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Der Israelit · 1937-05-27 · Heft 21 (27.5.1937) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
78 (1937)
Issue
Heft 21 (27.5.1937)
Date
1937-05-27
Page
– (sequence 7)
Language
German
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^S!SB:^^w*•^'s?^»^*Ä^'^s"*':^*'■l,, "V"** v ™«»<v 27. Mai 1937 PHP ispssaBWOf t-w^t/si^W^'^ '»^*R^^.«^'ie^>7«; D c r I s r a e 1 i t m^m^m Nr. 21 Seite 7 ER E Z ISRAEL Schowuaus in Jerusalem. J e r u s a lern , 23. Mai. Am Schowuausfeste haben schätzungsweise über 25 000 Juden an der Westmauer gebetetf darunter zahlreiche, Gäste aus Tel Awiw und dem ganzen Lande, ebenso ausländische Touristen. Die Zugangs« Straßen zur Mauer waren den .ganzen Tag angefüllt von Juden. Eine Abteilung von 500 Polizisten wachte über 'die Ordnung, die nirgends gestört wurde. Oberrabbiner Herzog predigt© am Fasttage (in der Churwa- Synagoge, -die nach langer Zeit wie" der einmal bis auf den letzten Platz angefüllt war. Auf seinem Wege zur Westmauer wurde Oberrab-* biner Herzog vom Distriktskommissar Kisselow begleitet. Auch die Grabstätte K ö ni g D a v ids wunde am Schöwuaustage besonders von orientalischen- Juden sehr stark besucht. Weiheakte und Kundgebungen, Jerusalem, 24. Mai. In Nat anj ah wurde der König Georg- Garten unter Anwesenheit des High Co mmiss i o n e r f eierlich eingeweiht. Sir Arthur Wauchope hob in seiner Ansprache die Leistungen der jüdisehen Siedler von Natanjah hervor und gab der Hoffnung Ausdruck, daß der neu gekrönte König überall der Garant de® (Friedens und der Ordnung sein werde. Im Anschluß daran fand auch die Einweihung des Schmarjia Levia-Gartens bei Kfar Schmarjahu statt, bei der der High Commissioner wiederum eine Ansprache; hielt/ in der er das Andenken „seine® Freundes" Levini feierte. > Während der Feierlichkeiten tauchte aus der Menge > eine schwarzgekleidete jüdische Frau auf, 'die unbedingt dem High Commissioner eine Petition übers reichen wollte, in der sie, deren Mann von Arabern ermordet wurde, Genugtuung verlangte. Der: Sekretär, des High Commissioner hielt die Erau zurück und gab ihr die .Versicherung, daß ihre Entschädigungsansprüche genau wie die aller anderen Unratheopfer ernstlich geprüft und : berücksichtigtr werden. Eine ernstlicheire Trübung erfuhren die Feierlichkeiten durch die arabischen; K und g e b,u n gen in Jerusalem am Donnerstag. Arabische Jugendliche- und Kinder zogen in' großen Massen ,imit dem. Kufe: „Tod dem High Commissioner, Tod den Juden!" durch die Straßen der Altstadt. Im Bezalel-Viertel fielen, man weiß nicht von welcher Seite, Schüsse, wobei ein arabischer Arbeiter tödlich getroffen . wurde. Allerlei aus Er ez Israel. Jerusalem, 23. Mai. 25 Jungen und Mädels aus dem Berliner Aha w as Heim sind in Palästina eingetroffen und von der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugend-Alijah in Empfang genommen und ins Ahawa-Heim bei Haifa weitergebracht worden. In die Polizeischule von Jerusalem sind 26 Ju= ' den neu aufgenommen worden, die für den Dienst in der Grenzpolizei ausgebildet werden. Wie arabische Zeitungen berichten, wird Generalleutnant John G. Dill seine Rückreise nach London erst am 15. 'November antreten. Anläßlich des ersten Jahrestages der Gründung des Hafens von Tel Awiw fand auf dem Hafengelände eine F es t ve r s a mmlunig "statt", an der Tausende teilnahmen. Führende Männer des Jischuw. hielten Ansprachen. Die Verwaltung des Norddistrikt® ist einem i Juden, Abraham Bergmann, übertragen worden. Bergmann ist der Sohn eines Landwirtes in Petach Tikwa. Ein zweiter jüdischer Disiriktsbeamte wird demnächst ernannt werden. Von den letzten Terrorakten ist ein Brandschaden auf den. Gerstefeldern von Tel A m a 1 im Beisangebiet zu melden. In Lifta bei Jerusalem wurden sechs Araber, bei denen Explosivstoffe gerunden wurden, verhaftet. Neue Polizeistation e n wurden an der Nordgrenze