Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 27 (8.7.1937)
- Date
- 1937-07-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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8. Juli 1937 Der Israelit Nr. 27 Seite 9 E R E Z ISRAEL Die Bevölkerung Palästinas im April 1937. Jerusalem, 4, Juli. Das statistische Bulletin der Palästinaregierung gibt die Bevölkerungszahl Palästinas, die i. J. 1931 66.553 Seelen umfassende Nomaden-Bevölkerung und die Angehörigen der britischen Armee nicht miteinoerechnet, am 31, März 1937 mit 1.316,142 an. Die Bevölkerung bestarid aus 805.173 Mohammedanern, 389.390 Juden, 110.146 Christen und 11,433 Angehörigen sonstiger Bekenntnisse, unter denen die Drusen am zahlreichsten waren. Verhältnismäßig, entfallen somit auf die Mohammedaner 61,2 Proz., auf die Juden 29,6 Proz., auf die Christen 8,4 Proz. und auf die übrigen 0,8 Proz. Die Bevölkerungszunahme im ersten Vierteljahr, betrug schätzungsweise 15-991, davon 11,231 natürlicher Zuwachs und 4760 neu Eingewanderte. Die mohammedanische Bevölkerung hat um 8996 Personen zugenommen, 8566 durch natürlichen Zuwachs, * 430 durch Zuwanderung; bei den Juden ist die Bevölkerungszahl um 5307 (1807 durch natürlichen Zuwachs, 3500 durch Einwanderung) gestiegen; der Zuwachs von 1633 bei den Christen setzt sich aus 790 Personen durch Geburtenüberschuß und 843 durch Einwanderungsüberschuß zusammen. Die Zunahme durch Einwanderung ergibt sich aus dem Ueberschuß der Einreisen über die Ausreisen und ist daher durch saisonmäßigen Touristenverkehr usw. beeinflußt. Die Zahl der registrierten Einwanderer im ersten Vierteljahr betrug 3643, also fast um 1000 weniger als der aus der Differenz von Ausreisen und Einreisen sich ergebende Bevölkerungszuwachs. Im April kamen 22.474 Personen nach Palästina, etwas mehr als im April 1936; verlassen haben Paälstina 20.393 Personen, um 2221 mehr als im April 1936. Die Zahl der registrierten Einwanderer betrug 1464 (1340 Juden und 124 Nichtjuden) gegenüber 3524 im April 1936. Von den jüdischen Einwanderern sind 503 aus Polen und 486 aus Deutschland gekommen. 1153 Personen, davon 1135 Juden, wurden im April eingebürgert. Der früheren Staatsan-r gehörigkeit nach waren von ihnen 572 Polen. 121 Deutsche, 80 Russen und 73 Rumänen, Kleine Berichte aus Erez Israel. Jerusalem, 1, Juli. In Emek Isreel errichtet Misrachi unter Mitwirkung des Jüdischen Nationalfonds eine Jeschiwa unter dem Titel „Szede Jaakow". Zur gleichen Zeit soll zum 60. Geburtstage von N. D, Kaplan auf einer Fläche von 100 Dunam ein Kaplanpark gepflanzt werden. Wiederum schwirren Gerüchte über ein Attentat, diesmal nicht auf den Mufti, sondern auf Emir Ab« du IIa von Transjordanien. Die Meldung kommt aus einem in Damaskus erscheinenden arabischen Blatt und ist mit größter Vorsicht aufzunehmen. Nach heftiger Debatte beschloß der WaadLeumi, die Schulen der Histadruth seinem Schulwerke einzugliedern, Allgemeine Zionisten, Misrachi und Vertreter des Kolonistenverbandes stimmten gegen den Antrag und verlangen, daß der Beschluß bis zur Tagung der Assefath Haniwcharim zurückgestellt wird. Im King David-Hotel hat unter Vorsitz des General - Dill eine mehrstündige Beratung sämtlicher Militärkommandanten Palästinas stattgefunden. Man bringt diese Beratung in Verbindung mit den Vorsichtsmaßregeln bei der Verkündung des Kommissionsberichtes und des Regierungsbeschlusses. Die aus 70 Jugendlichen, darunter 10 Mädchen, bestehende Kwuzah „Nachlath Zwi" der Poale Mis-. rachi hat im Beisangebiet, ganz in der Nähe der Grenze Transjordaniens, ein ihr vom N. F. überlassenes Bodenstück bezogen. Der bekannte Philanthrop Israel S i f f hat der Kolonie N i g d a 1 9 Dunam Boden geschenkt zur Ansässigmachung weiterer