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Der Israelit · 1937-06-17 · Heft 24 (17.6.1937) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 24 (17.6.1937)
Date
1937-06-17
Page
– (sequence 1)
Language
German
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f^m^^^^^w^?^ khhh SS^^^^SSäS8PSS^^SISe^^^8^^^^^SS^^^^^^^ Ein Centralorgan ffir das orthodoxe Judentum / Begründet von Dr. Lehmann in Main« Frankfurt a. M. 17. Juni 1937 8. TammuS 5697 Nummer 24 In Erwartung des Berichtes der Kgl. Kommission Die dritte Juniwoche, für die die Veröffentlichung des Kömmissionsberichtes angekündigt wurde, hat begonnen, und damit mehren sich, die Kombinationen, Gerüchte und Dementis um den Inhalt des Berichtes und den Teilungsplan in einer Weise, die verwirrend wirkt, Ein in J erus a 1 e m verbreitetes Gerücht, wonach die Teilung Palästinas bereits b e - s c h l o s s e n e S a c h e sei, wird von der Londoner Exekutive der Jewish Agency mit Entschiedenheit dementiert Im Wiener „Morgen" ist in großer Aufmachung . ein Gespräch des Genfer Korrespondenten des -Blattes mit dem Vorsitzenden der «* Mandatskommission im Völkerbund, Prof. R a pp a r d , veröffentlicht. Nach diesem Bericht soll Prof. Rappard die bisher der Öffentlichkeit bekanntgewordenen Teilungspläne als r i c h t i g bezeichnet haben. England werde am 31. Jidi dem Völkerbund das Projekt der Zweiteilung Palästinas unterbreiten. Ein auf drei Jahre be^ rechneten U e b<e r g a n gs man da t solle zur definitiven Landestrennung überführen. Die Aufteilung sei folgendermaßen gedacht: Die Araber erhalten den jetzigen Verhältnissen entsprechend den G e b i r g s t e i 1, die Juden die Ebenen Palästinas. Weiter bekommen die Araber das auch heute von Emir Abdulla , beherrschte Trans j or d a n i e n zur Gänze, sonst aber nicht ganz. ein Drittel Palästinas^ Mehr als Zweidrittel des Landes^ fällt den - Juden zu. Die drei Städte Jerusalem, ' 'Bethlehem und Nazareth werden zu Mandaten Englands erklärt. Die militärische Besetzung Englands (wird jederzeit auf Wunsch der jüdischen Regierung nach Ausbildung der Wehrmacht aufgehoben. In den Staatsvertrag des>.ersten jüdischen,. Staates werden ( alle jene Garantien aufgenommen, die in dem! Palästinamaridat ''e^t^ie^|i^ar^n,' Die beiden- Staaten anerkennen das;'R^cni'\ii:e^iW:torischen Vorrechtes des' jüdischen Volkes: auf Palästina, . wie auch den Wortlaut ■'der! ■ ''ßalfo^-D^yar^ipn.' Der jüdische V Staat wird : j^epüblM', der arabische Monarchie. ' ■; ' Indes weißdie ITÄ. zu berichten, daß führende Persönlichkeiten in Wien diese Meldungen des .JWorigßn" mit ig r ö ß terReserv e •aufnehmen. Es scheint, daß hier bloße Vermutungen als fertige Tatsachen genommen Werden, Nach einer Meldung des Prager * „Mittag" habe Prof. Rappard 'erklärt, daß die Frage der Teilung Palästinas und' der Gründung eines un- ^bhdngigen jüdischen Staates der einzige ^ögrammpunkt der nächsten Sitzung der M a n d a t s k q mmissi on des Völkerbundes, dle am 3 1. Juli stattfindet;- sein wird. Die „New York Ti mi e s" läßt sich aus Jerusalem berichten, daß Emir Abdullä' nach seiner Rückkehr 'aus London, wo er Besprechua- £en mit dem Kplonienminister Ormsby-Gore abgalten hat, erklärt habe, daß der Plan der Teilung Palästinas riunmehr infolge der heftigen Gegnerschaft von arabischer und jüdischer Seite aufgegeben w o r d e n s e i. Dagegen bezeichnet der Jerusalemer Korrespondent des „Daily Herald" den Beschluß, Palästina zuteilen, als so gut wie sicher. Bis zu der tatsächlichen Teilung in einen jüdischen und einen arabischen Staat würden fünf Jahre vergehen. Die Palästina-Regierung habe, obwohl dies amtlich, in Abrede gestellt wird, London bereits mitgeteilt, daß sie unter verwaltungstechnischen Gesichtspunkten eine Teilung der K a n t o n i s i e r u n g vorziehe. Während der fünf Jahre soll Arabern und Juden die letzte Gelegenheit geboten werden, zu einer