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Der Israelit · 1937-07-08 · Heft 27 (8.7.1937) · page 6

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 27 (8.7.1937)
Date
1937-07-08
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Nr. 27 D e, r f s r a -e,l i t 8, Juli 1937 gierten aus Deutschland auf der K. G. festzulegen. Nach einer kurzen Sitzung der anwesenden Mitglieder der Landesorganisation trat daä Plenum des Delegiertentages am Sonntag um 3 Uhr zur Eröffnungssitzung zusammen. Die Beteiligung war gut, wenn auch wiederum leider manche Städte gar nicht vertreten waren. Wohltuend wirkte es, daß die Rabbinen der näheren und weiteren Umgebung in reicher Zahl anwesend waren. Aus den Gemeinden Nürnberg-Fürth nahmen viele Delegierte und Gäste an den Sitzungen teil. Der Vorsitzende der Landesorganisation, Herr Rabbiner Josef J. Horovitz, Frankfurt a. M., eröffnete die Sitzung mit einer kurzen Ansprache, in der er auch der Heimgegangenen der letzten Zeit: Nathan Birnbaum, Julius Hollander und Leo Wreschner gedachte. Herr Stern überbrachte die Grüße der Adaß Jisroelin Nürnberg und Herr Klugmann die der Agudagruppen in Nürnberg-Fürth. Die Arbeitssitzung begann dann mit einem Referat des Herrn R.-A. Dr. Goldschmidt, Frankfurt a. M., über die Auswanderungsfrage,, unter besonderer Berücksichtigung der religiösen Momente dieser Frage. Die deutsche Landesorganisation dar Agudas Jisroel sei in Verbindung mit der ICA. getreten, und diese große Organisation sei nicht abgeneigt, Auswanderern, die in Gruppen die Heimat verlassen und draußen Zentren bilden, auch alle religiösen Lebensmöglichkeiten zu schaffen. Die Agudas Jisroel könne zur Zeit besser für die Auswanderung durch Ausbildung der -Jugend in Hachscharoth usw. sorgen, als für die Einwanderung in die überseeischen Länder, . die von Faktoren abhänge, die außerhalb des Machtbereiches der A. J. liegen. Allzu pessimistisch dürfe man auch hinsichtlich dieses Arbeitsgebietes nicht sein und übertriebene Selbstkritik sei unberechtigt. Es sei manches geschehen und werde noch mehr geschehen. In der folgenden Diskussion bringt Herr Dozent Ehrentreu noch einige Ergänzungen zum Referate. Es entwickelt sich eine kurze Aussprache über die Unterbringung von Kindern in Amerika und alle Schwierigkeiten in religiöser Beziehung, die mit dieser Frage verbunden sind. Es wird angeregt, wie für Erez Israel Hachscharoth auch für überseeische Länder zu schaffen, möglicherweise in Anlehnung an die Heime des Noar Agudati. Einige betonen, daß die Möglichkeiten in Amerika zur Arbeitsbeschaffung für Auswanderer unter Einhaltung des Sabbat noch nicht ganz ausgeschöpft sind- Man könne beispielsweise mit den vielen Bachurim, die zur Zeit aus Amerika nach den litauischen Jeschiwoth gehen und deren Angehörigen, die von gesetzestretier Gesinnung sind) sich zu diesem Behufe in Verbindung setzen. Andere weisen nach.; daß' es keineswegs Aufgabe"'des Noar Agudati sein" könne, sich anderen Arbeitsbereichen als der Vorbereitung seiner jungen Menschen für Erez Israel 2a11 widmen. Rabbiner Dr. Klein, Nürnberg, schlägt vor, eine Kommission nach Amerika zu schicker, die die Beziehungen zu den dortigen Gesetzestreuenfestigen sollte, aber auch r.die - dortigen jüdischen Heime darauf zu prüfen, hätte, inwieweit wir ihnen unsere Kinder ' anvertrauen könnten, Rabbiner Offenberg und Herr Gelernter, Berlin, von der Hanhalah des Noar Agudati, teilen im Zusammenhange mit dieser Frage einiges über die Ideologie und Arbeit des N. A. mit. Nach einer Pause leitet Ehrentreu mit einem kurzen Referate die Aussprache über Organisationsfragen ein, zu der mehrere Delegierte das Wort nehmen. Die Finanzen ergeben kein befriedigendes Bild, und es werden einige brauchbare Anträge für eine Erhöhung der Propaganda gemacht. Es werden auch einige Vorschläge