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Der Israelit · 1937-06-03 · Heft 22 (3.6.1937) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 22 (3.6.1937)
Date
1937-06-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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3 Juni 1937 Der Israelit Nr. 22 Seite. 5 n,:cht 'aus einer jüdischen, einer zionistischen oder einer antisemilischien Haltung, heraju® geboren, . sondern einzig ans Differenzein ' zwischen England und Italien in der Mittelmeerpolitik., hervorgegangen. Ueber .d&n Vo^ädl/gett ia Polen übersieht man leicht, was unsere jüdischen Barüder an einem anderen Winkel Europa® zur gleichen Zeit erieiben, und zu ertragen haben. Die kurze ums zugehende Notiz aus Rumänien meldet mit. dürrem Worten: „iBei -einer in. Gfceroiowiiz auf Anordniung des Kriegsministeriums durchgeführt ein R e y i © i o ix d « r S t a a t s b ü rig er® c ha. f t ®p apier e wurde tausend Personen, davon 9 00 Juden, die auf Grund der isnternatioiialein Verträge in den Jahren 1920 bis 1924 ejimgebürgert worden waren, die S t a a t sla nig eh ö rig k ©i t ,«n?t zo g en. Nach Meldungen, der judengegnerischen Presse solle» die Betroffenen ibinnen kurzem ausgewiesen werden." Und damit ättch in den Ereignissen des Tages Bukarest hinter Warschau und Brest nicht zurücksteht, fehlt es dn. dieser Stadt auch nicht an Fällen, in denen (jüdische Pasisanten von Cuzisten überfallen und schwer mißhandelt werden. Man sieht, es ist dafür gesorgt,-daß den (jüdischen Organisationen in Rumänien die Arbeit nicht ausgeht. Eine Beratung der Exekutive der Jüdi sehen Reichspartei Rumäniens .fand unter Teilnahme der Vertrauensleute aus allen Provinzen statt. Hier wurde festgestellt, daß durch die von der Regierung geplanten wirtschaftlich'©in Maßnahmen di© bürgerliche Rechtsstellung der Juden in Rumänien ernstlich bedroht sei. Ein Außerordentlicher jüdischer P a r t ei k o ng r e ß wird am 20. Juni in Bukarest eröffnet werden. -Er wird ein. reiches Programm haben, dieser rumänische Parteikongreß. Das Programm der vielfältigen jüdischen Not. Agudas Jisroel und der Hamburger Raw. Zum Jubiläum der Agudas Jisroel. Agudas Jisroel und der Hamburger Raw! Gibt es einen Menschen, der in seinem Leben und in den von ihm verkündeten Ideen, in Praxis und Theorie mehr Agudas Jisroel verkörpert hat, als er? Das Programm von Agudas Jisroel hat er nicht nur verkündet, er hat es gelebt. Programm der Agudas Jisroel: Lösung der jeweiligen Aufgaben im Sinne der Tauroh! Gab es eine wichtige Frage■ gab es ein Problem, dem er nicht seine volle Aufmerksamkeit zugewendet hätte?'. ., Wir, die treuen Schüler dieses Meisters, wir lassen unsere Gedanken zurückschweifen und vor unseren Au£en ersteht nicht nur diese große, reine, glaubensstarke Persönlichkeit, vor unsere Augen kommen einige markante Erlebnisse. Programm der Agudas Jisroel: Keren Hathauro, Beth Jacob, Keren Hajischuw, Schorn re Schab b os! Keren Hathaurp: Wer war es, der sich nach der Gründung des Keren Hathaüro als Erster an die Spitze dieser neuen Organisation gestellt hat: der Hamburger Raw. Wer war es, der die beschwerliche Reise für die Entschuldungsaktion der polnischen und litauischen Jeschiwaus unternommen hat, ohne die alle Jeschiwaus im Jahre 1924 zusammengebrochen -wären; der Hamburger Raw, Wer erinnert sich nicht der Rede, die er zur Eröffnung der ersten Keren Hathauro-Konferenz hielt, in der er verkündete, daß nur Lernen das deutsche Judentum erhalten kann und in welcher er vorschlug, dem Beispiele seines großen Lehrers, Salonion Schilderung einer englischen Wochenschrift berichtet werden soll. — Schon beim Einzug begrüßt der Chor den König mit der Hymne: „Ich freute mich, al« man zu mir sagte: Wir wollen in das Haus des Heirreai gehen" {iPs. 122, lj)>. (Alle Uebersetzungen hier nach dem englischen Text.) Die eigentliche kirchliche Handlung beginnt mit