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Der Israelit · 1937-08-05 · Heft 31 (5.8.1937) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 31 (5.8.1937)
Date
1937-08-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2. Ur. 31. D I s r a e 1 i t 5. August 1937 Die Mandatskommission prüft den Jahresbericht der Palästina-Verwaltung. >,. V. G-cn.fi 3. August. -Die Ständige Mandatskommission des Völkerbühdes hat äni' Dienstag mit der Prüfung des Jlah r e s jb.e r i.[q Ji t e s ' 1 d e r; P al ä s t i n a-; ,Ve r w aj t ü « g '-für 19*3,6 begon^e|i.: Ari die Vertreter der- Britischen Maridatarjnächt wurden von den Mitgliedern' der Kommission Fragen zu diesem' Bericht gestellt. Die Fragen hielten sich : , jedoch, nicht da die Kommission der Auffassung ist, daß das gesamte in den. drei Berichten vorgelegte. Material ein einheitliches Ganzes bildet und dementsprechend behandelt werden muß. Minister Ormsby- Go j-.e gab aüful-Wiinschj der (Mitglieder der Kommission «rläuteröde Erklärungen zu seinen v früher gehaltener/liedeh ab. Mit Rücksicht darauf, daß die Kommission noch weitere Aufklärungen für notwendig hält, hat der Minister sich bereit erklärt, bis Donnerstag in Genf zu bleiben. Die Feststellung der Kommission, daß sie sich für berechtigt halte, das Palästina-Problem unter allen seinen 'Aspekten zü untersuchen! Jst als höchst bemerkenswert anzusehen. Zwar ist es Aufgabe des Völkerbundsrates, die endgültige Entscheidung zu ireffen, doch ist die Kommission entschlossen, die gesamte Yorbereitende Arbeit zu leisten, zu allen Fragen ihre Meinung zu äußern und dem Rat eigene Vorschläge zu unterbreiten. Die Kommission will - die Berichte auf ihre Unparteilichkeit hin prüfen und, falls sie sie für unbefriedigend hält, neue Informationen verlangen. Sie will alle möglichen Lösungen in^ Betracht. ziehen und sich keineswegs auf*' t^die ^prschia.ge:' des Berichtes der Kgl, Kommissionbeschränken. \ Bei der Prüfung des' Berichtes der Palästvhaverwaltung für das Jali£;19>36»vqh der Man- , datskommission im Zusammenhang mit. j^en, übrigenihr vorliegenden Dokumenten am-.Dienstag begonnen würde, beantworteteäüßer" Minister Örmsby-Gore auch der frühere''Chiefsekre'tar der Palästinaregierung, John ^athorn H.a.1.1, die"!' von den Kommissionsmitgliedern gestellten Fragen. Die Kommission ging auf einzelne Punkte des Berichtes sehr gründlich ein. . •;. Die Palästinaregierung, so erklärte Mr. Hall auf Fragen, habe ihre Entscheidungen notwendigerweise im Lichte der ihr damals bekannten Tatsachen getroffen. Er lenkte die Aufmerksamkeit, der Kommission auch auf die Ümsturzbewegung, mit der die Sicherheitskräfte zu tunhatten. Der ehemalige Chefsekretär schilderte die besonderen Schwierigkeiten, die durch das Terrain und die Formen des Guerillakrieges, der . sich entwickelt hatte, bedingt waren und .gegen die die britischen . Streitkräfte zu kämpfen hatten. Er ging darauf ein, in welchem Umfang das Oberste Arabische Komitee in der Lage war, die Situation zu beherrschen, und auf die Umstände, unter denen es geschaffen wurde. Mr. Hall setzte auch die Er Wägungen auseinander, von denen die Palästinaverwaltung in ihren Beziehungen mit dem Obersten Arabischen Komitee sich leiten ließ. (Siehe auch Korrespondenzenteil.) Die Eröffnung des Zionistenkongresses, Zürich, 4. August. Nach vielen Vorkonferenzen aller größeren Fraktionen, auch des Misrachi, der eine scharfe Resolution gegen die Teilung annahm, wurde der Kongreß am Dienstag abend 8 Uhr im Stadttheater eröffnet. Die Zahl der Delegierten beträgt etwa 500 und über tausend Gäste füllten Saal und Galerien. Das altgewohnte Köngreßbild trägt eine eigene Note infolge der'Dinge in und um Palästina. Es ist ein Jubiläumskongreß nach' demvierzigjährigen