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Der Israelit · 1937-06-17 · Heft 24 (17.6.1937) · page 8

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 24 (17.6.1937)
Date
1937-06-17
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
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Seite 8 Nr. 24 Der Israelit 17. Juni 1937 Z ISRAEL Religiöses Jugenddorf in Palästina, Jerusalem, 11. Juni. Am 10. Juni fand die Grundsteinlegung für das religiöse Jugenddorf „Kfar Noar Dati" bei Kfar Chassidim in der iNähe von Haifa, statt. Von der A r b e i t s g e m e i ns c h a f t für Kind e r - und Jugendali.ja in Zusammenarbeit mit dem „Arbeitsausschuß für religiöse Jugendalija" konnten dafür die erforderlichen Geldmittel zur Verfügung gestellt werden, auch die amerikanische Frauenorganisation Hadassa beteiligte sich an den Kosten. Das neue Jugenddorf wird zunächst 60 Jungen und Mädchen aufnehmen können. Man wird die Anlage jedoch so (gestalten, daß sie in absehbarer Zeit für die Unterbringung weiterer 20 Jugendlicher ausgebaut werden kann. Die Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendalija war bei der Grundsteinlegung durch Miß Henrietta S z o 1 d vertreten. Allerlei aus Erez Israel. Jerusalem, 15. Juni. Nach einer Meldung der hebräischen Tageszeitung ,,Dawar" trifft die Palästina-iRegierung Vorbereitungen für die Herausgabe des Berichtes der Königl. Kdmmission in hebräischer und arabischer Sprache. Die Uebersetzungen werden unmittelbar nach Eintreffen des englischen Originals in Jerusalem hergestellt werden. «■ ■• . Unter den 47 Gefangenen, die der High Commissioner aus Anlaß des Geburtstages König, Georgs amnestiert hat, befinden sich acht Juden. Der Chefredakteur des in Jaffa erscheinenden Organ® der Arabischen Unabhängigkeitspartei Palästinas, Chalil Jussuf, wurde wegen proitalienischer Propaganda aus Palästina ausgewiesen.' Mehrere jüdische Kolonien im Schomron erhielten am letzten Sonntag den Besuch des High Commissioners und konnten ihm alle ihre Wünsche und Beschwerden mit Rücksicht auf die schwierige Lage der Landwirtschaft in dieser Gegend vorbringen. Arabische Zeitungen berichten, die Palästinaregierung habe Transjordanien den Rat erteilt, eine Freihandelszone für Trans Jordanien nach dem Muster vom Irak im Hafen von Jaffa zu schaffen. Man hofft, damit den darniederlieigenden Verkehr in Jaffa heben zu können. Mit Rücksicht auf die schwierige Lage auf dem jüdischen Arbeitsmarkt wurde auf einer Vollversammlung des Arbeiterrates in Tel Awiw die Forderung nach größeren öffentlichen Arbeiten in Tel Awiw erhoben. Eine Reihe von Projekten wartet der Durchführung. Die Stadtverwaltung hat sich zu 'diesen Forderungen noch nicht geäußert. Zwei jüdische Siedlungen dm Emek haben die Regierung auf 600 Pfund Schadenersatz verklagt. Die Ernte in diesen Siedlungen wurde nämlich während der Unruhen durch Brand vollkommen vernichtet, und man führt den Brand auf eine Lässigkeit der Regierungsstellen zurück. Das neue palästinensische G r e n z k o.'r p s wird demnächst «.einen Dienst aufnehmen. An der Nordgrenze werden 20 Wachen errichtet. Das Korps zählt 200 Polizisten, die unter dem Kommando eines höheren britischen Offiziers stehen. Nach Zeitungsberichten hat eine indisch-moli a m m e d ä n i s c h e Abordnung, die auf dem Wege nach Palästina war, infolge von Meinungsverschiedenheiten in ihren Reihen ihren Plan aufgegeben. Die Delegation begab sich dann direkt nach London, um, wie ihr Führer sich' dem Vertreter einer arabischen Zeitung gegenüber äußerte, dort mit allen Mitteln die arabischen Ansprüche in Palästina zu unterstützen. Unruhen und kleine Plänkeleien. J er usa l ern ,15. Juni. Auf den Gefieralinspektor der Polizei und der Gefängnisse in Palästina, Roy G. Spicer, wurde von drei Arabern ein R e v o lv e r at t ent a t verübt. Die Schüsse trafen den Chauffeur und verletzten ihn, 'schwer. Die Attentäter konnten entkommen. Ein Schuß fiel auch am letzten Samstag an der W e s t m a u e r , der zum Glück sein Ziel, betende Juden, verfehlte- Bei Hebron wurde eine Polizeipatrouille beschossen, wobei ein arabischer Sergeant schwer verletzt wurde. Hier konnten, einige Angreifer verhaftet werden. An verschiedenen Stellen wurden Araber von Arabern bes.ehoss.en, im Dorfe K a - kun ein Araber vor seinem Haus« ermordet. Es handelt sich in all diesen Fällen um Araber, die sich irgendwo gegen den Terror wandten. So wurden auch in Haifa Schüsse gegen einen Araber abgegeben, der im bekannten J ac obi-Mordprozeß in Nahalal gegen die Mörder ausgeagt hatte.