über das Maß der Gruppenbeiträge an die L. O. gemacht, über-die, wie über die Beschlüsse, noch in anderem Zusammenhang berichtet werden soll. Vertreter einiger Städte nehmen noch das Wort zu den von ihren Gruppen gemachten Anträgen. Es werden einige Begrüßungstelegramme, ,u. &. auch von der Exekutive in London, verlesen.; Die erste Sitzung findet so frühzeitig ihr Ende, daß die einzelnen Delegierten sich noch zu geselligem Beisammensein treffen können, wobei sich die traditionelle Gastfreundschaft der Nürnberger und Fürther wieder im schönsten Lichte zeigte. Die Montagssitzung, Am Montagvormittag um 9 Uhr beginnt\ die Sitzung mit einem Kurzreferat des Direktor des Keren Hajischuw, Herrn Dr. Ehrmann , über Erez Israel,Idas aber unter der Hand sich zu einem umfassenden Bild über die Gesamtprobleme in und um Erez Israel auswächsL Redher berührt auch die neue politische Lage in E. J., die uns bald vor die Notwendigkeit stellen könnte, in einem kleinen jüdischen Staat, wie wir uns auch grundsätzlich zu ihm stellen, für die Thora zu kämpfen. Die Situation der Poalim wird im Zusammenhange mit der Wirtschaftslage und den Kibbuzim genau geschildert. Die A. J. in Deutschland habe f ür E^ J. mehr geleistet als irgendein an de - res Land in der Welt. Auch das Erziehungswesen und die Schmittofrage wird in diesem Referate berührt. Setzten die Freunde der Aguda die Leitung nicht in die Lage, den von der A. J. hinübergeschickten jungen Menschen mehr beizustehen, so werde die Frage entstehen, ob man überhaupt noch das Recht habe, neue Menschen hinüberzuschicken. In der lebhaften Diskussion, die zu diesem Punkte einsetzt und die zeigt, wie gerade E, J.-Fragen allen Teilnehmern am Herzen liegen, kommt fast allgemein zum Ausdruck, daß ein Aussetzen der/ Zertifikaterteilung von Seiten der A. J. nicht in Betracht kommen dürfe, daß vielmehr alle Mittel ,und Wege angewandt werden müssen, um' unseren Pionieren, die dort mit Aufopferung ohnegleichen den heiligen Boden im Geiste der Thora aufbauen, so beizustehen, daß dieses Werk nicht ins Stocken gelangt; Gemachte Anträge werden zurückgezogen oder im Sinne dieses zum Ausdruck gekommenen einmütigen Willens umgeändert. Der Montagnachmittag gehörte zunächst der Aussprache über geistige Auf g a b e n der A. J. in Deutschland. Die Aussprache bekam eine Vertiefung durch ein einleitendes Referat des Herrn Rabbiner Dr. Merzbach, Darmstadt, und eine Ansprache von Rabb. Dr. Pinchas Kohn. Herr' Rabb. Dr. Merzbach wünscht .Wissensverbreitung, 'Schaffung von Lehrbüchern, Arbeitsplänen und Ausbau der Presse. Es sei unsere Pflicht, uns der* Suchenden anzunehmen. Aller Erfolg . sei gewährleistet durch wahre naicn der Führenden, denn a'SHJwa ">im d'öip dk-p "n ^s. Ernste mwn-Bewegung, tue nöt und bessere Vorsorge für Persönlichkeitsbildung. Der Blick der führenden Rabbiner müsse, geschärft werden für 'die Gefahren,, die der Jugend drohen. Redner streift in diesem Zusammenhange auch die Aufgaben des, Rabbiriischen Rates. Die Anregungen und Ratschläge des Herrn Rabb. Dr. Kohn-von hoher Warte aus wurden ebenfalls dankbar aufgenommen. , i In der darauffolgenden 'Debatte wurde noch einiges über die Presse gesagt und die weiteren Beratungen über diesen Punkt einer Kommission für Presse und Propaganda überwiesen. Die von den einzelnen Ortsgruppen gestellten Anträge wurden mit wenigen Ausnahmen, zum Teil in etwas abgeänderter Form, einstimmig angenommen und werden der K. G. unterbreitet werden. Der Sitz des Vorortsvorstandes bleibt unter bestimmten von Ehrentreu gestellten Bedingungen in Frankfurt a. M. Auch die Vorschläge für die weiteren Wahlen, soweit sie auf dem Delegiertentag vorgenommen werden konnten, wurden allesamt arige-' nommen. Durch Straffuhg des Arbeitsprogrammes und dank der umsichtigen Leitung, in die sich die Herren Dr. S. Goldschmidt