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Der Israelit · 1937-06-03 · Heft 22 (3.6.1937) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 22 (3.6.1937)
Date
1937-06-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
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3, Juni 1937 D e r I s r a e J. i t Nr. 22 Seite 7 Die BcvölkcrungSrBcwegung in der Gemeinde Mannheim, M annh eim, 18, Mai. Im ^Israelitischen Gemeindeblatt'' Von Mannheim werden Zahlen über. die Bevölkerungsbewegung " in jer .Geme'inde angegeben: Ani" 1. Januar 1936 hat die Zahl der Mannheimer Juden noch 5500 betragen, am* 1, Januar 1937 waren es 4880. Im Verlaufe des Jahres 1936 äst. also ein Rückgang, von über il Pro z. «ingetreten. Der Bevölkeapuiigsverlust durch das U eberwiegen der Sterblichkeit über die^. Geburten betrug 1,1 Proz...' - '. ,.. ' _ Nach den bei der Gemeinde yorhahdeneh Unterlagen sind im. Jahre- 1936 465 Personen -ausgewan-v dert. Von ihnen waren. 260 oder 56 iProz. Manne* und 205 oder 44 Proz. Frauen.- Die Verteilung auf die Altersstufen; ergibt, folgendes Bild: Im Älter bis zu 20 Jahren befanden" sich ' 50" ...Auswanderer " öder 12 Proz.; im Alter von 20—40 Jahren 270 oder 58 Proz.; zwischen 40 und 50 Jahren waren 66 oder 14 Proz.; zwischen 50 und 60 Jahren 42 oder 9 . Prozv und über 60 Jahre 31 Auswanderer oder 7 -Proz. Ueber fünf Sechstel der Auswanderer waren: also jünger als 50 Jahre, Nach 'deri Vereinigten: Staaten wanderten 140 Personen oder 30 Proz. aus, nach Pa^ lästina , 81 oder 18 -Pro-z., nach Südamerika gingen insgesamt 44 Personen, oder. 10 Proz., nach,Südafrika 16 - ode'r 3 Proz. . iNach .europäischen, Ländern wanderten.M55 Personen oder 33 Proz. '.aus,.. Hiervon gingen 34 nach Frankreich, 31 nach Holland und. 22 nach Italien. . ■ .. ' ....... Oesterreich. ""Das Ergebnis der Winterhilfs-Aktion der Kultusgemeinde in Wien, Wien, 27. Mai. IS[äch . den "soeben •.veröffentlichten' Endergebnissen der W-i n t e r h i'l' f s ä.'k t i o n der" " Israelitischen Kultusgemeinde .in Wien betrugen 'die Gesamt ausgaben dieser Aktion über 140.000 Schilling. Mit einem Kostenaufwand von 70.000 Schilling wunden in zehh Kuchen über 170.000 Mitiaigessen' uaid Brotrationen verabreicht; 4335 kinderreiche Fanlilien söwie -altje und kranke Pdrsoneh erhielten rund 220.000 kg Kohlen und "Koks,In der Tagesheimstätte wurden täglich 100 schulipflichtige Kinder beaufsichtigt und beköstigt. Eine Reihe von TeewA WärmeslUiben standen tagsüber offen und eine Aktion: Vi Jüdische Jugend in Not", die tausende Jugendliche bWcöstigte, wurde subventioniert. Außer Bargeldunterstützüng«n für Miietebeihilfen im Betrag vonüber 20.000 Schilling wurden 4m •Rahmen der. Bekleidungsaktipn Kleidungsstücke an ärmere . jüdische Familien verteilt. Im Anschluß an die Winterhilfsaktion führte die. Kultusgemeinde,. (eine großzügige Pe»sach> a k t i o n durch, die ". einigen tausend jüdischen. Familien, ferner,/Kranken und öreisen in;' yersörgiihgshäusern und schließlich auch' Häftlingen zugute" kam. Vaterländische Front Oesterreichsvyrünscht ' keüieii Kulturkamp!. '■ V , -••^•7v,^ *'v'!.'