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Der Israelit · 1937-07-29 · Heft 30 (29.7.1937) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 30 (29.7.1937)
Date
1937-07-29
Page
– (sequence 3)
Language
German
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29. Mi 4937 I s r: a e 1 i t Nr. 30 Seite 3 per Einfluß der Orthodoxie auf den jüdischen Staat. {Fortsetzung von Seite 1.) * Der erste Schritt zu diesem Ziel ist meines Erachtens; Einheit der Thoratreuen. Sowohl die Agudas Jisroel als auch der Misrachi müssen angesichts der neuartigen Situation ihren bisherigenvWeg einer Revision unterziehen. Besonders diejenigen Teile beider Organisationen, die voneinander nicht durch eine weltanschauliche Verschiedenheit getrennt sind, sondern in ihren Meinungen über den einzuschlagenden Weg, der zum Siege der Thora in der jüdischen Gegenwart differierten, müssen heute den Verbuch einet Annäherung machen. Dieser, Teil der Misrachisten, der befürchtet hat, daß er durch den Austritt aus der zionistischen Organisation sich von der jüdischen Gesamtheit lossagt, und so keinen Einfluß auf den Aufbau des Landes bekommt, kann heute durch seine Zugehörigkeit zum jüdischen Staat sich von derartigen Befürchtungen befreien. Wer aufmerksam die Broschüre von Raw Amiel über die ideologischen Grundlagen des Misrachi liest, wird merken, daß ähnliche Gedankengänge vor Jahren bereits im Kreise . der Misrachisten Platz gegriffen haben. — Aber auch für uns Agudisten ergibt sich eine heue Situation. Einer Organisation konnten wir fernbleiben, eine selbständige Gemeinde konnten wir bilden, aber gibt es einen Austritt aus dem jüdischen Staat? Derjenige, der die Austrittshotwendigkeit auch auf den jüdischen Staat übertragen will, hat nur einen Weg — vollkommenen Verzicht auf Erez Israel in der Gegenwart zu leisten. Wer kann es von uns? Müssen wir da nicht einen Weg suchen, um vollberechtigte Mitglieder des jüdischen Staatswesens zu werden? Oder wollen wir trotz der ungeheuren Not, unter der das jüdische Volk zu leiden hat, den, nebenbei völlig aussichtslosen Kampf gegen einen jüdischen Staat unternehmen? Ich glaube, diese Fragen lassen nur eine Antwort zu: Wir sind verpflichtet, uns in ein jüdisches Staatswesen einzuordnen und wir müssen versuchen, durch loyale Zusammenarbeit mit den anderen Gruppierung der Judenheit unter Wahrung der weltanschaulichen Verschiedenheiten der Thora zum Siege zu verhelfen. Diesem ersten Schritt, der Vereinigung der im Misrachi und A. J. organisierten Orthodox« müßte ein zweiter folgen. Es ist kein Geheimnis, daß die Mehrheit der Thoratreuen in Erez> Israel,, besonders wenn wir von Jeruscholajim absehen, da es ja außerhalb des jüdischen Staates bleiben soll, bis heute nicht organisiert ist und somit keinen politischen Faktor in Erez Israel darstellt., Wenn der Bruderkampf, der unglückseligerweise die Orthodoxie in zwei feindliche Lager teilt, beendet ist, so wird es wahrscheinlich nicht schwer sein, angesichts der Gefahr, die der Thora in Erez Israel droht, alle dort vorhandenen, der Thora ergebenen Kräfte,, zu mobilisieren. Wir dürfen damit nicht warten,; bis es zu spät ist. Es istein Gebot der Stunde^ heute schön:' alle 'Kräfte5 zu vereinigen. ' Aber nicht nur den Thoratreuen , im. GeW'ete des: jüdischen Staates, sondern ' aü'ch.' ■■ denen* '' in.