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Der Israelit · 1937-07-08 · Heft 27 (8.7.1937) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 27 (8.7.1937)
Date
1937-07-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Nr. 27 D e r.. I s r a e -1 i t 8. rÜuli 1937 Der jüdische Staat (Fortsetzung von Seite 1.) scher Herrschaft unterworfen zu werden. Es würde das jüdische nationale Heim in einen jüdischen Staat mit Voller Kontrolle über die Einwanderung umwandeln. Die Bürger dieses Staates, würden einen Status erlangen, ähnlich demjenigen, den die Bürger aller anderen Länder genießen. Die Juden wurden endlich aufhören, ein Mindfitätsleben zu leben und das Hauptziel des Zionismus würde auf diese Weise erreicht sein. Unter den vorgeschlagenen Verträgen würden die Rechte der Minorität in beiden Staaten streng garantiert sein. Vor allein aber würden Furcht und Verdacht ersetzt werden durch Vertrauen und Sicherheit, und beide Völker würden, nach den Worten der Kommission, das unersetzbare Gut des Friedens erlangen. Der Bericht der Kgl. Kommission. Der zur gleichen Zeit den Parlamentariern überreichte Bericht der K g 1. Untersuchungskommission umfaßt 400 Seiten, von denen annähernd 370 Seiten eine geschichtliche Darstellung der ganzen Palästinafrage, vorab der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung unter dem englischen Mandat geben. Es wird darin betont, daß die nationalen Streitigkeiten in Palästina durch die ganzen Umstände von Anfang an bedingt waren, denen durch das Mandatssystem kein Ende gemacht werden konnte. Mit rücksichtsloser Politik hätte man den Streit nur zeitweilig unterdrücken können, nie aber die Quelle der Unstimmigkeiten verstopfen. Mit der nun zu treffenden endgültigen Regelung glaubt die englische Regierung die den Juden wie Arabern gegebenen Zusicherungen befriedigend zu erfüllet;. Es folgen dann die einzelnen Voraussetzungen des jüdischen wie arabischen Staates: Die Grenzen des jüdischen Staates. Der jüdische Staat behält die volle Kontrolle über die Einwanderung, und seinen Bürgern werden die gleichen Rechte zugestanden wie den Bürgern anderer Länder, womit die Juden aufhören, das Leben einer Minderheit zti führen. Die Grenze dieses Staates wird der bestehenden Nordostgrenze Palästinas folgen und läuft mitten durch den Kinerethsee. Von da aus wird der Jordan dann beinahe nördlich von B e i s a n die Grenze bilden und die Grenze an der Südseite des Emek Isreel bis M e g i d d o verlaufen. Von Megiddo kreuzt die Grenze das Karmel-Gebirge und läuft dann südwärts unter Ausschluß von Tulkerem, bis sie in der Nähe von Lydda den Jerusalem- Jaffa-Korridor erreicht. Südlich des Korridors läuft die Grenze weiter am Rande der großen Ebene bis etwa 60 Kilometer südlich von Rechowoth. yon wo sie westlich zur See abbiegt. Der jüdische vorgeschlagen. Staat wird also die Gebiete von Akka, Safed, T i b e r i a s , N ä'z a r e t h und Haifa sowie Teile der Bezirke von Jenin, -Tulkerem, Bei-san, Jaffa und Ramie umfassen. Der N e g e w bleibt somit fast gänzlich außerhalb des jüdischen Staates. Der arabische Staat. Der arabische Staat wird die Gebiete von N a b - 1 U s , R a m a 11 a , Jericho, Hebron, G az a und Beerseba umfassen, sowie Teile der Bezirke von Beisan, Jenin, Tulkerem., Jaffa, Ramie, Jerusalem und Bethlehem. Die Stadt Jaffa fällt an den arabischen Staat, mit dem'' sie aber nur durch den Jaffa-Jerusalem-Korridor in