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Der Israelit · 1937-07-01 · Heft 26 (1.7.1937) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 26 (1.7.1937)
Date
1937-07-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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1. Juli-1937 Der I s r a e 1 ,i t Nr. 26 Seite 5 Wir fänden, es in .der jüngsten Nummer etwa? ' kurios", daß der Begründer der Schinkenindustrie in Tel Awiw und Jerusalem, M. C, in den nationalen Zeitungen Erez Israels wenigstens, ein' „Begräb- njs erster Klasse" erhielt und Nachrufe, in denen ihm nachgerühmt wird, daß er „seinen herrlichen Betrieb den Entwicklungen des Jisehuw angepaßt" und daß die Erben versprochen hätten, das Geschäft in gleichem Sinne weiter" zu leiten. Die inzwischen eingetroffenen. palästinensischen Zeitungen zeigen uns dieses trübe Bild auf einem Hintergrunde, der weniger auf unsere Lachmuskeln wirkt, sondern sehrbedenklich stimmen muß. Schon voriges Jahr lasen wireinen Bericht im „Doar Hajom" unter dem Titel nrn vsb T-ivw na (Was macht man mit diesem Menschen?), in dem der Berichterstatter, eine angesehene Persönlichkeit, mitteilt, daß er sich mit all den Händlern, die, nach dem Vorbilde von M. C, den Vertrieb von Schweinefleisch aufnahmen, in Verbindung setzte. Alle zeigten sie mehr oder weniger Verständnis, verspracher. auch, das unwürdige Treiben einzustellen. Einzig M. C. reagierte auf die Vorhaltung, daß die ewigen Demonstrationen vor seinem Laden und das brutale Eingreifen der Polizei zur Entweihung des g'ttlichen Namens im heiligen Lande führe, etwa wie folgt: „Möge die Polizei mit dem Gummiknüppel allen Juden Tel Awiws den Schädel einschlagen, was jfeht das mich an? Ich verdiene an dem Schinkengeschäft rund 5000 Pfund im Jahr und denke gar nicht daran, es aufzugeben." Dieser Mann starb nun Ende Siwan in verhältnismäßig jungen Jahren, und wir erfahren aus den Zeitungen folgendes: Die Chewra Kadischa erhielt vom Rabbinat den Befehl, den Verstorbenen, der sich im Leben aus der jüdischen Gemeinschaft ausgeschlossen hatte, auch im Tode von der Gemeinschaft zu trennen und ihm ein Sondergrab zuzuweisen. Auf dem Friedhof setzte ea dann noch einen turbulenten Auftritt der Verwandten und Freunden des Verstorbenen ab. Mit wilden Demonstrationen, von denen das Geschäftsleben des Mannes ein Jahrzehnt lang begleitet war, schloß auch sein Leben ab. Er hatte sich abseits gestellt; über das Grab hinaus ... Aber es gibt leider des „Abseitigen" mehr im Heiligen Lande» Die links stehende Presse, an ihrer Spitze das Arbeiterorgan „Dawar", ergehen sich nun in wüsten Beschimpfungen der Chewra Kadischa und der Kehilla in Tel Awiw, rufen sogar zur Gründung einer eigenen Bruderschaft auf. In der I r i j a schlugen die Mitglieder der Linken Lärm und gössen die ganze Schale ihres wilden Zorns über das arme Haupt des Herrn P i n k a s , der die Chewra Kadischa in der Irija vertritt. Es wäre schier zu Tätlichkeiten gekommen, wenn nicht Herr Rökeach vermittelnd eingegriffen hätte. Zur Ehre der Wahrheit sei bemerkt, daß auch in vielen freigesinnten Kreisen diese Attacke der Histadruth als Skandal empfunden wird. Verstehen kann man diese Leute wohl. Ermöglichte ihnen doch dieser famose M. C, die Arbeiterküchen streng trepha zu führen, ohne gegen das Prinzip der Awoda iwrith zu verstoßen . . - >• ' * * * 