ordner und alle Polizisten nicht vermochten, ein einziges, von Mann zu Mann leise wetipr^egebenes Wort brachte es zustande. ,,DeJ|;Gfer;er; kommt!" „Der Sochäczower!" „Der Alq^löärerl" - „Jacob Rosenheim tritt in den Saätß' Tausende erheben sich ehrerbietig, und; einie:: BeifallssalYe, aber jetzt einheitlich; und gleichgestimmt, braust durch den Rieserisaal und begrüßt die Führer.! •, Im .,T^aal&.\$e-lbst strahlen die großen Krorileuchte#und werfen sanftes Licht, über ein Bild,' wie. es; .-auch der Vielerfährene'1 in dieserArt kaum erlebt hat. Die Tribüne prangt im Blumen- und Pflanzenschmück, 'zwischen dem , sich Fähneri und Girlanden in der tschechischen1 -Lan-' desfarbe schlängeln. Die Wände rechts und links sind mit weißen Transparenten drapiert, die' in hebräischer Sprache in lapidarer Schrift Sätze aus Bibel und Talmud tragen, die Bezug, auf b'ifflp DWV ''WD haben. Vor der1 Tribüne (der ilahge Tisch kann die Zahl der; Journalisten und derer, die siclv so. nennen,: kaum! fässj&n. Iii der erstell Reihe sitzen auf EHrensesseln die Vertreter' der Staats-; und Stadtbehörden. Dahinter, die1 Delegierten und noch weiter zurück flie Gäsite. ^W# sich, gestützt auf seine:. Karte, bisl.45 Uhr-Zeit ließ, hatte Schön Mühe, zu seinem Plätze vorzudringen; , ■ - - Oben auf "die'r Estrade ""ganz vojrne sitzen die ehrwürdigen -Männer des R ä b b.i n i sehen Rates. 'Hinter ihnen die Exe k ü t i v e j die Mitglieder des Z e ri t r a 1 r a t e s und alle ände - ren, die zu^.. Rührung.^^ehören. Im -gäh^ein,::evifie! ansehnliche Zahl von Menschen,; die allein einen; mittleren« Vortragssaal; ausfüllen würden' Dieses Stufenbild halt zunächst .alleir;i Bliekje i. im Banne; ji Ein herrlichem Charakferköp-:^ fen würde e|rii Maler* sagen.; Es; sind iaberijlGha-T i ra'iterköpfe in ariderem- Sinne; Kopf! und; i Merz, der jüdischen Nation. -- Kurz-nach 8 Uhr kommt auf ein Zeichen wie deich Zauberstab das Wogen im Saale zum S< aweigen. Unter; atemloser Stille eröffnet der-i President, j!acob!Ro s»e n h e i m * die dritte' K «nessio. (^edaulo;;■• Die Stimme fibriert in hei- > Erregung,; als; er. das Parlament der Thora einem •, tPTIW-« f-begrjößt;. Dann folgt in7'herr^ hci.en ■Formulierungen ein Ueberblick' ü^erdie'; ■Wicklung: der;! Agudas Jisroel in den <lazwi-' 5c! en „liegenden;;'Sieben, Jahren. War es nicht!t ein sioutbares " Zeichen der - wundersamen . gütlichen Vorsehung, daß just vor Ausbruch der- Welt ka\astrophe die /Agudas Jisroel' -als „Heilmittel'1 vo geistige Substanz des jüdischen Volkes hütet und vereinigt? Die Rede wird an jedem Höhepunkt von ~einem Beifallssturm unterbrochen. Auch der Dank an die Behörden* besonders die Huldigung Mas a r y k s und Beneschs wird mit großer Begeisterung aufgenommen. (Der Wortlaut der Rede, befindet sich auf Seite 1.) Nachderh sich der rauschende Beifall gelegt hatte, ergreift, herzlich begrüßt, der Vorsitzende des Zentralrates, Oberrabbiner Lewin, Rzeszow, daö Wort. Er spricht abgewogen und sehr eindrucksvoll von der Gesamtnot des jüdischen Volkes und der geistigen Not allenthalben, die die beste Legitimation für die Agudas Jisroel ist. Welche tiefe Tragik liegt darin^ daß wir genau wie, vor sieben Jahren, nach den blutigen i