zehn Familien. Es wird mitgeteilt, daß die Palästinaregierung einen Plan zur Durchführung von Kanalisationsarbeiten in Tel Awiw und Jaffa ausarbeitet, Die Durchführung dieses Projektes würde einen Kostenaufwand von einer halben Million Pfund erfordern. Handel und Finanz. Neue Ziffern über den englisch-palästinensischen Handel. — Neues Bankgesetz. London, 1. Juli, Auf eine Anfrage des Abgeordneten Lyons gab Handelsminister Oliver Stanley am 1. Juli im Unterhaus bekannt, daß vom 1. April 1936 bis 31. März 1937 der deklarierte Wert der aus dem Vereinigten Königreich nach Palästina und Transjordanien aus: geführten Waren einschl. des 43.000 Pfund betragenden Wiederexports 1.780.000 Pfund ausgemacht hat; der palästinensische Export betrug 3.017.000 Pfund. In der Jerusalemer „Palestine Gazette" wurde •bereits der Gesetzentwurf veröffentlicht, durch den das Bankengesetz in Palästina abgeändert werden soll. Zur Beseitigung unerfreulicher Erscheinungen im Bankengewerbe, die auf die Tätigkeit der Zwergbanken mit unbedeutendem Kapital zurückzuführen sind, sieht das Gesetz vor, daß zur Gründung einer Bank ein Mindestkapital von 50.000 Pfund erforderlich ist; 2 .000 Pfund müssen bar eingezahlt werden. Ausländische Bankinstitute können in Palästina Niederlassungen errichten, wenn ihr Kapital mindestens 100.000 Pfund beträgt. Der High Commissioier hat das Recht, Ausnahmen von diesen Bestimmungen zu gewähren, Die Gesetzesnovelle sieht schließlich Beschränkungen in der Verwendung von vorbestraften Personen auf leitenden Posten vor. Das Direktorium der Palestine Electric Corporation hat beschlossen, die Ausschüttung einer endgültigen steuerfreien Dividende von 5 Proz. zu empfehlen; mit der bereits ausgezahlten vorläufigen Dividende von 2% Proz. ergibt sich somit eine steuerfreie Dividende von 7*4 Proz. für das Jahr 1937. Aus der Agudas Jisroel-Bewegtmg. Vorbereitungen für die Kenessio Gedaulo. Das Londoner K. G.-Büro würde vom offiziellen Radiodienst in Prag verständigt, daß in der K. G.¬ Woche der Rundfunkdienst täglich eine Stunde für die Durchgabe eines übersichtlichen Berichtes über den Verlauf der Verhandlungen der K, G» bestimmt hat. Kinderspeisung in Polen. Im Rahmen der Kinderspeisungsaktion hat der Londoner Verband der jüdischen Hilfsorganisationen auf Intervention seines Vizepräsidenten H, A. Goodman 160 Pfund für die So mm er - Kolonie de/ Choreb- und Beth Jaakob- S c h u 1 e,n in Polen bereitgestellt, (JPB.) Agudaleben in Litauen. Im Zeichen der kommenden Kenessio Gedaulo regt sich hier das Agudaleben in Stadt und Land in erfreulicher Weise. Auch hier arbeitet die Zeit für das Judentum der Thora, mithin für die Agudas »jisroel. Alle Vertrauensmänner der Aguda erhielten von der Zentrale des Keren Hajischuw Propa- £andamaterial für die drei .Trauerwochen, die zu s/roßen Sammlungen für den orthodoxen Palästinafonds weidlich ausgenutzt werden. Demnächst wird e»n Almanach d es Keren Hajischuw für 5698 erscheinen,' der viel literarisches und Bildermaterial aus und über Erez Israel enthält und einen Ueberkhck" "über die ' orthodoxe Arbeit in Palästina bieten wird. Die Einnahmen vom Vertriebe und den Annoncen fließen dein Keren Hajischuw zu. Der Almanach wird in einer Auflage von vielen tausend Exemplaren gedruckt. Aus dem Organe der Z © i 1 r e Agudas Jis— r° e 1' in Litauen;, Judisches Leben" ersieht man; daß Jänner" Von Namen, ü.:: a. Jeschiwäleiter Rabbi pl o ch aus Telsiai,~ Rabbi Hif sch'o wi tz u. v. a.