- den sonstigen 'Teilen von Erez Israel, hauptsächlich Jeruscholajim Innissfeh ' wir versuchen, einen' Einfluß auf die Gestaltung des Lebens inv jüdischen Staate zu geben. Wil* glauben nicht fehl zu gehen in der Annahme, daß alle jüdischen Kreise die Forderung sich zu eigen mav?hen, daß auch die . im englischen Mandatsgebiet von Erez Israel lebenden Juden Staatsbürgerrechte im jüdischen Staat erhalten. Auf diese auch der zahlenmäßige Einfluß der Thoratreuen, die sich in großer Zahl in Jeruscholajim konzentrieren, vergrößert. Es wäre noch zu überlegen, auf welche Weise die Judenheit der Gola ihren Einfluß auf die Gestaltung des jüdischen Staatslebens in Erez Israel geltend machen kann. Es ist aber verfrüht, diesen Punkt aufzurollen, solange uns die' näheren wirtschaftlichen und politischen Voraussetzungen, unter denen der jüdische Staat geleitet werden soll, unbekannt sind. Es muß aber schon heute ausgesprochen werden, daß nicht nur diejenigen, die das Glück haben, in Erez Israel zu leben, sondern die gesamte Jttdenheit das Recht eingeräumt bekommen muß, ihre Ansichten ^über die Gestaltung des jüdischen Staatswesens geltend zu machen. Zum Schluß noch eine persönliche Bemerkung. Sicherlich bin ich nicht kompetent, mit ein endgültiges Urteil über die hier berührten Fragen zu bilden; aber ich glaube die Ansicht mancher Jugendlicher hier geäußert zu haben. Die Entscheidung Hegt hei unseren geistigen Führern, die wir gerne und freudig annehmen werden. Ii Wei teil dei eise wäre die Verbundenheit dieser* Landesei die nicht dem jüdischen Staat zufallen, mit jüdischen Staat gewährleistet und wäre- Th-——._■:»; ' ■ . , . ' i\> '■■! Wochenrundschau, Kinderversorgung in Amerika — Ausgrabungen in Palästina. Auf der Nürnberger Tagung der Agudas;Jisr o e 1 verhandelte man u. a. auch über die Unterbringung von Kindern orthodoxer Familien aus Deutschland in Amerika. Daiiu wird uns von besieingeweihter S^ite gesehrieben: Auf Grund von monatelangen Verhandlungen mit staatlichen Instanzen und jüdischen Organisationen möchten wir feststellen: Für Emigration von Kindern, deren Versorgung von der amerikanischen Regierung der Organisation „Children's Aid ~for German Refugees" übertragen worden ist, ist die Quote für das Jahr 1937 von der amerikanischen Regierung auf 16 0 Kinder festgesetzt worden, - unter der Bedingung, daß die Kinder außerhalb New Yorks untergebracht werden müssen. Das amerikanische Hilfskomitee hat die Auswahl "der Kinder einem Komitee in Berlin (näheres durch die Landesorganisation der Agudas Jisroel, Frankfurt a. M.) übertragen. Trotz der sowohl in New York als auch in Berlin geführten Verhandlungeu lehnt dieses Komitee die Annahme von Anträgen orthodoxer Kinder ab, solange nicht das in New York ^gegründete orthodoxe Frauenkomitee 'orthodoxe Häuser für diese Kinder besorgt hat. Trotz vieler Mühe ist dieses nur in den wenigsten Fällen gelungen, da insbesondere die Ausfindigmachung von orthodoxen Häusern außerhalb New Yorks große Schwierigkeiten bereitet. Eine Unterbringung dieser Kinder in Heimen ist nicht möglich, da die Regierung die Unterbringung in Familienhäusern verlangt. Wenn der Fall so ist, daß Familien bereit sind, für das orthodoxe Kind zu zahlen, so ist es bisher immer gelungen, das Kind in einem guten orthodoxen Hause unterzubringen. Die Unterbringung von Kindern ohne Mittel ist unmöglich. Einmal stehen uns keine Geldmittel für diese Kiniler zur Verfügung, andererseits ist kein streng orthodox geführtes Kinderheim in Nordamerika;!yorhanden. Was die angeschnittene Frage d<$r Arbeits-!b e Schaffung für s,chäbböshaltehde:; EinWanderer betrifft, so liegt die Schwierigkeit weniger in , der .mangelnden Schabbqstreue,, als. darih^; i jdaß Auswanderer; im; Alter. von, über $0 Jahren; j«gleich welcher religiösen Einstellung,- sehr' schwer: Arbeitsstellen, finden. Vor einigen Wochen ist von " uns unter dem (Name^tt »Skomze'. Hadkth" (New . Yorlc^ity, 120 Wall Street) *•' ein ■ Stellenvermittlu'n^'s'büfb;;geschaffen;,$W?;;den, an., dessen Spitze ein Komitee^,von im Wirt- '^ejiäftsleben gut eingeführten; Geschäftsleuten steht . :..