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Der Israelit · 1937-08-12 · Heft 32 (12.8.1937) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 32 (12.8.1937)
Date
1937-08-12
Page
– (sequence 2)
Language
German
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Seite 2 Nr. 32 Der lsraelit 12. August 1037 Amerikanische Wünsche. London, 10. August. In einem Telegramm aus Amerika an die Exekutive der A g u das Jisroel wird die Forderung aufgestellt, daß die K. G. sich diesmal { treten, ernstlich mit der geistigen Not im jüdischen Amerika befasse und eine ausgedehnte Aktion für die geistige Rettung der amerikanischen Judenheit ins Leben rufe. Eine spezielle Delegation angesehener Rabbiner soll unmittelbar nach der K. G. die Reise nach Amerika an- Beteiligung der N. Z. O* ah der Ketiessio Gedaulo. L o n d o n , 10. August. Wie bekannt wird, hat das Präsidium der Neuen Zionistischen Organisation beschlossen, eine Delegation nach Marienbad zur stillen Beobachtung bei den öffentlichen Sitzungen zu entsenden. Dieser Beschluß steht im Zusammenhang mit dem gemeinsamen Schritt der Aguda und der N. Z. O. zu einer Verständigung mit der zionistischen Organisation über die politischen Probleme in Palästina. Jacob Rosenheim in Genf. G e n f, 10. August. . Der Vorsitzende der Ständigen Mandatskommission beim Völkerbund, Pierre Orts, hat den Präsident der Agudas Jisroel Weltorganisation Jacob Rosenheim, in längerer Audienz empfanen und wichtige jüdische Probleme mit ihm besprochen. Im Laufe der Aussprache erklärte Herr Orts, der Präsident der Mandatskommission, daß die Mandatskommission die Bedeutung der Agudas Jisroel als der Organisation des religiösen Judentums in vollem Maße einzuschätzen wisse und daß sie in ihren Beschlüssen und Empfehlungen mit den Forderungen der A. J. rechnen werde. Herr Rosenheim hatte auch Konferenzen mit anderen hervorragenden Mitgliedern der Mandatskommission. * * Am Sonnabend wurde der Mandatskommission auf ihr Verlangen das stenographische Protokoll der vor der Kgl. KommissiongemachtenZeugenaussagen vorgelegt. Dann wurde über die einzelnen Petitionen beraten. Nach einem Berichte der I. T. A. hätte die Petition der Agudas Jisroel größte Aufmerksamkeit erweckt. Der akkreditierte Vertreter der Mandatarmächte, John Hathern Hall, gab ergänzende Aufklärungen zu dem Bericht der Palästina-Verwaltung für 1936, und insbesondere zu den Kapiteln über Verwaltungsautonomie, Einwanderung,' Boden verkauf, Erziehungswesen, öffentliches Gesundheitswesen^ und Arbeit, Eine sehr eingehende Debatte fand über die Einschränkung der Einwanderung während und nach den Unruhen statt. In der am Dienstag nachmittag abgehaltenen Sitzung wurde über das Verfahren für die Prüfung des Berichtes der Kgl. Kommission gesprochen, das es der Mandatskommission ermöglichen soll, dem Völkerbundsrat eine vorläufige Meinungsäußerung; zu den britischen Plänen in Palästina zu unterbreiten. Man erwartet, daß Kolonienministerc O r - msby-Gore am Freitag, 13. August, zu dem Beginn der Prüfung des Berichtes der Kgl. Kommission nach Genf zurückkehren wird. (Siehe auch Bericht im KorrespondenzenteiL) Die Weizmann'sche Verständigungsresolution mit Stimmenmehrheit angenommen. Zürich, 12. August. Nun sind die Würfel auf dem Zionistenkongreß gefallen. Nach hartem Ringen — der Kongreß arbeitete, als