Bestehen des politischen Zionismus. Das Wort von der „vierzigjährigen Wüstenwanderung des Zionismus" taucht in mannigfachem Zusammenhange auf. Am Pressetisch sitzen etwa 250 Journalisten aus allen Ländern der Erde. Mit Glockenschlag 8 erscheinen auf der Tribüne unter Führung Weizmanns die Mitglieder der Exekutive. Als Kongreßpräsident fungiert, M. M. U s s i s c hk i n , der mit wenigen Worten den Kongreß eröffnet. Dann erhebt sich W e i zmann, vom Auditorium rauschend begrüßt, zu seiner Eröffnungsrede.. , Weizmann geht von der schwierigen Lagei der Juden in der ganzen Welt aus, die sich in der Zwischenzeit im Galuth und in Palästina hoch "verschärft hatV?:B*e: Jüdenfrage sei nun zu einem brennenden internationalen Problem aufgerückt und man erwarte vom Zionismus , die Lösung. Weizmann will keine vollständige'1 Uebersicht über „die vierzigjährige Wüstenwanderung des Zionismus" bieten, sondern nür die Entwicklung der letzten Jahre kurz beleuchten. Im politischen Leben ■ der Welt habe sich in diesen vier Jährzehnten'"so ungeheuer viel gewanU: delt,: wenn aber der "Zionismus-' heute den^größten Kongreß; den man'je gesehen hat, zusam-:. menbringen kann, so möchte er diese Tatsache^ mit einem S.chehechionu begrüßen. \ Weizmann geht gleich auf die;Entwicklung;, der Dinge in Palästina über. Zum Teilungsplane sagte er, es sei wahr, daß der Bericht in einigen Punkten entschiedene Kritik herausfordert, im ganzen stelle er aber ein außerordentlich bemerkenswertes Dokument dar. (Bis jetzt war nur in der ersten Kundgebung der Agudas Jisroel diese Ansicht vertreten. Red.). Die tiefe Sympathie für die Bestrebungen des jüdischen Volkes in Palästina dürfe in: diesem Akte nicht übersehen werden. Die Voraussetzung, daß das Mandat undurchführbar sei, beruhe freilich auf einer irrigen Auffassung, die. schon durch die jüdischen Erfolge in Palästina widerlegt werde. Weizmann behält•,'; sieht; vor, über;. all diese Dinge noch eingehend''zu' sprechen. Als .Weizmann von den letzten jüdischeiij Märtyrern; in. Palästina sprach, erhob sich der Kongreß voller' Ergriffenheit zu ihren Ehren. Es folgte eine Gedenkrede für Nachum Sokolow durch Jizchak Grünbaum. Das Kongreßpräsidium, setzt sich, neben dem Präsidenten Ussischkin, aus acht Vizepräsidenten zusammen, die alle größeren Gruppen vertreten. Unter den Begrüßungen wurden die Worte des Regierüngsrates P f i s t e r beifällig aufgenommen, der im Namen des Schwei z'-e Tischen Bundesrates, der Kantonalen, Regierung und des. $ t a d t r a. t es. .vjjnj Z "si; rieh dem Kongreß seine Glückwünsche über(4' brachte. Der englische Kolonienminiät'er O r m sb y r Gore sandte aus Genf ein'' Begtüßüngsr-. telegramm, in dem er dem 'Kongreß: gutjen -Et** folg wünscht. Es begrüßten weiter Vertreter der Züricher jüdischen Gemeinde und des Israelitischen Gemeindebundes. Die Delegierten der Juden st aatspartei blieben zum Proteste gegen das Kongreßgericht, das einige ihrer Man daje annullierte, der Eröffnungssitzung fern. Per! zweite,. Verhandlungistäg>. ' Ui s- Daseigentliche Referat erstattete ^eizmannjerst :?in der zweiten Sitzung am M^ittwocit. Er schilderte: noch einmal die '■ Lage; in Palästina in, allen Einzelheiten und betonte,, daß trotz der'.Unruhen u^'d—der; Unsicherheit während der |C<vtn^s^^.tin^ersu'chuiij^, die wirtschaftliche Lage konstant geblieben ist. J): Hauptschuld#;an. die Palästina! Verwaltung, und Weizmanti' bit'tet" die Londoner Re! gierung,- kein\4diplqm^a^^es,^piel mit j^em jüdische» Volke mehr zu, treiben, "sondern fj£ m a u f r i c h t i« zu sagen, was es mit ihm vor habe. Dj| Teilungsvorschläge, in -ihrer.-, .heiatigfen -Eor;m~ Tsind ab. solut. unann>;fim^ \xi ande" rer PücmrJieße ssich aber», reden»; fr#iftph mir unter der Vorausifetzungi; daß den iJuden. 