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Der Israelit · 1937-07-22 · Heft 29 (22.7.1937) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 29 (22.7.1937)
Date
1937-07-22
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^f^^^^^^^^^^f^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^^s^^^^^^^^^^^^^ß. Seite 2 Nr. 29 Der Israelit •22. Juli 1^37 das hätten die Unruhen gezeigt, seien nicht nur echt, sondern umfassen alle Schichten der arabischen Bevölkerung) darum gehe es nicht a**, mit Waffengewalt die Lösung zu bringen. Im übrigen gehe England mit der Aufteilung aus Palästina noch nicht heraus. Mit dem J a f f a - J erusalem-Korridor und Ramleh, dem Hauptquartier der englischen Luftstreitkräfte, sichere sich England seine festen Positionen in Palästina, von wo aus es das Ganze im Auge behalten könne. Unter großer Spannung des Hauses ergreift Lord Peel, der Vater des Berichtes, das Wort. Er verteidigt den Bericht als „Produkt ernster und peinlicher Prüfung der Lage in all ihren Teilen." Die Kommission sei nur. sehr-zögernd zum Schlüsse gelangt, daß es mit kleinen Aenderungen nicht getan sei -und daß man ZU einer radikalen Umformung schreiten müsse. Man .sei darauf gefaßt gewesen, daß weder von den Juden noch von defr Arabern der Plan mit Begeisterung aufgenommen werden würde. Die Lage könnte sich sofort bessern, wenn jeder Teil nicht nur an die eigenen^Opfer, sondern auch an die des Partners denken wollte. Die Debatte im Oberhause wurde am Mittwoch nicht zu Ende geführt und wird noch am Donnerstag fortgesetzt werden. Wie wird das Bevölkerungsbild aussehen? Wie stark wird die jüdische Bevölkerung in erster er Zeit in dem geplanten jüdischen Staat sein? In einer Zuschrift an „Jewish Chronicle" wird das Rechenexempel aufgestellt. Etwas über 400.000 jüdische Seelen leben zur Zeit in Palästina. Davon wohnen 75.000 in Jerusalem, das dem Staate nicht einverleibt werden soll. Haifa, Tiberias und Safed, die „vorläufig" unter Mandatsverwaltung bleiben, zählen 58.000 Juden. Auch Jaffa, das ein Zentrum des Araberstaates bleibt, hat immer noch 8000 Juden. Das sind zusammen 141.000 Juden, also 37 Proz. der jüdischen Gesamtbevölkerung, die zunächst außerhalb des jüdischen Staates werden leben müssen, Im Judenstaate selbst verbleiben I dann knapp 260.000 Juden, neben 225.ÖÜÖ (46 Proz.) Arabern. Was bliebe dann vom eigentlichen Judenstaat noch übrig? Daß der vorgesehene Bevölkerungsaustausch so glatt vonstatten gehen werde, glaubt keiner. Die jüdische Minorität im Araberstaat würde höchstens 1250 Seelen zählen, und es ist nicht anzunehmen, daß sich 225.000 Araber in Palästina in Bewegung setzen, um 1250 Juden aus den arabischen Gebieten Platz zu machen. Eine weitere, wenig erfreuliche Perspektive, ergebe sich aus der Tatsache, daß das Tote M e e r und der N e g e w in das arabische Gebiet fallen. Alles in allem keine erfreulichen Aussichten! Wie steht der Vatikan zu der Sache? Rom, 15. Juli. „Osservatore Romano", das Organ des Vatikans, bezeichnet in einem Aufsatz den Vorschlag einer Teilung Palästinas;als ein historisches Ereignis von höchster Wichtigkeit. Der Aufsatz hebt die ungeheuren Schwierigkeiten hervor, die der Verwirklichung des Planes entgegenstehen. Es werde zu einem dauernden Kampf zwischen den beiden unzufriedenen Parteien kommen.' Auf eine eigene Stellungnahme zu dem Problem wird im Aufsatz verzichtet. Es wird bloß darauf hingewiesen, daß die außergewöhnliche Bedeutung des Problems über die Grenzen Palästinas, und des Britischen Reiches hinausgeht. In der arabischen Welt. Jerusalem, 