Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 78 (1937)
- Issue
- Heft 21 (27.5.1937)
- Date
- 1937-05-27
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Nr. 21 D e1,; I s r a e 1;i t •27, M^i 1937 Wir legen feierliche Verwährung ein gegen den Versuch, den Wert des Kaschruthgesetzes in .rabbinischer Ausprägung zu bagatellisieren und wissen uns eins mit der gesamten thoratreuen Juderiheit im Bekenntnis der unbedingten. Treue zum Gesetz und der Gefolgschaft unserer berufenen rabbinischen Autoritäten gegenüber. ""' Angesichts der entscheidenden Bedeutung dieser Frage rufen wir d/ie. gesamte Judenheit Deutschlands auf, uns in unserem Bestreben zur Wahrung -der Einheit, der Lehre und unserer Gemeinschaft, zu unterstützen, (Siehe Artikel auf Seite 4.); Um den Bericht der Königlichen Kommission und den Teilungsplan. London, 26. Mai. Der Kolonienminister Ormsby-Gore gab am 24. Mai im Unterhaus bekannt, daß der Bericht der Kgl. Kommission mit Bestimmtheit für die dritte Juniwoche zu erwarten s e i. Eine Veröffentlichung zur Ermöglichüng einer Stellungnahme des Parlamentes könne aber erst nach der Entscheidung der * Regierung erfolgen. Bei dieser Gelegenheit teilte noch der Minister mit, daß sich die allgemeine Lage in Palästina gebessert hätte. Im April seien nur (?) vier. Mordfälle vorgekommen. Die E n t s c h ä - digungs frage könne erst nach Veröffentlichung des Kommissionsberichtes entschieden werden. Inzwischen gehen 'die Kombinationen über den Teilungsplan weiter. „Daily Mail" hält es für möglich, daß die» Kommission die Schaffung eines Judenstaates in Palästina als Dominion des britischen Reiches vorschlagen werde, wobei der J o r dan die Grenze zwischen Juden- und Araberstaat bilden soll. Die Trennungslinie würde somit vom Tiberaas-See bis zum Toten Meere gezogen werdend Alles, was östlich 'dieser Linie liegt, .solle arabisch ^unter der Herrschaft von Emir Abdulla in Transjordanien bleiben. Noch ausführlicher wird diese Möglichkeit' in. der Zeitung „Sunday Despatc.h" besprochen. All diese Pläne sind nicht.neu, sie bleiben jedoch bis zur Stunde Kombinationen, füjr die sich weder die Juden noch die Araber erwärmen. Die Parlamentswahlen in Holland. Amste r da m , 27. Mai. Die Wahlen zur Zweiten Kammer, y die gestern, Mittwoch, vor sich gingen, waren auch für die Juden von besonderem Interesse, da zum ersten Male Ingenieur Mussert, dessen Partei den Arierstandpunkt vertritt, mit einer eigenen Liste für die Kammer hervorgetreten ist. Bei den Wahlen, zu den P r o V i n z i a 1 s t a a - t en im Jahre 1935 hatte Mussert einen namhaften Erfolg geerntet. Obwohl von allen Parteien, — es waren> 20 Listen aufgestellt —, eine lebhafte Propaganda entwickelt wurde, verlief der Wahlkampf nach holländischer' Art ohne besondere Schärfe und Erregung. Soweit sich der'Ausgang bis jetzt feststellen läßt, hat der bisherige Ministerpräsident C o 1 i j n den Sieg auf der g a n z e n Linie errung en. Es wird also bei der nationalen Konzen fr a - tions-Re gierung bleiben, "die sich aus der römisch-katholischen, den antirevolutionären und den demokratischen Parteien zusammensetzt. Die Partei Musserts hat gegenüber 1935 fast die Hälfte der Stimmen eingebüßt, so daß sie in der neuen