900 Austritte aus der Israelitischen Gemeinde verzeichnet die Kanzlei der P e s t e r J § r a? 1 i t i s c h e n Gemeinde für das Jahr 1936. Die Zahlen ergeben , sich aus den Berichten der Fachausschüsse für Religionsunterricht, Zeremoniat und Wirtschaftswesen. Woher kommt und wie erklärt sich diese Massenflucht aus dem Judentum, in einer Zeit, da fast überall in der Welt der Jude in sein eigenes Heim zurückverwiesen wird? ' Mit Klagen und Anklagen gegen die einen oder anderen ist es nicht getan; Wir wissen nicht, welche Mittel zur Bekämpfung der Austrittsbewegung in der Sitzung beschlossen wurden. Aber eines wissen wir: nicht mit Sitzungen und Beratungen wird man diesen Krebsschaden bekämpfen können. Hier muß eine religiöse Bewegung einsetzen, die alle Schienten der ungarischen Judenheit erfaßt und das Ein Aufruf des Rabbinischen Rates der Agudas Jisroel in Deutschland hat folgenden Wortlaut: „Mit dem nächsten Rausch Haschono beginnt das Sabbatjahr des Heiligen Landes und gebietet den Kindern des G'ttesvolkes den geweihten Boden G'tt zu Ehren ruhen zu lassen. „Im siebenten Jahre aber sei ein durch Werkeinstellung zu begehender Sabbat dem Lande, G'tt ein Sabbat: dein Feld sollst du nicht besäen und deinen Weinberg nicht beschneiden." Der Broterwerb des Landwirtes ruht das ganze Jahr. Nur felsenfestes G'ttvertrauen ermöglicht einen solchen Erwerbsverzicht. Ein Teil dieser Kolonisten ist von dieser felsenfesten Emuno durchdrungen. Mit Stolz blickt das gesetzestreue Judentum auf diese Pioniere der Thoraverwirklichung im Lande der Verheißung. Sie lehnen es ab, dem Konflikt der Interessen durch Anwendung irgend eines Auswegs zu entgehen, auch wenn er religionsgesetzlich noch duldbar ist, denn Unterlassung einer verbotenen Handlung ist nicht opferfreudige Erfüllung eines Gebotes, ist nicht offensichtliche Huldigung vor G'tt. Die ruhenden Felder werden einen wunderbare« Kiddusch Haschern bilden. Sie werden zeugen von jüdischem Opfermut und nie schwindender Glaubensfestigkeit. Mit hoffendem, aber noch bangem Herzen blickt die jüdische Gesamtheit in diesen Wochen auf' das Land der Väter. Den Besitz Erez Israels hat G'tt von der Heiligung des Sabbatjahres abhängig gemacht. Die Sabbatheiligung des Schmittojahres ist unserer aller Sache. Die Unterzeichneten fühlen sich verpflichtet, dem Beispiele zu folgen, das Rabbiner S. R. Hirsch gegeben hat, der für Erfüllung des Schmittogesetzes und Unterstützung der Feiernden eintrat. Wir bitten darum: SPENDET FÜR DEN SCHMITTO-FONDS! Die Schmittofeiernden werden zu Vertretern und Beauftragten unseres 'ganzen Volkes, wenn wir ihnen Mittel geben, feiern zu können." Der Aufruf ist für den .Rabbinischen Rat der Agudas Jisroel in Deutschland unterzeichnet von Rabbiner Dr. E. Münk, Berlin; Rabbiner Dr. A. Klein, Nürnberg und Rabbiner Kunstadt, Fulda. -Uebel , an der Wurzel faßt. Wenn auch der orthodoxe Teil der Budapester Bevölkerung mit dem geringsten oder gar keinem Prozentsatz an diesem Renegatentum beteiligt ist, so kann auch dieser nicht uninteressiert die Hände in den Schoß legen. Der religiöse Impuls auch im Kreise der Treuen muß so stark sein, daß er hinaus- und hinübergreift in alle Schichten. In den neologen Gemeinden aber, die die Sache unmittelbar und am meisten angeht, wird man nicht umhin können, diese Zahlen als Menetekel anzusehen, das zu einem