- ln verschiedenen Städten Litauens' Referate 'über „25 Jahre Agudas Jisroel" und „Die bevorstehende Kenessio Gedaulo" hielten. In einem Aufruf der Zentrale wurde der 17, Tamus zum Sammeltag für Keren Hajischuw proklamiert und mit lapidaren Worten die gesamte Judenheit in Litauen aufgerufen, in den Wochen der Trauer mit erhöhter Kraft beizutragen, daß das Heilige Land gerettet und der Keduscha zugeführt wird. Guten Erfolg brachte eine Selaim-Campagne in Telsiai, die am vorletzten Sabbat durch Referate prominenter Lehrer, u, i, Rabbi Bloch, eröffnet wurde. Auch die Beth Jakob-Zentrale in Litauen entfaltet eine rege Tätigkeit. Zum fünfjährigen Bestehen der Zentrale in Litauen ist eine Broschüre erschienen, die volle Auskunft über die Ideologie, Geschichte und das Arbeitsprogramm der Beth Jakob- und Bnoth Agudas Jisroel-Bewegung gibt. Agudas Jisroel-Mädchengruppen Schweiz. Auch dieses Jahr wird von den Schweizer Mädchengrüppen ein Bejs Jaakow-Kurs veranstaltet, mit der Bestimmung, unseren jungen Mädchen ein wenig Anleitung zur Ausbildung ihres jüdischen Wissens zu geben und zugleich das Gemeinschaftsleben zu fördern. Die Namen unserer Dozenten, die sich, um das Erbe Leo Deutschländers aufrecht zu halten, in liebenswürdiger Weise zur Verfügung stellten, bürgen für "einen herrlichen Erfolg. Aber nicht allein geistige Genüsse, Hinweise und Ratschläge werden zu kosten sein; der Aufenthalt am schönen Zürichsee soll auch eine körperliche Erholung bedeuten. Der Kurs wird in einer idyllisch gelegenen Landschaft abgehalten und beginnt am 5. August. (Siehe noch Inserat!) Die Westeuropäische Agudakonferenz in Paris. Die westeuropäische Agudakonferenz findet am 21./22, Juli 1937 — 13./14, Aw 5697 in Paris statt. Aus dem vorläufigen Programme heben wir folgende Punkte hervor: j. 1. Bericht eines:; Mitgliedes der Exekutive über den Stand der Bewegung, 2., Das Erbe Nathan Birnbaums, 3. Fragen der, agudistischen Jugendorganisation. Aussprachen über alle Agudaprobleme, insbesondere die von Erez Israel; . j " Eine große: öffentliche Kundgebung steht Unter der Parole: ,,25'Jahre Agudas Israel". > Ein gemeinsamer Besuch der Weltausstellung ist vorgesehen. Nähere Berichte erfolgen noch. Alle Zuschriften müssen an das Sekretariat der Agudas Israel, c/o Maitre Muller, 5, avenue de l'Opera,. Paris, gerichtet werden. Das .Sekretariat der Landesorganisation Frankreich bittet alle Freunde aus Belgien, Holland, Schweiz und England, die sich an der Tagung beteiligen wollen, ihm möglichst bald davon Mitteilung zu machen. Für alle Anmeldungen nach dem 15. Juli kann keine Garantie betreffs Unterbringungs- Vergünstigungen usw. übernommen werden. Vermischtes. Hamburg, 30, Juni« Der Verein zuKr Förderung ritueller Speisehäuser e. -V. (Hamburg, Beneckestr. 2) versendet die neuerschienene Ausgabe seines Heftes. Bei der heutigen vielfachen Umstellungen der jüdischen Hotels und Restaurationen kann immer nur das letzte Verzeichnis als maßgebend gelten, Interessenten können das Heft beim genannten Vereine beziehen. Preßburg, 7. Juli. Der Stadtrat von Bratislava hat in seiner letzten Sitzung 50.000 Tschechenkronen für die Errichtung einer jüdischen Volksküche bewilligt. Der Bau wird vom hiesigen Volksküchenverein demnächst fertiggestellt sein. Diese Munitizenz der Stadtverwaltung erregte allgemeines Aufsehen und löste große Genugtuung in der jüdischen Bevölkerung aus.' Kowno, 30. Juni. Am Montag kehrte Oberrabbiner S c h a p i r o„ der längere Zeit im Auslande zur Wiederher5tellung seiner angegriffenen Gesundheit weilte, nach Kowno zurück. Am Bahnhof wurde dem verehrten Führer der Gemeinde ein lebhafter und liebevoller Empfang bereitet. Delegationen des Rabbinerverbandes, der Jeschiwoth und Kolalim, der Bethäuser und der jüdischen Fraktion im Rathaus waren zur Begrüßung des Rabbi anwesend. Berichtigung. Im „Israelit" Nr., 26 vom 1, Juli heißt es über „Unterstützungs-Mark": 1. Es dürfen nur bis zu RM. 2Ö00.— usw. Es muß richtig heißen: RM. 2 0 0.—. .