Kammer ^höchstens vier Sitze erhalten wird. Agudistischer Frauenkongreß in Lodz. Kurz vor Redaktionsschluß wird uns,aus Lodz die Mitteilung, daß im großen Saal „Philharmonie" alle Vorbereitungen für die feierliche Eröffnung des agudistischen F r ia u e n k o n - greises der B e n o t h Ä g u d a s J i s r o e I, am Montag, den 31. Mai, getroffen sind. Delegierte kommen aus allen agudistischen Fraüenorganisätionen in Polen und in änderen Ländern. Eine spezielle Delegation der Agudistischen Frauenorganisation in Erez Israel trifft dieser Tage in Lodz ein. Die Tagesordnung des Kongresses, der sich bis zum 2. Juni einschl. erstreckt, umschließt alle jüdischen Probleme, insbesondere soweit sie das Leben der jüdischen Frau betreffen. An der Spitze steht die Erzi e h un g der jüdischen Töchter und die Erhaltung der B e t h J ä - k o b - S c h u l .e n. Einen wichtigen Punkt der Tagesordnung nimmt die Frage der Aktivierung der jüdisch-religiösen Frau für die gesellschaftliche Arbeit im religiösen Sinne ein. Ferner wird sich der Kongreß mit der Lage in Erez Israel, mit der Frage der Hachscharoth und der Alijah, wie mit der religiösen Frauenbewegung befassen. Als Ehrengäste des Kongresses werden'erwartet der Präsident der Agudas Jisroel-Weltorganisation, Jacob R o s e n h e i ,m , London, und der Direktor des Keren Hatorah, Rabbiner Wolf $. Jacobson, Kopenhagen. Aus Antwerpen geht uns heute die Wahlordnung zur Konferenz der W»e 11 - Organisation der Fra u e n und 'Mä dc h ende r!,Agu.dp.& Jis r^o e 1 in Marienbad zu, cfje .wir erst in nächster Nummer, im .Wortlaut bringen können. , : Ergänzende Devisen-Bestimmungen üb^ir Studiüm und Schulbesuch im Ausland. Berlin, 24. Mai. Im Anschluß an-den Runderlaß Nr. 64/36 vom 12. Mai 1936 sind durch Runderlaß Nr. 72/37 D. St. vom 22. Mai 1937 ergänzende Bestimmungen über das S t u d iu m und den Schulbesuch jüdischer Studenten und S c h ü- 1 e r im Ausland ergangen. Es war zweifelhaft geworden, ob* jüdische Studenten oder 'Schüler, neben der in dem früheren Runderlaß1 vorgesehenen Verweisung an den Zentralauss'chuß für Hilfe und Aufbau bei der Reichsvertretung und der Möglichkeit von Verrechnungszahlungen auf Grund von Verrechntings- und Reiseabkommen nach einzelnen Ländern auch die Möglichkeiten einer Veräußerung von Wertpapieren nach den Bestimmungen des früheren Erlasses in Anspruch nehmen können. Der neue Runderlaß bejaht diese Frage. Danach kann Unterhaltsverpflichteten, die ausländische, nicht in Deutschland; handelbare^ Wertpapiere besitzen, die Genehmigung zur^ Veräußerung dieser Wertpapiere im Ausland erteilt und weiterhin genenmigt werden, daß die aus dem Verkauf .dieser Wertpapiere im Ausland anfallenden Devisen bis zum Höchstbetrage von monatlich RM. 200.