Ausschreitungen in Palästina, auch heute mit einem Gedenken für die Märtyrer in Erez Israel unsere Tagung beginnen müssen. Ohne jegliche Aufforderung erhebt sich die Versammlung wie ein Mannzu Ehren, der jüdischen Opfer der letzten Pälästinäünrühen. Stehend hört auch die , Versammlung die kurzen, ehrenden Worte des Gedenkens für die Männer, die bei den jüngsten Aguda-Kongressen noch im Mittelpunkte stan- H den und heute nicht mehr da sind. Wir hörten die Namen des Gz ortkower R ebben, Rabbi Chajim S o n ne n f e 1 d s , des Lubli- . n e r R a w s , des Schöpfers der Lubliner»Weltjeschiwä und des Daf , Jomi, Rabbi M. M. E p - steins,. Dr. Nathan Birnbaums. Qberräbbiner Lew i n spricht dann von der Heiligkeit Erez Israels und von der Verbundenheit des * jüdischen: Volkes mit seinem Heiligen Lande und schließt mit dem Wrinsch; und der iHoffnung,,, daß oViai^jpwbv 13»V^all« jüdischen Söhne sich eines, Tages ins jüdische Gebiet heimfinden. . i' '[ , v - In weihevoller Stille werden die kurzen Segensworte des G e r e ri Re b b e n angehört, Es folgen mit ihren^ Segenswünschen nacheinander der Alex and r er , der S o.c hac z o w er : u$d der.; G z p r t k >o;w e■ R e. b b; Alle legen , iSiev ein iübklialtloses v Beikenntnis, zuri Agudas Jis -; roel abiil;;/,. \ .- ,; - , . :::.;; ■ j;Für Jdife jitschechbslbvakisehe Jiidenheit erigrteift,■ \der |P;r e ß b. u;r g;ie^; rR a m >., :. Oberrabbiner;;Akiba; S;b'n;r e i)b e r . das Wort« Er begrüßtl es,! {daß die; l,;größe judische yersammlung,'.', in ,diesem;:tande, i der traditionellen Toleranz zusammengetreten iist. Redner streift auch einige aktuelle Fragen. Noch nie hätten wir so das- Gebet verstanden wie heute. 13^3X3 13STöm UXIK^ Nicht allein« daß" wir in Freude. in unöer Land zurückgeführt, beten wir, sondern daß,; uns auch; .die a Ith i s t o r i s c <h e n u n d v e r. b ü r g j'eB. G r e n z e n;• Er,je z-1,S:r;a eis zugesprochen wer-" den! Ein ganzesj Jungeteiltes Erez Israel i$t un- ■ sere Heimat!; ReJdner schildert, wie der alte Jischuw' ^us, der (Liebe! ^er Alten und Fromrrieri1 hervorgegangen ist und! daß ohne die Tränen der frommen SeWaren niemals ein Aufbau Palästinas ,gekommen iwäre,- •■; .; , ■ " - In ähnlichem Sinne entbietet Oberrabbiner a\ der "W^ndö" ' entstanden ist, die jheujfe^i^^EiC k s t ei;n / Seued,- kurzen Gruß im Namen W*J>U$ffi ., f der t s c h e c hos 1 o v akischen Landes- /Organisation. Herr Springer aus Böskowicz begrüßt den Kongreß mit einer tschechischen Rede, worauf der jüdische Bürgermeister der Stadt Marienbad im Namen des Oberbürgermeisters, der Stadtverwaltung und aller Stadträte, die es alle mit Freuden begrüßen, daß der Kongreß hier einberufen würde, seine Glückwünsche zum Ausdruck bringt. Ihm schließt sich mit einem kurzen herzlichen Gruß der Direktor der Badeverwaltung an. Der politische Sekretär der Agudas Jisroel- Weltorganisation, Harry Goodman, London, verliest nun unter starkem Beifall Begrüßungen hochstehender Persönlichkeiten, u. a. von der tschechischen Botschaft in London, Vertretern des Auswärtigen Amtes und des Kolonialministeriums, des Hochkommissars der Flüchtlingsfürvf sorge. In äußerst herzlichem Ton ist eine Begrüßung des Präsidenten des Board of