^Die Kugel traf aber einen anderen Araber ins -Herz und tötete ihn auf der Stelle. In dem DrusendSrf S h a fr an bei Nazareth wurden mehrere Häuser in Brand gesteckt und zwei Drusen getötet. All diese Terrorakt© lassen ein System vermissen und sind mehr als kriminelle Fälle zu werten. Der Autobus-Betrieb von Tel Awiw. T e l Awiw, .7. Juni. Die Tel Awiwer Autobusgesellschaft, die „Hamaavir Cooperative Society City Bus Service Tel Awiw- Jaffa Ltd," macht u. a.- folgende Mitteilungen über das letzte Betriebsjahr: Es stehen zurzeit 15 Linien im Betrieb, die von 344 Mitgliedern der Kooperativgesellschaft und sonstigen Arbeitern bedient werden. Die Jahreseinnahmen sind von 1935 bis 1936 um 1,7 Proz., von 144.563 auf 147.015 iPfund, gestiegen. Im letzten Jahr wurden vier neue Linden eröffnet; eine Linie konnte während der Unruhen nicht betrieben werden, waseinen schweren Schaden bedeutet hat, da gerade diese Linie die einträglichste war und 13 Proz. des« früheren Gesamteinkommens erbrachte- Nach' den Unruhen ist der Ertrag der Linie um 75 Proz. gegenüber dem Ertrag des vorangegangenen Jahres gefallen. Andererseits ist infolge der Arbeit im neuen Hafen von Tel Awiw der Ertrag der Linie 4 •gestiegen. In der „Palestine Gazette" wird bekannt gegeben, daß in der -letzten Woche 15 neue Kooperativgesellschaften, davon 8 arabische, eingetragen worden sind. Unter .den 7 jüdischen Kooperativgesellschaften gibt es landwirtschaftliche Absatzgenossenschaften in Rischon le Zion, Raanana und Herzlia, landwirtchaftliche Kibbuzim in Kfar Chassidim und eine Baukooperative in Tel Mond. E R E Grundsteinlegung zum Bau der Beth Jakob- Schule in Jerusalem, Schon einigemal wurde von dieser Stelle aus über den geplanten Bau eines Schulgebäudes für Beth Jakob in Jerusalem gesprochen, dessen Verwirklichung verschiedene Hindernisse im Weg standen. Nun konnten diese beseitigt und an die Realisierung des Planes geschritten werden. Diese Woche langte bei-'der Zentrale der Agudas Jisroel in Bratislava ein Telegrämm aus Jerusalem folgenden Wortlauts ein: . miJK apy* n'a pai> nranptt mpnb aio VinaoanKo-onan nV'npnnran Dazu erfahren wir: Dieses Schulgebäude wird auf dem Boden in Jerusalem errichtet werden, der von der slovakischen Jugendorganisation der Agudas Jisroel aus dem Erlös der mehrjährigen „Kofer Nefesch"- Sammlungen erworben wurde. Die Grundsteinlegung, die feierlichst vor sich ging, fand am Montag, den 21. Siwan, 4 Uhr nachm., unter großer Beteiligung vor sich. Den feierlichen Akt vollzog Herr Oberrabbiner Duschinsky, der künftige Oberkurator der Schule, der auch die Festrede hielt. Diese erfreuliche Tatsache verdient besonders hervorgehoben zu werden, zumal hier eine langjährige Arbeit der hierländischen Aguda zur realen Wirklichkeit wird, die bestimmt ist, die Heiligkeit Erez Jisroels zu schützen und zu verbreiten, was ja eigentlich Vorbedingung einer jeden Arbeit in Ereiz Jisroel ist. Großzügige Pläne der PICA in Palästina. — Besuch des neuen Generaldirektors. Jerusalem, 7. Juni. Die Pal&stiile . Jewish Colonisation Association (Pica) beabsichtigt einen großzügigen Ausbau ihrer Tätigkeit. Im Zusammenhang damit ist der vor kurzem neu ernannte Generaldirektor der Gesellschaft, Gottlieb, zu einem kurzen Besuch in Palästina eingetroffen. Die von Baron Edmond de Rothschild gegründete Pica war die erste Gesellschaft, die in Palästina Boden zur Ansiedlung von Juden erworben hat. Heute umfaßt ihr Bodenbesitz in Obergaliläa allein 60,000 Dunam, fast den ganzen in jüdischen Händen befindlichen Boden dieses Landesteiles. Auch' jetzt noch nimmt die Pica weitere Bodenkäufe vor und sucht durch Zusammenlegungen ihren Bodenbesitz abzurunden. Besondere Aufmerksamkeit widmet 'die Gesellschaft zurzeit der Bewässerung ihrer Terrains. Tn den letzten Jahren wurden in ihrem Auftrag 10.000 m neue Brunnenbohrungen