Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 30 (29.7.1937)
- Date
- 1937-07-29
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/2446951-2450961-2450990--83139-2541132- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 2 Nr. -30; - '■ e 1 i. t... 29. &tAi 1937 Für lind gegen difc Vorschläge Herbert Samuels. London, 28. Juli. Lord Samuels Gegenvorschlag, in dem die Juden zu großen Opfern, u. a. zur Einschränkung der Einwanderung, zur Aufgabe ihrer Majorität und zur teilweisen Anerkennung der arabischen Aspirationen aufgefordert werden, wogegen die Araber Transjordanien für eine Ansiedlung von Juden öffnen sollten, findet (in seinem ersten Teile wenigstens) bei den Arabern so viel begeisterte Zustimmung, wie er von zionistischer Seite bekämpft wird. Arabische Führer bezeichnen, nach der „Times", die Auffassung Samuels als „hervorragendes Beispiel realistischen Denkens." Von jüdischer Seite ist es bisher Brodetsky, der in einer Versammlung in London scharfe Stellung gegen „die Zumutungen Lord Samuels an das jüdische Volk" nahm. Es sei unverzeihlich, sagte Brodetsky, daß Samuel dem jüdischen Volke die Rolle einer Minderheit innerhalb eines panarabischen Staates zuteilt, wo sie gänzlich den Arabern auf Gnade und Ungnade ausgeliefert wären. Der Samuel'sche Plan sei noch nachteiliger als der Teilung'splan, der freilich ebenfalls zurückgewiesen werden müsse. Brodetsky spricht ziitn Schluß Samuel das Recht ab, im Namen des jüdischen Volkes zu-sprechen, dieses müsse dem; Z i o n i s t e n k o n g;r e ß überlassen werden. (Wir sind der Meinung, daß auch der Zionistenkorigr'eß sich nicht das alleinige Recht anmaßen darf, im Namen des gesamten jüdischen Volkes zu sprechen, so längeres unzahlige Juden und große Organisationen gibt, die die zionistische Weltanschauung nicht teilen; was aber die Bildung einer jüdischen Einheitsfront in dieser Lebensfrage des jüdischen Volkes keineswegs ausschließt. Red.) Auch der Waäd Leumi hat an Lord Samuel ein Telegramm gerichtet, in dem er gegen den von diesem in seiner Rede im Oberhaus gemachten Vorschlag Einspruch erhebt, die Einwanderung nach Palästina aus politischen Gründen einzuschränken. ' Um den Mufti in Jerusalem. London, 27. Juli. In Beantwortung einer Anfrage des Abgeordneten Wedgewood in der Unterhaussitzung vom 26. Juli sagte der Kolonienminister über die Tätigkeit des Mufti, die Palästina-Regierung beobachte mit Hilfe der Militärbehörden die Lage genau und es seien 'alle Maßnahmen getroffen worden, um eine Agitation zu verhindern. Ob der Mufti verhaftet - öder in Freiheit gelassen werden soll, hänge ganz davon ab, wie sich der Mufti weiter betätigt. Auf eine weitere Anfrage über die Lage der Juden in Irak antwortete der Außenminister Eden, daß er darüber nicht unterrichtet sei, aber beim britischen Gesandten in Bagdad Auskunft einholen wolle. Der anglo^irakische Vertrag enthalte keine besonderen , Bestimmungen über den Schutz der Minderheiten. Dieser Schutz sei aber in der Garantie-Erklärung des Irak dem Völkerbunde gegenüber enthalten. Die Regierung des Irak habe allezeit gezeigt, daß sie sich ihrer Verantwortung in dieser Sache voll bewußt sei...... : ' ' ■ * , Aus Jerusalem wird inzwischen