-"- . \ Wien,'2ö7'Mäi. Anläßlich der österreichischen Verfassungsfeier hatte in demtrov^Judein;v«tar^b«wohntea,Gmeindebezirk Leopo 1 d s t a d t eine Versammlung der Vater Ländirs c heai rF/r o n t-j stattgefunden, bei der der Rat <a<er Stadt Wten Hölöübek' .schmähende Ausdrücke gegen die jüdische Bevölkerung gebrauchte und "die Vaterländische; Gesinnung -der Juden anzweifelte. Nunmehr hat bei einer in demselben Bezirk " abgehaltenen zionistischen' Kundgeburig der als offizieller Vertreter der Vaterländischen Front erschienene Bezirkspropagandaleiter (erklärt, daß die Vaterländische' 'Front die Handlungsweise Holoubeks aufs ^ntsehiedenste verurteile Und jede Verbindung mit ihm abgebrochen habe. Der Redner versicheijte, daß 'derartige . Vorfälle isich riicht 'wiederholen iwejrdejx," ,'Die'. Vaterländische, Front strebe nicht einen Kulturkampf, , sondern dem Zusammenschluß aller, Bürger Oesterreichs an. :f Schweiz. Delegierten-Versammlung des Schweizcr Israelitischen Gemeindebundes. ' ""'!—•'•' '• .B e rn , 25. - Mai. In Beffl fand die ordentliche Delegiertenv^rsämmlung .des -S ch w ei z er Jsr a e Iit iS:p h en!,,' Ge - ßieinde..h u n d e is,statt. An der Tagung nahmen 59 Vertreter von 17 Gemeinden teil. '•■ Der ■ Volrsitzende..' der \Taguiig - und, Präsident des Gemeindebundes, . Saly M a y e r, erstattete den Tätigkeitsbericht, aus dem hervorging, daß in der > Berichtsperiode:' für AuswanderBrhilfe ein. Betrag von 115.000 schW. Francs und; für^ "■konstruktive -Armenhilfe 40.000 sc&w*.-*!Francs;!'j zusammen -also- 115:000^schw; Francs ausgegeben wurden.; Als Beitrag aus; der Schweiz; zur' Wiedergüfeaclmhig: 'dete' durch die■ Ünruhen in Palästina entstandenen'-Schadens könnten durch außerordentliche Aktion 122.500 schw. Francs zur Verfügung igestellt werden. Leider waren im letztieil Jahr auch juderifeindlichi©, AtisscHreittingen zu 'verzeichnen; wie der ■ Petardienianiscbla/g vom 10. Dezember, auf die.v Synagoge Löwenstraße in Zürich, schwere , Sachbsechädigungen ' in Luzern und Die Woche, Berlin. Der ei chs verband' der Jüdds ch'en Kulturbund er' veranstaltet für Kulturbtmdinitglieder ääi. der zweiten Hälfte des September eine Informationsreise nach Palastina. Der Reiseplan, der -r vom Palestine arid, Orient Lloyd in Berlin in Gemeinschaft mit; dem Pälestine; arid Egypt Lloyd in Jerusalem aufgestellt worden ist,. siebt, die Möglichkeit, vor, däß^sich die, Fahrteiln^efun^r . bei •einer 14tägigen Fährt t durch da® Land. . über alle Einrichtungen und di^en Züständ des'jüdischen Atif- - 'bätätoe&e&K'.iunteTtidkten.---Der; 11-jährige Horst Mps^S; in Wollin (Pommern) hat ein sieb.enjähriiges Mädchen vom Tode desj^Ertrnnlkenis unter ei^elier Leibelisgefajhr gerettet. Bereits vor zwei Jahren" h^ät Honst M6ses einen fünfjährigenJungen » vom Ertrinken . gerettet. Wie^., Prof A^red Adler ist in Ab er de en (Sch^ottla^d), wo er Vorträge über Psychopathologie gehalten hatte, im''Ält'err' vöh' 67'; Jähren;'einem Eferaschfag erlegen;- ' Prof. Adler' hiat ^diurch seine eigene . psychotherapeutische Lehre, die „Individual-?sycihologie'',. idie eine. besondeire Form der ■iefenpsycholagie darstellt, sich einen Weltruf erworben. Zürich. Die Zionistische ), Exekutive . hat,. beschlossen, den diesjaihrigen Z i o n i■ is t e n.k o n 'g r e ß nach Zürich einzuberufen. Das Datum der Eröffnung, 3. A u guis t , bleibt unverändert. Amsterdam. Der Vizepräsident des Gerichtes von Rotterdam, Dr. S. Calles, ist m den Amssterdamer-Obersten Gerichtshof berufen worden. Dr.