den Worten: „Laß mein Gebet gleich Weihrauch 'in Deine Gegenwart aufsteigen, und das Erheben meiner Hände möge wie ein Abendopfer fieiin" (Ps, 141, 2). Vor der (Krönung wird der Kpnig gesalbt,. so wie ,,Salomo durch Zadok, den Priester und Nathan, den Prophete!n"t mit dem Geket, „der Allmächtige möge den König erfüllen mit dem Geiste der Weisheit und Selbstbeherrschung, •dem Geiste von 'Rat und geistlicher Kraft, von Erkenntnis und wahrer Frömmigkeit, ,dem Geiste heiliger G'tte&furcht." (Jes, 11, 2.) Nach vollzogener Handlung ertönt der Wechselgesang „Zadok, der Priester" mit dem 72. Psalm. Nach der Krönung ermahnt der Chor wie David seinen Sohn Schelomoh: •■Sei stark und zeige Dich als Mann; beobachte, (die uchote de^ Hevra, Deines G'ttes. und wandle in seinen Wegen." (I. Kön. 2, 2|)i, wobei dem Gekrönten eine Bib el üb erreicht wurde, als , , der wertvollste Gegenstand, dein die 'Welt" bieten kann." Zum Schlüsse bricht ein Schülerchor und mit ihm die ganze' Versammlung,' wie der Beriaht meldet, in den „dreifachen »iblischen Gruß aus: G'tt schütze den König! Lang lebe der König! Möge der - König- --für. immer leben!" Der englische Leser, dem ausführlichere Berichte Vki, Verfügung standen, wird gewiß . noch viel mehr Diblisch© Zitat© aufzählen könnien. In einer Zeit, in •der^di^ Hßalig%öät de* Bikel, un^er Bibel, leider nicht ^8"r überall als ^unantastbar gilt, ist. ihre bei dieser ■e'JgeMi'eit«ich zeigende Wertschätzung eine besonders' h'e^zerfröufende; Genugtuuhg,; B. St. Breuers, folgend, an mehreren Orten Deutschlands Jeschiwaus zu gründen. Die Notwendigkeit, die er damals verkündete, heute wird sie von allen Kreisen anerkannt, und gefördert. B e t h Jakob : Dr. Deutschländer erzählte uns einmal, daß eines seiner schönsten Augenblicke in seiner Beth Jakob-Arbeit sein erstes Zusammentreffen mit dem Hamburger Raw war. Das Feuer seiner Augen, die Liebe seines Herzens, so erzählte er uns, gab ihm den Mut, das Beth Jakobwerk aufzubauen, Wer kennt nicht die Schrift des Hamburger Raw über das Frauenwahlrecht, - in . welcher er die tbaurogemäßen Rechte des Mädchens und der Frau in Einklang bringen will mit den modernen Ansprüchen der Zeit. Wir erinnern' uns seines Briefes an die Weltfrauenkonferenz Hamburg 1930. in welchem er für Schutz des jüdischen Mädchens und gegen ihre geistige Vernachlässigung eintritt. K e r e n H a j i s c h ai w : Wir alle wissen, der Hamburger Raw stand der Agudas Jisroel in den ersten Jahren ihres Bestehens fern, nur weil sie zu wenig für Erez Jisroel arbeitete. Er hat Erez Jisroel, den alten Jischuw geliebt mit allen Fasern seines Herzens. Wir sehen vor uns ein. Bild, wie sich zwei agudistische Chaluzim von ihm verabschiedeten. Seine Hände liegen auf ihrem Kopfe, Tränen benetzen seine Augen, und' er sagt: Wisset stets, Ihr seid Pioniere, wisset stets, Ihr seid Vertreter der Thauro, nicht allein von Eurer Arbeitskraft, sondern von der Verwirklichung der Thauro in Eurem praktischen Leben hängt es ab, ob Erez Jisroel ein Land der Thauro, ein Land G'ttes wird. S c h o m r e S c h a b b o 5; Ueber was sprach der Hamburger Raw in seinen Predigten: über die Heiligkeit des Schabbos, Schabbos war für ihn der Maßstab für die Betrachtung jeder Person. Wer zu ihm um einen Rat, um eine Hilfe kam — ihm wurde geholfen, war ihn aber aufsuchte, um den Schabbos halten zu können — er erhielt die erste Hilfe! Agudas Jisroel und Hamburger Raw! Es ist ein Programm. Jeder, der sich als Schüler des Hamburger Raw betrachtet, muß ein Kämpfer ■tfür die Ideale der Agudas Jisroel «ein. Jeder, der in Theorie und . Praxis Aigudist ist, kann sich als Schüler des Hamburger Raw betrachten. 