gemeldet, daß sich der Großmufti in der Omar- Moschee verschanzt halte, die von Posten bewacht werde. ' < Die SELA-Aktion ist beendet. Beträge und restliche SELA- Scheine sind unverzüglich an das Kenessioh-Gedauloh-Büro, Frankfurt a. Main; Uhlandstraße 39 einzusenden. Unter dem Beifall der anwesenden Mitglieder des Kabinetts erklärte Ministerpräsident NeviMe Chamberl a i n am 27. Juli im Unterhaus, es sei keine zutreffende Darstellung der Lage, wenn man behaupte, daß Großbritannien nicht mehr gewillt ist, das Palästinamandat zu verwalten. Diese Erklärung gab der Ministerpräsident in Beantwortung der Anfrage des Abgeordneten Geoffrey Mander ab, der gefragt hatte, pb, die Regierung im Hinblick darauf, daß sie nicht gewillt ist, das Mandat in Palästina weiter zu verwalten, bereit sein würde, einen etwa vom Völkerbund gemachten Vorschlag, das Mandat den Vereinigten Staaten Amerikas "zu übertragen, ruhig hinnehmen würde. In der arabischenVWelt. .:•!:•........Jerusale;m, 28.' Juli: ' . m:. . .:. Das1 Oib'erste Arabische Komitee hat' seine e'p. kgül t ilge Stellungnahme zu den Vorschlägen der Kgl...Kommission -in einem .Me- ...moranduni ./niedergelegt,., das 'jdem Kolotii'ei^ minister, rdem High JComfflissioner'^^üna• äfer lÄSajfcf» ' datskommission;desK.|V)ölkerlp.undejs; . üperr^eM; wurde. Sowohl idie. Teilung Palästinas wiej; d\e Schaffung einer englischen Mandätszone werden in diesem Memorandum abgelehnt. Die geplante Vereinigung eines Teiles Palästinas mit Transjordanien wird, bei allen Bestrebungen nach der Richtung eines Zusammenschlusses; der arabischen Länder, in dieser: Form abgelehnt. Es wird eine „Beendigung des jüdischen' Natib-' nalheimexpenmentes" «gewünscht. Die Araber seien bereit; Verhandlungen zur Sicherung der britischen Interessen wie; der jüdischen Rechte im Rahmen eines 'Mihdejrheitsgesetjzes einzuge: hen. Im Ganzen kann konstatiert werden, daß:,; der Standpunkt des Obersten Arabischen Ko4 '; mitees sich durch die Resultate der .Untersuchungs-Kommission nicht im geringsten' -ge* ändert hat. 'jl'InilT ran s j o r; d'ä[#i'e Mmächt sich die 0p- . posi^n /'gegen die ' flalt|ing des: Emir Äbdulla ■< .i\kdjl&iner Generalstrei^bewegüjjjg .-pemerkbaiV di,e . ''Sj&H' «zunächst auf die Hauptstadt und einiger größere Ortschaften,j.,Mschf&ält;t< Es heißt, die Opposition sei mit den Anhängern des Mufti in Palästina! in Verbindung, getreten. Der in Lausanne weilende Emir Saud, der Sohn König Ibn Sauds, gab einem ITA.- Vertreter eine. Erklärung, gegen .die Teilung ^a>;, lästidäs ab, die in ihrein schärf en Tone sich seh|r:' stark von der ruhigeh;;uhd abwartenden Hajtüü^ ' seines Vaters, des Königsr (Ibri 'Sauds, 'abhebt. In der Londoner Zeitschrift ,J^ew StäTesnuyr and Nation" nimmt :dear. Leiters der palästinensischen arabischen Delegation.in.London, D"s c h em a I e 1 H u s s & i n i, das Wort zum Teilungsplane. Nach Aeußerung aller bekannten arabischen Bedenken gegen die Pläne und dem Hinweis auf die Unmöglichkeit des Bevölkerungsaustausches betont er zum Schlüsse, daß er durchaus ein Gegner dieser Absondenmgspolitife sei. „Wir sind nicht Antisemiten. Wir anerkennen, daß w i r s el b s t Semiten sind. Win wollen mit den Juden in