Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 26 (1.7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 Nr. 26 Der I s r a e Ii t l.-Juli 1937 italienischen Kreisen der Wunsch geäußert, daß P a- 1 ä s t i n a auch diesmal wie in den vergangenen. Jahren sich durch Errichtung eines eigenen Pavillon an der Ausstellung beteilige. Die Leitung der Messe von Bari halt mit iL.ui.iimmung der Regierung beschlossen, .in diesem Jahr itn Rahmen der Levante -Messe eine besonde. "& „Giornata Palestinese" (Palästina-Tag) zu veranstalten, auf dem die Vertreter der palästinensischen und der italienischen Kaufmannschaft die Möglichkeiten einer Vertiefung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern besprechen sollen. Amerika. Keine Rassenhaß-Propaganda im New Yorker Rundfunk. New York, 17. Juni. Der Stadtrat von New York hat beschlossen, die im Zusammenhang mit der Verbreitung der Reden auf einer arabischen Propaganda-Kundgebung durch den New Yorker Rundfunk von der Rundfunkleitung gegebenen Aufklärung zur Kenntnis zu nehmen. Die Leitung hatte es in Abrede gestellt, daß sie mit der Zulassung dieser Sendung Propaganda für Rassenhaß unterstützen wollte. Sie habe bloß den Grundsatz der Redefreiheit gewahrt. Die Aufklärung der Rundfunk-Leitung wurde entgegengenommen und als ausreichend erklärt, nachdem jüdische Führer in einem Schreiben an den Stadtrat den Standpunkt der Rundfunkleitung gebilligt hatten. Amerikanisch-jüdische Jugend fordert Durchführung der Balfour-Deklaration. New York, 21. Juni. Die in Atlantic City abgehaltene Landeskonferenz des Jugendverbandes Young Israel hat eine Resolution gefaßt, in der alle thoratreuen Juden aufgefordert werden, jeglichem Abkommen die Anerkennung zu verweigern, das das Erbe Erez Israels unterhöhlt; die Regierung der Vereinigten Staaten wird aufgefordert, von Großbritannien die Erfüllung der von ihm auf Grund der Balfour-Deklaration übernommenen Verpflichtungen zu verlangen. Schließlich wird an Präsident Roosevelt der Appell gerichtet, die Beschränkungen der Einwanderung nach Amerika zu mildern. Neuer Joint-Campaign arbeitet gut. New York, 20. Juni. Es wird erwartet, daß auf dem in New York am 30. Juni zusammengetretenen Landes-Aufbringungskomitee des Joint ein bisheriges Ergebnis des 4.650.000 Dollar-Campaign in der Höhe von zwei Millionen- Dollar bekanntgegeben werde. Ueber die Sammel-Aktion wird Rabbi Jonah B. Wise, über die Lage in Europa der Exekutive-Direktor Joseph C. Hyman berichten. Jüdische Einwanderung nach Ecuador. Guayaquil, 23. Juni. Nach den Aufzeichnungen der Hicem-Vertretung sind im ersten Vierteljahr 1937 272 Juden, von denen 237 aus Europa kamen, nach Ecuador eingewandert. Von ihnen sind 32 nach Europa und 17 in südamerikanische Länder zurückgekehrt. Die Regierung von Ecuador hat die von jedem Einwanderer zu erlegende Kaution von 50 auf 250 Dollar erhöht. Aus der Agudas Jisroel - Bewegung. Die vorläufige Tagesordnung der Kenessio Gedaulo. Vom 8. bis zum 10. Elul tagt der Große Rabbinische Rat, der vorwiegend die Probleme Erez Israels behandelt, dann auch die Fragen der jüdischen Erziehung und der Stärkung des religiösen Lebens. Auch die religiösen Fragen, die die Emigration und die -Beziehungen der Agudas Jisroel zu anderen Organisationen betreffen, gehören in den Arbeitsbereich des R. R. Vom 11. bis zum 16. Elul finden die Sitzungen der K. G. mit folgendem Arbeitsstoff statt; Ideologische Referate; 1. Die Grundgedanken der g'ttlichen Thora in der heutigen Weltkrisis. 