4ie Alf ö g ü c h ► k e i t?'g e g e b e-rf! w.e;r;<te,! e in-ßä g;e n^e^s; na,t i 0. 'nales heben.'zu f öhMn. Die ">Judenhejjt <jer ■Welt erwarte eine*. klare Antwort.; voin4i^Kongreß Weizmann bittet , deit; Kongreß jum ei»e.jV o J 1 c ht für d i e: E x t© k u.t ii v.e ,•, Verhandlungen mit der Regierung^ über einen neuen Teilungsplan unter dea genannten Bedingungen zu, führen. Nach der Rede Weizmanns, die schärfer als sonst klang, ergreift als erster Redner der; Opposition Ussischkin das Wort. Er polemisiert mit heftige»; Worten g e g e n d i e V e r s t ä.n d i gu ng sfb er e it. s c h a f t D r. . W e i z m a n n s. ünd gegen: je.de.ii,; Kompromiß.. Er I beschwört den Kongr<eJ5, i-di^ j ^rlieilung von Vollmachten-zu Verhandlungen njdt der hritischeiv Regierung!. unter; den -gegenwärtigen■•; Umständen zn verweigern.^" Kalender-Reform mit Einführung des Blankö-Tages wirklich geplant ' ' : W i e n, 3; August. Von unterrichteter Seite Wird der ITA. mitgeteilt, daß,, wie von uns'bereits berichtet, die seit ,dem Jahre 1931 nach scharfen Protesterklärungen zurückgestellte Kalender-Reform mit Einführung eines Blankotages wieder aktuell geworden ist. Die Chilenische Regierung hat beim Völkerbund einen neuen Vorstoß in dieser Richtung unternommen. Es besteht die Möglichkeit, daß die seit langem geplante Kalender-Reform schon zum, 1. Januar 1939 eingeführt wird. Eine derartige Kalender-Reform bringt die Gefahr einer "Erschwerung der Einhaltung der Sabbatvorschriften mit sich. Dadurch, daß der 365. Tag des Jahres zur Abrundung auf genau 52 Wochen als Blankotag zu keiner Woche gezählt werden soll, muß sich der kalendarische Sabbat jährlich um ein oder zwei Tage vom astronomischen entfernen. Dadurch würden die sabbathaltenden Juden vor die Wahl gestellt werden, . entweder; auf den traditionellen Sabbat zu verzichten, oder in jedem Jahre an einem anderen kalendarischen Wochentag, der mit dem betreffenden astronomischen Sabbat identisch wäre, den Sabbat zu feiern.. Dies könnte zu einer , Verwirrung in religiöser und wirtschaftlicher, Richtung führen. Ordnung im jüdischen Pressewesen. Berlin, 3. August. Der' .Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda hat mit einer Anordnung vom 15. Juli 1937 grundsätzliche Richtlinien für das jüdische Pressewesen aufgestellt; Alle Personen und Unternehmen des jüdischen Pressewesens, im deutschen Reichsgebiet werden vom Sonderbeauftragten des Reichsj'.mimsterjs;''Rfeibnskultüjrwalter -Hinkel, erfaßt. Die in den Verlagen und' 'XM^e^^^eiC' d$rjüdischen Presse tätigen Personen!, wie. \(erleger, Redakteure, 'Mitarbeiter* i B.eräQhtejfstatter, Verlagsan? ges,tellte, BeziehiätfWerber, Pressereferenten und ■ Mitarbeit er. }l;ybn '^ressedienststelleh jüdischer Organisationen;,,, Vereine und Gehieinden werden in "amtlichen Listen',ieingetijagen ,Jund'\. erhalten durch Bescheinigung oder Ausweis die Zulassungsgenehmigung. Nach dem 1. Oktober 1937 dürfen Personen ohne Bescheinigung oder .Ausweis im jüdischen 'Pressewesen mciix-MMl^^--sem. Gesüche zur Eintragung in die ämtlichen Listen und alle das jüdische Pressewesen betreffenden Anträge sind ohne Ausnahme an das Re;ichsmiriisterium *ur Volksaüfklärüing ünd Propaganda, Söhderreferat Reichskulturv(alter. Hihkei', ': Berlin : W|; 8, Wilhelmplatz 8/9-f zu..richten..(ITA.) - V '/ Herren- und Berufskleidung^ M a ß - K Üni'ß k;t i b'fr 1 3-Verarb eitung Frau F. MAIER WW. Fr^:h, r g a »„.$:©'. & 4 1 1 Minute von der Konstatier Wachö , OftS;MCHT DtR /EWIGKEIT :::vHRLWDE5iSRÄtLiT üHD 'vonRabb, Dr. EKe Mimk mÄnöbach" HERMON GMBH.,Frankliifl 1;; broschiert RM.. 4.00 ,Lwbd. RM. 5.00 Schützenstr. 12 Postsch. 19802

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