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Der Israelit · 1937-07-08 · Heft 27 (8.7.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 27 (8.7.1937)
Date
1937-07-08
Page
– (sequence 1)
Language
German
Belongs to
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Ein Centraiorgan für das orthodoxe Judentum / Begründet Von Dr. Lehmann in Maina Frankfurt su M. 8. Jali 1937 29. Tammus 5697 Nummer 27 Bekanntmachung des Kommissionsberichtes und der Regierungserklärung. London, 7. Juli, 20.30 Uhr. (Telefonbericht.) Soeben wurde der Kommissionsbericht mitsamt dem Weißbuch, das die englische Erklärung zuiti Berichte enthält, den Parlamentariern unterbreitet. . Die Regierungserklärung hat. folgenden Wortlaut; Darlegung der Politik von Sr. Majestät Regierung betreffs Palästina. Die Regierung hat den einstimmigen Bericht der Königlichen Kommission erwogen. Sie befindet sich in allgemeiner Uebereinstinunung mit den Argumenten und den Schlußfolgerungen der Kommission. Wie die Kommission ausdrücklich anerkannte, war die Regierung mit der Annahme des Mandats immer. der Meinung, daß ihre Verpflichtungen gegenüber * Arabern und Juden nicht unverträglich miteinander seien. Unter der Voraussetzung, daß im Laufe .der Zeit beide Rassen ihre nationalen Bestrebungen insoweit aneinander anpassen würden, um die Errichtung eines einheitlichen Gemeinwesens unter einer einheitlichen Regierung zu ermöglichen. s v Trotz vieler entmutigender Erfahrungen während der letzten 17 Jahre hat die Regierung ihre Politik auf diese Erwartung aufgebaut und hat jede Gelegenheit. benutzt, um ein Zusammenwirken zwischen Arabern und Juden zu ermutigen. Im Lichte der Erfahrung jedoch und der Argumente, welche von der Kommission angeführt werden, muß die Regierung zu dem Schlüsse kommen, daß ein unversöhnlicher Konflikt zwischen den Bestrebungen der Araber und der Juden in Palästina besteht, daß diese Bestrebungen unter den Bedingungen des gegenwärtigen Mandats nicht befriedigt wer den'i können und daß ein Teilungsplan auf den allgemeinen Grundlagen, welche von der Kommission empfohlen werden, beste und aussichtsreiche Lösung des Problems darstellt. Die Regierung wird demgemäß Seine Majestät beraten. Die Regierung beabsichtigt daher, solche Schritte z« unternehmen, wie sie nötig und geeignet sind, mit Rücksicht auf die. bestehenden Verpflichtungen gegenüber dem Völkerbund und nach anderen internationalen Verträgen, um die Freiheit zu erlan- £en, einem Teilungsplan 'Wirklichkeit zu verleihen, yon dem sie ernstlich hofft, daß er ein Maß von Zustimmung von Seiten der beteiligten Gemeinschaften finden wird. Solange die Ausführung dieses Planes in der Schwebe ist, hat die Regierung nicht die Absicht, ihre Verantwortlichkeit für den Frieden, die Ordnung und die gute Verwaltung von Palästina zu verleugnen. W/enn wieder Unruhen ausbrechen sollte11; wird der High Commissioner seine Vollmacht dem Oberkommandierenden der militärischen Krähe .überantworten. In der unmittelbaren Zukunft, während -der die *orm des Teilungsplanes! ausgearbeitet wjrd, wird ■die Regierung als vorbereitende Maßnahmen Schritte tun, um irgendwelche Landverkäufe zu verhindern, die den Plan gefährden können. Die Regierung beabsichtigt in den acht Monaten, von August 1937 bis März 1938 eine totale jüdische Einwanderung aller Kategorien von 8000 Personen zu gestatten, vorausgesetzt, daß die ökonomische Fassungskraft des Landes dadurch nicht überscnritten wird. Bei der Annahme des Teilungsplanes ist die Regierung stark beeinflußt von den Vorteilen, die dieser sowohl den Arabern als den Juden bietet. Die Araber werden ihre nationale Unabhängigkeit erlangen und auf diese Weise imstande sein, mit den Arabern der Nachbarländer in der Sache der arabischen Einheit und der arabischen Fortschritte zusammenzuwirken. Sie würden endgültig befreit sein von aller Furcht vor jüdischer Herrschaft und vor der