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Der Israelit · 1937-07-15 · Heft 28 (15.7.1937) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 28 (15.7.1937)
Date
1937-07-15
Page
– (sequence 2)
Language
German
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mm pppiipipp Seite 2 Nr. 28 D I i t 15« Juli 1937 Kundgebung,der Exekutive der Agudas Jisroel, Ueber ' eine Kundgebung der Exekutive der Agudas Jisroe.l in London wird wie folgt berichtet. Die Exekutive der Weltorganisation Agudas Jisroel hat eine Sitzung zur Beratung des Peel-Berichtes abgehalten. Die Exekutive kam zu der Ansicht, daßdieser Be» rieht eine ernste und wertvolle -Bemühung darstellt, zu einer dauernden Lösung des Palästina- Problems zu gelangen und als solche sorgsame Prüfung durch alle verantwortlichen Kreise des jüdischen Volkes innerhalb und außerhalb der Zionistischen Organisation verdient. Es heißt dann in der Entschließung: 1 ' „Die Exekutive gibt ihrer lebhaften Enttäuschung . Ausdruck, über den ,Teilungsplan und die vorgeschlagenen Grenzen,' die im Lichte der minimalsten Bedürfnisse-,,des jüdischen Volkes berücksichtigt werden müssen. Unter allen Umständen wäre die Verknüpfung der Judenheit'mit Jerusalem zu erhalten. Vor allem aber ist es wesentlich, daß Mittel und Wege gefunden werden, um das neue jüdische Gemeinwesen auf der Grundlage der Geseize und Tra- ' ditionen der Thora zu errichten. Nur'auf diese Weise kann das jüdische Volk seine historische Aufgabe auf dem Boden des heiligen Landes lösen. Die agudistische Organisation*!gibt als'-, Repräsentantin der thora treuen rJudenh'eit der Erwartung Ausdruck,- daß bei den Verhandlungen, die stattfinden werden und bei den Verträgen, die unterzeichnet werden sollen, die Mandatarmacht und der Völkerbund mit den Ansichten des ganzen jüdischen Volkes und nicht bloß mit denjenigen einer einzel- * nen Organisation rechnen werden." In einer stark besuchten Aguda-Versammlung, die anläßlich der Berichterstattung über die Nürnberger Tagung am Sonntagabend in Frankfurt a. M. stattfand, wurde,, folgende. Entschließung von der Versammlung einstimmig gutgeheißen: '' „Die Agudas Jisroel, Frankfurt a. M., als Vorort : der Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland wendet sich mit aller Entschiedenheit gegen jeden Versuch einer Beschränkung der Grenzen unseres La'ndes. Die Hoffnung des jüdischen. Volkes ist mit der Erez Jisroels, dessen Grenzen in der Thora festgestellt sind, verknüpft. Die Be-. schränkung dieser Grenzen durch die Teilung Erez Jisroels steht im .vollkommenen Gegensatz zu den im Mandat ausgesprochenen Verpflichtungen. Insbesondere wendet sich der Vorort der Agudas Jisroel-Landesorganisation in Deutschland gegen die Absicht, die Stadt Jerusalem von den übrigen Gebieten in Erez Jisroel zu trennen, Jerusalem ist das Herz des Landes, seine geistige Zentrale, der Quell seiner Heiligkeit, und es ist dem jüdischen Volke unmöglich, zuzustimmen, daß der jüdische Jischuw in Erez Jisroel seines Herzens und seiner Seele beraubt werde. Mit aller Entschiedenheit erklärt die Agudas Jisroel ferner, daß auch die Schaffung eines jüdischen Zwergstaates in Erez Jisroel keineswegs vom jüdischen Volke akzeptiert werden kann, wenn als Gegenleistung lediglich ein Zwölftel des gesamten Bodens von Erez Jisroek (einschl. Transjordanien) den> jüdischen Volke zur Besiedlung freigestellt wird. Die Agudas Jisroel* erklärt, daß bei der Schaff ' fung eines jüdischen Staates in Erez Jisroel die Souveränität der Thora im öffentlichen Leben verfassungsmäßig gewährleistet' werden muß. Das Fehlen einer solchen Garantie würde eine Gefahr für das thoratreue Judentum, im besonderen in bezug auf die Erziehung, die Gemeinden, den Sabbat und, die anderen Heiligtümer der Nation bedeuten. Die Landesorga!ntsati"on" der Agudas Jisroel in . Deutschland ersucht d\e, leitenden ..Instanzen der, Agudas Jisroel, das ganze jüdische Volk in Erez Jis,',j roel