- Canes ist Absolvent des Amsterdamer Rabbineriseminars. Athen. Das Amtsblatt der' Kgl. Regierung veröffentlicht eine Verordnung des Marine- Ministeriums, durch die die Schaffung einer regelmäßigen SchiffahrtslinAe zwischen Griechenland und Palästina angekündigt und ein,.Wet t.b e werb .für den Betrieb .dieser Linie für . den;14. Juni ausgeschrieben wird. Der Wettbewerb steht allen griechischen Schiffahrtsgesiellschaften offen, i Ausgangspunkt der Linie.wird. Saloniki ©ein. — Im Rundfunk von Saloniki ist zum erst en Male ein Jüdisches* Thema behandelt worden. Der Geschichtsschreiber Isaac Cäibile hielt einen Vortrag über „Griechen und Juden im Lauf der Geschichte". "•'Er zog eine 'Parallele zwischen der griechischen und der jüdischen Geschichte und hob . den Beitrag der igiriechischen und - der jüdischen Kultur zum allgemeinen menschlichen Fortschritt hervor. — Am 1. Juni wird eine Telefonverbindung zwischen .Griechenland und Paläistina eröffnet werden, Em Dreaaninuteiiig^iSpräch ' wird- 120 Goldfrancs oder 4800 Drachmen kosten. :— Zahlreiche Häuser und Baracken in den jüdischen Vorstädten Mustafa" Ar i f und Regie V a rd'a r sind durch eine W e 11«'r k a t a s tr o p h e schwer beschädigt worden. Die Jüdische Gemeinde hat jeder betroffenen . Familie einen ersten Hilfsbeiträg von 200 Drachmen zur Verfügung gestellt. Jerusalem. Der Ne gus von Abessinieri , Halle Se las sie-, wird Anfang Jttni wieder in J e r u s a 1 e m eintreffen; (Beikanatlicth hatte-: jerinsieh, nach» dem er Abessinien .verlassenjr.'hatte, /»mit seiner Familie. nachuJjearusaleni begeben. Er . befand sich) bis jetzt,'in London. »Tel Awiw.. In dem .Preisausschreiben, >das. die Leitung des Tel Awiwer Hafens für die; Schaffung einer „Hymne d e s H a f en s v o n Tel Awiw" veranstaltet hat, wurde der erste Preis einem Lied zuerkannt, das von Menachim Berge r verfaßt und von Gabriel _ G r ad ,y,eirt;pnt worden ist.,.,: ,. Zerstörungen in de^-Synagoge'Genf. Femer kam dnsbesouderef 'in Luzerri, zu' bedenklichen Zeirtuigskairipaigrieh, '.:f' -'- ' In der Debatte wurde von orthoidoxer Seite, eine tatkräftige Unt e rst.üt zUng d er Aguda - Institutionen '.^ejfordertv Der Delegierte Walther au? Vevey-Möntr'eux:"! verlariigte, daß man dem verarmten Mittelstand .größere Aufmerksamkeit .widmen möge; :-I.n seinenl Schlußwort erklärte, der Präisident, daß der Gen^eindebund sich seit Jahren, die Hilfeleistung,;andie wirtechaftlifh ^Schwapheri angelegen sein lasse. Er wies .ferner auf die Not ausländischer- ''Juden hin. Im Osten hoffen Millionen von Glaubensgenossen auf Hilfe. Die Juden der anderen Länder" sollten ihre viel kleineren Sorgen und Meinungsverschiedenheiten beiseitelassen und sich dem Rettungswerk, anschließen. In der Schwebe befinde sicli auch das. Schicksal Palästinas, Holland. ' Das Ergebnis der Parlam^nts-Wahlen in Holland. Die jüdischen Wähler stimmten zum großen Teil für die Partei des Ministerpräsidenten. - Amsterdam, 27. Mai. Bei den Wahlen zur Zweiten Kammer des holländischen Parlaments, über deren Resultat wir bereits berichteten, sind die : jüdischen Stimmen zum großen Teil der Antirevolutionären Partei des Ministerpräsidenten Colijn zugefallen; sie konnte einen Stimmenzuwachs von über 40 Proz.v gegenüber den'letzten Parlamentswahlen verzeichnen. Die 'Haltung der jüdischen . Wählerschaft ist besonders, bemerkenswert , angesichts der. Tatsache, daß andere Parteien vielfach jüdische Kandidaten aufgestellt hätten", von denen sieben, und zwar Frau