Verbindung bleibt. Weiter schlägt der Bericht vor, daß Haifa als Freihafen für den arabischen Staat gilt. Das weitere englische Mandatsgebiet. ~ Unter englischem Mandate verbleiben die Städte: Jerusalem, Bethlehem und der See von Galiläa, vorläufig auch Haifa, Safed, Tiber ias und Nazareth. Ferner bleibt ein Korridor von Jerusalem zum Mittelländischen Meere e n g l i s c h. In dieses Gebiet sind auch die Städte Lydda und Ram'le eingeschlossen, , Der Bericht macht dann sehr eingehende Vorschläge über die neuen V e r t f a g s f«f h ä 11 - n i s s e , betont aber gleichzeitig, daß alle Einzelheiten dem Ermessen der englischen Regierung überlassen bleiben müßten. Weiter wird erklärt, daß keine Grenzziehung möglich sei, ohne daß in den beiden Gebieten Enklaven zurückblieben, .und daß die Rechte der Bewohner dieser Enklaven 'geschützt werden müßten. Weiter wird betont, daß der neue jüdische Staa't erheblich größer sei als das jetzige jüdische Gebiet. Die Frage der Nationalität. Die Bewohner der zeitweiligen Mandatsgebiete einschl. Haifa, Tiberia-s, Safed und der Enklave am Golf von Akaba verbleiben, solange diese Gebiete unter der Mandatsverwaltung stehen, englische Untertanen, soweit sie dies bereits sind.' Die Bewohner der beiden neuen Staaten werden automatisch Staatsangehörige der neuen Staaten. In einem; Schlußwort betont der Bericht, daß nach einem alten englischen Sprichwort ein halber Laib Brot besser sei alsgar kein Brot. Man müsse erwarten, daß weder die Juden hoch die Araber der Aufteilung zustimmten, denn sie bedeute, daß keine der beiden Parteien das bekomme, was sie erwartet hdbe. Zugleich wird jedoch der Hoffriuhg Ausdruck gegeben, daß die Vorteile der'Teilung ihre Nachteila überwiegen würden. Wenn sie auch' keiner der beiden Parteien alles gebe, was sie wolle, so biete sie doch jedem das, was sie am meisten anstrebe: Freiheit und Sicherheit. (Weitere Einzelheiten werden noch bekanntgegeben.) ' ' . ■ - - Die Tage und Stunden vor der Verkündung. Jerusalem, 7. Juli. Da der „Haboker" bereits am 29. Juni Einzelheiten über die Vorschläge der Kommission gebracht hat, die authentisch schienen (s^ie sind nur zum Teile durch den bekanntgegebenen Bericht bestätigt), so erreichte von diesem Augenblicke an die Spannung und die Diskussion übet .djje. Pläne ihren Höhepunkt. Dje letzten Vorbereitungen hielten aljle in ihrejm Banne. Es wurde schon die ganze Woche an der hebräischen' und arabischen 'Ue^bersetzung des Berichtes in eigenen Räumen im Palace Hotel von damit betrauten Beamten gearbeitet. Die Gemächer, in denen die Uebersetzung angefertigt wurde, wurden von Militär- und Polizei- Patrouillen, bewacht. Die Beamten waren eidlich verpflichtet, nichts von ihrer •''Arbeit vertäuten: zu lassen, auch;-die Drucker und Arbeiter der Staatsdruckerei müßten' sich eidlich verpflichten, absolutes Schweigen zu wahren. ] Die Vertreter aller Zeitungen wurden vom Pressechef der Palästina-rRegierung;ZU)|einer Besprechung eingeladen, um die Form der Veröffentlichung: festzulegen. - Unruhen werden nach den getroffenen Maßnahmen, die sich überall bemerkbar rnachen,, nicht befürchtet. Bei allem eisernen Schweigen sickerte doch so manches durch,.