ppn hsin zwingt, zu einer Revision des gesamten religiösen Lebens, die sieh dann in Schule und Synagoge, Haus und Verein bemerkbar machen muß. Dieser Aufruf findet seine stärkste Stütze in einer Kundgebung von Rabbi Chajim Oser Grodzienski in Wilna. In seinem Schreiben drückt der führende Gaon unserer Zeit zunächst seine Freude darüber aus, daß die Freunde in den Niederlassungen und Kibbuzim der Poale Agudas Jisroel in Erez Israel entschlossen seien, den Jahressabbat ganz nach Vorschrift der Thora und rückhaltlos zu halten und sich in diesem Ruhejahre dem geistigen Schaffen und dem Thorastudium hinzugeben. Für solche wahre Chaluzim, die ptfn ncmj? unef rwrnp ,*Hinn in gleichem Maße auf so hervorragende Art dienen, könne man das Wort anwenden: vm Vipn stiöe'V mi »erw na »iiaa Allen in Israel obliege die heilige Pflicht, durch materielle Hilfe diesen unseren Vertretern die Durchführung ihrer löblichen Absicht ZU erleichtern. Die Hilfe bestehe darin, daß man den schmittohaltenden jungen Leuten Arbeit an Bauplätzen und ähnliche Beschäftigung verschafft, die dem Schmittogesetz nicht unterliegt, oder daß man auf dem Wege eines Schmittof o n d s im Lande und in der Gola ihnen die Mittel bietet, das Sabbatjahr durchzuhalten. Alle Brüder in der Diaspora werden aufgefordert, nach ihren Kräften beizutragen, daß durch jene begeisterte Schar wahrer Palästinafreunde die Lehre von Schewiith in Israel der Vergessenheit entrissen wird. Es wird dabei auf eine Schrift des Woloschiner Gaon, - Rabbi Naf tali Zewi Jehuda Berlin V'ST, unter dem Titel i'Wö verwiesen, wo, neben Hervorhebung der Bedeutung des Schmittogesetzes in Erez Israel auch in unseren Tagen', mit lapidaren Worten das Gewissen der Brüder allüberall geweckt wird, den Schmittohaltenden andere Arbeit in erlaubter Weise zu verschaffen und ihnen jede Art von Hilfe angedeihen zu lassen. mehr erhältlich ist, •dann ein Torso von einer 1797 durch Wolf Heidenheim, damals in Orlenbach wohnend, geplanten Pentateuch-Ausga'be mit verschiedenen Kommentaren, wovon nur dieses Stück (nicht ganz Bereschitni)' erschienen jst. Auch die Präger Pentateuch-Auß'ga'be mit -der jüdisch-deutschen Raschi- Uebersetzunig von Dukes (1838) kommt selten vor. Entsprechend diesen Werken sind auch die verschiedenen Midrasch-Ausgaiben, deren detaillierte Schilderung an dieser Stelle nicht möglich ist. Erwähneinswert sind schließlich eine Anzahl prächtig illustrierter, alte* Megilloth, wovon woM die aus Spanien stammende, etwa 500 Jahre alte, auf Hirschhaut geschriebene, die wertvollste ist. Es erscheint wünschenswert, daß ähnliche Ausstellungen auch in anderen. Städten arrangiert werden, was gewiß zur Verbreitung der jüdischen' Literatur beitragen wurde. Wochenkalender. Vom 3 —10. Juli 1937/Vom 24. Tammus bis 2. Ab 5697 vsr> *p Samstag pVin 3 24 ja oniD Sonntag 4 25 na «nnn pa-iao Montag 5 26 n» Dienstag 6 27 in Neumond: Donnerst. Mittwoch 7 28 TO nachm. 