>::i. ":. ' M- Sdh.;!t Wie wir - hören; wird der Kenessiö Gedaulo-ein genau ausgearbeiteter Plan zur Frage der Auswanderung Und Versorgung orthodoxer Menschen in Nordamerika vorgelegt werden. . * *;, . - ■ „ iäij; ,; Der bekannte Archäologe; Pf of. I3)r.S u k e n i c k von der Jerusalelner Universität, h^lt zur■■• Zeit, in 'Berlin und anderen , Großstädten Deutschlands Licht;, büdervortfäge über die Aus gr ab u'ngen in S a - jm ari a. von seinem Vortrage'in;^jf e s j au wird ■Uns berichtet, daß dieser, obwohl zeitlich sehr;be-; schränkt, eine Fülle von wissenschaftlichem und Bil- ' dermaterial gebracht hätte, das auch hinsichtlich des jüdischen Anspruches auf den Palästinaboden in seiner Gesamtheit von größtem Jnteresse sei. Man sah gute Aufnahmen einer altenwarchitektonischen Kunst, die mehrere biblische Berichte vollkommen bestätigten, so die biblischen Angaben über den E 1 f e n b e i n p a 1 a s t des Königs Achab, ebenso Weissagungen Michas und anderer Propheten. Das alles quittieren wir dankbar, obwohl es für uns keiner Belege aus versunkenen Welten für die Wahrheit der biblischen Berichte bedarf. Die lebendige heilige Urkunde, die man nicht erst ausgraben muß, die vor uns liegt, die „uns in den Mund und ms Herz gelegt ist", besagt uns vielmehr, als all die Zeugen einer alten Kultur unter Schutt und Trümmern, Aber immerhin, es gibt Menschen, die auf aus den Tiefen hergeholte Belege etwas geben! Weniger folgen möchten wir Herrn Prof. Sukenick, wenn er aus seinen Ausgrabungen die Schlüsse für die Wesensart der Propheten zieht. Er nimmt, vorausgesetzt, daß der uns von Breslau zugegangene Bericht in allen Teilen zutrifft, eine' „Ehrenrettung Samarias" vor und führt die harten Worte der Jerusalemer Propheten gegen die israelitische Reichshälfte auf „einen gewissen Lokalpatriotismus" zurück. Das ist, mit Verlaub verehrter Herr Professor, unsinnig. Jüdische Kinder, die zwar nicht in die tiefen Schachte der versunkenen Welten hinabgestiegen sind, sich aber in Tnach auskennen, wissen, daß die Propheten mit gleicher Schärfe, gleicher Entrüstung und gleichem heiligen Zorne ihr pmiP üvkh wie ihr "»masin m tbvnv m ninhinausgeschrieen haben, in gleicher Weise Samaria wie Jerusalem, wo es galt, den Spiegel vorhielten. Beleg dafür: unzählige Kapitel in Jesaias, Jirmejahu, Jecheskel und Hosea. Was will das zur Ehrenrettung Samarias besagen, wenn die Archäologen viele Inschriften in Samariatmit dem G'ttesnamen fanden? Gewiß gab es zu verschiedenen Zeiten auch in Samaria, dem Lande Elijahus, Elischas und Obadias, eifrige G'ttesverkünder. Schließlich spielt sich der Vorgang auf dem K a r m e 1 mit dem einmütigen . Bekenntnis „Der Ewige ist G'tt" ja auch im Reiche Israel ab. Was will das ferner bedeuten, daß man keine Res>te eines Baalkultes in Samaria fand und daß Astart a reste, die in Schomron an den Tag gefördert wurden, auch im versunkenen alten Jerusalem zu finden waren? „Nicht gesehen" ist keine Beweisführung nach talmudisehem Recht, man hat möglicherweise nicht tief genug gegraben. (Seit 1935 mußten die Arbeiten wegen Geldmangels abgebrochen werden). Und daß es auch in Judäa, selbst in der Hauptstadt Jerusalem, Einzelne gab, die nach Samaiia tendierten und dem dortigen Götzenkult Geschmack abgewannen, wird weder in den biblischen Berichten noch in den prophetischen Reden verschwiegen. Man wird weitere Berichte abwarten müssen üb, er das Neue, das die Ausgrabungen an den Tag' gefördert haben sollen.;, .. .,, Wööhenkälehidör. V«m 31: JuiijWs 7. August 1937 /Vom 23.-30. Ab 5697 Samstag' Sohntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag 31 y »ai» *i*t .pVin,* ' 3» 1 24 ZV 2 25 1» Aug. 3 3K 26!W 4 27 iy 5 28 . w 6 29 ,ny 7, 30 ' w vom psnaia ap» Neumond: Samatflg früh 3 Uhr 495/8 Mio. ]Bp BV snn wrn 's ntn Kauft im-SIKUMN-MUS mimw LtlL M JUQfi Herrehwäsche, Trikotagen und Badewäsche I Größe J^fUsvortfeile für;' : r HetrenH ptttt Knattfenkleldung -\m d'i'p*jälni*ig,en iii'-iin . . ' Som^^Sc^l^^yerIca^I^i.,' ^/Uf^^^222iij||^^i2^^ Frankfurt a. M. Hindenburgplatz 12 am Hauptbahnhof

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