Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 26 (1.7.1937)
- Date
- 1937-07-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/2446951-2450961-2450986--83088-2541077- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
1. Juli ^37 Der Israelit Nr. 26 Seite 7 , -;/* Holland. Vom jüdischen Gemeindeleben in Holland. Amsterdam, 25, Juni. Am Donnerstag, den 15. Tamus, wurden in feier Hcher W.eise die Herreh Rabbiner " J: Vr e e de n ■ bür g (Schüler der^ Jeschiwa in Frankfurt tind Neutra) und Rabbiner . J. H.: D ünn er, als - Mitglieder des Amsterdamer Rabbinates durch Herrn QberraBbiner S a r 1 o u.i s und Herrn Gemeindevorsteher M. N y kork in"ihr Amt eingeführte': Herr ^Rabbiner Ph. Frank (bisher Vorsitzender der agudistis.chen Jugendorganisation.' in .. Holland) wurde in''sein neues Amt als Oberr;abbiner,von Nord-Ho 11 and dieser Tage unter sehr großer Beteiligung der Nachbärrabbiner und Nachbargemeinden mit dem Sitze in Haar lern eingeführt. Vertreter der Königin und; des Stadtrates , wohnten der Feierlichkeitbei. 1 ... Am 5. . Julifeiert das Amsterdamer sephardisehe Rabbinerseminar „Eis Haim" sein 300jährig es Jubiläum. Die Bibliothek des RabHners'eminaVs, die unter der Leitung vönr J. - S. da Silva'~ Ro.s a steht, die „Livraria Montezinos'\.M:ist wegen ihrer reichen Bestände an judaistischen und hebräischen Werken und Manuskripten, weltberühmt. ' ( TscHechoslovakeL Neue Verfassung der Jüdischen Kultusgemeinden-Verbände in der Tschechoslowakei i . genehmigt n>:.n. ■ :•• *t':.:.... Prag., 23i> Juni.- Das: Plenum des Obersten Rates .der jüdischen Kultusgemeinden-Verbände hat den Wortlaut seiner Verfassung genehmigt,, die jetzt der Regierung vorgelegt wird. Aus diesem Anlaß richtete der Oberste Rat an den Präsidenten' der Republik, Dr. Eduard Benesch, folgendes Telegramm: „Der Oberste Rat. der. jüdischen Kultusgemeinden- Verbände gedenkt in dem Augenblick, in welchem er seine Verfassung beschließt, mit ergebener Dankbarkeit Ihrer, Herf Präsident, -In dessen Persönlichkeit und Tätigkeit jene großen1 Ideale der Gerechtigkeit und Humanität verkörpert sind, die die Grundlage des Staates und die Gewähr seiner Zukunft sind." Rumänien. Vorläufig Jkein „Gesetz zum Schutz der; nationalen Arbeit" in Rumänien. v ■ ■,, - - <.-*<-- ß^ k.a r.ei .s t.,. 27, Juni. . . Das viel erörterte Gesetz zum Schutz der nationalen A r b e i t, das , nach einem Entwurf des Handelsminis'ters Pop eine Beschränkung der Angehörigen nationalen Minderheiten auf höchstens 25 Proz. der Arbeiter und Angestellten aller Privatbetriebe vorsah, ist wie - von gut unterrichteter Seite mitgeteilt wird, von der Regierung zunächst zu - rückgezogen worden. Dies ist augenscheinlich darauf zurückzuführen, daß im Herbst; voraussichtlich im September, die, Neuwahlen zum Parlament stattfinden und ,die: Regierungspartei nicht* unmittelbar vor den-.Wahlen eine Maßnahme durchführen will, die die Minderheiten, welche 25—30 Proz. der. Gesamtbevölkerung Rumäniens ausmachen, in das gegnerische Lager treiben müßte. , Schweden. AB 1. Juli Betäubungs-Zwang bei Tier-1 Schlachtungen in Schweden. -.: .. Stoc k h o.l m , .22: Juni Der Reichstag hat das Gesetz angenommen, durch das Tierschlachtung ohne vorhergehende Betäubung