3 Uhr 57/9Min Donnerstag 8 29 na ]Of> *11D3 UV Freitag Juli 9 att 1 OB arm »»n Samstag 10 ' 2 i »jfon tnvn >. liehen Hoff und Bibliotheksschreiber" Wolf , Herrlingen, über den David Kaufmann in der Abhandlung über hebräische Handschriften (Haigada von Serajewo S. 110) austführlich Jberiohtet. Das Buch ist 1740 für Lea Brody in Regemshurg .gesch-rieben, und -stellt eine Zierde für jedes M-üäertun daJf. Au$ der gleichen Zeit stammt ein in Rascbischrift in Italien auf Papier geschriebenes Chumeseh, (Nicht alltäglich ist auch die Rolle mit Haiftaroth vom ganzen Jahr, 1710 auf Pergament in vokalisierter Schrift geschrieben und von vier frommen-Frauen: Hanna bas> Jakob Stadhagen, Eva bas> Rabbi Ury Phobus Haliberstadt, und den Gattinnen von '•■Jehuda Minden und Jonathan Levi, gespendet. Ehemals gehörte 'diese Haftaroth-Rolle der Gemeinde Emden. Die ältesten Druckwerke sind zwei Soncino-Inkumabeln (Erst* Propheten und Midrasch zu dem Megilloth). Reicher vertiefen ist das 16. Jahrhundert, durch hebräische Bibeln •n Antwerpen, Basel, Leiden, Venedig, Frankfurt (Oder) gedruckt. Davon sind einige wie die Basler Ausgabe (von Sebastian Münster) und die Antwerpe- £er (von Pagninus) mit lateinischer Uebersetzung. Eine. Seltenheit ■ist die. hebräische Bibel (Amsterdam 1661), Sür deren Draickleguog der Drucker Joseph Atthias 'eine goldene Medaille am (goldener Kette verliehen bekam. Besonderes Interesse erwecken^ die jüdisch-spanischen Bücher dieser Sammlung wie der ^entateuch nebst Haftaroth, herausgegeben von David Tartaz, Amsterdam 1691, die sogenannte Mär- 'yrerbibel, hebräisch mit spanischer Uebersetzung, Amsterdam i762, in zwei schönen grünen Lederhänden gebunden, und 'die Thillim-Ausgabe (hebrä-sch Ettit spanisch) von Jacob Jehuda Leon Heb-reo Amsterdam 167L Dieses Werk -enthält einen - umfangreiohea spanischen Kommentar und war im ersten ak?hund©rt der ijüdi5«h-partu!gisfiisvh«n G«jns;a4? Amsterdam ein sehr beliebtes Hausbuch. Natürlich fehlen auch die alten jüdisch-deutschen Drucke nicht, wie z. ß. das erste Tenach, herausgegeben von Jechiel Blitz Amsterdam 1675 in Folio, und eine größere Anzahl von Zeena-Ureenah-Ausgaben, meist mit Holzschnitten verziert. Seltenheiten davon sind; Amsterdam 1749,; Sulzbach 1719 und Basel 1822. Literarische Leckeribissen stellen ein Tenach und ein Chumeseh dar, -die in Italien 'zur Eidesleistung der Juden Benützung fanden. Der Schwörende hatte ©eine Hand auf ijene Seite zu legen, auf der die Assereth hadibroth (10 Gebote) «bgedruckt s'tad. Sowohl die Titelblätter dieser Werke, als auch die genannte Seite enthalten Bestätigungen der Justizbehörden und auch der. Rabbiner, daß das Buch zu genanntem Zweck gehöre. Davon ist insbesondere das Tenach gedruckt, Ldvorno 1834, mit besonders breitem Rand und sehr schönem Lederiband, ein Prachtstück. Obgleich erst 100 Jahre alt, ist diese Tenaoh- Ausgabe von allergrößter Seltenheit. Ins Auge fällt der Amsterdamer Pentateuch 1692, der einen kostbaren, reich ziselierten Silber-Einband mit silbernen Schließen trägt, auch der gepunzte G ddschnitt dieses Buches äst nicht alltäglich. Viele Bibeln und Bibel-Teile sind übersetzt und 'die meist vorkommenden .Sprachen dieser Uebersetizungen send: Holländisch, Deutsch, (Englisch, Spanisch, Italienisch, Lateinisch, Griechisch, Russisch und Spanioliscn. Von den Werken mit: Kommentaren «and mehrere mit hervorragend schönen Einbänden vertreten. Ganz seltene Kommentare sind die von Calvin zu Thillim, Genf 1567, jener des Hector de Pinto-Lusitana zu Ezechiel, Antwerpen 1570, und der von Buggenibagen zu Thillim - (Nürnberg- 1565). Eine Rarität ist das Chumeseh mit Kommentar, von S. D. Luzsatd P-adfUSV —7^, das auch in. Italien . nirgends DAS SABBATJAHR NAHT!

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