und Dr. Siegmund Stein teilten, konnte in den zwei Tagen ein großes Arbeitspensum bewältigt werden, über das im Einzelnen zu referieren, mit Rücksicht auf den Platz und die Zeit, die diesem Berichte zur Verfügung stehen, nicht möglich ist. Gegen 7 Uhr konnte der Delegiertentag mit einigen Schlußreden, in denen besonders auch der Dank an die Nürnberg-Fürther >Gruppen für aliMhre Mühe und gebotene Gastfreundschaft zum Ausdruck kam und einem Schlußwort des\ Herrn Rabbiner Josef Horovitz, Frankfurt a. M., 'zu Ende, geführt werden, Dr. H a 11 e m a n n , Fürth, sprach der Konferenz* leitung den Dank der Delegierten aus. Am Abend fand eine überaus stark besuchte öffentliche;'Versammlung . statt. Die drei Redner, die der Reihe nach sprachen, Rabbiner Dr. Weiß," Würzburg, Dr. E h r m a n n , Frankfurt a. M, und Rabbiner Dr. Klein, Nürnberg, . wurden mit größtem Interesse angehört, und der rauschende Beifall zeigte, -wie willig das Publikum bis ins Letzte mitging. Diese öffentliche Kundgebung war eine Manifestation der Thoratreue und des agudistischen Gedankens, wie man sie sich im Jubiläumsjahre der Agudas Jisroel und in Erwartung der" K. G. kaum schöner denken kann, Einen ausführlichen; Bericht über die Abendkundgebüng und das in deri; drei Referaten gebotene reiche Gedankengut behalten wir uns Korrespondenzen. Deutsches Reich. Notstand in Kleingemeinden. Frankfurt a. M., .6, Juli. — Soeben gab die Ritualienbeschaffungsstelle der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums in Frankfurt a, M,, gemeinsam mit dem Verein zur Wahrung der Interessen des gesetzestreuen Judentums. in Baden,. Sitz Mannheim, die schon früher erschienene Broschüre „Kein Minjan" in einer übersichtlich angeordneten Neüausgabe wieder heraus. Da die kleinen Gemeinden heute mehr xind häufiger -den» je durch das Aufhören ihres Minjans davon "absehen müssen, den G'ttesdienst in gewohnter Form abzuhalten, wird ihnen das „Kein Min jan"-Heftchen einen wichtigen Dienst leisten körinen. Es" ist zum Preise von 15 Pfg. Igegen Voreinsendung des Betrages zu beziehen bei der Ritualienbeschaffungsstelle der Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judentums in Frankfurt a. M., Schwanenstr. 4 (Postscheckkonto Nr. 9822 Frankfurt a. M.) oder beim Verein zur Währung der Interessen des gesetzestreuen Judentums in Baden,. Sitz Mannheim, Akademiestr; 3 (Postscheckkonto Nr, 7449 Karlsruhe). ------ Die Lehrkräfte der Berliner Jüdischen Gemeinde. Berlin, 2. Juli. Eine statistische Erhebung über den Altersaufbau und die Vorbildung der bei der Jüdischen Gemeinde zu Berlin beschäftigten Lehrkräfte, die von Herrn Jakob Ledermann für die Schulabteilung der Jüdischen Gemeinde durchgeführt wurde, hat ergeben, daß unter den 290 Lehrkräften, die 'am 15. März d. J. im Schuldienst der Gemeinde tätig waren, die jungen Altersklassen relativ schwach besetzt sind. Da gerade die Altersklassen bis zü 25 und . von 25 bis 30 Jahren zum Teil aus nicht volltätigen Lehrkräften bestehen, dürfte die Ueberalterung des Lehrkörpers in fünf bis zehn Jahren deutlich sichtbar werden. 29,3 Proz. der Lehrerschaft sind 40—50. 26,2 Proz. 30—40, 22,4 Proz. 50—60, 12,9 Proz. 25 bis 30, 5,8 Proz, bis 25 und 3,4 Proz. über'60 Jahre atl.'Sehr stark ist der Prozentsatz der Frauen unter der Lehrerschaft, nämlich, 47,2 Proz; Die Gesamtzahl der Lehrkräfte, welche 'die Qualifikation zur Erteilung de.s Religionsunterrichtes erworben haben, beträgt 110, d. s. 38,3 Proz. aller Lehrer; davon waren 48 Akademiker und 62 sonstige Religionslehrer. Nur Religionslehrer sind 67 oder 23,1 Proz. DAVID STIEFEL Herrenschneiderei Nürnberg, Knauerstr. 17 Telefon 63477 — Reichhaltiges Stofflager — JACOB GOLDBERGER Nürnberg Reichhaltiges Lager in Kleider- Costüm- und Wäschestoffen. J. 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