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Der Israelit · 1937-07-15 · Heft 28 (15.7.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 28 (15.7.1937)
Date
1937-07-15
Page
– (sequence 1)
Language
German
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Frankfurt ä. M. 15. Juli 1937 7. Äw 5697 Nummer 28 Nach Veröffentlichung: des Peel-Berichts Die Aufnahme in Palästina, Die Grenzen des geplanten Staates. Eine zuverlässige karthographische Darstellung der .Grenzen des gedachten jüdischen Staates bietet folgende Skizze. Jerusalem, 9. Juli. ■ Daß trotz der großen Ansammlungen in den Straßen von Jerusalem und Tel Awiw ■ v ■ . am Mittwoch abend und Donnerstag die Ruhe nirgends gestört wurde, wurde bereits berichtet. Auch die R u ndfunkre de n des High Commissioner und des Lord Peel (von London aus) wurden von den Menschenmassen an den Lautsprechern auf der Straße ruhig angehört. Spontan formierte sich in Jerusalem am Donnerstag ein Zug von älteren und jüngeren Juden, die schweigend, wie in einem Trauermarsch, sich nach der Westmauer begaben. Dort hörte man herzerschütternde Gebete um Zion und Jerusalem, um das ganze Zion, wie es seit zweitausend Jahren das Ziel der jüdischen Hoffnung ist. (Fortsetzung siehe Seite 2.) Aus dem Inhalt: Nack der Veröffentlichung des Peel-Berichtes. ./. .Seite In. 2 Wochenrundschau (Jüdischer Weltfasttag) - - Seite 3 25 Jahre Aguda, Von Dr. Isaac Breuer Seite 4 Ein Tischo beaw der Erwartung . t Seite 4 Beschleunigung der Palästina-Auswanderung Seite 6 Aus jüdischen Gemeinden in Deutschland Seite 6 Berichte aus Polen i . . . Seite 6 Erez Israel............ Seite 7 Aus 'der, Agudas Jisroel-Bewegung . . Seite 7 Kenessio Gedaulo-Vorstimmung . . . Seite 3 Jüdische Erziehung und Bildung in heutiger Zeit. Von Dir. Dr. Elias .... Seite S Beilagen: Erziehung und Lehre. Bisheriges engl. . Mandatsgebiet. Grenzen zwischen den zwer neuen Staaten. - "'? Geplantes neues Mandatsgebiet* < (Entnommen der Londoner „Times'.') Der Widerhall, den die radikalen Vorschläge der Peel-Kommission und ihre grundsätzliche Annahme durch das britische Kabinett gefunden haben, ist von einer merkwürdigen Einheitlichkeit. Fast völlige Zustimmung in der gesamten politischen Welt Großbritanniens, bei Konservativen, Liberalen und Labour, in der ganzen Presse von rechts bis links — und eine fast ebenso einheitliche Ablehnung im jüdischen und arabischen Lager. Zwar werden die bevorstehenden Debatten in den beiden Häusern des Parlaments mancherlei Kritik und noch mehr Skepsis bei Juden- und Araberifeunden, vi&lleichi auch bei Einspännern» wie Winston C h u r c h i 11, Lloyd G e - o r g e, und Colonel W e d g e w o ö d an den Tag bringen, aber die kompakte, in diesem Falle nahezu geschlossene parlamentarische Einmütigkeit — die durch den bemerkenswerten neuesten Erfolg kaltblütiger britischer Politik in Indien eine bedeutende moralische Stärkung erfährt —, wird durch diese kritischen Stimmen nicht beeinträchtigt werden können. Daß vom R a t e de s Völkerbundes in seiner heutigen Zusammensetzung irgend ein ernsthafter Widerstand gegen englische Entr Schlüsse, zumal da , man sich der prinzipiellen Zustimmung Frankreichs zweifellos vorher versichert hat, nicht zu:- erwarten ist, liegt auf der Hand. i; Auch die am e r i k an ische Regierung dürfte sich durch die stürmischen Proteste der von Stephen Wise geleiteten zionistischen Kreise kaum zu einem ernsthaften Einspruch gegen politische Pläne bestimmen lassen, denen sie nichts Besseres als gute Ratschläge entgegenzusetzen weiß, Es scheint uns also ein .Gebot der Vernunft, die neue 'Palästina-Politik Großbritanniens, wie man sie auch beurteilen mag, als.eine Tatsache anzusehen — unbeschadet des weiten Weges, der zwischen der Planung und der praktischen Verwirklichung noch liegt —, und das jüdische Volk sollte diese Tatsäfche als solche in seine politischen Berechnungen einstellen, statt sich, wozu ein Teil jüdischer Politiker und Presse-Organe Miene macht, an der Kraft und Fülle ohnmächtiger Gefühlsausbrüche über ^Verrat", „Wortbruch" oder an verhängnisvollen „Niemals"-Erklärungen zu berauschen. Diese sentimentale und zugleich posenhafte Politik ist unsres Erachtens der schlimmste Verrat, der in dieser ernsten Stunde an den lebenswichtigsten Interessen des jüdischen Volkes geübt werden kann, denn sie verrammelt den Weg, der noch immer geöffnet ist, um aus der Situation das Bestmögliche zu machen und in positiver Mitarbeit doch wenigstens die schlimmsten Fehler und Unterlassungen des an sich überaus gründlich durchdachten Teilurigsplanes aus der Welt zu schaffett. Gewännen; auf jüdischer Seite radikale Schreier wie Stephen' Wise oder militärisch eingestellte Alles- oder Nichts-Politiker wie Jabotinsky die Oberhand, so wäre die sichere (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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