Politische Kommission nichtöffentlich, buchstäblich Tag und Nacht, denn diese Woche allein brachte drei Nachtsitzungen — konnte man endlich am Mittwoch nachmittag zur Abstim mu n g treten. Es geschah dies in öffentlicher Plenarsitzung und namentlich. Nach dem Gang der Debatte stand es bereits sicher, daß die Resolution der Politischen Kommission zugunsten der Vollmachten für die Exekutive angenommen wird. Die Uerraschung bei der Abstimmung bestand nunmehr in der unerwartet großen Zahl der Neinsager, die ihre eigene Entschließung einbrachten. Diese Neinsager rekrutierten sich aus der Judenstaatspartei,) ,,,des Misraehi, den, Amerikanern und Teilen der Arbeiterparteien; Es ergaben sich. 300 Stimmen für und 158 •■: j. i;;;7.''.'. Stimmen gegen'die Resolution. ,;i Beifall, auf de'r einen und Protestlärm auf der anderen Seite begleiteten das Ergebnis der Abstimmung. Die von Großmann geführte Judenstaatspartei meldete so etwas wie „Sammlung der Neinsager unter eigener Parole" an; doch wurde prompt von Misraehi und anderen Gruppen die Gegenerklärung abgegeben, daß man den Kampf; gegen i die Teilungspolitik nicht außerhalb, sondern innerhalb der Organisation auszufechten gedenke. Die angenommene Resolution der Politischen Kommission geht von der historischen 'Verknüpfung des jüdischen Volkes mit Palästina aus und nimmt die. Entscheidungen der JKgl. Kommission zur Kenntnis, daß Hauptzweck des Mandates die Förderung der Errichtung des jüdischen Nationalheimes sei und daß unter diesem zur Zeit der Balfour-Deklaration das ganze historische Palästina, einschließlich ' ' . Transjordaniens, verstanden wurde. Dagegen wird in der Resolution die Behauptung der Kgl. Kommission zuückgewiesen, wonach das Mandat undurchführbar sei, ebenso die Ansicht, als seien die nationalen Bestrebungen des jüdischen Volkes mit denen der Araber Palästinas unvereinbar. Zurückgewiesen werden ferner die Einschränkungen der Einwanderung, Beschränkung des Bodenerwerbs und Schließung gewisser Teile des Landes für die jüdische Siedlung. Der jetzige Teilungsplan,, wird a b gelehnt, aber die zi o n i s,t.i s c he E x e k u t i v e wird er-' mächigt, Verhandlungen mit der b r i t i s c h e e n R e g i e r u n g über einen heuen Plan zu fuhren. 'Grundbedingung der Verhandlung ist: Sicherung n a't'i o - nalen Eigenlebens und ungehin- : d.estt e ,Ei nryv a n d e r u n.g. ,Ueber das,", Resultat der neuen Verhandlungen, Annahme oder Ablehnung der neuen Vorschläge, soll ein neu einzuberufender Kon g r e ß du r c h Abstimmung entscheiden. Der von deri Minderheit eingebrachte Antrag unterscheidet sich in; den ersten Teilen kaum von der MehrheitsresÖlution, nur heißt es hier zum Schluße: ,,Der Kongreß beauftragt die Exekutive, ihre Stellung auf der festen prundlage des jüdischen Rechtes und der jüdischen Erfolge in Palästina, wie sie durch den Beriejit der Kommission anerkannt sind, einzunehmen. Es sollen von der Exekutive erneute Anstrengungen gemacht werden, um die Mandatarmaciii zu einer konstruktiven Po 1 i t i k für die Verwirklichung des Mandats ' und die Zurückführung des jüdischen Volkes in seine historische Heimat zu veranlassen." Vergleicht .man die beiden Entschließungen miteinander; sr? steht die Differenz in gar keinem Verhältnis zu den vorangegangenen heftigen Redegefechtea über das Ja und Nein, ,i ' Das