25jähriger Geburtstag der Agudas Jisroel, dreijähriger Todestag des Hamburger Raw — ein Tag der Erinnerung, aber auch ein Tag, der uns antreiben soll, als Schüler des Hamburger Raw für Agudas Jisroel zu opfern und zu arbeiten. Solange es Agudas Jisroel geben wird, wird der Hamburger Raw nicht vergessen sein; solange es Schüler der Ideen des Hamburger Raw geben wird, wird Agudas Jisroel als Verkündung der Thauroherrschaft und als Thauro- Organisation bestehen. M. Sch. Julius Hollander V'sr und Agudas Jisroel. Während die in Kattowitz gegründete „Agudas Jisroel" sich anschickte, in den zwei Jahren vor dem Kriege in mühevoller Organisationsarbeit ihrer ersten K e nes.si o G e d a u 1 o den Boden zü bereiten, traf sie das schwere Verhängnis, die beiden ragenden Persönlichkeiten zu verlieren, die — als J—fma und ]X\bw des neu zu erbauenden Heiligtums des jüdischen Volkskörpers — die geistige Inspiration und die materielle Fundierung der ersten Pionierarbeit für den Agudo-Aufbau geleistet hatten: Rabbi I z c h o k E i s i k H a 1 e v y ^"ST und Kommerzienrat Louis Feist V'XT- Und nun, da die Organisation, nach fünfundzwanzig Jahren, im Begriffe ist, ihre Dritte Kenessio Gedaulo in dem bescheideneren Rahmen von Marienbad vorzubereiten, hat ein unerforschlicher Ratschluß des Lenkers der Geschichte ihr wiederum rasch nacheinander, binnen kurzer Frist, eine nTttö und einen |n^tf ihres Länder umspannenden heiligen Organismus geraubt: Nathan Birnbaum V'XT und Julius Holländer b'"SX> Was Nathan Birnbaum der Agudas Jisroel, und was Agudas Jisroel Birnbaum bedeutete, ist in zahlreichen Aeußerungen der Presse wenn auch nicht erschöpfend gewürdigt, so doch erörtert und angedeutet worden. Die Pflicht der Pietät und der Dankbarkeit gebietet aber, 'auch der markanten Persönlichkeit Julius Holländers in ihrer Bedeutung als Führer und Arbeiter im Dienste der Wiedenaufrichtung des Thona-Volkes zu gedenken. Julius Holländer ist nicht, wie Nathan Birnbaum, aus weiter geistiger Feme in das Vaterhaus der Thora heimgekehrt — von Jugend auf waren ihm Thora und Mizwos die Lebensluft seiner geistigen Existenz. Aber sein wacher, klarer Geist4 sein glühendes jüdisches Herz, die Energie seines - Wollens fanden von Früh auf kein Genüge in der individuellen Bewahrung der religiösen Tradition oder gar in der weitgreifenden beruflichen Betätigung des Großkaufmanns, vielmehr war es. das Gesamtgeschick d e s ij ü d i s c h e n Volkes, die nationale Zukunft des J >ud entums der Thora, die ihm keine Ruhe ließen und ihm mit gebieterischer Notwendigkeit den Weg wiesen in die Klall-Arbeit. Hatten seine Sympathien und seine Arbeit anfänglich dem „Misrachi" gehört, so sah er bald ein,, daß nur eine unabhängige thoratreue Organisation letzten Endes zu dem Ziele eines um die Thora als Zentrum gescharten jüdischen Volkes' und eines wahrhaft heiligen jüdischen Landes führen könne. Schon als unmittelbar nach dem Friedensschluß, im Februar 1919, in Zürich die mit „Agudas Jisroel" sympathisierenden Gruppen der thoratreuen Judenheit zur ersten Beratung der organisatorischen Wiederaufbauarbeit zusammentraten und das agudistische Zentralbüro in Zürich schufen, in dessen Rahmen auch Nathan Birnbaum V'ST seine befruchtende Tätigkeit ausübte, gehörte Julius Hollander zu den führenden Köpfen. Seiner kaufmännischen und finanzpolitischen Begabung gemäß, wandte er schon damals sein Hauptaugenmerk den Finanzxtnd Organisationsfragen zu; der ganze Plan der — durch die bald einsetzende Inflationsperiode zerstörten — Bank entstammte seiner Initiative, und immer wieder hat er in den darauffolgenden 18 Jahren bei jeder Konferenz der agudistischen Körperschaften mit bewunderungswürdiger Ausdauer sich in den Dienst der Lösung der schwierigen Finanzprobleme der organisierten Orthodoxie gestellt. Keine Enttäuschung konnte ihn zum Erlahmen bringen., Er wußte, daß die jüdischen Finanzgroßen und Kapitalisten nicht im Lager der Orthodoxie zu finden, daß die Groschen tt&d Pfennige der jüdischen Massen aber als Wirtschaf tsfaktör schwer zu erfassen und zu stimmte-

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