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Der Israelit · 1937-08-12 · Heft 32 (12.8.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 32 (12.8.1937)
Date
1937-08-12
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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•x^sm •im^^m^^f^s^ i tc ■W- Ä <*Ö Ein Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr« Lehmann in Mains fras&kSuri a. M. 12. August 1937 5- Elul 5697 Nummer 32 Vor Eröffnung der KENESSIO GEDAULO. Wie aus Marienbad berichtet wird, beginnt dort der Sabbat schon ganz im Zeichen der großen Versammlung der Agudas J i s r o e 1. Die führenden Persönlichkeiten der Aguda aus allen Ländern, Mitglieder der Exekutive und des Zentralrates, weilen bereits in der Stadt der Kenessio, Delegierte und Gäste in geschlossenen Gruppen aus verschiedenen Ländern werden für die ersten Tage der kommenden Woche erwartet. Das Vorbereitungskomitee ist emsig bei der Arbeit und der ganze Organisationsapparat funktioniert ausgezeichnet. Rund ein Jahr ist es her, daß man in der Reichen Stadt die Kenessio Mechino, den vorbereitenden Kongreß der Aguda, abhielt. Es war als Vorberiung iür Jerusalem gedacht, die Umstände haben aber dazu^ geführt, daß Marienbad zunächst eine Vorbereitung für Mari e n b a d wurde. Daß abe^; Marienbad dieses Jahr dennoch ein W e g n a c h Z i o n und Jerusalem wird, ist - die Hoffnung Aller, die in Marienbad und draußen, die Arbeiten der-Kenessio in inniger Teilnahme verfolgen. Die dritte Kenessio Gedaülo ist in entscheidungsschwerer Stunde für Israel und Erez Israel einberufen worden. In London, Genf- und Zürich suchte man in den lezten MönatenftiVochen und Tagen, von außen und von innen her, über unser; Schicksal zu entscheiden. Marienbad wird möglicherweise in mannigfacher Beziehung zu all den Problemen, die dort im Mittelpunkte der Verhandlungen standen,- das S c h l'u ß w p r t; zu sagen, den vielfachen, Belangen politischer^ und ('wirtschaftlicher Natur die Seele einzuhauchen haben, Denn es geht ui» die Seele des Judentums, um das b e n;ra'it, li n d n a ch d er Th oxa. Und die berufenen Männer und: bewahrten Weg- ' weiser,mwn frVTTJl wie. die. n^yi? 'tWK als I'ai'inführer, die in Marie^bad 'versammelt sind, sind legitimiert, im Nämeri lies Thoravolkes zu sprechen. Darum sieht und horcht die jüdische gesc tzestreüe Welt iii diesen; Tagen voller Hoff- ^uniJ und Erwartung nach Marienbad; , Wie ziir Zeii bei der Institution ^er miasfö die Volksgemeinschaft in der. Provinz und in. der Gola mit Gebet und Thoravorlesunj* an. der, ^rbeit. ihrer -Sendboten inj Geiste feilnahm,, ,so 'sind auch jetzt aller.Thoratreuen. Augen und Herzen nach.,; Marienbad;; gerichtet. Alle sind sie im Geiste mit dabei .und haben feil an der . Arbeit für G'ttes Volk, Seinfe Thora vzd Sein iLänd; Möge :der, S.egea G'ttes auf , der Arbeit der Männer , der „Großen Versammlung'' Jn Marienbad ruhen! Infolge unvorhergesehener technischer Schwierigkeiten in der Druckerei konnte der „Israelit" diese Woche erst am Freitag früh zur Aus- * gäbe gelangen« Die zwei nächstfolgenden Nummern erscheinen ebenfalls, statt Donnerstags, am Freitag, um durch diesen Zeitgewinn eine ausgiebige Berichterstattung über die Verhandlungen der Kenessio Gedaulozu ermöglichen. Aus dem Inhalt: Aus den Verhandlungen der Mandatskommission .......Seite 2 u. 9 Die Vollmacht für Weizmann aui dem Zionistenkongreß . . . . SeUe 2 u. 8 25 