in Schweden verboten wird. Durch dieses Gesetz wird das rituelle Schächtfea^-unmoglich^'gemacht. Das im Amtsblatt bereits „bekannt^gemachte.,Gesetz tritt , am 1. "Juli in" Kraft. Rituelles1' 'SdhlayhHen vön9:GeiJ flügel bleibt auch weiter erlaubt, tfä das Gesetz sich nur auf Schlachtvieh1 bezieht. ■■7 <»«?!.' Polen. Die jüdische L,age in1 Polen. Wahrschau, 28. Juni. . In Gz etift o c_h.au- WF^e ... ein "Al^ohqlyerbvQt, erlassen unet,clie.J^olizei^tunde ^lAjjhx abends..an-;.. gesetzt.,.:- Allmäjllictu,..-fajitt..Ruhe::'ein^und das}.J>«benr nimmt seine,..^tlhig^i^stalt än^ W .jüdischen,^Viertel» sind die Wie^er^'ers^qliungsarheiten^ im, Rollen jCjangey Zahlreiche? Peiffonen,, jjfce dey, .P^ü^erung. ver^äjiktigi: {' sind, wurden vverhMteti ^isjjetzt wur^en-^OQ^ Qe-,.. schädigte voft;'fe;G,e^ejn4sregistriert;. ']rrtleinprv? Unruhen gab, pgsj ÄIV meh^epen^b.ej Cze^O£hau^eri| ^genens Ortsefiaftejpt» ,~>ojM>11 'mib .3, <v;ti;;v Nicht ohn^e; Eindruck Bis chrto f 'syjM&i&'-C z ^iS;t ojcC%Ji,i >.inj.Jdefii!ß?; es,, iür ve$brecjig$^$ erklärt., zur... ^oha^fjing e^ner ^Atr-", mosphare beizutragen, in der Handlungen 'gedeihen,*, die „das religiöse Herz Polensmyerwunden." Die . jüdischen. Abgeordneten brachten ■-Interpellationen' im Sejm ein, Ein Hilfskomitee wurde*. in Czenstochau eingesetzt und ein Vertreter' des Joint ist in der Stadt eingetroffen, ,; In ödrywal, im Kreise Radon, .wurde der 82jährige Vorsitzende der Jüdischen pemeinder. Wj.o ses; Grünstem, schwer verletzt. Der jüdische'Fried' Die Woche. im < ' Berlin. Wie die Künstlerhilfe der Jüdi-( sehen Gemeinde zu Berlin mitteilt, ist es ihr0 in Verbindung mit der Reichs Vertretung der Juden in Deutschland auch in diesem Jahre möglich, etwa zwanzig Musikern im Alter von |14 bis 25 Jahren zum Studium am Konservatorium in Jerusalem („The Palestine Conseryatoire of Music and Dramatic Art") unter vorteilhaften ^Bedingungen zu verhelfen. . Köln.. DJe ^Kriegs-. opfera.bteilung . des . Reichsbundes jüdischer .< Frontsoldaten ^veranstaltet am 4. Juli eine S a min 1 u n g; für - jüdische KriegsBeschä1-' ■ digte, Kriegerwitw"en und Kriegerwaisenv : Zur organisatorischen Durchführung hat; sich die Jüdische, Winterhilfe, zur Verfügung gestellt. Aehnliche Aktionen ' haben , auch in anderen Städten schon' fctattgefuh-' den. Wien. Der- Verein blinder Musiker, . 4er auf seiner Generalversammlung be* schlössen hätte, den A^ierparagra: p K e ri" einzuführen, hat diesen Beschluß be'r' dingungslös aufgeh-oben, nachdem der Gesamtverbänd der Blindenvereine«: ener- : gisch eingeschritten war und Gegenmaß- . nahmen angedroht hatte. — Anläßlich des. 70. Geburtstages des Rabbiners Dr. Armand' K a m i n k a ist eine Festschrift mit Beiträgen*^bedeutender jüdischer Gelehrter-. aus allen Weltteilen erschienen. Eingelei-. tet wird sie mit einer Bibliographie der von dem Jubilar während der fünfzig Jahre ' seiner literarischen Tätigkeit verfaßten Werke. —; Der Wiener Röhtgenolog'e Dö<- zent- Dr. Georg Politzer ist ätt das Krankenhaus von> P a-t i a 1 a in In:di e n als Leiter der .dortigen Röntgenabteilung berufen worden. — Dr., Jakob Ehrlich, der seit vier" Jahren das;Amt des 'einzigen Vertreters der ' Wiener Jüdenheit imt Wiener Stadtrat (ausübt, wurde nach [Ablauf der Amtsperiode v.on Bürgermeister Schmitz neuerlich für die Dauer" von vier Jahren in den Städtrat '^berufen. — Die Wiener Messe A.