Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1937-08-05 · Heft 31 (5.8.1937) · page 1

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 31 (5.8.1937)
Date
1937-08-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2446951-2450961-2450991--83153-2541147
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

^^^^^p^^^^^^^p^^^^^^^^^^s^s -Mimi1 v?^^W>V*v7 Ein Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Mains Frankfurt a. M. I 5. August 1937 28. Äw 5697 Nummer 31 Aguda und N. Z. O. wollen mit der Jewish Agency über Palästina beraten. London, 29, Juli. In einem Schreiben, das der Präsident ^ller Weltorganisation Agudas Jisroel und der Vorsitzende der Neuzionistischen Organisation am 22. Juli gemeinsam an den Präsidenten der Jewish Agency for Palestine, Dr. Chaim Weidmann, gerichtet haben, wird der. Vorschlag gemacht, im Hinblick auf die Besorgnisse, die die Vorschläge der Kg!. Kommission in der gesamten jüdischen Oeffentlichkeit hervorgerufen haben, eine Körperschaft einzusetzen, die die gesamte p r ©palästinensisch * eingestellte Judenheit umfaßt und die Stellungnahme des jüdischen Volkes zu der Zukunft Palästinas endgültig festlegen soll. Als erster Schritt zu diesem Ziele solle unverzüglich eine Round Table-Konf e r e n z von Vertretern . der J e w i s h A gency , der N e uz ionistischeh Organisation und der Adulas Jisro e l einberufen werden. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut: „Da in der ganzen jüdischen Welt die Befürchtung zunimmt, daß die Vorschläge der Kgl. Kommission Sinn und Seele der jüdischen Heimstätte- Bewegung zu vernichten drohen,; wird es mehr denn je gebieterisch notwendig, daß über die Stellung des jüdischen Volkes zur Zukunft Palästinas von einem Organ endgültig entschieden wird, das die gesamte propalästinensische Judenheit der Welt repräsentiert. Wir sind uns des großen Dienstes bewußt, den die Zionistische Organisation der Sache eines jüdischen Palästina geleistet hat, aber wir sind überzeugt, daß alle rechtlich denkenden Menschen, Juden und Nichtjuden, darin übereinstimmen werden, daß weder die Zionistische Organisation, noch die Jewish Agency, wie sie gegenwärtig konstituiert ist, behaupten können, die gesamte propalästinensische Judenheit in vollem Umfang zu repräsentieren. Schon das Bestehen der beiden Organisationen, in deren Namen^ dieser Brief geschrieben wird, ist — von an- ■deren an dem Aufbau Palästinas interessierten Vereinigungen vorläufig nicht zu reden ~ ein unwiderleglicher Beweis, daß es außerhalb der Zionistischen Organisation und der Jewish Agency erhebliche Massen gibt, die sich um die jüdische Heimstätte aktiv und direkt bekümmern. Offensichtlich besteht eine noch größere Zahl nichtorganisierter Juden, für die das. Schicksal Palästinas, besonders in dem gegenwärtigen Augenblick etwas bedeutet, was nicht ft«r ihre geistigen Ideale, sondern auch die Aussichten ihres künftigen Wohlergehens, wenn nicht ihrer weiteren Existenz, berührt.. in vollem Bewußtsein der wesentlichen Unterschiede zwischen den Anschauungen der unterzeichneten Organisationen halten wir es dennoch für unsere gemeinsame Pflicht, der Zionistischen Organisation, der Jewish Agency und der jüdischen und «ichtjüdischen Welt im allgemeinen unsere Forderung vorzulegen, daß die jüdische Stellungnahme zu ('er Zukunft Palästinas der Entscheidung einer besonderen Versammlung unterworfen werde, die die jtesamte propalästinensische Judenheit der Welt ohne Rücksicht auf Gruppenzugehörigkeit repräsentiert. ■Als ersten Schritt in-dieser Richtung schlagen Wu" vor, daß unverzüglich eine Round Table-Konferenz unserer drei Organisationen, geleitet durch ejneti neutralen Vorsitzenden