anderen Lösung zu gelangen oder einen Bevölkerungs¬ und Besitzaustausch zwischen den beiden Staaten vorzunehmen. In Anbetracht dieser sich widersprechenden und verwirrenden Berichte und Gerüchte ist die Darstellung im nachfolgenden Artikel von erhöhtem Interesse. Aus dem Inhalt: Auswandererschutz für Staatenlose . Seite 2 Tagung der Reichsvertretung . . . . Seite 2 Ein neues Todesurteil in Warschau . Seite 2 Die königliche Familie im Judenviertel zu Amsterdam ......Seite 2 Neuer Vorstoß in Sachen der Kalenderreform Seite 2 Wochciarundschau (Krisis in der Reichs. Vertretung, Reförmgemerade in Amsterdam) Seite 3 Renegaten des Geistes. Von Oberrabbiner Dr. Carlebach Seite 4 In fremder Redeweise. Von Rabbiner Dr. B. Cohen . . . Seite 4 Dr. Josei Wohlgemuth zum 70. Geburtstag Seite 5 Brief aus Polen ........Seite 6 Londoner Brief . . . . . . . Seite 6 Erez Israel . . . ......Seite 8 Literarische Warte. Die Unmöglichkeit Woche für Woche verstreicht, ohne daß der lange erwartete Bericht der Royal Commi ss i o n das Licht der Welt-Oeffentlichkeit erblickt, und es ist anzunehmen, daß die auf Ende Juli zusammenberufene Mandatkpmmission des Völkerbundes ihre Palästina-Sondertagung wohl noch weiter hinausschieben muß, wenn sie nicht nur; über die Meinungen der Royal Commission, sondern über die politische Entscheidung der britischen; Regierung zu Gericht sitzen will. « Vielleicht hat 'diese Verzögerung ihr Gutes. Sie gibtjedenfalls ^Gelegenheit, die Konsequenz zen, die eiale Teilung Erez Israels1 in zwei selbständige Staaten nach'sich ziehen würde, y^ifr lieh durchzudenken, ohne, sich durch die anscheinende L o g i k der Zerschneidung des Kindes, das keiner der beiden streitenden Teile besitzen will, blenden zu lassen. Formalistische Logik ist 'die schlechteste Beraterin in politischen Dingen, und gerade die englische Politik hat sich seit Jahrhunderten durch den sicheren Instinkt für die unlogischsten politischen Realitäten ausgezeichnet. Um so unwahrscheinlicher erscheint es, daß diejenigen Instanzen, die in letzter Linie zu entscheiden haben, die Regierung und die durch das Parlament repräsentierte öffentliche Meinung Großbritanniens, sich durch die anscheinend völlig doktrinäre Haltung der Royal Gammission zum Palästina-Problem bestimmend beeinflussen lassen werden. Auf dem Papier macht sich der Plan ganz gut, den Knoten, den man nicht lösen kann, zu I zerhauen, „jedem ^das Seine'' zu geben, den Ju- I den ihr autonomes national home, den Arabern j ihr palästinensisch-transjordanisches Königreich, die britische Verantwortlichkeit aber auf. die Verwaltung' Jerusalems, Haifas, Nazareths und Bethlehems und auf eine Art polizeilicher Oberaufsicht über die beiden Staaten zu beschränken — zur Aufrechterhaltung der. „öffentlichen Sicherheit"; . Man ' braucht den Dingen aber nur 'ein wenig ( ins Angesicht zu sehen, um zru erkennen, daß diese' papierhe Lösung der Beginn unabsehbarer politischer Verwicklungen und unbegrenzter britischer Verantwortlichkeiteh: in und für Palästina wäre, die den britischen Steuerzahler sehr bald vor recht unerwünschte Aufwendungen für militärische Zwecke stellen würde. Im „Jewish Chronicle", dem man gewiß keinerlei Verständnis für die spezifisch r e 1 i g i ösen Bedenken der Orthodoxie gegen einen thoralosen jüdischen Staat von (der Histadruth ■Gnaden nachrühmen kann, wird die völlige Unmöglichkeit eines autonomen jüdischen Staatswesens unter den heutigen Bedingungen grade vom Standpunkte auch des englischen Interesses durch einen .genauen Kenner der Verhältnisse überzeugend nachgewiesen. Es verlohnt sich, der Argumentation dieses Sachverständigen nachzugehen. Eine Teilung Palästinas in einen bevölkerungsmäßig zu 95 Proz. jüdischen und zu 95 Proz. arabischen Teil ist unmöglich. Die Grenze, die man angeblich ins Auge faßt, würde (Fortsetzung siehe Seite 3.)

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