20. Juli. Großes Aufsehen hat die im Büro des Obersten Arabischen Komitees durchgeführte Polizeirazzia hervorgerufen Es wurden mehrere arabische Agitatoren, die sich dort aufhielten, verhaftet. Vor dem Verlassen des Büros wurde von der Polizei die Telefonleitung unterbrochen. Die Gerüchte, daß der Mufti verhaftet worden sei, oder daß seine Verhaftung unmittelbar bevorstehe, werden halbamtlich dementiert. Dagegen wird mitgeteilt, daß der Verwalter des mohammedanischen Religiönsfonds (Wakf) in Safed, S u b h i B e y el Khadra, einer der Hauptmitarbeiter des Mufti, wegen Organisierung eines Aufstandes in Obergaliläa auf Grund des Aufruhrgesetzes wegen Hochverrats abgeurteilt werden soll. Eine für Sonntag, den 17. Juli, vom Obersten Arabischen Komitee einberufene Konferenz aller arabischen Lokal-Komitees Palästinas würde von der Palästina-Regierung im letzten Augenblick verboten. * * Bagdad, 20, Juli, 50.000 Araber aller Schichten und Stände demonstrierten am 16. Juli in Bagdad gegen die vorgeschlagene Teilung Palästinas. Im Zuge wurden Transparente mit antijüdischen Aufschriften und Texten, in denen die englische Politik verurteilt wird, mitgeführt. Die Geschäfte der etwa 60.000 in Bagdad lebenden Juden waren seit dem frühen Morgen geschlossen. Um ernste Zwischenfälle zu vermeiden, hat die Regierung einen Demonstrationszug im jüdischen Viertel verboten. Der Premierminister erließ einen Aufruf an die irakische Nation, bei den Demonstrationen Disziplin zu bewahren. Der Polizeichef von Bagdad hat das Tragen von Waffen auch für diejenigen Personen verboten, die sonst dazu berechtigt sind. Auf den Appell des Obersten Arabischen Komitees hat nunmehr, wie das Büro Reuter aus Jerusalem meldet, auch König Ibn Saud geantwortet. Die Antwort ist durchäus ausweichend und dürfte die arabischen Nationalisten kaum befriedigen. Er gibt wohl seiner Solidarität mit den anderen arabischen Stammesfürsten in ihrer Stellung zu den Vorschlägen der Kgl. Kommission Ausdruck, erklärt jedoch, daß er sich ein endgültiges Urteil vorbehält. Die syrische Regierung hat dem Obersten Arabischen Komitee mitgetilt, daß sie zu den Vorschlägen der Kgl. Kommission nicht ohne vorherige Fühlungnahme mit der französischen Regierung Stellung nehmen werde. Die Artikelreihe „25 Jahre Aguda" von Dr. Is. Breuer kann ' erst nächste Woche fortgesetzt werden. AUFRUF DES RABBINISCHEN KATES <DEK AGUDAS JISROEL ZUR DRITTEN KENESSIO GEDAULO. Der Geschäftsfährende Ausschuß, der Aguda Jis. roel hat uns von seinem Beschlüsse Mitteilun- >je. macht, die dritte Kenessio Gedaulo für den Kon^t •Ellül nach Marienbad einzuberufen. Gemeinsam mit dem Geschäftsführenden Ausschuß rufen wh die thoratreuen- Juden auf, sich an dieser bedeutsamen Versammlung zu beteiligen, um die auf der Träge*, ordnung stehenden Fragen mitzuberaten. Die Lage unseres Volkes ist zur Zeit außerordeiit» lieh ernst. Jedes fühlende. Herz empfindet dit Wunden unseres zerrissenen und zerspalteneri Vcikes. Wir leiden doppelt ' an Leib und Seele. Von außen droht Zerstörung und von innen Verzweiflung. Viele, bittere Leiden, die bis ans Leben gehen,' haben uns getroffen, und dabei ist die Zerstörung der inneren Werte weit größer als die Zerstörung der äußeren. Aber seit jeher sind wir an Leiden und Prüfungen gewöhnt, und der allmächtige G'tt hat noch stets seinem Worte die Treue gehalten: ».'