Frieden leben, aber wir glauben, daß Frieden nur kommen kann weiin die Juden den politischen Zionismus aufgeben und bereit sind, gemeinsame Bürgerschaft mit uns in einem unabhängigen Palästina anzunehmen, Teilung wird diesen unglückliche» Konflikt nur verstärken.". Judenfeindliche Ausschreitungen in Rumänien. Bukar est, 26. Juli. Bei den in P a n c i u durchgeführten Gemeinde- und Bezirksrats wählen ist es zu schweren judenfeindlichen Ausschreitungen gekommen. Mehrere hundert .Cuzisten durchzogen die Straßen und mißhandelten jüdische Passanten. Dreißig jüdische Läden und Privatwohnungen wurden vollkommen zerstört. Ministerpräsident Tatarescu, an den die jüdische Bevölkerung ein Protesttelegramm gerichtet hatte, läßt durch einen Spezialinspektor Erhebungen an Ort und Stelle vornehmen. Gleichzeitig hat der Ministerpräsident in einem Runderlaß alle Präfekten des Landes aufgefordert, mit allen Mitteln für Aufrechterhaltung von Ruhe und Ordnung zu sorgen. Judenfeindliche Ausschreitungen haben sich in den letzten Tagen auch in1 Strajaereignet Rumänisch-polnische Zusammenarbeit in der frage jüdischer Auswanderung. Bukarest, 27. Juli. In Beantwortung der von dem nationalistischen Blatt „Cureiitul" veranstalteten Rundfrage hat der Vorsitzende der Nationalen Bauernpartei Rumäniens, Abg. Ion M i h a 1 a c h, e:y in dem Blatt, seinen Standpunkt zu dem Palästinaproblem dargelegt.. Die Aeußerungen des Parteiführers sind um so bemerkenswerter, '. als die Bauernpartei unter den großen politischen Gruppen al$r diejenige gilt',1 die am wenigsten judengegnerisch. eingestellt ist^ : / '! „Ich.freue mich," schreibt Mihalache, „daß diese Frage vor den Völkerbund gebracht wurde, -,dre einzige. Körperschaft, die sie. in aufrichtiger und maßgebender Weise lösen kann. Ich erwarte, äaß Rumänien! und Polen in Genf1 gemeinsam eine Politik Unterstützen werden, die größere Auswanderungsmöglichkeiten für Juden aus Rumänien juiip! Polen, den beiden Ländern, in denen nacn^RuBland fast die Hälfte der Juden Europa lebt; rhietet. Ich j:weiß, daß vielfache Bemühungen gemacht werden-, für die 'Auflockerung der.. zusammengedrängten.1 jüdischen. Bevölkerung, und daß diese;" anläßlich >. des . jüngsten •< Besuehies >-der polnischen.;'; : Staatsmänner/ besprdcljtei^"..!!;;Vfbrden <ist.;< Als ich vor einiger^' Zieit Herrn Guza .im Parlament ^antwortete,;; i^^l^rjte.ji ich;! ausdrücklich, daß eine Judenfrage "in, Rumänien besteht. Das einzige Mittel, sie zu lösen, sind landwirtschaftliche Kooperativen, Erziehung der Jugend und Förderung des rumänischen Elementes} durch die Regierung, -um. historische, sozial ^atip^ale rund wirtschaftliche Ungerechtigkeiten ^s^ugljeftinen; Ich glaube, daß jei% da der Bericht dem Völkerbund-ivpr^elegt wirdr^der beste Zeitpunkt .'gekommen ist,1' diesem Frage zu erör- ^Vi::,:;i^H^;^!vi!ri;.: v\Mfi:% Herren- und Berufskleidung, ( , M a. ß - K ,o n I e k t i o h. H - V "e-"r a r b e itung Frau F, MAIER WW. .. •..F',a,:;h: i'':g'-a s' s'-e-% 4 < . *i Minute von der KonstableV Wache PAMZAS&CO;v.............. , Transporte ,n.. d. gesairii ): G; m." ^bt. für ^ü^^t|]ds-Uin.2Ügg C^:^>T b. Ii. .Gutieutsg;ä -^l 3ÖöS Ausland Vertfngs^Spediteure d.' Pctlastina -iArotes