vorgenommen, was einen Kostenaufwand von 300.000 Pfund erforderte. Dadurch ist es gelungen, 12.000 Dunam des Bodenbesitzes der Pica zu bewässern. Eine zweite wichtige Aufgabe erblickt sie darin, ihre Siedlungen von extensiver Mono-Kultur auf gemischte Wirtschaft umzustellen, um auf -diese Weise Platz für neue Siedler zu schaffen. Zu diesem Zweck hat die Pica einen Konsolidierungsplan ausgearbeitet, durch den es den drei Kwuzot, Kfar Gileadi, Ajelet Haschachar und Gescher Delnamia, ermöglicht werden soll, wirtschatlich unabhängig zu werden. Die Durchführung dieser Konsolidierungsaktion ist auf vier Jahre berechnet und wird etwa 50.000 Pfund erfordern. Femer veranlaßt die Pica .jetzt eine Erweiterung de® Tabak- . baus in Rosch Pina, wobei zur Bedingung gemacht wird, daß in den Pflanzungen nur Juden beschäftigt, werden. Die Entwässerungsarbeiten der Pica in dem Kabara-Sumpfgebiet stehen vor dem Abschluß. Nach den mit einem Kostenaufwand von 150.000 Pfund durchgeführten Entwässerungsarbeiten werden mindestens 100 jüdische Familien auf dem ehemaligen Sumpfgelände angesiedelt werden können. Gegenwärtig wird ein© Untersuchung über die Kulturen durchgeführt, die für das neugewonnene Gelände in Betracht kommen. Bei ihren Intensivierungsplänen muß die Pica vielfach gegen den Widerstand der alten Kolonisten ankämpfen, besonders derjenigen, die Boden an Araber verpachtet haben, Es waren sogar Prozesse notwendig, um diesen Boden für jüdische Neubesiedlung frei zu bekommen. Aber auch von der Palästinaregierung werden der Gesellschaft Schwierigkeiten bereitet; sowohl bei der Ablösung der arabischen Pächter und ibei neuen Bodenkänfen, als auch bei der Erledigung rein juristischer Formalitäten: so ist' der Gesellschaft bis heute noch, nicht ein offizieller Kontrakt für die 'Kabara-Konzession erteilt worden. ■Man hofft, daß der Besuch des Generaldirektors Gottlieb dazu beitragen wird, diese dringenden Probleme der Pica-Arbeit in Palästina einer schnelleren Lösung zuzuführen. Vermischtes. Berlin, 14. Juni. Die Agudas Jisroel, Ortsgruppe Berlin, veranstaltet am Sonntag, den 20. Juni, 20.15 Uhr, in . der Synagoge Lessingstrs 19, eine Religiöse Gedenkfeier für Dr. Nathan Birnb au m s. A, Es sprechen u. a.: Rabbiner Dr, H. A. Cohn' und Dr. Maximilian Land a u. Berlin, 9, Juni. Die Presse-Abteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Im. nächsten ReichSYersorlgun1gsblatt wird ein Erlaß veröffentlicht werden, der Zulassung von Bevollmächtigten und Beiständen im Verfahren vor den Versorgungsbehörden betrifft. Aufgrund des § 48 Abs. 2 des Gesetzes über das Verfahren in Versorgungssachen in der Fassung der Bekanntmachung vom 2. November 1934 werden Mitglieder der StaatsMonistisehen Organisation.. E. V. als Bevollmächtigte und Beistände jüdischer Antragsteller be,i den Versorgungsbehörden zugelassen, wenn sie von dieser Organisation mit der Uebernahme von Vertretungen jüdischer Antragsteller allgemein beauftragt sind. § 48 Abs-, 3 de@ Gesetzes über das Verfahren in Versorgu-ngssachen findet entsprechende Anwendung. Berlin, 8. Juni. Als kleines-, aber symptomatisches Zeichen des reichen geistig jüdischen Lebens innerhalb der „Adaß" in Berlin, 'die noch heute die einzige Stätte in der großen Stadt ist, in der so etwas wie ein Thoramilieu existiert, sei von dem Sijüffl auf fliaiM 'S» dä def Artillerieätr. -berichtet. Vorstand und Rabbinat wie die Teilnehmer 'dieses versammelten sich am hau n»>um diese <nxa nn»8? zu begehen. Auf Wunsch des Vortragenden beendete Herr Rabb. Dr. Münk die naoa. Daran schloß sich ein halachiecher Vortrag des Vortragenden, Rabb. Dr. Klein und eine tief gehende Deutung der letzten Stellen in mswa. die von der Liebe unserer alten Lehrer zum Boden von bx"W> p« zeugen. Herr Rabb. Dr. M u n k, der Jahrzehnte ' (hindurch diesen iW'P lernte, gab seiner Freude Ausdrück, daß auch dieser yyv neben den er'virv im Sdegmundshof, die Vub ihm und Dr, Klein geleitet werden," blüht und deiht, und sprach auch von den letzten Stellen in niawa im Anschluß an die mio» tun nachzuweisen, daß es weder im Körperlichen noch im Geistigen außer n<opn eine Einheit gebe. M. S.

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