2. Agudistische Volkserziehung. Politische Referate: 1. Die Lage des jüdischen Volkes in den Golusländern. 2. Das jüdische Gesamtheitsleben in der Welt und in den einzelnen Ländern. 3, Die politische Lage in Erez Israel. Thora .und Erziehung: 1. Die Bedeutung der thoragemäßen Erziehung für die nationale Existenz und die Zukunft des jüdischen Volkes. 2. Die bisherige Entwicklung und die zukünftige Arbeit des Keren Hatorah in den einzelnen Ländern. 3. Bisherige Entwicklung und künftige Arbeit der Beth Jakob-Zentrale und der Beth Jakob-Bewegung in den einzelnen Ländern. Erez Israel: 1. Die Probleme der agudistischen Arbeit in Erez Israel. 2. Zur Frage der Kibbuzim und der Kolonisation. 3. Aufgaben und Leistungen der Agudas Jisroel auf erzieherischem und kulturellem Gebiete. 4. Bisherige Entwicklung und künftige Arbeit des Keren Hajischuw. 5. Die Beziehungen der Agudas Jisroel zu anderen jüdischen Instanzen und Organisationen in Erez Israel. Soziale Institutionen: 1. Das Problem der jüdischen Auswanderung und Ansiedlung in überseeischen Ländern und die Schaffung eines Zentralamtes. 2. Die Probleme der jüdisch-religiösen Arbeiterschaft. Die Organisation: 1. Die Verstärkung der Agudabewegung durch organisatorische und propagandistische Tätigkeit. 2. Jugendbewegungen. 3, Die Benoth Agudas Jisroei- Bewegung. 4, Presse und Literatur, Die Nürnberger Agudatagung. Das Programm der Landestagung der Agudas Jisroel in Deutschland am 4. und 5 Juli in Nürnberg wurde aufgestellt, Nach ejner Sitzung des Landesvorstands findet Sonntag, den 4. Juli, 15 Uhr, die Eröffnung der Landestagung statt, der sich Aussprache über Auswanderungsfragen, nach einem Kurz-Referat von Herrn Dr. S. Goldschmidt, Frankfurt a. M., anschließt. Die Aussprache über Erez Jisroel wird am Montag, den 5. Juli, 8.30 Uhr, mit einem Referat von Herrn Dr. S. Ehrmann, Frankfurt a. M., eingeleitet. In einer öffentlichen Kundgebung am Montag, den 5. Juli, 20 Uhr, sprechen die Herren Seminar-Rabbiner S. R. Weiß, Würzburg, Dr. S. Ehrmann, Frankfurt a. M. und Rabbiner Dr. A. Klein, Nürnberg. Agudas Jisroel in Holland. Die 25jährige Wiederkehr des Gründungstages der Agudas Jisroel gab der holländischen agudistischen Landesorganisation Veranlassung, in großzügiger Weise in Wort und Schrift den Agudagedanken zu propagieren. Zunächst erschien unter dem Titel „25 Jahre A g u das Jisroel" eine vorzüglich redigierte Broschüre, welche in sieben Aufsätzen die ideologischen und sachlichen Ergebnisse der bisherigen agudistischen Tätigkeit im Allgemeinen und speziell in Holland zusammenfaßt. Gute Bilder* agudistischer führender Persönlichkeiten, der : Lubliner Jeschiwa, der Ferienkurse der Beth Jakob-Lehrerinnen, der Hachscharastellen und agudistischen Ferienlager in Holland wie einer agudistischen Arbeitsstätte in Tel Awiw bilden eine lebendige Illustration zu einzelnen Aufsätzen, In der Woche vom 13. bis 21. Juni fanden in den agudistischen Zentren