und in der Gola m allen seinen Gruppen zur ( Vereinigung zusammenzuberufen, um Idas. Land und seine Heiligkeit gegenüber Lösungsversuchen . zu schützen, die geeignet sind, die Totalität des Landes und die Heiligkeit des Lebens .in Erez Jisröet " zu gefährden." In einem Rundschreiben der'Bundesleitung an die' Chaweririi der 'E. P.: A.' Jv Vir'd u. a. ge- . > ' ' ' "4 sagt, daß Ueberw in d urriig,^$ es G o 1 u nur d ü t c hf N:ö r m a 1 %s i e mii n g des jü^i*l: sehen Volkes den.kbar sei. . ■ - , -Ii „Die Anormalie unserer Lage drückt sich am bedeutsamsten in der furchtbaren Tatsache aus, daß-; nicht mehr die überwiegende Mehrheit des jüdischen Volkes ihbratreu' ist. ... . . Ein geteiltes jüdisches Land kann von uns sicher nicht ate normaler Dauerzustand anerkannt werden, aber normal ist ja unsere Lage ohnedies noch nicht. Der Aufbau aber hat sich ,oft als Prozeß der Normalisierung betrachtet, sich überschätzt. Der englische Entscheid führt es nun allen deutlich vor Augen, daß. Aufbau/nicht Normalisierung bedeutet, solange wir nicht zur Geula reif sind. Ob das der Sinn der Tatsache ist, daß vor Schabbat Mas'e während der drei Wochen des Vorjahres des Schmitts der englische Entscheid verkündet wurde?" Weitere Kundgebungen und Proteste. Die Exekutive der Jewish Agency hat gleich am Mittwochabend eine Erklärung veröffentlicht, in der gesagt wird," die Vorschläge seien mit dem Mandate unvereinbar. Das letzte Wort. sei in. der" Sache noch nicht gesprochen, da der Plan vom Völkerbund nochmals international überprüft werden müsse. In einer am Montag abgehaltenen Sitzung des Stadtrates von Tel Awiw protestierte der Bürgermeister Israel Rokach im Namen der Stadt aufs schärfste gegen einen Teilungsvorschlag, durch den wichtige Gebiete und alte jüdische Siedlungen wie Degania aus dem jüdischen Staat, ausgeschlossen und die Juden ihrer alten historischen Städte Jerusalem und Hebron beraubt werden sollen. Per in Alexandrien sich aufhaltend^ Präsidentdent der neuzionistischen , Organisation, Wladimir Jabotinsky, der bis jetzt keine klare Stellung zu den Dingen genommen hatte, veröffentlicht! nun einen „Aufruf an die Judenheit der Welt", in dem es u. a. heißt: Nachdem die Regierung mit den Vorschlägen den Judenstaat im Prinzip anerkenne, müsse bis zur letzten Konsequenz gegangen werden, denn jüdisches Nätionalheim bedeute JudenstaaL Jabotinsky wünscht, daß unverzüglich eine; j ü - dische Nationalversammluhg zusammentritt, die den Teilungsplan durch ein, Projekt zur Errichtung des Judenstaates zu beiden Teilen des» Jordans ersetzt. Ein© Protesterklärung in Litauen ist von Zionisten, Revisionisten, Misrachi un,d A g u d ä s Jisroel unterschrieben. Oberrabbiner Schar p i r o hat eine dreitägige Propa g a n da- Kamp a g n e gegen den Teilungsgedanken in ganz Litauen angekündigt."~ Am 9. Aw werden überall Versammlungen und Trauerg'ttesdienste abgehalten werden. Die jüdischen Geschäfte werden zürn ^Zeichen des Protestes eine Stunde lang geschlossen bleiben. .-. .i i'> Stifämen der Presse. '.- Die p a 1 ä s t,i n e n s i s c h e''P r e s s e tritt' geschlossen gegen die Vorschläge auf. „Haboke>" überschreibt seinen Leitartikel:. „Wir geben Jerusalem nicht auf!" „Dawar" hat als Schlagzeile: „Zionismus ohne Zion und Jüdehstaat ohne Juden!".. „Haarez" stellt' fest,;daß bei aller Anziehungskraft, die der Staatsgedanke ausübe* sich das jüdische Volk im Innersten seiner Seele gegen den Plan sträube,, weil er das Problem der Millionen nicht löse. Die . i t a 1 i e n i s c h e n Zeitungen enthalten sich jeder Kritik der Pläne. Nach einer Meldung der Londoner „Times" soll Mussolini dem Plan wohlwollend: gegenüberstehen. ])er „Matin" in P a r.i s behandelt die Frage unter dem Gesichtspunkte der französischen Libanon» politik. Der Palästinastaat könne, je nachdem wie er sich entwickelt,' eine große Stütze oder auch eine schwere Gefahr für die französische Interessensphäre im nahen Orient, werden. Die polnische Regierungspresse spricht sich einmütig gegen die Einschränkung einer jüdischen Pälästinäeinwanderung durch den vorgeschlagenen Plan aus. Haltung der Araber, , Das Oberste Arabische, Komitee hat eine allgemeine Konf ek±e n z d e t Ära b e r P a 1 ä s 11 n a s für;deh> 17. 