errichtet. Schieße-' reien auf dem Karmel forderten keine Opfer. Dagegen wunde im Zentrum von Jerusalem der 35jährige Paul Horvath, der aus Ungarn stammt, bei einem Ueberfall von Arabern schwer verletzt. Die Täter konnten unentdeckt entkommen. Arabische Blätter teilen mit, daß'Iman Ja ch j a, der Beherrscher Jemens, dem Großmufti mitgeteilt hätte, er habe, wie alle anderen arabischen Oberhäupter, durch seine Vertreter in London wegen der den Juden zugebilligten Schedule intervenieren lassen. Die Feier des G eburts tag es Mohammeds, die in'diesem Jahre von Arabern als Gegenkundge^ bung gdgeri die-vön ihnen mbeachtet'rgielassene Krö- .nungsfeier gedacht war, ist ruhig verlaufen. Es war ' allgemeine Arbeitsruhe verkündet worden.' Geplant waren auch Umzüge und Demonstrationen, die jedoch von der Polizei nicht zugelassen wurden. Das Erziehungsdepartment der Regierung hatte den arabischen Schülern die Teilnahme an' Kundgebungen am Mohammedstag verboten. Im Rundfunk hielt der Mufti emen Vortrag über das Leben des Propheten -und las Suren aus dem Koran. Um die Vergebung der Erdöl-Konzessionen in Syrien. Jerusalem, 23. Mai. Die Frage der Vergebung neuer Erdöl* konzessdonan in Nordsyrien beschäftigt die öffentliche Meinung in Syrien fortgesetzt in stärkstem Maße. Die Zeitungen weisen darauf hin, daß die Regierung die Konzessionen nicht ohne sorgfältige Prüfung der Interessen de® Landes vergeben solle. Eine Abordnung aus den verschiedenen interessierten Be« völkerungsgruppen wird sich an die Regierung wenden und lim genaue Aufklärung um den Stand der Angelegenheit ersuchen. Die starke Anteilnahme der Oeffentlichkeit ist 'darauf .zurückzuführen, daß verschiedentlich Gerüchte in Umlauf gesetzt worden sind, wonach die Konzessionen bereits vergeben sein sollen. Bekanntlich bewirbt sich an erster Stelle die Irak Petroleum Comp, um die Konzession^ Aus arabischer Quell© wird jedoch gemeldet, daß Ausbeutungsrechte in der Gegend von Djezireh an eine französisch=pomische Gesellschaft verliehen worden sind. Die Verleihung dieser Ausbeütungsrechte an diese Gesellschaft,, hinter der angeblich Juden stehen sollen, erfolgte kurz vor einem Verbot des Oberkdmmissars von Syrien, wonach bis auf weiteres keine neuen Konzessionen vergeben werden dürfen. Auch über den Zweck dieses Erlasses herrscht Unklarheit. Es hieß bisher, daß damit eine Erleichterung der Verhandlungslage für die syrische Regierung erreicht werden soll. Einfuhrzoll-Tarif in Palästina geändert. Jerusalem, 20. Mal Durch eine Verordnung der Palästinaregierung sind verschiedene Positionen des Zolltarif es geändert worden. Im Anschluß an den Handelsvertrag zwischen Irak und Palästina ist der Zoll auf Datteln und der Zoll auf Reis neu festgesetzt worden. Der Zoll auf Eier ist erhöht und «in Zollsatz für Geflügel neu eingeführt worden. Weitere Aenderungen betreffen den Zoll auf Holzschuhe und Linsen. Die Einfuhr aller militärischen Uniformen, auch von Helmen, ist verboten worden, es sei denn, daß die Sendungen an Militärbehörden gerichtet sind* Ausnahmen sind nur auf Grund einer besonderen Bewilligung des zuständigen Distriktskommissars zulässig; Aus der Agudas Jisroel-Bewegung/ Zur Sela-Aktion! ,.:; Von der L a ri des ö r g ä n i s a t i o ,n der A g u d a.s J i s.r o e 1. wird bekanntgegeben: . Die Kenessio Gedaulo ist zürn Ellul -dls. Js. einberufen; '. r. ' i'-- ' Die . $ e'sl aA k t i ö n hat eingesetzt. ... Niemand darf fehlen, wenn es gilt, sein- Scherflein beizutragen zu diesem K i d d u s c h H a sc h e m Borabbira! Kein J u g e n d liehe r . sollte zurückstehen, ata Aktivist teilzunehmen an der Werbung um alle religiös gesinnten Juden, auf daß die Kenessio Gedaulo wirklich eine Willenskundgebung tfer gesamten religiösen Judenheit werde, ■: > .. ' . Hh ■. ' S ' 1 o i m - S ch eine und Münz en können im Büro der Landesorganisation, Uhlandstr. 