Hollands stark besuchte Jubiläumsveranstaltungen statt, welche im ganzen Lande große Beachtung gefunden haben. Es sprachen vor allem in Amsterdam im großen Saal des American-Hotel der Vorsitzende der holländischen Aguda, Herr Oberrabbiner Hirsch, Zwolle, und Herr Oberrabbiner Dr. Carlebach, Hamburg. Die Spitzen des Amsterdamer Rabbinates, sowohl der aschkenasischen wie. der portugiesischen Gemeinde, wohnten der Gedenkfeier bei. Nach einer Begrüßung durch den Vorsitzenden der Amsterdamer Gruppe, Herrn Rabbiner de Lange, erstattete Herr Oberrabbiner Hirsch ein tiefschürfendes Referat über die Grundbegriffe des agudistischen Gedankens, der heute in der ganzen Welt Wurzel geschlagen hat. Die einzelnen Etappen des Wetfes von Kattowitz bis zur Gegenwart: Zusammenschluß des Ostens und Westens, Keren Hatorah, Beth Jakob-Bewegung, Kampf für die jüdische Wahrheit in der Gola und in Erez Jisroel wurden ausführlich' geschildert. Oberrabbiner Dr. Carlebach brachte in seinem Referat die Sehnsucht .und die Notwendigkeit zum Ausdruck, daß der Bruderkampf in der Orthodoxie ein Ende finden müsse und daß sich Aguda und Misrachi vereinen müßten, um Erez Israel mit der Thora in der Hand . aufzubauen. Die Feier war durch schöne hebräische Lieder des Synagogenchors der Synagoge Ost umrahmt. Im Haag sprachen die Herren Oberrabbiner Tal, Utrecht, und Herr Oberrabbiner Carlebach. Am 13. Juni sprachen in Rotterdam Herr Oberrabbiner C a r- 1 e b a c h und Chajim Nußbaum, Enschede, der wirkungsvolle Gestalten der großen heimgegangenen Führerpersönlichkeiten der Agudas Jisroelvor einem ergriffenen Auditorium in plastischer Wirklichkeit aufleben ließ. In Utrecht sprachen die Herren van Gelderir und Julius Goldschmidt aus Amsterdam. In Herzogenbusch fand die Veranstaltung unter dem; Präsidium des dortigen Oberrabbiners S. H e r t j e s statt, wobei Herr Oberrabbiner Hirsch und Herr Ch. Nußbaum referierten. In Grooningen sprachen Herr , A. D. H aas, Utrecht, und Herr Chajim Nußbaum. Die Aktivität der holländischen Landesorgänisation unter der Leitung ihres verehrten Vorsitzenden fand auch in der holländischen jüdischen Presse lebhaften Widerhall und dürfte vorbildlich für die übrigen westeuropäischen Ländesorganisationen sein. Eine starke Beteiligung der holländischen Aguda bei der Kenessio Gedaulo ist zu erwarten. Aguda-Massenversammlung in Wien. In Wien fand unter Beteiligung prominenter orthodoxer Rabbiner eine Massenversammlung der Agudas Jisroel statt, in der der Führer der Agudas Jisroel, Rabbiner Fürst, Rabbiner Eckstein und Dr. Max Cohen die Probleme der bevorstehenden Kenessio Gedaulo behandelten. Zu den Plänen einer Teilung Palästinas nahmen die Redner keine einheitliche Stellung ein. Einstimmig wurde jedoch der Plan der Lostrennung Jerusalems verurteilt und erklärt, daß Palästina ohne Jerusalem für die jüdische Orthodoxie jeden Sinn und Wert verliert., (ITA.) Trauerkundgebung für Dr. Nathan Birnbaum und Julius Hollander in Amerika. Am 5. Tamus 5697 versammelten sich in New York mehrere Hundert Personen, um trotz der Hitze einige Stunden den Worten der Redner zu lauschen. Der Vorsitzende eröffnete die Sitzung, verlas ein Telegramm des bereits in Ferien befindlichen Rabbi Dr. Leo