Deputies, Neville L a s k i, gehalten. Ein Judenstaat in Palästina, wie er auch geartet sein soll, sei nur auf dem Boden der Thora denkbar, schreibt Laski. Weitere Begrüßungen liegen vor von der ,,Union österreichischer Juden", von der R e i ch s v e'r tr etung der Ju d e n in D.eütschland u. v, a. ' Mit Begeisterung begrüßt und' größter Spannung angehört wird nun Oberrabbiner Duschin s k y, der die Grüße des thoratreuen Erez I s r a e 1 s überbringt, das Wesen' dieser großen eigenartigen jüdischen Versammlung zeichnet und mit dem Worte "^»R '*t^> alle, die jüdisch denken und fühlen, zum Eintritt in die Reihen der Aguda auffordert, >frr . Eine längere Begrüßungsrede hält Herr Rabbiner Sil v e r im Namen der Thoratreuen - in Amerika. .Möge es der Versammlung gelingen, sagt er, rtTiH fpS' im Lichtwinkel, wie r;es im Talmud heißt, zu tagen, damit die Welt das Judentum im rechten Lichte sieht. Nach kurzer Pause beginnt in vorgerückter, Stunde Herr Dr. Isak Breuer sein Referat über „Das jüdische Volk als Geschichtswunder und GeschichtswirElichkeit'V Wir behalten uns vor, dieses bedeutsame Referat, das im zweiten Teile stellenweise hinreißend "wirkte, in . der nächsten Nummer in größerem \Ausluge^ztt bringen. . , "C^* * yM:. Erst nach Mitternacht .ging; die ..«|ste Sit| zu Ende. Die dritte Kenessio Geä&y^p ist net u»d am Mittwoch morgen be£i!ffnt die tische Arbeit des Agudakongresses. *' Die erste ' Arbeitssitzung. Mittwoch vörm.^UX30 Uhr versammelte p&h das Plenum zur emeÄ ' A'^ßitssitzung. Öbe^äb-; biner Ahron Lew in hält weitere Nachrufe attf die seit der letzten K. G. heimgegangenen führenden Männer" der Aguda. Sodann wird zur Wahl des Präsidium^ getreten. Zum Präsidenten des Kongresses wird Senator Rabbi Z i r e 1 - s 6 h ri:!,; Kischinew, gewlihltn "der gleich mit einem Ueberblicke auf;die .Enfv^jeklüng der AgudMir ini den 8 Jahren seit der zweiten K. >G. iden Vorsitz übernimmt;. : :!.: i -;!; : ' .! ■ '■ ■■■l '?: Nunmehr erstattet. Jacob R o s; e n h e] i m.: dqri: Bericht der Exekutive. < i a..i--,- v Herr Rosenheim gibt Auskunft über die Züäctm1 mensetzühg der Exekutive und: des RabbinischeriSTiiä1-' tes. Ein zu schaffender . Agudafonds müßte es; ermöglichen, daß die n:r»nn-.. öfters, etwa vierteljährlich^, zur- Beratung der ihrer Entscheidung unterliegenden Angelegenheiten ' zusammentreffen. Auch :die •; Ausgestaltung:»»der.;agüdistischen P r e s>s,e. sei: eine, Finänzfräge., > Wir erstreben,: daß . k e i n, jge -., $ e t z e s t;r e u e r J ü'd e mehr a u ß e r fi a 1 b d e r Aguda stehe und werden den 'Tag segnen, da auch Misrachi sich aus der zionistischen Abhängigikeit befreit und uns die Hand "bietet. Amerika sei:,;für :die Aguda zu . erobern, und es seien neue Versuche .dahin zu machen, obwohl bereits drei Delegationen« •, "erfolglos blieben... Auf - politisch-religiöse Frägeni'■ •!Übergehend,: erwähnt Redner; die' K a l'e'h« dre r.r.e form, die wieder aktuell wird. Im Mittel-; punkt ^ejr. Sorgen stehen E r e z I s r a e 1 .und üb,ers e.e isehe Au s w an deru ng , . die, nicht ohne- Vörh^ältnis zu einander sind; Das RecHi auf. Zusammenarbeit i mit FiüWern ränderer Organisationen: äüf

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