Jahre Aguda. Von Dr. Isaac Breuer (Schluß) Seite 4 u- 5 Der wahre Trost..........Seite 4 Erez Israel.............Seite 6 Aus der Agudas Jisroel-Bewegung . Seite 6 Renegaten des Geistes. Von Oberrabbiner Dr. J. Carlebach . Seite 7 Preisausschreiben der jüdischen Winterhilfe Seite 8 Jüdische Bevölkerung Polens . . . . Seite 9 Eindrücke in Paris ......... Seite 10 Agudas Jisroel als Organisation. Von J. Ehrentreu in Frankfurt a. M. , Die Artikel des Herrn Dr. Is. Breuer in dieser Zeitschrift haben mit Recht größtes Interesse rür die Fragen unserer Organisation erweckt. Sie , heben einen organisatorischen Mißstand hervor; der zweifellos die Entwicklung der A. Jj außerordentlich gehemmt hat: das Fehlen hauptamtlicher Kräfte. Aber übertrieben wäre es, zu behaupten, daß dieser Umstand etwa allein aus-, schlaggebend ist und war für das weitgehende Versagen des Organisationsapparats.'-.. Auch ist die letzte Ursache dieses Mangels nicht allein in der .psycholpgisöhen Tatsadhe zu suchen, daß ein - solcher Posten bislang, in unseren Kreisen nicht als - standesgemäß galt; Die Ursache liegt vielmehr tiefer. Sie läßt sich bei allen ägudistischen Tagungen und Sitzungen konstatieren: Für Fragen der Org a ii i s ä t i o n besteht in weiten Kreisen der Orthodoxie aller g e r rn g stes Vers t an dn i 's. Es mag dies in der Erziehung des Orthodoxen liegen, der in seinem Leben vielfach g<e-: zwungen| ist, zü:!theöretisieren, Probleme wägen und von der 'Wirklichkeit zu absträhieren.' Vielleicht darf " man es auch als bequemer! bezeichäerif' in- TMnzipierifragen Verdikte auszusprechen,' die gewöhnlich' andere, mehr treffen als die; Entscheidenden, während die organisatorischen Beschlüsse die unangenehme Eigentümiichkeitf 'haben1.'.^al's,^amv als Gläubiger aufzu- 'trettenJ..unÄ;;ideri Bescnließenden die Rechnung präsehtiereh:|;Hahdelt danach! In der .'»Jüdischen Rundschau las ich vor kurzem, daß einer der vielen Nichtwähler zum Kongreß dasselbe in der Zionistischen Organisation beklagte. Aber dies kann uns kein Trost sein. Wir haben es bitter nötig, in dieser Beziehung Remedur zu schaffen. Es mag diese Erscheinung auch mit der beruflichen Gliederung unserer Tagungsbesucher zusammenhängen. Man wird mich nicht einer antiklerikalen Anschauung zeihen, wenn ich zu« nächst als Tatsache feststelle, daß ein starker Prozentsatz in der Präsenzliste unserer ägudistischen Tagungen Rabbiner und Lehrer darstellen.: G^'s; D., daß'es der ägudistischen Organisation gelungen ist, alle religiösen Bedenken, wie sie naturgemäß eine interlokale JOrgainsätion aufwerfen kann, zu zerstreuen, so daß es den bedeutendsten Führern der Orthodoxie verschiedenster Länder und damit differierend1ste'r Prägung möglich" wurdfe, die Weltorganisation der Agudas Jisroel freudig zu bejahen. Wir wünschen nichts sehnlicher, als daß es. keinen riKTin JVtw' auf dem weiten Erdenrunde geben sollte, der;die ehrliche LJeberzeügung der an der Spitze unserer Organisation stehenden Männer nicht würdige und an dieser tPnW awb "033 nicht mitzuarbeiten gewillt wäre«% Aber es entsteht durch diese Zusammensetzung unserer Parlamente die Gefähr, daß das Prinzipielle und Theoretische unserer Organisationsform: und ihrer Methoden sehr stark in den Vordergrund geschoben wird, während für. -die praktische Örganisationsarbeit auf den Tagun- (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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