einberufen werde, damit vir gemeinsam über die Mittel und Wege entscheiden, um den in dem vorangehenden Absatz dargelegten Gedanken zu verwirklichen." Der Brief ist unterzeichnet von Jacob R o - senhei m für die Agudas Jisroel und Wladimir Jabotinsk^, dem Präsidenten der NZO. Das Kurhaus in Marienbad, in dem am 17. August die Kenessio Gedaulo eröffnet wird. Aus dem Inhalt: Die Verhandlungen der Mandatskommission in Genf ..........Seite 2 u. 9 Der Zionistenkongreß in Zürich ... Seite 2 Um die Kalenderreform........Seite 2 Wochenrundschau .........Seite 3 Probleme agudistischer Führung. Von Rabb. Abraham Wolf . . . Seite 4 25 Jahre Aguda. Von Dr. Isaac Breuer Seite 6 Tagesordnung und Zeiteinteilung der Kenessio Gedaulo .....Seite 7 Aus der Agudas Jisroel-Bewegung . . Seite 3 Berichte aus Polen ........Seite 9 Feuilleton-Beilage ......... Seite 10 Zur Neuordnung des Keren Hathara. Von Dr. Maximilian Landau. Auf der Londoner Tagung des Zentraldirek» toriums des Keren Hathora habe ich einen Vorschlag zur Neugestaltung des Keren Hathora gemacht, den ich nachstehend als Diskussionsmaterial für die kommende Kenessio Gedaulo zur Debatte stellen möchte. Der Keren Hathora hat sich ursprünglich eine. Aufgabe gestellt, die einerseits seine Kräfte weit übersteigt, andererseits aber von ihm gar nicht bewältigt zu werden braucht. Der Gedanke eines zentralen Finanzinstruments für alle Thorabildungsanstalten hat sich schon deshalb als verfehlt erwiesen, weil, abgesehen von der schwierigen Quotenfestsetzung für die einzelnen Institutionen, diese im allgemeinen ihre Finanzierung auf eigene Faust weit besser und wirksamer durchführen können, als wenn sie auf die Zuteilung aus einer allgemeinen Kasse angewiesen wären. Der Keren Hathora sollte nicht danach streben, eine Dachorganisation für bereits bestehende Institutionen zu werden, sondern — seinem Charakter als Weltorganisation entsprechend — sich neue und umfassende Aufgaben stellen, die bisher noch nicht in Angriff genommen wurden und von einzelnen Lokalinstitutioneri auch gar nicht ausgeführt werden können. Es kann nicht zum Wirkungskreis des Keren Hathora gehören, den vorhandenen Jeschiwoth ihre Finanzsorgen abzunehmen (was er übrigens nicht tut und auch nicht tun kann), sondern neue Aufgabengebiete zu erschließen lind Lücken auszufüllen, die von niemand anders besetzt werden können. Es ist viel richtiger, daß der Keren Hathora sich auf einige wenige große Arbeitsgebiete beschränkt als daß ef sich mit unzulänglichen Kräften in einer Vielfalt von letzlich unschöpferischen Aufgaben zersplittert. Die Kenessio Gedaulo wird daher den Keren Hathora auf eine prinzipiell neue Grundlage stellen müssen. Der Keren Hathora soll nur für solche Anstalten zu sorgen haben, die er selbst gegründet hat und die er selbst zu überwachen in der Lage ist. Nur bei eiserner Durchführung dieses Prinzips, die in Einzelfällen mit gewissen Härten verbunden sein mag, ist Aussicht vorhanden, daß der Keren Hathora die Wirkungsmöglichkeit und Bedeutung gewinnt, die seinen Initiatoren bei seiner Gründung vorgeschwebt hat. Zu den Zielen, die ein so umgestellter Keren Hathora in naher Zukunft zu verfolgen haben wird, gehört in erster Linie: die Errichtung von Lehrerseminaren für die männliche Jugend in den östlichen Ländern und die Schaffung einer pädagogischen Zentralinstanz, welche Theorie und Praxis des Erziehungswesens zu überwachen und zu entwickeln haben wird und welche durch Bereitstellung geeigneten Lehrmaterials, Einrichtung von Fortbildungskursen, periodischen pädagogischen Konferenzen, eines eigenen publizisti- (Fortsetzung siehe Seite 3.)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.