( was, aus ,de* rVerfyfientlichung derj Zeij! tungefrzü ersehen" i'st. ' 11 * * j! Die SichefheitsVorkehrungen. Der Oberstkommähdierende der britischen Armfee, in Aegypten, >$eneral. W y e r , wdilt in; Palästina und hält Besprechungen mit dem [ stellvertretenden High Commissioner und dem palästinensischen. Qberkommandierenden General Dill ab. Die!SEritsenduüg des Panzer kreuzeirs' „ R e:p ti 1 s e-': aus Malta in die palästinensischen Gewässer« \vird von allen Zeitungen in Zusammenhang mit den Sicherheitsvorkehrüngeh ' gebracht: : Die „'Rep^lse'Vist ein Schiff von 32r000 Tonnen uriä'!isf mit. 16 Geschützeä .jniittleren Kalibersiausgestattet.1 . . , Die Tageszeitung „El Liwaa" will erfahren haben, daß anläßlich der Veröffentlichung der Richtlinien der neuen Regierungspolitik eine Reihe von Gegnern des Teilungsplanes nach Cypern oder einer anderen britischen Insel deportiert werden soll. Vermutlich werde auch das Kriegsrecht proklamiert werden. Was werden Genf und Amerika dazu sagen? Nach „Sunday Times" dürfte der englische Plan in der Sitzung der M a n d a t s k p m m i ssipfl eine heftige Kontroverse hervorrufen. An der Tagung werden nach dem genannten Blatte neben Vertretern der britischen und der Palästina-Regierung, auch Vertreter der jüdischen und arabischen Organisation teilnehnie.n. Die britische Regierung hofft, die Zustimmung der Kommission zu ihren Vorschlägen zu erlangen, um die erforderlichen gesetzgeberischen Maßnahmen schon; im Herbste durchzuführen. .,iWas Amerika betrifft, das ebenfalls als Partner in der Sache zu gelten hat, so kann zunächst nur gesagtwerden, daß' im amerikanischen Senat Senator Royal S. Copeland sich sehr scharf gegen die Verwirklichung des Teilungsplanes ausgesprochen hat,. womit aber noch nicht gesagt ist, daß der Senat als solcher dem Plane Schwierigkeiten machen werde. Die amerikanische Pro-Palästina- Vereinigung hat an den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Franklin D. Roosevelt, eine Petition gegen die Teilung Palästinas gerichtet. Der Präsident w^ird gebeteiij noch vor i^ittwoch bei der englischen Regierung zu intervenieren und' einen Aufschub zu erwirken, damit die Vereinigten Staaten die erforderliche Zeit' zum Studium der Situation sewinnen. Beratungen des Rabbinischen Rates der A. J. Ein von der ITA. gebrachter Bericht über das Zusammentreten des Rabbinischen 'Rate s. ist nach der uns vorliegenden Meldung des Londoner JPB. wie folgt zu berichtigen: Nachdem es nunmehr feststeht, daß die Vorschläge der KgL. Kommission zur Schaffung eines jüdischen■' Staates in Erez Israel auch den entscheidenden jüdischen Instanzen vorgelegt werden, .beyqr.sie zur Ausführung gelangen, hat die Exekutive der A g u.d as Jisroel in1 London das gesamte Material für den Großen Rabbinischen Rat, der in den ersten Eltiltagen in Marienbad im Zusammenhang mit der Einberufung der dritten Kenessio. Gedaulo zusammentritt, vorbereitet. Von den Beschlüssen des Rabbinischen Rates wird die Haltung des religiösen Weltjudentums zu der^. nieuen Plänen abhängen, f; . : : - "ni;;;-- :n'i.'!\ _:_i,_r i l, . .=!-■' . ■ ..- - \: i'.i' '. f:.. H'.i^: VI . . >: :.-!•: : ■. Die Wahlen zur nVm'*033 fi nden statt vom. 12. - 19. Juli. yv§r riöc^i y1Ü$tijß h&t; f "erwerbe, ihal&WlhVjj"*^ Herren" und' Berufskleidung, M a ß - K o; n f e kl'ti o n t tz7 3 - V o*? a r b ü!i i-u'rt g Frau F. MAIER Ww. Fahr ga s s e 9 4 i 'Minute von der Konstabier Wache. Eine ungekannteWelt, ^^^3^^ Erzählungen aus dem 'jüd. Familienleben von Judäu'sj! 'r " St in neuer Aufljage, in unsex-Verlage. Vorbestellungen werden, schon heute ..; ehtgegengenbmnieß.

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