-G.,' -die unter-' dem Ehrehschutz des, früheren; .Ministers Heini , und des. .. Wiener Vizebürgermeisters Kre s s e steht, hat ihre jüdischen Angestellten plötzlich entlassen. Interventionen bei der Messeieitung blieben erfolglos. — Der jüdische Jugendschriftsteller Siegfried Abel es ist plötzlich verschwunden. Da seine Kleidungsstücke am Donau-Ufer gefunden wurden, vermutet manr daß er Selbstmord begangen hat. Abelesr waruseit Jahren in der Fürsorgeabteilung (der.. Wiener Jüdischen Kultusgemeinde; tätig. ■ London. Bei der Nachwahl in Cheltehham 'ist der Bürgermeister dieser Stadt, Daniel L. Lipson, als Kandidat der Unabhängigen Konservativen ins Unterhaus gewählt worden. Daniel Lipson,, der Jude ist, bekleidet die Wurde des ' Bürgermeisters bereits wän- S'ehd der zweiten Amtsperiode. Paris. Auf em ' in' Paris -tagenden 15; Internationalen Penklub-Kongreß sind , die jiddischen Schriftr. - steiler durch .eine fünfgliedrige Abordnung, , die ' hebräischen^ Sicliriftsteller durch; ~4zwei Mitglieder*' vertretehi''Dem' Kongreß wurde' einF^iEnischließüngsentwurf, vorgelegt,. :j der: . i n s t i mjmi g, angßn,omjn,en w^trde*.;. ^f- Salo.nikL% i^pl^e/.de^Vep^tungeii, 4ie ein Orkan in deni 'Salöriil^ieV jüdischen Viertel f e n« k'e'J Male ^rificht'ete, sind 150 Fä* inilicbü .obdachlos geworden. Ein: Wolken? bruch.-führte!-zu Ueberschwemmungen,- die 'f zahlreiche" Baracken und Hütten unbewohnbar machten., Jerusalem. Der französische Generälkohsur in Jerusalem teilt mit,- daß die französische Regierung- 100.000 Francs, für .die ^Errichtung.- reineß Lehrstuhls;, für; franz^isch^., I^iter.atur an der Hebräischen. Universität zur \ Verfügung' gestellt hat?0 ' ' v -V. .}•"!;-:. X . . hof von Grodek bei 'Bialysifök 'wurde "in"J3ran'd\ gesteckt und''zahlreiche' -Gräber ' geschädigt!'Dfe pör;lizeiliche.-iUntersuchung;.wXtfde.>eingefcedtetiTk v r . Iin Sejm rgab, es-,am 12Q., Juni; wie^der-. eine -Debatte;üper> die. ,y,prgänge . an; 4en Hochschulen. ,^ieordhe£er; Rabbiner R u b i n s t e i ü 'rollte das P^öblem in" äljj, sieineh Teilen auf. Der Berichterstatter^ :eh'igeg-~ 'nete,! es'r.treffe :2U,;' daß '60' Proz. der::jüdischen/:Ber--.o vblkerungioin -bitterer-, Armut 7. lebe,; diese , 60 Pro^.j müßten darum, auswandern, und die Regierung wolle ihnen alle Wege zur Auswanderung ebnen. Das komme nicht aus Antisemitismus, sondern aus dem Wunsche, ein Problem zur allseitigen Zufriedenheit zu lösen. In' dem Prozeß gegen den Nationaldemokraten Doboszynski', der den Pogrom in Mysleni.ce organisiert hat, haben die Krakauer' Geschworenen die Schuldfrage verneint, Das Gericht fällte jedoch keinen Freispruch, sondern ordnete ein zweites Verfahren vor neuen Geschworenen an. Frankreich. Auswanderungs-Hilfe im Jahre 1936. P a r i s , 24. Juni. Ueber die am 20. Juni in London abgehaltene Generalversammlung der Hias-T'-'-a Emigration Association veröffentlicht die Leitung der HICEM einen Bericht, aus dem u, a. folgendes hervorgeht: Die Arbeit der HICEM erfaßte 76ÖÖ aus Osteuropa und 2400 aus Deutschland Ausgewanderte; die Gesamtzahl der von den Komitees