39, von 15 bis 19 Uhr entgegengenommen ', wenden. Auch sollen dort .die bisher verkauften 'S'lolim und Münzen un* verzüglich abgerechnet werden]' soweit die® noch nicht geschehen ist. ' \ . FerienunterStützuBg des Keren Hatorah. Das .LaJidesdifektorium des Keren Hatorah in . Deutschland, Hamburg 13. Heinrich Barthstr. 21, schreibt uns: ' ,v Der Sozialfo nd s des , Ker.e h Hator ah hat beschlossen, in diesem Sommer zum Ferienaufenthalt Beträge zur Verfügung. izu stellen, damit mittellosen erholungsbedürftigen Schülern zur Wieder» herstellunig ihrer Gesundheit ein Ferienaufenthalt ermöglicht werden kann. Es kommen in Frage: 1. Schüler der Talmud Thora-Schulen des Keren Hatorah, 2. Schüler' anderer Talmud Thora-Schulen, j 3. . S chüler "de;r. Jeschiwaus ' in Deutschland,,; Anträge sind bis' spätestens 10. Juni 1937 unter Beifügung" von Rückporto einzureichen., . ■ Vorbereitungen für die Kenessip Gedaulo. || Nach |V«it^aiiidltEttgen des Londoner Kenessio Ge= ' daulo-Büros mit der tschechoslovakischen Postdirektion wurde die Einrichtung eines ei g en en P o s t - iVamtes in den Räumen der Kenessio Gedaulo wählend der ganzen Dauer des TCongresses genehmigt. Ebenso erfährt das JPB., daß die Delegierten und Gäste der K. G., kostenlos Visa von den tschechi* sehen Konsulaten ausgestellt bekommen. Außerdem ist eine bedeutende Preisermäßdgunig für -die. tsche-j ' chische Eisenbahn vorgesehen. u '. Ägudajabiläum in Kopenhagen. <; Den Juibiläumsschabbos der Agudas Jisroel, den: 'Sabbat 12. Siwan, verbrachte, unser agudistischer Kreis in gehobener Stimmung, obglecih . unsere seit! Wochen geneigte Hoffnung, daß der Präsident der : Agudas Jisroel diesen §phabbos bei uns, auf derL -.Durchreise nach Polen, verleben würde, sich nicht» Ii verwirklichen ließ. /}iM , '-\ '•; In seiner Fest'prädi^t, .beim Morigeng'ttesdienst: .\ging unser Rabbiner von dem vor 8 Tagen gefeier= ^ten 'Regierungsjubiläum des' Königs aus: „Vor 8 Tagen ^feierten wir an dieser Stätte «snsTiOTnb»/, heute »maVa Ntwr. Denn Her'''gariz4"'5';S^inn1' von A'guda® ' Jisroel besteht ja darin, Nt'öWT N«n3^a auf Erden eine Stätte zu bereiten, «in „heiliges Lager" zu iormen, und aus diesem Lager heraüszuweisen alles, was krank ist in menschlicher, sittlicher und geistiger Hinsicht: vsib t*ZiM 3t ^31 sns! Ein jüdisches Volk aufzubauen, das alle diese Mängel überwunden hat, in welchem .die ca'Jns roia in allen Hinsichten spürbar geworden ist — das ist Weg und Ziel der Agudas Jisroel! Im Anschluß an den Minchag'ttes'dienst hielt Herr Rabbiner Jacobs ö n dann wiederum in der Synagoge einen großangelegten Vortrag über die Agudas Jisroel als Wesens- und Z w e c k v e rb and; zu diesem Vortrag waren auch viele Nichtagudisten gekommen. In seinen fünfviertelstündiigen Ausführungen vermittelte der Redner, der von den Tagen der Gründung an in den Reihen der Aguda gestanden, ein anschauliches Bild von der Entwicklung der Agudas JLsröel; besonders ausführlich schilderte er 'idie von ihm vorbereitete Züricher Konferenz dm Februar 19i9, auf welcher sein Amtsvorgänger, Rabbiner Dr. Winkler, eines der .wichtigsten Referate, das über „die religiös-kulturellen Aufgaben in Palästina", gehalten und schon damals mit dem mutigen Wort min m m mbb dir a»»n die Erziehung der jüdischen Töchter unter Aufsicht des orthodoxen Klal Jisroel gefordert hatte. Das Referat gab dem Redner Gelegenheit, in herzs liehen Worten des andern Delegierten zu gedenken, den Kopenhagen damals zur Züricher Konferenz entsandt hatte, des Mannes, der seitdem immer in der vordersten Reihe der agudistischen Führer gestanden hatte und zwei Tage vorher in Kopenhagen bestattet worden war: Julius Holländers V~sr- In seihen .Schlußworten gab. der Referent der Hoffnung Ausdruck, daß auch die gegenwärtige agudistische Generation Kopenhagens der großen Männer würdig bleiben möge, die vor Jahrzehnten auf diesem steinigen Böden das Bariner der Agudas Jisro'el errichteten.

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