— für' den Unterhalts verpflichteten zur Bestreitung der Kosten eines Studienaufenthaltes imv Auslande .verwandt. werden, wenn 5,0 Proz. der,anfallenden Devisen an die Reichsbank abgeliefert werden. : Es kann weiterhin genehmigt werden, Lebensversicherungen, die die Unterhaltsverpflichteten in Fremdwährung bei einer ausländischen Gesellschaft 'im Ausland abgeschlossen haben,- verkauft; beliehen oder, verpfändet unjl die im Ausland anfallenden Devisen „entsprechend verwendet Verden. Die Bestimmungendes . Runderlasses vom 12. Mai 1936 regeln sodann die Einzelheiten dieser Transaktionen, und der Verrechnung der Studiengelder .mit freiwilligen Uhterstützimgszahlungen von Ausländern nach dem Inland oder mit Zahlungen von Studiengeldern ausländischer Studierender in Deutschland. Durch den neuen Runderlaß werden diese yerrechnungsmöglichkeiten nur auf solche Fälle beschränkt, in: denen der Antragsteller durch unmittelbare Beziehungen zu einem Ausländer zur Durchführung der Verrechnung in der Lage ist. Die Brandstiftung in der New- Yorker Synagoge „Schaare j Tefilla" vor Gericht.! r' N'e w Y ork', '25. Mai. Der nichtjüdische Synagogenwart der „,Schaarej Tefilla"-Synagoge in New York, Alexander Kinderman, der den' Brand gelegt'hat, durch den diese reich aifsgestattete Synagoge des New Yorker Westens .äih 27. März zerstört wurde, ist zu einer mehrjährigen G e f.ä.n{g-n i ss t r a f e verurteilt worden. uim .. . Kinderman hatte seinen Posten seit fünfundzwanzig Jahren bekleidet. Der vernichtende Brand brach um 2.45 Uhr naohmtitags aus. Schon in den frühen Morgenstunden waren im Synar gogengebäude zwei kleinere Brände entstanden,, durch die jedoch nur geringer-Schaden angerichtet, wurde. Der dritte Brand vernichtete den gesamten südlichen Teil der. Synagoge* vor allem die Thoralade. und achtzehn; Thorarqllen<:,,Kinderman hatte bei seiner Vernehmung zuerst ausgesagt, er sei durch den Rauch der 'ersten Brände geweckt worden. Er habe die Brände gelöscht und die Polizei verständigt. Später gestand er ein, alle drei Brände, selbst gelegt zu haben; Juden als Opfer der Üeberschwemmungs-Katastrophe in Polen, ' 1 War s c h ä/.u , \ 25. Mai. Die große Ueberschwemmungskatastrophe Im Kreis K i e I c e hat auch einige hauptsächlich» von Juden bewohnte Ortschaften schwer betroffen. In Dziäloszice sind neun Juden, unter;iTuien ein 86jähriger Greis," 3 Frauenbund 2 Kinder im Alter von 8 und 5 Jahren, ertrunken, lieber hundert Familien sind infolge, der Ueberschwemmung" in-• bitterste Not geraten. An der Beisetzung der Ertrunkenen nahm die ganze jüdische Bevölkerung teil. An der Unglücksstätte ist der Minister für Sozialfürsorge, Köscialkowski, in Begleitung des Wojwoden von Kielce eingetroffen. ' Die dänischen Juden feiern das;25) ährige Regierungs-Jubiläum König Christian X. Kopenhagen., 18.uMai . Aus Anlaß des' 25jährigen RegieTungsju&lläu1145' . des dänischen Königs Christian ' lX,:. veranstaltete S» Jüdische Gemeinde in Kopenhagen einen Fest" g ' 11 es dien s t du der festgeschmückten Synagoge- Oberrabbiner Dr. Fr i e<di g er umterstrich in seiner Festrede, daß die Juden in Dänemark gleich allen anderen Bürgern Gewissens- und . Religionsfreiheit •in vollem Maße genießen. Er erinnerte an den Besuch ' des Königs in der KopenHagener' Synagoge an* .läßlichihres lOOjäluagen'' B^t^heiis'' yjm Jahre 1933 und schloß mit einem Gebet-, für. d«n . König, und ^aS Königshaus; .' I;; Die Jüdische Gemeinde in Kopenhagen,' die als ihren Anteil am.Festgeschenk an den König ,100.000' Kr. lajifgebraoht hat, hai. diesen Betrta'g mit Einwil" ligung de® Könige .aum .Ankauf eines Ruckes Ödlandes in Dänemark ■ zwecks Errdöhitung einer M11s * t e r 1 aiid wi rts c'h ä'f t" verwendet.. 11