Jung und sprach alsdann über die großen Männer, die Agudas Jisroel seit der zweiten Kenessio Gedaulo verloren hat. Der erste Redner, Rabbi Greineman aus Erez Israel, schilderte, ausgehend von dem Leben Dr. Nathan Birnbaums, die Situation der Juden in der Welt und zeigte an Hand von Midraschstellen auf, daß die Aenderung der heutigen Verhältnisse zum größten Teil an uns selbst liegt. Wollten wir den Ideen Nathan Birnbaums nacheifern, werde die Erlösung kommen. Es sprachen noch Mr. Benjamin Königsberg, der sich in erster Linie mit den Büchern und Schriften Birnbaums s. A, beschäftigte, Dr. Jonas Simon, der die Persönlichkeit Julius Hollanders s. A. als Geschäftsmann und als jüdischen Philanthropen schilderte, Rabbi Max Wohlgelernter von der Union of Orthodox Congregations, Mr, Isaac Strahl, der im Namen der jüngeren Generation sprach. Mit einem von Kantor Jassinowski gesungenen E' Mole Rachamim schloß die erhebende Feier. Beratungen und Beschlüsse in Belgien. Nach einigen Vorbesprechungen in Scheveningen, Antwerpen und Borsbeck wurde am 3. Tamus eine Besprechung in engerem Kreise eröffnet. Anwesend waren agudistische . Persönlichkeiten aus Holland, Belgien und ein Delegierter aus Erez Jisroel. Am Sabbat mittag erläuterte J.' Broner seinen Plan eines geistigen Zentrums ünd Ch. Nußbaum seinen Plan der „Sozialen Hilfsgruppen". ' Sonntag morgen fand eine Besprechung statt mit den inzwischen eingetroffenen Herren W e i n r e b (der Anreger der Besprechung) und Jakobsen. Die weiteren Besprechungen im Plenum in Brosbeck und Antwerpen führten zu den erwünschten Resultaten. Die Frage des geistigen Zentrums unter Leitung Broners wurde beschlossen. Während der Abend- und Nachtbesprechung wurde die Frage der Hilfsgruppen diskutiert und mit einigen Vereinfachungen akzeptiert. Am Montagabend und Dienstagmorgen wurden die Fragen der Emigration wie auch die Gestaltung dieser ganzen Aktion besprochen (auch Herr van Leeuwen war inzwischen eingetroffen). Es wurde nun beschlossen, daß die Antwerpener Herren den Plan des geistigen Zentrums ausarbeiten (die Herren Ostersetzer, Einhorn, Friedmann). In Holland wird ein allgemeines Sekretariat geschaffen, das weiterhin mit den Aguda- und anderen Instanzen unterhandeln, die Koordination der diversen Institutionen überwachen und auch die Hilfsgruppen organisieren soll. Speziell müssen die holländischen Herren für das Zustandekommen der Umschichtungsinstitute in Holland arbeiten. Der Leitung wird u. ä. auch das dreigliedrige Sekretariat (Weinreb, Broner, Nußbaum) angehören. Vor der K. G. ^(Mitte Juli) wird eine weitere Besprechung stattfinden, zu der Vertreter verschiedener Institutionen eingeladen . werden. Die geschaffene Institution will keine Ö r g a n i - sation sein, sondern nur die Arbeit der bestehen' den Institute der Orthodoxie koordinieren, Anregungen geben, neue Initiative ergreifen. Alles wird beherrscht von der Idee einer Gesundung der seelischen und sozialen Struktur des Thoravolkes^ Es ist 2u hoffen und zu erwarten, daß aue Institute, Instanzen und Persönlichkeiten, mit denen das Sekretariat in Verbindung kommen wird, dürca regelmäßige Beantwortung der an sie gerichteten Schreiben die lebenswichtige Arbeit fördern werden-