'Juli nach Jerusalem einberufen. -Es'' wifd - offiziell be- , kanntgegeben, daß , sich der I r a k dem Protest der Paläsitnaaraber> anschließt. Dagegen wurde Abdullahs Botschaft an; die Araber, in der es heißt, er wolle auch weiterhin den Arabern zu ihrem Nutzen entsprechend seinem Gewissen dienen, sehr kühl aufgenommen. Der ...High Commissioner setzt seine' Verhandlungen mit dem Emir von Transjordanien, zu dem er sich am Sonntag mit Flugzeug nach Ammon( begab, fori London, Genf und Amerika. Wie der politische Korrespondent^ des „Daily Telgraph" mitteilt, wird die Debatte über den Bericht der Kgl. Kommission im Unterhaus am kommenden Dienstag stattfinden. Da kein Gesetzesvorschlag unterbreitet wird, werden die Abgeordneten nicht in der Lage sein, durch eine Abstimmung sich für oder gegen die Teilung auszusprechen. Lord Shell', hat. angekündigt, daß er den Bericht der;. Kgl. ^Kommission im Oberhaus zur Sprache'bringen "wird. Auch die'Debatte im House bf lords wird für die nächste Woche erwartet. Im Allgemeinen ist die Stellungnahme der drei großen englischen Parteien zu den Hauptrichtlimen des Berichtes zustimmend, wenn auch Vorbehalte zu erwarten sind. Die Labour-Party hat eine besondere Kommission zur Prüfung.' der Vorschläge eingesetzt. Die: Ständige-Mandais-Kommiss i o n in Genf wird sich am 30. Juli mit den Vorschlägen befassen. Es geschieht' dies auf dringlichen Wunsch der britischen Regierung, die die Angelegenheit in der September-Tagung des V.ö.Lik e r b un d sr at e*s, -zur Sprache brin- ... ■ - gen will.. t.... -, j'Jh iAl m'vje r i.k ä wird spwohl eine Regierungserklärung wie eine Aussprache im Senat und im Repräsentantenhause schon, für die nächsten Tage erwartet. Außenminister H u 11 erklärte, daß auf 'Grund der ihm-zugegangenen Proteste der amerikanischen Judenheit ein informativer amerikanisch - britischer M e i n ü n g s a u s - t a u s c h stattfindet1.'; Die amerikanische Regierung, wolle aber;die . Stellungnahme des. Völkerbundes abwarten... .. i i" ,T. - ' '•' ■■• ' •"' Die Entschädigung 1^ L ö h.d o;n i"10.';:- i .;..?U •. ■jfiil In U n t e r n a u s e fragte der Abgeordnete Wedgew oöd, ob nur Entschädigung stör Äerungen für Schäden an Leib und Leben in Palästina geprüft werden oder ob auch die Beschädigung von Feldern, Vieh und Autos in Betracht . gezogen werden würde, :Der, K o Ion i e nmin i's t'e r" antwortete, -U daß: :die; Zahlung von Entschädigungen für Verluste än Leibund' Le* Den"!bereits. g e n'e.h m.ig^t /wurde^'1 Vor kurzem biabe er von .dem High..Cominissiön weitere;)Vör" sehläge über- Ersatz i: von; Schäden an gewissen; Eigentumskategorien erhalten. Dieäe''Angelegen^! heit werde jetzt erwogen. ü^L .: l 'Di^l^thää^ wäh- •'ferid". (les'^eizljBnstehe un- 1 terider Kontrolle des Schatzamtes. Er. müsse die Mithilfe des Schatzamtes verlangen; alle diese Entschädigüngsfragen' seien immer sehr komplizierte Angelegenheiten. .; . . . * : . i 11. sK , \ 5tt - ■ v '' i . - ''.^j^ie^O..'^ah^'eskon^e'renz. Zionisten Äme' rikas ha.t beschlossenj:,den a r.jijk a:n?i s, c h e» Bürgern; die bei den Unruhen in Palästina Ver lüste erlitteä: { haben, 1 bei ihren BemühüngeO» dürqh Yermitiiun^ der amerikanischen Re£ierU°£ V^iedergutmachi^ng! ,zu erlangen,, behilflich ztf Herren- und Berufskleidung, üK'flbjB - K oi,n!.if;,p ^ilü'i 6 n •i er 5 m V e r a r b e i t u n g Frau F. MAIER Ww. •;;Faihgt.a ^|s:;6 9 4"H 1 Minute von "dir Konlstabför Wache MS IBM OER EWIGKEIT SJä!Ä,^l, von Kabb, Dr-iElie Münk in Ansbach flCKMUH uMDH., rfSIIKlUfr f Wosefiiert RM;"4.op Lwbd, RM. 5i.o0 . 5c}iützens^r. .l^'R^ts^ l9802

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