■.' Das'jüdische Volk lebt, trotz aller Verfolgungen und Bedrückungen, die es von Geschlecht zu Geschlecht erlitten, Jede Not hat noch immer zu seinem geistigen und sittlichen . Aufschwung geführt, alle geschichtlichen Erscheinungen dienen ihm. Im Schmelztiegel der Armut wurde unser Volk geläutert, daß es strahlend in Reinheit und Glanz aus ihm hervorging. Und so können wir trotz der Schwere der Gegenwart uns trösten und hoffen, daß für unser Volk' aus allem Herben Beglückendes erstehen wird. Wie unendlich wichtig ist es daher, daß sich alle zusammenschließen, denen die Treue zu G'tt und ^u seiner Thora Grundlage ihres Lebens ist, die da wissen, daß unser Volk nur Volk ist durch Erfüllung . der Thora und ihrer Gebote (nach der Definition von S'ädja Gaon), die zu würdigen wissen die Leistungen der Agudas Jisroel während der 25 Jahre ihres Beotehens, wenn es galt, sich für das Wohl unserer bedrückten Brüder, wo, immer sie auch seien, einzusetzen, und dem Ansturm zerstörender Elemente Widerstand zu leisten, ■ Daher erhebt Euch, Ihr Großen in Israel und Ihr Delegierte der Kenessio Gedaulo, um Mittel und Wege zu finden, wieder aufzubauen den zerstörten G'ttesaltar. und zu beenden die schwere Lage und die seelischen Leiden unseres Volkes! Sinnet über die Mittel, die Stätten der Thora und der Jugenderziehung — die Grundlage des Hauses jjsrael — festzugründen! Sorget, daß die Besiedlung des Heiligen Landes und die dortigen Erziehungsstätten erstarken in Reinheit und Heiligkeit! Stärket die Hut des Sabbat und die Reinheit de? Familienlebens! Es werde diese große Versammlung eine Quelle der Kraft und der seelischen Erweckung, zu erstarken in der Hingabe an den Hort und Erlöser Israels, in der Treue zu G'tt1 und seiner Thora! Möge G'tt die Versammlung mit Einsicht begnaden und ihr die Kraft verleihen, ihre Beschlüsse irr Taten umzusetzen. Der G'tt Israels möge die Seufzer seines Volkes hören, und das Herz der Irrenden zur Einsicht bringen, daß sie mit ganzem Herzen zu Ihm zurückkehren, daß die Herzen der Kinder den Weg zu ihren Vätern zurückfinden, und dann ihre Gesundung gar bald emporblühe, wie es alle ersehnen, die an dieser Hoffnung festhalten, unter ihnen die Unterzeichneten, die auf-G'ttes Hilfe harren: Abraham Mordechai Alter, Gerr; Abraham Jakob von Sadagora, Wien; Abraham Jizchak Klein, Nürnberg; Aron Lewin, Rzeszow; Aron Kottier. Kletsk; Aron Baksch, Schaulen; Elchonon- Bunem Wassermann, Baranowicz; Elieser Häger, Wischnitz; Baruch Dauw Leibowitz, Kaminez; Dauw Bär, Osörkow; Saiman Sorotschkin, Lutzka; Chajim Oscher, Radoschitz'; Chajim Jakob v Ari, Razimih; Chajim Oser Grodzenski, Wilna; Chajim, Meier Hager, Großivardein; Juda Leib Zirelsohn, Kischinßw; '.dö'sef'Zwi Du' schinski, Jerusalem; Jecheskel Halevi, Oströvc*:; Jo* sef Cahnemann, Ponniwech; Jakob Jizchak DoD. Strikow; Jakob Meier Biedermann, Warschau. J'Z' chok Selig, Sokolow; Jizchok Bloch, Telsiai; Jc chajohu Fürst, Wien;' Israel Jizchok, Skernewitz; Moshe Scholaum Josef von Bojan, Krakau; Mordechai ^;nc' laum Josef von Sadagora, Przemysl; Menachem -''W del Hager, Oberwischnitz; M&er Hakohen, War?, hau; Menachem Sembo, Wärschau-Praga; Mordechat Kottenberg, - Antwerpen; Nachum Mordechai NFried:riaoa von Tschortkow, Wien; Esriel Münk, Berlin; Akib* Schreiber, Bratislava; Samuel Dawid Ungar, N <li,fl'' Simon Juda Hakohen Skop,; Grodno. (Die Namen sind nacht dem hebräischen Al£;'3'je* geordnet und zwar nach den Vornamen.) Herren- und Berufskleidung, Naß-Konfektion beilung Fahrgasse 9 4 1 Minute von der Konstabier Wache Frau F. MAIER Ww. | I DAS LICHT DER EWIGKEIT verlagoesisraELH ' 1 I I v. Robb. Dr. Eue i>iunk m Ansbach HERMON GMBH, Frankfurt a. I I | broschiert RM. 4.oo Lwbd. RM.S.oo Schutzenstr. ■ 12 Postsch -16^£J

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