Bakket, Frl; de J o hjn : und die Herren4 Cohen, Prof. van Geldern, St oik vis, Vos und Wiijnkoop, zu Abgeordneten gewählt worden sind. Insgesamt zählt die Zweite. Kämmer 100 Abgeordnete. Zum ersten Mal ziehen, wie schon gemeldet, auch vier Mitglieder der Muss er t - P art ei , die zwar in früherer Zeit ein judenfeindliches Programm wiederholt grundsätzlich 'abgelehnt, später aber in ohrer Propaganda häufig mit judengeignerischen Aeußerungen hervorgetreten ist, in das holländische Parlament ein. Trotzdem kann von einem Erfolg dieser Partei nicht gesprochen werden, da ihre Stimmenzahl gegenüber den vor einiger Zeit durchgelührten Gemeinde wählen erheblich -zurückgegangen ist. Die beiden anderen juderifeindlichen ' Parteien,' die sich'1 an dein Wahlkampf beteiligten, konnten kein Mandat erringen. Müsser t selbst lehnte die Annähme des Mandats ab. . Auch in die Erste Kamm er sind drei Juden, die ..Senatoren van d en B ergh, Prof. va^n E m b- •den und De labe IIa, gewählt worden. Dem früheren .Senat gehörten fünf Juden als Mitglieder an. Insgesamt gibt «s jetzt in Holland zehn jüdische Parlamentarier.. v Belgien/ Grundsteinlegung für den Neubau der' Jcschiwa Ez Chajim in Heide. >. Antwerpen, 27. Mai. Der von den Heider Jeschiwa-Bachurim langersehnte Neubau scheint nun Wirklichkeit zu werden. Am Sonntag n*7p"s!;'wird 'a*»R die GründÄteirilegung stattfinden. Ein ausführlicher Bericht folgt. 1 -Polen. Nach den Schreckenstagen von Brest. Immer neuer Terror.'' -— Interpellationen. — Arbeit der Gerichte. — Steuererlaß für Brest? — Jüdische Auswanderung aus Polen. — Abgelehnte und eingeführte Arierparagraphen. Warschau, 31. Mai. Allen Maßnähmen der Regierung und allen Protesten von jüdischer Seite, auch aus Amerika und anderen Ländern, zum Trotze, wiederholen sich die judenfeindlichen Ausschreitungen in vielen Gegenden in verschärftem Maße. Fast täglich kommen Abordnungen * aus "kleineren Städtenf,r'nach Warschau, um von der Regierung Schutz für die jüdischen Einwohner anzusuchen. Jugendliche 'Stoßtrupps üben dort wilden Terror gegen die jüdische Bevölkerung aus, unter der::^me furchtbare 'Panik herrscht. Der Donnerstag war infolge des Fronleichnamstages ein Tag schwerer Aengste und Aufregungen für die Juden in vielen' Gegenden Polens. Die Rabbiner bekamen von den Behörden die Anweisung, 'die Juden zu veranlassen, an diesem Tage ihre Häuser nicht zu verlassen, -um nicht, -wie voriges Jahr, für etwaige Störungen der katholischen Prozessionen verantwortlich gemacht zu werden. Aus vielen Dörfern begaben sich die Juden am Vorabend dieses Tages in die nächsten größeren Städte. Der Zustand des 50jährigen Baruch Silberberg, der bei den Ausschreitungen in Brest schwer verwundet wurde lind in Warschau im judischen Krankenhaus' liegt, hat sich «ö verschlechtert; daß an seinem Aufkommen ernstlich gezweifelt wird. Von den I n t' e rp. e 11 ä t i o n e n . ist eine solche vom agudastischen' Senator T r Ö c k e n h e i m an den Ministerpräsidenten . und Innenminister hervorzuheben, die sich insbesondere mit der Haltung der Behörden in Brest' befaßt. Senator Trockenheini fragte den .Ministerpräsidenten, ob er, gegen' den pflichtvergessenen Wojwoden einzuschreiten und .die anderen schuldigen Beamten zur Rechenschaft zu ziehen gedenke. Eine ähnliche 'Interpellation hat der Sejm-

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