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Der Israelit · 1937-06-17 · Heft 24 (17.6.1937) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 24 (17.6.1937)
Date
1937-06-17
Page
– (sequence 2)
Language
German
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/ Seite 2 Nr. 24 D I s r a. e Ii t 17. Juni 1937 Die von der Jewish Agency abgelehnten Zertifikate bereits verteilt. Jerusalem, 14. Juni. Wie die ITA. von zuverlässiger, Seite erfährt, hat die Palästina-Regierung die Verteilung der 220 von der Exekutive der Jewish Agency abgelehnten Zertifikate aus der letzten Schedule bereits selbst vorgenommen. Außerdem sind "an die Palästina-Regierung etwa 190 Gesuche um Zertifikate gerichtet worden. Palästina-Tagung der Mandatskommission am 30- Juli. Genf, 15. Juni. Die Ständige Mandatskommission des Völkerbundes hat ihre ordentliche Tagung geschlossen. Es wurde bekanntgegeben, daß die außerordentliche Tagung der Mandatskommission, die ausschließlich P a last in a frage n'gewidmet sein soll, am 30. Juli eröffnet wird. Autorität der Reichsvertretung soll verstärkt werden. Ratssitzung vom 15. Juni spricht der Leitung das Berlin, 16. Juni. Die Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: r Rat und Präsidiälausschuß der Reichsvertretung der Juden in Deutschland sind am 15. Juni d. J. zu einer Sitzung zusammengetreten. Der Verlauf ergab, daß der Reichsvertretung und ihren führenden Persönlichkeiten in folgender Resolution das Vertrauen ausgesprochen wird: „Der Rat der Reichs Vertretung spricht Herrn Dr. Baeck und dem Präsidialausschuß, an seiner Spitze Herrn Dr. Otto Hirsch und seinen Mitarbeitern, das uneingeschränkte Vertrauen aus Vertrauen aus. und wünscht, daß die Reichsvertretung die von ihr übernommene Arbeit weiterführt." Zur Bereinigung einiger Streitpunkte zwischen der Berliner Gemeindeverwaltung und der Reichsvertretung wurde* eine Kommission eingesetzt, mit dem Auftrag, in kurzer Zeit dem Plenum des Rats Vorschläge zu machen. Nach dem Verlauf der Tagung besteht die Hoffnung, daß die Kommissionsberätung eine weitere Stärkung der Autorität der Reichsvertretung im Sinne der im Rat nachdrücklich vorgebrachten Wünsche bringen wird. (Siehe Wochenrundschau.) Staatenlose sollen in den Auswanderer-Schutz einbezogen werden. Brüssel, 15. Juni. In Brüssel tagte unter dem Vorsitz des Präsidenten des belgischen Hilfskomitees, Gottschalk,, das V e r b i n d u n g s k o m i t e e des Völkerbundsoberkommissariats für Auswandererfürsorge. Vertreter von 28 jüdischen und nichtjüdischen Hilfsorganisationen na/hmen an den Beratungen teil.. .. > . Der Konferenz lag ein Bericht des Oberkommissars Sir Neill Malcolm vor, in dem festgestellt wird,, daß einzelne Regierungen 'die Neigung zeigen, Auswanderer deutscher Staatsangehörigkeit gegenüber solchen staatenlosen Auswanderern zu. bevorzugen, die früher die deutsche' Staatsangehörigkeit nicht besessen haben. Das Verbindungskomitee ihat einstimmig eine Resolution gefaßt, in der der High Commissioner aufgefordert wird, Maßnahmen zu treffen, daß auch Staatenlose in den durch die geplante Konvention über den rechtlich«n und. sozialen Status der . Ausgewanderten g e regelten Schutz einbezogen wer den, Es wurde ferner eine Unterkommission eingestzt, die die Vorschläge des Konventiönsentwurfes prüfen soll, der Ende März von dem High Commissioner den verschiedenen Regierungen übersandt worden ist. Unter den Mitgliedern dieser Unterkommission befinden sich auch Vertreter des Council for German Jewry lind der Hicam. ' Ein neues Todesurteil in Warschau. Warschau, 17. Juni. In Brest-Litowsk wurde am 15. Juni der 18jährige jüdische 'Metzgergeselle Wolf Szczerbowski nach kurzer Verhandlung zum Tode verurteilt. Szczerbowski hat bekanntlich einen Polizisten, der-seinen Vater wegen angeblichen Vergehens ge£en das "Schlachtungsgesetz verhaften grollte, nach einem Wortwechsel erstochen und damit, — wie im Falle Chatzkelewicz in Monsk-Mazowieck, — den An.Iaß zu dem(. blutigen Pogromin ßrest- Litowsk gegeben. . . : <, : \ Bei dem Verhör wurden sechs : Zeugen über den Streit zwischen dem Angeklagten und dem getöteten Polizisten vernommen. Die Bemühungen der Anwälte der Privatkläger, aus den Zeugen herauszubekommen, daß der Mord vorbereite^, war, scheiteren, Au^eine Frage des Anwaltes Kowalski, erklärte; der Angeklagte, er habe nie in seinem Leben Talmud gelernt und sei auch nicht in der Lage, ihn zu lesen. Er habe allgemeine Volksschulbildung genossen und nie eine