letzte Rededuell vor der Abstimmung spielte sich nach einer Rede Lord M e 1c h e 11 s zwischen U s s i s c h k i n und W e i z - mann ab. U s s i s c h k i n , . der auf diesem Kongreß um 20 Jahre jünger s geworden zu sein scheint, wettert gegen die Vollmacht, während Weizmann in sachlicher Ruhesich .wieder bemüht, auch die jüdische Politik als „Kunst des Möglichen" nachzuweisen. Er betont auch immer wieder, daß der Friede mit den Arabern auf der Grundlage der Gegenseitigkeit anzustreben und zu erreichen sei. Nach der Abstimmung setzt der Kongreß seine Tagung fort. Es werden noch allerlei Probleme zur Sprache kommen, doch ' ist ein Abflauen des Interesses stark zu merken. Der Kongreß hat mit der Abstimmung nach der Palästinadebatte seinen Höhepunkt überschritten. (Die Verhandlungen siehe Korrespöridenzenteil.] Palästinensische Araber zu Verhandlungen bereit? Genf , 4. Augusst, Die Abordnung des Obersten Ar a b i - sehen Komitees hat dem Präsidenten der Ständigen Mandatskommission Iii einer schriftlichen Erklärung mitgeteilt, daß die Abordnung, die von Kolonienminister Ormsby-Gore geäußerte Meinung, es* sei unmöglich, eine arabisch-jüdische Verständigung zu erzielen, zurückweise. Sie wendet sich; auch gegen die Interpretation gewisser Teile des Berichtes der Kgl. Kommission, derzufolge eine Lösung des Palästina-Problems durch die nationale und religiöse Intoleranz der Araber, verhindert Wörden sei. „Wir erklären feierlich, so heißt es in dem Schreiben der Abordnung, daß wir bereit sind, über jede politische^'Lösung zu diskutieren, die auf den nationalen Aspirationen der Araber beruht. Bis heute hat die Britische Regierung eine solche Lösung nicht vorgeschlagen. Wir sind bereit., ein arabisch-jüdisches Abkommen zu treffen, das die Interessen und die nationalen Ziele der Araber zur Grundlage hat." Palästina-Regierung bereitet Durchführung der Palliatiymaßnabmen vor Jerusalem, 5. August Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, wird von der Palästina-Regierung bereite der Entwurf einer Verordnung ausgearbeitet, durch die die Paliativmaßnahmen;des,-Berichtes der ] Kgl. Kömmission zur ^Einschränkung der jüdischen Einwanderung durchgeführt werden sollen. ' Nach-der heuert Verordnung sollen die Einwanderer!'|^it/eigenfenij Kajiital von j mindestens 1000 Pfund anTZuk^nfi. die Einwahderühgsgeneh' migung direkt bei 'der .P^lästin^-Re^ierung beantragen'müssen, die Einwanderer-Kategorien cor Handwerker und Intellektuellen mit geringer«;» Kapital werden abgeschaf f t. Die politische Höchstgrenze der Einwanderung pro Monat beträgt 1000 , Personen,;und auch, diese rQuoto kann ° •' - t..'..* 1.1'^ fltl, l. ' -* i t 1 ^iherabgesetzt werden, wenn sie die ^wirtscna^- liche Aufnahmefähigkeit übersteigt. Die, Verp^inung. sieht auch eine Abänderung anderer Bestimmungen vor. Es heißt, daß auch bß" Stimmungen, über die Einschränkung des Rechts der Juden, Boden* zut ,. erwerben, vorberej>-t werden. '<• ■ . Herren- und Berufskleidung, M a ß-K o* ri t e k .t i a n *ltfS-Ver arbeit u n g Frau F. MAIER Ww. F a h r g a s s e 9 4 1 Minute von der Konstabier Wache DAS LIGHT DER EWIGKEIT von Rabp. Dr. Elle I^Iunlc in Ansbach broschiert'RM. 4.00 Lwbd. RM. 5;ÖO VERLAG OES HERMOH GMBH., Frankfurl a. M Schützenstr. 12 ■ PöstSch. 1980-

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