der HICEM in den Einwanderungsländern betreuten Auswanderer beträgt etwa 16.000. ' Die Komitees,. in den Jiinwanderungsländern«; empfingen alle diejeni- _gen, *die unmittelbar aus den Auswänderungsländern kamen, unter ihnen 5500 Auswanderer, die vonden jüdischen Organisationen in Deutschland abgefertigt worden waren. Die Gesamtzahl der. Auswanderer aus Deutschland, f die unter Aufsieht der HICEM durch die ihr angeschlossenen und durch die speziell gegründeten Hilfskomitees bis zum 31. Mai 1937 weiterbefördert wurden, beträgt 16.462. Die für diese spezielle Aktion notwendigen Mittel wurden der HICEM durch die ICA, den Joint, den Central British Fund,' den Council for German Jewry und die Refugee Economic Corporation zur Verfügung gestellt. Jüdische Frontkämpfer besuchen die Schlachtfelder Ton Laon. .1 . f m ■■ ■ . Paris, 27, Juni. Am vergangenen. Sonntäg fand der jährliche Besuch; jüdischer Frontkämpfer auf den Schlachtfeldern bei Laon statt, wo Hunderte ,von jüdischen Freiwilligen im Weltkrieg gefallen sind. Die Abordnung, an der mehrere hundert Frontkämpfer teilnahmen, wurde von den jüdischen Abgeordneten Pierre Bloch - geführt. Am Kriegerdenkmal wurden Kränze niedergelegt und ein G'ttesdienst abgehalten. Anschließend wurde die Abordnung der jüdischen Frontkämpfer von., der Stadtverwaltung von Laon empfangen. England. Umzüge' im Londoner East End verboten. X, o n d o n , 22. Juni. Innenminister Sir Samuel fTo a r e teilte am 21. Juni im Unterhäuse mit, er sei vom Polizeipräsidente'h Londons informiert worden, daß die British Union of Eascists um die Erlaubnis angesucht habe, am 4. Jjuli in dem jüdischen Viertel des Londoner East End einen Demonstrationszug zu veranstalten. Der Innenminister erklärte, daß err sich veranlaßt gesehen habe, während der nächsten sechs Wochen "sämtliche Demonstrationszüge der britischen Faschisten z u .,. v e r b i e t:e n , da zu befürchten stand, daß es, wie , im Oktober 1936, zu Zusammenstößen mit politischen Gegnern kommen könnte. Bulgarien, Maßnahmen in JSulgarien gegen judenfeindliche Propagande, ,.;r, ' ' .>■:>.; .. . - Sofiar, 24. Juni. >i Die Statuten^ der von' Prof. Kalaedjijev in Sofia gegründeten ' rfeüen 'jüdenfeindlichen ■ örgänisa-' tion sind : vom'1 Innenministerium nicht 'genehmigt Wörden. Ferner, -wurde die, "Vton. einer-.änderen judengegnerischen Vereinigung . herausgegebene I^rppa- ,gandäbroschüret auf Grund einer Regierungsverordnung b e sc h lag n ah mf. ' ':: 11 ' ItalienV Eine, Erklärung, des italienischen;.Botschafters. , . i in Washington. t, , , - J- ' : :'-Wäshin;gi:on/24.- Juni. , Tri Uebereinstimmung mit der,<vo.r. .einiger. Zeit;von : Rom" aus .gemachten amtlichen Feststellung hat .nunmehr auch der italienische Botschafter in Washington, Minister'"Fulyi'c S ü'v i c h , 'angesichts der iii der ämterikanischef* Öe^ffentlichköltf zum ' Ausdruck ger brachten- Besbrgnisse erkläptir daß in der Haltung der( italienisch.en|.Regierung.,g.egejnüber.derr .jüdischen..Bevölkerung .keine ' Ä'enderüng . eihgefrete'n sei. Äejüßeriihgen in 1 der Preise. Köriöten' nicht' kls .'Anzeichen einer solchen :SinhesänderÜhg''gelten;- '• -; •i.':Anläßlich der Vorbereitungen i.zu der nächsten L^evante-Messe in Bari wird in maßgebenden