jüdische Schule besucht. Er bekennt sich schuldig, habe aber die Tat in Erregung, fast ohne Besinnung, infolge des Streites begangen. -Es wird im Laufe der Verhandung weiter bekannt, daß der Vater, Isaak Szczerbowski, in freundschaftlichen Beziehungen zu dem ermordeten Polizisten gestanden hatte. Im jüdischen Kreise wurde der Fleischer Szczerbowski gemieden, weil er im Verdachte stand, jüdische. Metzger wegen illegalen Schächtens bei der Polizei idenuiLziert zu haben. Höhere Pölizeibeamte sagten aus, daß die Familie Szczerbowski in Unter-; 1'W/el.tskreisen; bekannt sei und Beziehungen zu 1 Zuhältern unterhalte. . Szczerbowski Vater hat ■seit dem Vorfall Brest-Litowsk mit unbekanntem Ziele verlassen. ' <<•■■- Die Rede des Staatsanwalt es zeichnete sich durch Ruhe und Mäßigung aus. Er habe seine Anklage lediglich auf die persönlichen Eigenschaften.» > des > - Angeklagten, sagte - <ex, . Jucht, aber auf ein;:^ertur^eil über Judjen und Judentum . aufgebaut. Die Verkündung des Todesurteils wurde vom Publikum in Rulie aufgenommen.,. :\ Polen verlangt in Genf EinwanderungsmögHchkeiten in Südafrika- Gen f, 14. Juni. Bei den Beratungen des Internationalen Ar^- beitsamtes brachte der polnische Delegierte Komarnicki anS . Sonnabend abermals die Forderun-; gen Polens nach /stärkeren' Edn^anderungsmög- : lichkeiten in überseeischen Ländern; insbesöndesre in Südamerika, vjor. Minister ' Komarnicki , -' ' < ' ■ . j f'' „' legte die bevölkerungspolitischen Verhältnisse I Polens dar und unterstrich die große Bedeutung, die die polnische Regierung den Einwanderungsmöglichkeiten in Länder mit unerschlossenen Kolonisationsgebieten beimißt. Polen sei ein übervölkertes Land mit starker natürlicher Bevölkerungszunahme. Die polnische Regierung sei der Ansicht, daß die Auswanderung der überschüssigen Landbevölkerung wichtiger sei als die von Industriearbeitern. Das Auswanderangsproblem, so schloß er, sei mit finanziellen Fragen eng verknüpft; die Mittel zur Lösung des Problems müßten von internationalen Organisationen zur Verfügung gestellt werden, Der Vertreter von Chile, Senor Canas Flores, erklärte, seine Regierung sei im Hinblick auf den Rückgang der Arbeitslosigkeit in Chile bereit, bei dem Studium von Ansiedlungsmöglichkeiten in Chile mit dem Internationalen Arbeitsamt zu verhandeln. Die holländische Königs-Familie im Amsterdamer «Jüdenviertel, Huldigung der Schuljugend. Amsterdam ,\ 1,3. Juni. Die kgl. Familie;hat in dieser Woche der Hauptstadt Amsterdam einen offiziellen Besuch abgestattet und dabei auch ,die mit Fahnen und Blumen reich geschmückten jüdischen.- Viertel besichtigt, Auf dem Meyerplein, dem berühmten alten Platz im Amsterdamer Judenviertel, fand am Sonntag eine Huldigung von 1200 jüdischen Schulkindern für die kgl. Familie statt. Prinz Bernhard, der Gemahl der Kronprinzessin Juliane, hat die berühmte Diamantenfabrik Asscher besucht. Er. wurde von dein Leiter der Fabriki dem Vorsitzenden der aschkenasischen Jüdischen Gemeinde „von Amsterdam, A. Asscher, durch den Betrieb geleitet. '" Neuer Vorstoß in Sachen der Kalenderreform. ■ ■ . ' Amsterdam, 16. Juni, In der am letzten Sonntag ' stättgefühdenen Sitzung der Vertretung der jüdischen Gemeinden der Niederlande wurde der neueste Antrag der Regierung von C h i 1 e, den diese an den Völker» Bund gerichtet, hat, eingehend besprochen. Herr Rechtsanwalt J. E. Hdllesum, eine der führenden Persönlichkeiten der Orthodoxie 'des Landes* richtete die Aufmerksamkeit dieses hohen: Gremiums auf die Gefahr, die durch eine hoffentlich abzuwendende ■ iKälenderr ef orm dem Judentum droht. Der Antrag bezweckt eine Aenderuhg des bestehenden Kalenders dergestalt, daß in einem gewöhnlichen Jahr ein Blancotag bleibt, während im Schaltjahr zwei solcher. Tage geschaffen werden. — Man will nichts -unterlassen von Seiten der Vertretung der jüdischen Gemeinden-der Niederlande, um gegefr "dieses Vorhaben aufzu-1' ■ . ' :;(;.., .^fn0 uü;. — : f;;t>::.r. , treten. iii. n>m >d:d in MARIEN BAD 11.-16. Ellul 5697/18.-23. August 1937 An Agudisten^wie Nichtagudisten ergeht, der, Ruf, ■■ 'durch Erwerb des J^D ' : . ' der Thörä. Gehör zu verschaff eil . tpa. Gewirr der jüiiisch-lpolitiscrien Anschauungen "Vj/er sich zur Thö r:a, als dem Lebensquell des jüdischen.'Volkes;1' 'bekennt, wird nicht müßig sieHeni., wenn .es.'gilfy" e%n m a'^yo r all e r Wefltt die!:Forderungen;der-Thoratreuen zu erheben. "; :. ::(....■■:.;!!;;■! W.

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