Angst, daß ihre Heiligenstät- . ten jemals unter jüdische Kontrolle kommen können. Der arabische Staat würde beträchtliche finanzielle Hilfe sowohl von der Regierung-als von dem jüdischen Staat erhalten. Auf der anderen Seite würde die Teilung die Errichtung des jüdischen Nationalheimes sichern und es vor jeder Möglichkeit sichern, jemals in der Zukunft arabi- (Fortsetzung* siehe Seite' 2.) Aus dem Inhalt: Der jüdische Staat.......Seite 1 u. 2 Wochenrundschau (Religiös-liberale Heeresschau in Holland).....Seite 3 Neue Gedanken zu einem alten Thema Seite 4 Der Delegiertentag der Landesorganisation der Agudas Jisroel in Deutschland . Seite 5 Notstand in Kleingemeinden.....Seite 6 Brief aus Baden ......Seite 7 Aufdeckung eines mittelalterlichen jüdischen Friedhofes in Basel . . Seite 7 Kongreß der Völkerbundsligen zur Minderheitsfrage ......Seite 8 Berichte aus Polen.........Seite 8 Erez Israel ...... .....Seite 9 Aus der Agudas Jisroel-Bewegnng . . Seite 9 Die Kenessio Gedaulo-Vorstimmung Seite 10 25 JAHRE AGUDA Von Dr. Isaac Breuer. (Fortsetzung.) Im Dienste des Erziehungswesens steht letzten Endes auch, die agudistische Presse. Eine Rückschau über den verflossenen Zeitraum führt zu der Feststellung, daß die agudistische Presse sich verhältnismäßig günstig entwickelt hat. Rein zahlenmäßig ist sie keineswegs gering, und ihre Qualität ist vielfach zum mindesten nicht schlechter j als die Qualität der Organe anderer Organisationen. Ueber die Bedeutung der Presse für jede Weltorganisation braucht kein Wort verloren zu werden. Ob freilich rein organisatorisch die Aguda dieser Bedeutung gerecht geworden , ist, kann wohl bezweifelt werden. Ein agudistisches Presseamt zentraler Natur besteht überhaupt nicht. Eine zentrale Versorgung der agudistischen Presse mit authentischen Nachrichten über alle Vorgänge im agudistischen Leben geschieht nicht. Es ist anscheinend Sache jedes einzelnen Organs, sich die Nachrichten zu verschaffen, so gut es eben1 geht. Gute Artikel aufklärender oder werbender Art werden nur selten zur Verfugung. gestellt. Die Vielg"estaltigkeit des geistigen Lebens in unseren. Reihen gelängt in der agudistischen Presse nur ganz. ungenügend zum Ausdruck. Ein offizielles führendes Zentralorgan der Weltagüda ist nicht vorhandene 1 Per höchst erfreuliche und zu den besten Hoffnungen berechtigende Anfang in War seh! au führte "leider zu keinem guten Ende. Gerade die Aguda aber ist auf ein solches Zentralorgan dringend angewiesen. Zur Annäherung der Landsmannschaften könnte die agudistische Presse, wenn sie zum mindesten zentral richtig inspiriert würde, weit mehr beitragen, als dies bisher geschah. Ein Zentralorgan würde allmählich ganz von selbst auf die einzelnen Organe einwirken. Ein wirklich aktives Presseamt könnte die Lücke eines Zentralorgans wenigstens zum Teil ausfüllen. Andererseits müßte die agudistische Presse in erhöhtem Maße sich ihrer Eigen Verantwortung bewußt sein. Keine Bewegung kann der öffentlichen Kritik entraten. Die bei uns vielfach verbreitete Neigung zum Totschweigen von Mängeln und Fehlern in unserem Lager — ein sicheres Symptom einer sich schwach fühlenden Minorität — müßte durchaus bekämpft werden. Der Aguda hätte im verflossenen Zeitraum so manche schwerste Stunde erspart bleiben können, wenn die zuständige Presse rechtzeitig und ohne Personenscheu gewarnt, enthüllt und gefordert hätte. Ein gutes Stück des öffentlichen Vertrauens, das keine Organisation entbehren kann, beruht auf einer ihrer Pflicht entsprechenden Presse. -— Die dritte Kenessio Gedaulo wird auch das agudistische Pressewesen in ihre Tagesordnung einzubeziehen haben. Empfehlenswert wäre es* wenn mit ihr eine Tagung der agudistischen Pressevertreter verblinden werden könnte. Sie würde gewiß auf die einzelnen Organe günstig (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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